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Schaltkammer aus Faserstoffisoliermaterial für elektrisehe Flüssigkeitssehalter.
Die Erfindung betrifft eine Schaltkammer für elektrische Flüssigkeitsschalter, die aus einem Faserstoffisoliermaterial, insbesondere aus Hartpapier, hergestellt ist. Solche Schaltkammern sind bei Olschaltern bekanntgeworden und werden aus einem Hartpapier hergestellt, das unter dem Angriff des Lichtbogens wenig leidet. In neuerer Zeit werden in zunehmendem Masse andere Schaltflüssigkeiten, wie Öl, insbesondere nicht brennbare Flüssigkeiten, herangezogen, um als Schaltflüssigkeiten für elektrische Hochleistungssehalter zu dienen, insbesondere in solchen Schaltkammern, die nach dem Expansionsprinzip den Lichtbogen löschen.
Es ist nun beobachtet worden, dass eine grosse Anzahl Flüssigkeiten, z. B. wässerige Lösungen, welche sich als Schaltflüssigkeiten insbesondere in Sehaltkammern von Expansionsschaltern gut eignen, die Eigenschaft haben, den Faserstoff der Schaltkammer zum Quellen zu bringen, wodurch sich die
Schaltkammer verzieht und unbrauchbar wird.
Diesen Fehlern hat man dadurch zu begegnen versucht, dass man verschiedene Teile der Schaltkammern je nach ihrer Beanspruchung aus verschiedenem Material herstellte, z. B. die der Flüssigkeit ausgesetzten Teile aus Metall und die im Bereich des Lichtbogens liegenden Teile aus Fiber. Die Zusammenfügung dieser verschiedenen Materialien erfordert jedoch besondere Massnahmen, die die Herstellung der Schaltkammer umständlich und teuer machen.
Zur Vermeidung dieses Nachteiles wird erfindungsgemäss die ganze Schaltkammer aus einheitlichem Stoff, nämlich Faserstoffisoliermaterial, hergestellt, jedoch so, dass zwei verschiedene Arten dieses Stoffes vereinigt werden, die verschiedene Eigenschaften haben. Für das Gehäuse wird ein nahezu feuchtigkeitunempfindliches Faserstoffisoliermaterial verwendet, dagegen für die Teile der Schaltkammer, die mit dem Lichtbogen in Berührung kommen, saugfähiges Faserstoffisoliermaterial ; das Gehäuse der Schaltkammer kann dann nicht quellen und sich nicht werfen und die Schaltkammer behält ihre unveränderlich starre Form. Da die Teile der Kammer, die mit dem Lichtbogen in Berührung kommen, aus einem saugfähigen Faserstoffisoliermaterial bestehen, ist die Kammer auch gegen den Lichtbogen widerstandsfähig.
Die mit dem Lichtbogen in Berührung kommenden Teile der Schaltkammer werden besonders zweckmässig aus solchen saugfähigen Isolierstoffen hergestellt, aus denen sich unter Einwirkung des Lichtbogens keine leitenden Rückstände bilden. Ein derartiger Isolierstoff ist z. B. Fiber (Vulkanfiber). Ferner kann man mit Schellack gebackenen Faserstoff (Hartpapier oder Hartleinen) verwenden, in dem sich zum Unterschied von Faserstoff, der mit Kunstharz gebacken ist, keine leitenden Pfade einbrennen, so dass eine besonders gute Isolierung der Unterbrechungsstrecken nach der Lichtbogenlöschung erzielt wird.
In der Abbildung ist die Erfindung z. B. an einer elastischen Expansionskammer dargestellt.
10 ist der isolierende Boden, 11 der isolierende Deckel der Sehaltkammer, der eine enge Öffnung 12 für den Schaltstift 13 hat. Der Mantel der Kammer wird durch den Zylinder M, Ringe 15 und zwischen diesen Ringen liegende, aus den Teilen 16 und 17 bestehenden Ringen gebildet. 18 sind Bolzen, die in dem Deckel 11 verankert sind und gegen deren untere Anker 19 sich Druckfedern 20 stützen. Durch die Spannung dieser Federn werden die Bauteile 10, 11 und 14 bis 17 der Kammer mit einem bestimmten Druck zusammengepresst, der erst beim Ausschalten durch die Entwicklung eines grösseren Dampfdruckes im Innern der Kammer überwunden wird. Durch Abheben zweier Bauteile des Mantels voneinander wird
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dann die Kammer geöffnet.
Durch die mit dem Öffnen verbundene Druckentlastung in der Sehaltkammer wird die Löschung des Lichtbogens herbeigeführt. 21 ist das feststehende Schaltstück, das am Boden der
Kammer befestigt ist. Im Innern der Kammer sind scheibenförmige Bauteile 22 angeordnet, die in die unmittelbare Nähe des Schaltstiftes 13 reichen und mit Ansätzen in die zweiteiligen Ringe des Gehäusemantels eingesetzt sind. Die Scheiben 22 bestehen aus einem saugfähigen Faserstoffisoliermaterial, während die Bauteile j ! 0, H,. M, J, M und 17 aus feuchtigkeitsunempfindlichem Faserstoffisoliermaterial hergestellt sind. Die Schaltkammer ist vollständig mit Schaltflüssigkeit, z. B. Wasser, gefüllt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Sehaltkammer aus Faserstoffisoliermaterial für elektrische Flüssigkeitssehalter, insbesondere für Expansionssehalter, dadurch gekennzeichnet, dass das Gehäuse der Kammer aus nahezu feuchtigkeitsunempfindlichem Faserstoff besteht und die Teile der Kammer, die mit dem Lichtbogen in Berührung kommen, aus saugfähigem Faserstoff hergestellt sind.