<Desc/Clms Page number 1>
Verfahren und Vorrichtung zum Verbuttern von Milch und Rahm.
EMI1.1
<Desc/Clms Page number 2>
Butterungsversuchen mit durchströmender Druckluft die Tatsache ausgenutzt, dass das Schutzeiweiss gegenüber Kohlensäure eine grössere Affinität als gegenüber Luft aufweist, wodurch die Adsorption der Eiweisskörper an der Grenzfläche Kohlensäure-Flüssigkeit (im Schaum) stärker auftritt als an der Grenzfläche Luft-Flüssigkeit. Ausser diesen beiden Tatsachen wird die Schutzwirkung des Eiweisses durch die erhöhte saure Reaktion (stärkere Wasserstoffionenkonzentration) bei Verwendung von Kohlensäure noch geschwächt, was weiterhin die Koagulation der. Fettkügelchen im Butterungsgut fördert.
Die vorliegende Berücksichtigung aller dieser TÅatsachen ermöglicht eine Herabsetzung der Butte- iungszeit von Minuten auf Sekunden, wobei das Butterungsprodukt der so mit Kohlensäure behandelten Milch-oder Rahmmassen zu dem flischer, angenehmer im Geschmack und haltbarer wird als bei Luftbehandlung. Bakteriologische Untersuchungen fühlten nämlich zum Schlüsse, dass bei Verwendung von Kohlensäure gemäss dem vorliegenden Verfahren eine sehr starke Verringerung des Gehaltes an Mikroorganismen durch dieses Gas stattfindet, wodurch die so gewonnene Butter bakterienärmer ausfällt.
In der Zeichnung ist beispielsweise eine Vorrichtung dargestellt, mit welcher das Verfahren ausgeübt werden kann. Es zeigt Fig. 1 die Vorrichtung in Seitenansicht und die Fig. 2 in Draufsicht ; die Fig. 3 und 4 zeigen Einzelheiten derselben.
1 ist ein Uberdruckbehälter aus Glas, Steingut oder Metall, welcher unten geschlossen ist und
EMI2.1
bar sind, mit Hilfe von Flügelmuttern fest auf den Dichtungsrand des Druckbehälters 1 aufgepresst werden kann. Getragen werden der Behälter und die übrigen Teile der Vorrichtung von einer Fundamentplatte 5. Durch den Deckel 2 des Behälters. 1 reichen zwei senkrechte Achsen 6, die mit Löchern versehene Flügel 7 besitzen, die einander übergreifen. Die Achsen 6 werden mit Hilfe eines Zahnräder-und Riementriebes 8,
EMI2.2
mischung des Butterungsgutes im Druckbehälter. Auf der Fundamentplatte 5 befindet sich ausserdem eine Kohlensäureflasche H,
die über eine Schaltvorrichtung 14 mit einer zum Innern des Druckbehälters führenden Gasleitung 15 in Verbindung steht. Eine Leitung 16 dient zum Ablassen vorerst der Luft
EMI2.3
Regeln des Druckes im Behälter sowie Schalter für den Elektromotor 11.
Die Ausführung des Verfahrens geschieht mit dieser beispielsweisen Vorrichtung wie folgt : Die zu veibutternde Milch-oder Rabmmasse wird in den Diuekbehälter 1 gegossen, der zweckmässigerweise nur bis zu Dreiviertel seines Volumens angefüllt und hierauf durch den Deckel 2 hermetisch verschlossen wird. Durch die Zuleitung 15 wird Kohlensäuregas von der Koblensäureilasche 13 dem Behälter zugeführt, zweckmässig unter einem Druck von 4 bis 6 Atmosphären. Durch Öffnen der Ableitung 16 wird die im Behälter vorhandene Luft durch das sich mittlerweile unter Druck darin angesammelte, spezifisch schwerere Kohlensäuregas verdrängt. Nach Schliessen der Ableitung 26 wird bei geöffneter Gaszuleitung der Antiiebsmotor.
H und damit das Innenwerk 6, ? in rasche Umdrehung versetzt, wodurch das Butterungsgut energisch bearbeitet wird. Eine Behandlungszeit von ungefähr 20 bis 30 Sekunden genügt zum Zusammenballen des Fettes in der frischen Vollmilch, so dass also nach einer halben Minute bereits die Gaszuleitung gesperrt, die Gasableitung geöffnet und unter weiterem, schwachem Rühren die stecknadel- kopfgrossen bis erbsengrossen Butterkörner zu knetbare Massen gesammelt werden können.
PATENT-ANSPRüCHE :
1. Verfahren zum Verbuttern von Milch und Rahm, dadurch gekennzeichnet, dass die Milch oder der Rahm mit Kohlensäure übersättigt und unter Kohlensäuredruck gesetzt und hierauf energisch durchgearbeitet wird, wodurch eine rasche Erhöhung der Wasserstoffionenkonzentration und infolge stärkerer Affinität von Eiweiss zu Kohlensäure eine schnellere Adsorption des Schutzeiweisses an der Grenzfläche Kohlensäure-Flüssigkeit eintritt.