AT142571B - Verfahren zur Herstellung geschichteter Kunstmassen. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung geschichteter Kunstmassen.

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  Verfahren zur Herstellung geschichteter Kunstmassen. 



   Mit den zunehmenden Anforderungen an die Isoliermaterialien durch die Entwicklung der Elektro- technik zu immer grösseren Maschineneinheiten und Spannungen macht sich immer mehr das Bedürfnis nach   Isolierkörpern,   insbesondere gewickelten, von sehr hoher   Isolierfähigkeit   und absoluter Zuver- lässigkeit geltend. Die meist verwendeten härtbaren Harze haben alle mehr oder weniger ausgeprägt den Nachteil, dass mit fortschreitender Kondensation flüchtige Reaktionsprodukte, wie Wasser, Ammoniak, u. dgl., auftreten, wodurch eine Beeinträchtigung der Isolierfähigkeit, in manchen Fällen Rissbildung, sogar völlige Zerstörung der Isolierkörper eintreten können.

   Auch bei Harzen, die nur durch Polymerisation   härten-die   gegenwärtig in der Technik keine Rolle spielen, ist das Auftreten von Spannungen,
Schrumpfungen und Ungleiehmässigkeiten durch verschieden weit fortschreitende Polymerisation zu erwarten. An nicht härtenden Bindemitteln stand bisher nur Schellack zur Verfügung. dessen Anwendung durch seinen niedrigen Schmelzpunkt   beschränkt   wird. 



   Die thermoplastischen Harze, die aus aromatischen Aminen und mehr als äquimolekularen Mengen
Formaldehyd in saurem Medium hergestellt werden, und deren Anwendung zur Herstellung von Press- körpern aller Art, besonders aber auch zur Herstellung geschichteter Presskörper von ausgezeichneten mechanischen und elektrischen Eigenschaften bekannt ist (vgl. Patente Nr. 120.862 und 127. 008), eignen sich weniger gut für gewickelte Körper, da die erforderlichen Drucke und Temperaturen auf den gegebräuchlichen Wickelmaschinen schwer zu erhalten sind. Die löslichen und schmelzbaren Harze, die ohne oder mit kleinen Mengen von Säuren aus primären aromatischen Aminen und Formaldehyd erhalten werden, schmelzen im allgemeinen zu niedrig, sind aber vor allem nicht klebkräftig genug, um eine einwandfreie Verbindung der Papier-oder Stoffbahnen zu bewirken.

   Den gleichen Mangel weisen die schmelzbaren und   löslichen   Harze nach Patent Nr. 134. 976 auf, die durch Verschmelzen unlöslicher und unschmelzbarer Aminharze mit harzbildenden Substanzen entstehen. 



   Überraschenderweise wurde nun gefunden, dass die schmelzbaren Harze vom Typus des Anhydroamidobenzylalkohols und seiner Homologen im Gegensatz zu allen andern untersuchten schmelzbaren Harzen des Anilin-Formaldehydtypus hervorragend als Bindemittel für Wickelkörper geeignet sind. 



   Sie lassen sich in sehr einfacher Weise auf die Unterlagen aufbringen, erweichen rasch beim Anheizen und zeigen eine verblüffend gute Klebkraft und Haftfestigkeit. Da sie bei den in Frage kommenden Temperaturen beständig sind und weder eine Kondensation noch eine Polymerisation erleiden, erhält man mit ihnen Wickelkörper von tadelloser Homogenität, die keinerlei Nachbacken erfordern und infolge des verhältnismässig hohen Schmelzpunktes der Harze eine vollständig genügende Wärmefestigkeit aufweisen. 



   Die Harze dieses Typus können auf verschiedenen Wegen hergestellt werden, sei es durch Kondensation von primären aromatischen Aminen mit ungefähr 1 Mol Formaldehyd in Gegenwart von mindestens      Mol Säure und nachherige Entfernung der Säure oder durch Umlagerung von Anhydroformaldehydanilin mit Säuren, z. B. Salzsäure oder Eisessig, und Entfernung der Säure oder durch Anhydrisierung bzw. Kondensation des Amidobenzylalkohols, der aus Nitrobenzylalkohol durch Reduktion erhalten wird (vgl. u. a. Beilstein, Auflage III, Ergänzungsband II, Seite 646 ; ferner die Patente Nr. 123.866 und   132.   705). Die nach den verschiedenen Verfahren erhältlichen Produkte sind nicht streng identisch. So ist z. B. der Schmelzpunkt je nach den Reaktionsbedingungen verschieden. Alle Produkte weisen aber gemeinsame Reaktionen auf.

   So lassen sie sich mit   Anilinchlorhydrat   in Diamidodiphenyl- 

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 methan umlagern, ferner bilden sie mit Schwefel Thiazolderivate. Die Verbindungen lassen sieh auch nicht durch Festlegung des zur Herstellung verwendeten Formaldehyds auf genau 1 Mol charaktersieren, da beispielsweise auch mit 0-8 Mol Formaldehyd auf 1 Mol Anilinehlorhydrat bei niedriger Temperatur und nicht zu langer Reaktionszeit ein solches Harz neben   0. 2   Mol freiem Anilin entsteht, anderseits aber auch ein kleiner   Formaldehydüberschuss   bis etwa 10% unter günstigen Bedingungen noch schmelzbare Harze entstehen lässt, die zweifellos dieser Gruppe angehören. Der Schmelzpunkt kann etwa von   100-2000 schwanken,   je nach der Darstellung. 



   Das Aufbringen des Harzes auf die Unterlage kann z. B. durch Aufstreuen auf die erhitzte Unterlage oder durch Aufbringen des geschmolzenen Harzes oder durch Lösen desselben in geeigneten Lösungsmitteln wie Cyclohexanon oder Chlorhydrin und Aufstreichen oder Spritzen erfolgen. Weiter kann in bekannter Weise eine wässerige Suspension des Harzes auf die Unterlage aufgebracht und dort fixiert werden, vgl. Patent Nr. 140. 220. Es kann auch in ebenfalls bekannter Weise das Harz mit losem, gegebenenfalls in geeigneter Weise vorbehandeltem Fasermaterial vermischt oder auf dasselbe ausgefällt werden, worauf die Masse in üblicher Weise zu Papier verarbeitet wird, vgl. Patent Nr. 127.008 und 137.674. 



   Die so erhaltenen Bahnen lassen sich, besonders wenn zur Sicherung einer lückenlosen Ver-   schweissung   der Schichten in irgendeiner Weise ein dünner Überzug eines schmelzbaren Harzes aufgebracht wird, zu hervorragend homogenen Wickelkörpern verarbeiten. 



   Selbstverständlich können die auf irgendeine Weise mit schmelzbaren Harzen obiger Gruppe 
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Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung geschichteter Kunstmassen, insbesonders durch Wickeln, wobei die mit Kunstharz imprägnierten Schichten unter Wärme und Druck vereinigt werden, dadurch gekenn- zeichnet, dass als Bindemittel ein schmelzbares, nicht härtendes Aminharz vom Typus des Anhydroamidobenzylalkohols und seiner Homologen verwendet wird.
AT142571D 1932-04-27 1933-03-03 Verfahren zur Herstellung geschichteter Kunstmassen. AT142571B (de)

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