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Fettsehmelzpfanne.
Zum Schmelzen von Fett im allgemeinen und zur Gewinnung von Schmalz aus Speck, Filz, Talg u. dgl. im besonderen, stehen im Grossbetriebe mehr oder minder stark bombierte Schalen oder Pfannen in Verwendung, welche mittels eines äusseren Dampfmantels geheizt werden (Duplikatpfanne).
Bei derartigen Fettschmelzpfannen bleiben wegen des geringen Wärmeleitungsvermögens des
Schmelzgutes jene Partien des Fettes oder Speckes, welche nicht direkt an der Heizfläche anliegen, noch geraume Zeit fest, während die nächstliegenden Partien bereits geschmolzen und auch schon beträchtlich heiss sind. Die Folge ist, dass der am Dampfmantel befindliche Teil des Fettes in geschmolzenem Zustande wesentlich länger der Einwirkung der Erhitzung ausgesetzt ist als der andere Teil, was nicht ohne Einfluss auf die Qualität des Schmelzproduktes bleibt.
Diese verschieden lange Dauer der Hitzewirkung tritt insbesondere dann ein, wenn es sich um die Verarbeitung von Speck handelt, wobei durch die in der Fettsubstanz befindlichen Zellenwandungen bzw. bei in Stücken geschnittenem und in der Pfanne hochgetürmtem Speck auch noch durch die Luftzwischenräume zwischen den Speckstücken ein erhöhter Widerstand gegen die Wärmeübertragung entsteht, welcher den Schmelzprozess im nicht direkt von der Heizfläche berührten Teil der Pfanne wesentlich verzögert und die Ausbeute an Fett aus diesen Speckpartien verringert.
Nach der Erfindung werden nun Fettschmelzpfannen der erwähnten Art mit einem in das Schmelzgut versenkbaren oder gewünschtenfalls nur in oberflächliche Berührung mit demselben zu bringenden Hilfskörper ausgestattet, der auch jenem Teil des Gutes, der sonst nicht an der Heizfläche anliegt, Wärme unmittelbar zuführt und die noch festen, ungeschmolzenen Partien des Fettes gegen oder in die bereits flüssigen drückt.
Neben der zusätzlichen Wärmezufuhr durch den Hilfsheizkörper und der dadurch bedingten, für die Güte des Produktes zweckmässigen Abkürzung des Prozesses, sowie auch neben der damit verbundenen grösseren Ausnutzungsmög1ichkeit der Pfannen ergibt sich der weitere Vorteil der Ausübung eines gewissen Druckes auf das Gut, durch den das Schmelzen bzw. die Fettabgabe durch und aus den Zellen heraus unterstützt wird.
Ausserdem bewirkt das an den Heizschlangen geschmolzene und daher heisse Fett, welches abwärts fliesst, ein beschleunigtes Schmelzen jener Teile des Schmelzgutes, welche trotz Einbaues des Heizkörpers noch nicht in direkter Berührung mit irgendeiner Heizfläche stehen.
Ein weiterer Vorteil gegenüber der Heizung durch die Duplikatpfanne allein besteht darin, dass die Heizfläche des Zusatzheizkörpers zur Gänze vom Schmelzgut umgeben ist, während bei den Duplikatpfannen der äussere Mantel nicht mit dem Schmelzgut in Berührung kommt, sondern im Gegenteil durch seine Ausstrahlung an die Umgebung eine Verlustquelle bildet.
Da nach Einbau einer Zusatzheizfläche mit derselben Strahlungsfläche in kürzerer Zeit ein grösseres Quantum Rohmaterial geschmolzen werden kann, verringern sich auch die Wärmeverluste pro 1 kg Schmelzgut, wodurch sich die Produktionskosten vermindern.
Der Platzbedarf. pro 1 kg Schmelzgut erfährt durch diese Konstruktion ebenfalls eine wesentliche Verringerung.
Es gibt bereits Talgschmelzvorrichtungen, die aus einer zur Aufnahme des Schmelzgutes dienenden, mit einem Heizmantel versehenen waagerechten Trommel bestehen, in deren Innerem eine waagerechte Hohlwelle gelagert ist, die eine Anzahl hohler radialer Arme trägt, durch die ein in die Hohlwelle eingeführtes Heizmittel strömt und die bei Drehung der Welle durch das sich im unteren Teil der Trommel
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befindliche Schmelzgut hindurchgeführt werden.
Dabei taucht jeweils nur ein verhältnismässig kleiner Teil der Heizarme in das Schmelzgut ; während des grössten Teils ihres Weges kommen diese Heizarme mit dem Schmelzgut überhaupt nicht in Berührung, so dass der Wirkungsgrad dieser Hilfsheizung sehr gering ist.
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in Fig. 1 in einem lotrechten Axialschnitt, und in Fig. 2 in Draufsicht veranschaulicht.
Die bombierte Pfanne 1 ist mit einem Dampfmantel 2 versehen und trägt einen in ihrer Seitenwand bei 3 schwenkbar gelagerten, dampfbeheizten Hilfsheizkörper 4, der z. B. aus einem der Form der Pfanne angepassten Umfangsdampfrohr 5 mit querverbindenden Rohren 6 besteht und im Wesen einer Heizschlange gleichkommt. Zur Schaffung einer noch grösseren Heizfläche auf der Fettseite, wo der Wärme- übergangskoeffizient wesentlich schlechter ist, können die Rohre der Heizschlange allenfalls mit Rippen ausgestattet werden.
Die Rohre können auch senkrecht zur Drehachse angeordnet werden, damit beim Schwenken an ihnen anhaftende Sehmelzgutteilchen abgleiten und durch im Rohrsystem vorgesehene Aussparungen in die Schmelzpfanne zurückfallen können.
Nach teilweiser Füllung der Pfanne mit dem Schmelzgut wird der Hilfsheizkörper 4 um seine Achse 3 abwärts geklappt und zum Aufliegen auf dem Gut gebracht, worauf weitere Mengen Schmelzgut auf dem Hilfsheizkörper aufgetürmt werden. Das Schmelzen erfolgt bei Einleitung von Dampf in den Mantel und in den Hilfsheizkörper 4. Wenn gewünscht, kann die Dampfzufuhr selbsttätig durch das Herabklappen des Heizkörpers etwa dadurch gesteuert werden, dass dabei ein Sperrorgan der Dampfzuleitung geöffnet wird.
Um ein allzu tiefes Herabsinken des Heizkörpers hintanzuhalten, ist derselbe mit einem Ausleger-
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körpers dient ein mit ihm verbundenes Zugorgan 8.
Selbstverständlich müsste der Hilfsheizkörper nicht in der Pfanne selbst schwenkbar gelagert, sondern könnte etwa oberhalb derselben heb-und senkbar angeordnet sein, um zwischen das Schmelzgut eingebettet oder auf dasselbe aufgelegt zu werden.
Zweckmässig ist es aber, die Gelenkteile der Dampfzuführung nicht innerhalb des Fettraumes anzuordnen, damit bei allfälligem Undichtwerden von Stopfbüchsen nicht ein Verseifen des Fettes eintritt.
Die gänzlich oder teilweise Aushebbarkeit des Hilfsheizkörpers aus der Pfanne ist erwünscht, weil sieh dann das Schmelzgut besser durchrühren lässt und der Schmelzrest leichter ausgeschöpft werden kann.
Es ist selbstverständlich auch möglich, den Hilfsheizkörper festzuhalten und denselben durch Heben und Senken der Pfanne in und ausser Berührung mit dem Schmelzgut zu bringen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Sehmelzpfanne mit Dampfmantel und mit dem Schmelzgut in Berührung zu bringenden Hilfsheizkörpern, insbesondere zur Gewinnung des Fettes aus Speck u. dgl., dadurch gekennzeichnet, dass der oder die Hilfsheizkörper (4) so angeordnet sind, dass sie mit dem in der Pfanne (1) befindlichen Sehmelzgut im Wesen gänzlich in Berührung gebracht werden können und in dieser Lage während des Schmelzverfahrens verbleiben.