AT143303B - Verfahren zur Herstellung matter künstlicher Gebilde aus Viskose. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung matter künstlicher Gebilde aus Viskose.

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   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung matter künstlicher Gebilde aus Viskose. 



   Es ist bekannt, matte Gebilde mit höchster   Deckkraft   aus Viskose in der Weise herzustellen, dass man die Viskose mit anorganischen Pigmenten vermischt, welche bei der   Ausfällung   der Viskose in dem
Gebilde erhalten bleiben und dadurch dem Faden oder Film das glänzende und glasige Aussehen nehmen und ihn matt und undurchsichtig machen. 



   Da die Viskose bei der Herstellung der Gebilde aus äusserst feinen Öffnungen   herausgedrückt   werden muss, so ist es erforderlich, diese Pigmente in solcher Feinheit zu verwenden und in der Viskose in solch feine Verteilung zu bringen, dass die feinen Öffnungen beim Spinnprozess nicht verstopft werden. 



   Nun gelingt es wohl, Pigmente trocken zu fast kolloidaler Feinheit zu vermahlen, die den erforderlichen Feinheitsgrad darstellt ; diese feinen Teilchen, z. B. beim Titandioxyd, das vornehmlich wegen seiner grossen Deekkraft für die Mattierungszwecke Verwendung findet, haften aber gleichsam klebrig in Konglomeraten so fest aneinander, dass die Verteilung in der zähflüssigen Viskose ausserordentlich schwer ist und das Verspinnen einer Viskose, die mit dem trockenen Titandioxyd durch Rühren und Kneten vermischt würde, direkt unmöglich macht. 



   Man hat daher vorgeschlagen, die Viskose vor dem Verspinnen durch Filterpressen, die mit dichten Tüchern belegt werden, zu filtrieren, um durch die Filtrieroperation den feinen Verteilungsgrad zu erreichen ; aber auch dieses Verfahren führt nicht zum Ziele, da die Pressen verstopfen, wobei ein Teil des Titandioxydes zurückgehalten wird und dann die zuerst   hindurchgegangene   Viskose, je nach dem   Durchlässigkeitsgrad   der Pressen, mehr Titandioxyd enthält als die spätere, was zu   Ungleichmässigkeiten   führt, selbst dann, wenn man die Viskose nachträglich nochmals homogenisiert, da jede einzelne Charge, die nacheinander behandelt wird,

   von der vorhergehenden abweicht und dann schon bei geringen Differenzen im Titangehalt infolge der ausserordentlichen Wirkungskraft desselben die verschiedensten Mattierungsgrade der gesponnenen Fäden resultieren. Abgesehen davon ist aber auch wegen des schnellen Verstopfens der Pressen und der häufigen Unterbrechungen ein Dauerbetrieb auf diese Weise nicht   möglich.   



   Es wurde daher bereits vorgeschlagen, ausser Titandioxyd Substanzen wie z. B. Petroleum der Viskose beizumischen, die die Filtration der Mischungen erleichtern sollen. Gleichzeitig soll durch diesen Zusatz auch noch der Mattierungsgrad erhöht werden. 



   Die Filtrieroperation wird hier nicht ausgeschaltet und gibt dem Verfahren die gleiche Unsicherheit wie dem oben erläuterten. Es treten dieselben Erscheinungen auf wie bei dem Verfahren ohne zusätzliche Mittel, indem die Pressen schnell verstopfen ; die Masse muss, wenn jede Charge einen einheitlichen Matteffekt erbringen soll, nach dem Filtrieren auch hier nochmals homogenisiert werden, dabei hat man aber wieder die unangenehme Erscheinung, dass die einzelnen Chargen verschiedenartige Matteffekte hervorbringen. 



   Wenn auch ein Petroleumzusatz zu Viskose einen Matteffekt hervorzubringen vermag, so tritt dieser bei Gegenwart von Titandioxyd doch nicht in Erscheinung. In dieser Beziehung ist der Zusatz also bedeutungslos. 



   Dieses Verfahren bringt also weder   Gleichmässigkeit   in den Betrieb noch besondere Effekte in der Mattierung. Ein verhältnismässig grosser Gehalt an Petroleum bringt nur den Nachteil der Festigkeitserniederung der gesponnenen Fäden mit sich. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Nun wurde auch schon vorgeschlagen, das Titandioxyd vor der Zugabe zur Viskose mit Flüssigkeiten zu vermischen, um die Homogenisierung mit der Viskose zu erleichtern. 



   Man hat hierzu z. B. einerseits Wasser resp.   Lösungsm'ttel   für die Spinnmasse, anderseits pflanzliche Öle,   wieLeinöl,   Olivenöl, empfohlen ; mit diesen soll das Pigment in einer Kugelmühle homogenisiert werden. Hiebei stellt sieh heraus, dass der Zusatz von Wasser lediglich eine   Aufschlämmung   liefert, also keine homogene Masse erzielt ; mit den Ölen, wie z. B. Leinöl, Olivenöl, erhält man erst bei ziemli h beträchtlichen Mengen verwendbare homogene Mischungen. Zusätze von   Türkischrotöl,   das als Dispersionsmittel empfohlen wird, bewirken keine Verbesserung. 



   Wasser und solche Flüssigkeiten, die sich in der Viskose lösen, als Träger für das Pigment verwendet, haben wohl den Vorteil, dass sie sich beim Spinnen aus dem Faden abscheiden, also an sieh einen Matteffekt nicht hervorrufen, und einen Faden liefern sollten, der in bezug auf Festigkeit besser ist als ein solcher, der ausser dem Pigment, z. B. Titandioxyd, noch andere Fremdkörper enthält. Merkwürdigerweise macht man aber die Beobachtung, dass der Spinnvorgang bei der Verwendung solcher Körper nicht immer günstig verläuft, selbst wenn die Mischung mit dem Titandioxyd anscheinend gleichmässig war, und dass die Festigkeiten der gesponnenen Fäden oft nicht die erwartete Höhe erreichen und die Qualitätsausbeute ungenügend ist.

   Dies liegt eben an der Schwierigkeit, die erforderliche   gleichmässige Verteilung   der einzelnen Partikelchen zu erreichen. 



   Von den pflanzlichen Ölen benötigt man beträchtliche Quantitäten, um mit diesen das Titandioxyd gut vermischen zu können. Die Verwendung dieser Methode bringt den Nachteil mit sieh, dass der aus einer Viskose mit derartigen Zusätzen gesponnene Faden in seinen Festigkeitseigensehaften durch die grosse Menge Fremdkörper ungünstig beeinflusst wird. Schon die Anwendung des Titandioxydes schwächt die Faser, das nur als Hilfsmittel vorhandene Öl setzt weiter die Festigkeit herab, was natürlich die Qualität der Seide beeinträchtigt. Dieses Verfahren leidet aber auch daran, dass die pflanzlichen Öle zufolge ihrer verseifbaren Eigenschaften leicht Veränderungen unterworfen sind und die Seide, die solches Öl enthält, beim Lagern in der Qualität   zurückgeht.   



   Es ist nun nicht möglich, nach diesem Verfahren Kohlenwasserstoffe, z. B. flüssiges Paraffin, Petroleum, Benzin, Pinen, Tetralin, Dekalin u. dgl., die als Zusätze in der Mattseidetechnik bereits 
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 da von diesen Körpern derartig viel benötigt würde, dass nur ein Faden mit absolut minderwertigen Eigenschaften erzielt würde   : auch   ein Zusatz von   Türkisehrotol   ändert an diesen Mengenverhältnissen nichts. 



   So würde man von diesen Substanzen fast das Dreifache vom Gewicht des Titandioxydes benötigen. um eine einigermassen fliessende Paste zu erhalten, die mit Viskose emulgiert wäre, was von vornherein ein solches Verfahren zum Misslingen verurteilen würde. Es gelingt aber in den meisten Fällen auch da noch nicht, einwandfreie homogene Massen herzustellen. 



   Es wurde nun die   überraschende   Tatsache gefunden, dass gerade diese obengenannten Kohlenwasserstoffe, die sich mit dem Titandioxyd nur äusserst schwer, u. zw. in bedeutend ungünstigeren Verhältnissen als die fetten Öle vermischen lassen, mit Leichtigkeit und dazu, unter gleichen Bedingungen verglichen, viel leichter als die Öle mit Titandioxyd zu fliessenden Pasten zu verarbeiten sind, wenn man diesen Körpern eine geringe Menge an sulfoniertem   Mineralöl   zusetzt. Man erhält dabei mit den einfachsten Mitteln und in kurzer Zeit absolut homogene Massen, die äusserst leicht mit Viskose zu emulgieren sind. Die Verteilung ist dabei eine derartig feine, dass jede Art Homogenisierungsfiltration, wie sie bei den meisten Verfahren vorgeschrieben wird, entfallen kann.

   Diese Verhältnisse sind um so   überraschender.   als ein gleiches Verfahren bei fetten Ölen diesen Effekt nicht ergibt. 



   Bei der Vermischung von Titandioxyd mit verschiedenen Mitteln im Verhältnis 1 : 1 erhält man folgende Effekte : 
 EMI2.2 
 
<tb> 
<tb> Ohne <SEP> Zusatz <SEP> an <SEP> sul- <SEP> Mit <SEP> 20u/"'-1l1foniertem
<tb> foniertem <SEP> Mineralöl: <SEP> Mineralöl <SEP> versetzt:
<tb> Leinöl <SEP> Masse <SEP> halbfest <SEP> Masse <SEP> kaum <SEP> flüssiger
<tb> Olivenöl <SEP> Masse <SEP> halbfest <SEP> Masse <SEP> kaum <SEP> flüssiger
<tb> Erdnussöl <SEP> Masse <SEP> halbfest <SEP> Masse <SEP> kaum <SEP> flüssiger
<tb> Erdnussöl <SEP> Masse <SEP> halbfest <SEP> Masse <SEP> kaum <SEP> flüssiger
<tb> Ricinusöl.....................

   <SEP> Masse <SEP> halbfest <SEP> Masse <SEP> kaum <SEP> flüssiger
<tb> Olein <SEP> Masse <SEP> halbflüssig <SEP> Masse <SEP> halbflüssig
<tb> Flüssiges <SEP> Paraffin <SEP> Masse <SEP> fest, <SEP> trocken <SEP> Masse <SEP> sehr <SEP> flüssig
<tb> Benzin <SEP> Masse <SEP> fest, <SEP> trocken <SEP> Masse <SEP> sehr <SEP> flüssig
<tb> Petroleum, <SEP> Masse <SEP> fest, <SEP> trocken <SEP> Masse <SEP> sehr <SEP> flüssig
<tb> Benzol <SEP> Masse <SEP> fest, <SEP> trocken <SEP> Masse <SEP> sehr <SEP> flüssig
<tb> Pinen......................... <SEP> Masse <SEP> fest, <SEP> trocken <SEP> Masse <SEP> sehr <SEP> flüssig
<tb> Dekalin.......................

   <SEP> Masse <SEP> fest, <SEP> trocken <SEP> Masse <SEP> sehr <SEP> flüssig.
<tb> 
 Man ersieht hieraus, dass gerade die bisher zur Herstellung von Pigmentpaste für   Mattseide-   
 EMI2.3 
 

 <Desc/Clms Page number 3> 

 zeigen, die für sich allein nicht verwendbaren und bisher auch nicht benutzten Körper aber dazu in   überraschendem   Gegensatz stehen. 



   Das diesen Körpern zugesetzte sulfonierte Mineralöl bewirkt beim Verrühren mit dem Pigment 
 EMI3.1 
 
Dispersion noch nicht ausreicht, sondern nur eine grobe Verteilung bewirkt, tritt sogar beim Stehen eine   Nachdispersion   ein,   d.   h. die grob gemischte Masse wird durch blosses Stehen glatt, wohingegen bei den fetten Ölen selbst bei Zusatz von sulfoniertem Mineralöl durch blosses Stehen der Dispersionsgrad nicht verändert wird. Die   Dünnflüssigkeit   und Glätte der Masse beruht darauf, dass keine Konglomerate von Teilchen mehr vorhanden sind, sondern alles gleichmässig in seine Einzelbestandteile aufgelöst ist. 



   Durch die Dispersionskraft des sulfonierten Mineralöles wird trotz der geringen Menge des angewandten Kohlenwasserstoffes jedes kleinste   Teilchpn   des Titandioxydes für sich von einer Hülle von Kohlenwasserstoff umgeben und in dieser Form erst, in der der Kohlenwasserstoff als Träger wirkt. ist es möglich, das Titandioxyd der Viskose einwandfrei   gleichmässig beizumischen.   



   Wird diese mit sulfoniertem Mineralöl angesetzte Masse zur Viskose gegeben, verteilt sie sich beim Rühren darin schnell zu glattem Aussehen, im Gegensatz zu einer Masse, die aus den pflanzlichen Ölen unter Zusatz von sulfoniertem Mineralöl angesetzt wurde, die der Viskose ein mehr oder weniger griessiges Aussehen verleiht, das erst nach längerem Rühren und Filtrieren verschwindet und dann bei der Ruhezeit, die für   dieEntlüftung erforderlich ist, und   während dem Spinnen doch noch einen Bodensatz geben kann. Viskosen, die mit den mit   sulfoniertem   Mineralöl angesetzten beispielsweise genannten Körpern emulgiert sind, bleiben auch bei kurzem   Mischen   ohne   eineFiltration gleichmässig,   dabei bodensatzfrei und spinnfähig. 



   Durch das aussergewöhnliche Dispergierungsvermögen des sulfonierten Mineralöles verkürzt es die Rührzeit bei dem Verfahren, dabei kann die   nachträgliche Filtration   fortfallen, und man braucht weniger Material, da die   Pigmentoberfläche proportional dem Dispersionsgrad wächst.   Faule Stellen im Faden, die bei andern Methoden infolge der unvollständigen   Aufschliessung   der Konglomerate in Einzelteile auftreten, sind hier nicht zu beobachten. 



   Man hat   hiedureh   den   ausserordentlichen Vorteil erreicht, einer   Viskose jeden gewünschten Gehalt an Titandioxyd ohne   Schwierigkeiten homogen einzuverleiben :   dabei benötigt man an Hilfsstoff nur 
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 den Einfluss nicht ausüben kann. Das Quantum an Hilfsstoff ist bei dieser Arbeitsweise ein so geringes. dass es an sich eine Mattwirkung in einem Kunstseidefaden kaum hervorrufen würde. Es ist jeder Über-   schuss   an Fremdkörpern, der an sich gegenüber Titandioxyd überhaupt nur schwach wirksam ist, vermieden ; und es kann der Zusatz an Titandioxyd dadurch naturgemäss entsprechend erhöht werden und in volle Wirksamkeit treten. 



   Dieses Verfahren ermöglicht also nicht nur eine Betriebssicherheit bei der Herstellung der Titanmattseide, sondern auch die Herstellung von Fäden mit edelmattem Glanz bis zu solchen mit vollem   Baumwollcharakter,   ohne jede Spur von Glanz infolge der grossen Mengen Titandioxyd, die der Viskose danach einverleibt werden können, und dies ohne jede Schwierigkeit, sondern erreicht auch die Herstellung eines qualitativ hochstehenden Produktes, da dessen Festigkeitseigenschaften normale sind und dessen Mattierungsgrad konstant gleichmässig gehalten werden kann. Es arbeitet mit billigen Hilfsstoffen und noch dazu mit dem geringsten Aufwande ; Verluste an Material, die die Filtrationsmethode zwangsläufig mit sich bringt, sind hier ausgeschlossen. 



   Beispiel l : 120 g Titandioxyd werden mit 50 g flüssigem Paraffin, dem 10 g sulfoniertes Mineralöl zugesetzt sind, innig vermischt ; die erhaltene Paste wird mit 300 kg Viskose des erforderlichen Reifegrades emulgiert und homogenisiert. Nach dem Entlüften wird die Viskose in   üblicher   Weise versponnen. 



   Es resultiert ein schwach matter Faden. 
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Es resultiert ein stark matter Faden. 



   In entsprechender Weise können gleiche Viskoseemulsionen auf Filme verarbeitet werden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung matter   künstlicher   Gebilde aus Viskose unter Verwendung von dispergierten Pigmenten, wie Titandioxyd, dadurch gekennzeichnet, dass man der Viskose eine Pigmentdispersion zusetzt, die dadurch erhalten wurde, dass man das Pigment in flüssigen Kohlenwasserstoffen unter Zusatz von sulfoniertem Mineralöl als Emulgator zu einer pigmentreiehen, glatten kolloidalen Dispersion dispergiert.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als flüssiger Kohlenwasserstoff Paraffin, Petroleum, Benzin, Benzol, Tetralin, Pinen, Dekalin usw. Verwendung findet.
AT143303D 1933-06-06 1934-06-01 Verfahren zur Herstellung matter künstlicher Gebilde aus Viskose. AT143303B (de)

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AT (1) AT143303B (de)

Cited By (1)

* Cited by examiner, † Cited by third party
Publication number Priority date Publication date Assignee Title
DE1004800B (de) * 1951-09-12 1957-03-21 Diamond Alkali Co Fuellstoff fuer Kunstharzpasten

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* Cited by examiner, † Cited by third party
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DE1004800B (de) * 1951-09-12 1957-03-21 Diamond Alkali Co Fuellstoff fuer Kunstharzpasten

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