<Desc/Clms Page number 1>
Dämpfer für Geigen oder Bratschen.
EMI1.1
<Desc/Clms Page number 2>
Durch Drehen des Flügelkopfes 15 in die in der Zeichnung veranschaulichte Querstellung wird die gelenkige Verbindung zwischen dem Hebel 8 und dem Arm 13 gesperrt, so dass dann die beiden wie ein einheitlicher starrer Arm wirken. Wird der Flügelkopf 15 in die Längsrichtung gedreht, so kann der Arm 13 samt dem Dämpfer 11 um die waagerechte Achse des Gelenkes 12 rückwärts geklappt werden, wodurch die Dämpfung gänzlich ausgeschaltet wird.
Der Dämpfer besteht bei dem Ausführungsbeispiel aus einem Träger mit einem oder mehreren Dämpfungsbolzen 16, die sich beim Niederdrücken des Dämpfers auf die Oberkante des Steges 17 setzen.
Das freie Ende des zweiarmigen Hebels ? enthält eine Rast 18, mit der das untere Ende einer Schraube 19 in Eingriff zu kommen bestimmt ist, die in einem winkelig gebogenen Hebel 20 sitzt, der an dem Lagerkörper 2 auf einer waagerechten Achse 21 gelagert ist. Das hintere freie Ende des winkeligen Hebels 20 trägt einen winkelig geformten Griff, der aus einem im Wesen waagerechten Teil 22 und einem im Wesen lotrechten Teil 23 besteht.
Die in Fig. 3 dargestellte Lage der Teile ist die normale, bei der der Dämpfer 11 vom Steg abgehoben ist. Diese Normallage ist durch die Kraft der Feder 10 (Fig. 2) gewährleistet, die den vorderen Arm des zweiarmigen Hebels 8 und damit auch den Arm 13 aufwärts drückt. Damit wird aber gleichzeitig das Gelenk 9 abwärts und der hintere Arm des Hebels 7 aufwärts gedrückt.
Dabei wird der Hebel 20 durch den Druck auf die Schraube 19 aufwärts geschwenkt und das untere Ende der Schraube 19 ist aus der Rast 18 herausgedrängt. Soll nun der Dämpfer aufgesetzt werden, so drückt der Musiker mit seinem Kinn den waagerechten Teil 22 des am Ende des Hebels 20 befestigten Griffes nieder, was zur Folge hat, dass durch Vermittlung der Schraube 19 auch das hintere Ende des Hebels 7 niedergedrückt wird, wobei das untere Ende der Schraube 19 sich der Rast 18 nähert und schliesslich, wie dies die Fig. 2 und 4 zeigen, in diese Rast einschnappt. Dabei ist das Gelenk 9 gehoben und das vordere Ende des Hebels 8 unter Überwindung der Kraft der Feder 10 niedergedrückt worden, wodurch der Dämpfer 11 sich auf den oberen Rand des Steges jf ? aufsetzt.
Ist einmal das untere Ende der Schraube 19 in die Rast 18 eingedrungen, so kann der Kinndruck auf die Fläche 22 aufhören, ohne dass die Feder 10 imstande wäre, den Dämpfer 11 von dem Steg abzuheben, weil dies durch den Eingriff der Schraube 19 in die Rast 18 verhindert wird. Soll der Dämpfer abgehoben werden, so muss die durch Einschnappen der Schraube 19 in die Rast 18 zustandegekommene Sperrung gelöst werden, und dies geschieht dadurch, dass mit dem Kinn ein Druck gegen die Fläche 23 des an dem Arm 20 befestigten Griffes ausgeübt wird, also ein vorwärts gerichteter Druck, im Gegensatz zu dem abwärts gerichteten Druck des Kinns, der ausgeübt werden muss, wenn der Dämpfer auf den Steg aufgesetzt werden soll.
Durch den auf die Fläche 23 ausgeübten vorwärts gerichteten Druck des Kinns wird der Hebel 20 etwas aufwärts geschwenkt, wodurch das untere Ende der Schraube 19 aus der Rast 18 ausgehoben wird, und nun kann die Feder 10 den Arm 8 und damit den Dämpfer 11 heben, weil ja auch das hintere Ende des Hebels 7 nach Lösung der Sperrung ohne weiteres gehoben werden kann.
Die Feder 10 hat also nicht nur den Zweck, den freigegebenen Hebel 8 aufwärts zu schwenken und damit den Dämpfer abzuheben, sondern erzeugt auch beim Eingreifen der Schraube 19 in die Rast 18 einen Kraftschluss, der diesen Eingriff so lange aufrecht erhält, bis der Eingriff durch einen Druck auf die Fläche 23 gewaltsam gelöst wird.
Durch entsprechende Wahl der Hebellängen der Teile 8, 7 und 20 können die Bewegungsgrössen des Griffes 22,23, der mit dem Schnapphebel 20 verbunden ist, ganz klein gehalten werden, so dass ganz unmerklich Bewegungen des Kinns genügen, um die Dämpfung ein-und auszurücken.
In konstruktiver Beziehung könnte die Dämpfungsvorrichtung auch verschiedentlich anders ausgebildet werden als die geschilderte Ausführungsform, u. zw. sowohl was das dabei verwendete Hebelwerk als auch die Konstruktion des Dämpfers selbst anbelangt. Auch die Sperrung zum Festhalten des niedergedrückten Hebelwerkes könnte anders ausgebildet werden, wenn nur in irgendeiner Weise möglich gemacht wird, dass die Sperrung sich selbsttätig einrückt und durch eine einfache Kinnbewegung ausgerückt werden kann. Man kann dann den Hebel 7 rückwärts so weit verlängern, dass sein hinteres Ende unmittelbar durch das Kinn niedergedrückt werden kann, während für den Schnapphebel oder die sonstige verwendete Sperrung eine besondere, von dem Hebel 7 unabhängige Eingriffsfläche für das Kinn zu schaffen ist.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Dämpfer für Geigen oder Bratschen, der mittels eines am Saitenhalter gelagerten Hebelgestänges durch Betätigung mittels des Kinns des Musikers gegen die Oberkante des Steges gedrückt werden kann, dadurch gekennzeichnet, dass an dem am Saitenhalter befestigten Lagerkörper (2) ein Schnapphebel (20) gelagert ist, der beim Verstellen des Hebelgestänges (7, 8), durch das der Dämpfer unter Spannung einer Feder (10) niedergedrückt wird, in eine Rast (18) eines Organs des Hebelwerkes einschnappt und durch einen vom Kinn ausgeübten, auf ihn wirkenden Druck aus dem Eingriff mit der Rast ausgelöst wird.