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Maschine zum Carrotieren von auf der Haut befindliehem Pelzwerk.
Die Erfindung bezieht sich auf Maschinen zum Carrotieren von Pelzwerk vor dem Scheren. In der Beschreibung und in den Ansprüchen wird unter dem Ausdruck"Pelz"das behaarte Fell verstanden.
Bekanntlich muss das Pelzwerk, bevor es für die Verfilzung bei der Hutfabrikation verwendet werden kann, vorbehandelt, d. h. mit einer earrotierenden Lösung, in der Regel Quecksilbernitrat, behandelt werden, um die Pelzfasern so zu beeinflussen, dass sie bei der Verfilzung Zusammenhalten. Bis jetzt wurde das Carrotieren des Pelzwerkes meist von Hand ausgeführt, wobei der Arbeiter schwere Bürsten verwendete, mit denen die carrotierende Lösung in die Haare des Pelzwerks gerieben wurden. Das ist kostspielig, da es durchweg Handarbeit ist, und diese Lösung zehrt schnell die Borsten der Bürsten auf, so dass sie nach kurzer Benutzung erneuert werden müssen.
Die carrotierende Lösung ist sehr giftig und korrodierend und daher für den Arbeiter gefährlich, und das Pelzwerk wird bei diesem Verfahren nicht gleichmässig über seine ganze Fläche und Tiefe behandelt.
Um diese Nachteile zu beseitigen, hat man zahlreiche Versuche gemacht, eine Maschine zu konstruieren, die diese Arbeit ausführen würde, aber bis zum heutigen Tage waren diese Maschinen nicht zufriedenstellend.
Die Aufgabe der Erfindung besteht daher in der Schaffung einer Maschine, die das Pelzwerk selbsttätig gleichmässig und wirksam über die ganze Oberfläche der Haut und bis hinab zu der Oberfläche der Haut behandelt und die carrotierende Lösung wirksam in das Pelzwerk verreibt.
Die Erfindung ist in den Zeichnungen in einer Ausführungsform beispielsweise veranschaulicht.
Fig. 1 ist eine Seitenansicht der Maschine, Fig. 2 ist eine Aufsicht derselben, Fig. 3 ist ein vertikaler Längsschnitt durch den oberen Teil der Maschine nach der Linie 3-3 der Fig. 2 in grösserem Massstabe.
Fig. 4 ist ein Schnitt eines Endes des Pelzwerkträgers im wesentlichen nach der Linie 4-4 der Fig. 3.
Fig. 5 ist ein Schnitt durch die Vorrichtung, die die carrotierende Lösung in das Pelzwerk reibt. Fig. 6 ist eine Seitenansicht eines Teiles derselben. Fig. 7 ist eine Aufsicht auf den Behälter, um die earrotierende Lösung und die zugehörigen Ausflussdüsen zu halten. Fig. 8 ist ein Schnitt durch einen Seperator und eine Rückführvorrichtung für die Carrotierlösung. Fig. 9 ist eine Endansicht der Befestigung für den Behälter und die Luftgebläsevorrichtung an einem Ende desselben, und Fig. 10 ist eine Aufsicht auf denselben.
Die Maschine hat Füsse 11 mit Seitenschienen 12 und einen Tisch 13, der auf seiner Oberfläche mit einer Tafel aus säurefestem Material abgedeckt ist. Hinter diesem Tisch befindet sich ein Paar Gummisehutzrollen 16 und unmittelbar hinter diesen Rollen ein Paar gerillte Speiserollen 17 aus säurefestem Material. Hinter den Speiserollen 17 ist ein Träger für das Pelzwerk angeordnet, der vorzugsweise aus Längsschienen 18 aus säurefestem Material besteht. Diese Schienen können durch geeignete Mittel, wie Querstützen 19, getragen werden.
Über den Schienen 18 ist eine Zuführungsvorrichtung für die carrotierende Lösung angeordnet.
Diese besteht aus einem Behälter 20, der vorzugsweise in der Form einer Röhre sich quer über die Schienen 18 erstreckt und in Abstand darüberliegt. Der Behälter ist vorzugsweise durch Endzapfen 21 in Blöcken 22 befestigt, die in einer Aussparung in den Seitenstützen 24 der Maschine liegen. Die ganze Vorrichtung kann daher entfernt werden, indem man sie lediglich von der Stütze 24 abhebt, wenn man
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Flüssigkeitsausflussdüsen und Luftblasdüsen selbsttätig richtig eingebracht. Die Zapfen 21 des Behälters 20 sind durch die Schraubenansätze 25 und 26 in den Blöcken 22 befestigt.
Ein Speiserohr 28 führt durch eine biegsame Schlauchverbindung 29 von einem Speisebehälter, z. B. einer grossen Glasflasche 30, die Carrotierlösung in den Behälter 20. Der Zufluss der Lösung kann mittels des Ventils 31 unterbrochen werden. Der Spiegel 32 der Flüssigkeit 27 kann im Behälter 20 nicht höher steigen als das untere Ende 3. 3 des Rohres 28. Durch Einstellung der Höhe dieses Rohres kann die Oberfläche der Flüssigkeit auf der gewünschten Höhe gehalten werden.
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über dem Spiegel. 32 der Carrotierflüssigkeit. Jede Düse hat ein Zuführungsrohr 35, das im Behälter in die Flüssigkeit taucht. Diese Düsen sind dicht über die ganze Länge des Behälters 20 angeordnet.
Es hat sich beispielsweise als befriedigend herausgestellt, die Düsen in Abständen von etwa 19 mm an den Enden 37 von etwa 15 mm in der Mitte 38 des Behälters 20 anzuordnen, mit einer allmählichen Zunahme des Abstandes von der Mitte aus nach den äusseren Enden (Fig. 7). Über jeder Düse ist eine Blasdüse 40 angeordnet, die von der Wandung des Rohres 39 nach unten quer zu den Ausflussdüsen 34 gerichtet ist. Das Rohr 39 ist einstellbar auf Armen 41 befestigt, die auf den Zapfen 21 drehbar und mit Bezug auf den Behälter 20 einstellbar sind. Das Rohr 39 kann in der eingestellten Lage durch die Halteschrauben 42 durch die Nuten 43 in den Armen befestigt werden.
Dem Rohr 39 wird Luft unter Druck durch ein Rohr 44 durch Abschluss- und Regelventile 46 und 47 zugeführt.
Mit diesen Reihen von Auslassdüsen 34 und Luftdüsen 40 wird ein Regen von Carrotierlösung
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keit sich bewegenden Teilchen der Flüssigkeit trifft den Pelz bei 49, so dass der Haarpelz mit dieser Flüssigkeit auf seiner ganzen Länge und auch hinab bis auf die Oberfläche der Haut behandelt wird. Die Richtung der Düsen wird so eingestellt, wie es in Fig. 3 dargestellt ist, so dass der Regen das Bestreben hat, den Pelz anzuheben und die Carrotierlösung in ihn hineinzudrücken und sie auf die ganze Länge der Pelzfasern zur Wirkung zu bringen. Die Pelze werden in die Maschine mit dem Kopf voran aufgegeben (Fig. 3).
Unmittelbar jenseits des Regens 48 ist eine gerillte Leerlaufrolle 50, die die Haut vor einem Durchbiegen schützt und sie auf den Trägern 18 flach hält. Unmittelbar hinter den Trägern 18 ist ein Paar gerillte Zuführungs-und Halterollen und 52, die den Pelz aufnehmen, unmittelbar nachdem derselbe die Träger 18 verlassen hat. Hinter den Rollen 51 und 52 ist ein Träger 53 angeordnet, auf dem eine Rolle 54 von solcher Konstruktion und Anordnung montiert ist, dass sie die earrotierende Flüssigkeit in den Pelz reibt.
Diese Rolle besteht aus einem geeigneten Körper 55, der mit Gummi 56 bedeckt ist und eine grosse Anzahl Gummierhöhungen 57 hat, die so biegsam sind, dass sie während des ReibU11gsvorganges etwas nachgeben, um so den Pelz nicht zu beschädigen, aber genügend steif sind, um die Carrotierflüssigkeit vollständig im ganzen Pelz zu verreiben. Die Rolle ist in solchem Sinne drehbar, dass die Erhöhungen 57 sich gegen die natürliche Lage des Haarpelzes bewegen. Die Rolle wird erheblich schneller als der Pelz angetrieben. Eine Wand 58 an der hinteren Kante der Platte 53 hilft auch dazu mit, den Pelz in richtiger Lage zu halten.
Sobald der Pelz von der hinteren Kante der Wand 58 abfällt, wird er durch eine TransportVorrichtung 59, vorzugsweise aus einem Gumminemen oder einem gummierten Gewebe, das durch die Carrotierflüssigkeit nicht beschädigt wird, weggebracht. Die oberen Rollen 17 und 51 sind nachgiebig gelagert. Zu diesem Zwecke können sie in senkrechten verschiebbaren Lagerblöcken 60 befestigt sein, auf deren oberen Enden drehbare belastete Hebel 61 ruhen. Die Pfanne 65 erstreckt sich vollständig unter den Teilen der Maschine über ihre ganze Länge, mindestens von den Rollen 16 bis hinter die reibend Rolle 54, so dass etwaige Carrotierlösung, die heruntertropfen mag, gesammelt wird.
Der Boden dieser Pfanne ist nach dem Abfluss 66 geneigt nach einem Trog 67 mit einem Sieb 68, und von diesem Trog führt ein Abflussrohr zu einer Luftdüsenpumpe M, die durch ein Rohr 71 nach einem Separator 72 auf der Oberseite des Behälters 20 führt (Fig. 2). Verdichtete Luft wird der Düsenpumpe durch ein Rohr 73 zugeführt, das durch ein Ventil 74 geregelt wird. Der Separator 72 besteht aus einem erweiterten rohrförmigen Teil mit einer Öffnung an der oberen Fläche, die mit einem Sieb 75 abgedeckt ist, und einer Abflussöffnung 76 an seinem unteren Ende, die nach dem Behälter 20 führt.
Carrotierlösung, die nicht durch die Haare des Pelzes aufgenommen wird, wird unmittelbar zum Behälter 20 durch den Separator 72 zurückgeführt, indem die Lösung sich von der Luft in dem Separator 72 scheidet und in den Behälter 20 zurückfliesst, während die Luft durch das Sieb 75 nach aussen geht, und da der Separator stets in Verbindung mit der Aussenluft ist, ist der Druck in dem Behälter 20 immer der atmosphärische Druck.
Daher ist der Spiegel dieser Flüssigkeit in diesem Behälter stets in Höhe mit dem unteren Ende des Rohres 28, und sobald er unter diese Höhe fällt, kann Luft in dieses Rohr 28 eintreten und zu dem Behälter 30 hin- durchtreten, und gestattet einer genügenden Flüssigkeit von dem Behälter 30 zu fliessen und die Höhe der Flüssigkeit 87 auf die Höhe des unteren Endes des Rohres 28 zurückzubringen. Eine Haube 77, die sich über die Brausevorrichtung erstreckt, sammelt einige Spritzer zu und führt durch eine Absaugvorriehtung 78 fort. Die ganze Maschine kann beispielsweise von einem Elektromotor 79 angetrieben werden, der eine
Scheibe 80 auf einer Hauptantriebswelle 82 antreibt, u. zw. durch einen Riemen 81.
Auf dieser Welle
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können andere Scheiben 83 und 84 mit Riemen 85 und 86 sein, die zu verschiedenen Teilen der Maschine laufen. Der Riemen 85 kann zu einer Scheibe 87 laufen, die ein Zahnrad 88 antreibt, das mit einem Zahn- rad 89 zum Antrieb der reibenden Rolle 54 kämmt. Diese Rolle 54 läuft in Lagern in senkrechten Füh- rungen 90.
Der Riemen 86 führt zu einer Rolle 91, die durch Zahnradgetriebe 92 und 93 arbeitet, um die verschiedenen Zuführungsrollen anzutreiben. Man sieht ferner vorzugsweise eine ergänzende Pfanne 94 vor, um etwaige Carrotierflüssigkeit aufzusammeln, die von der Maschine herabfallen mag, und um sie durch eine Leitung 95 zu einem geeigneten Behälter zu führen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Maschine zum Carrotieren von auf der Haut befindlichem Pelzwerk, bei welcher der Pelz über eine Tragvorrichtung vorgeschoben und carrotierende Flüssigkeit unter Druck auf das Pelzwerk gebracht wird, dadurch gekennzeichnet, dass die carrotierende Flüssigkeit, die mit einem gegebenen Oberflächen- spiegel in einem über die Tragvorrichtung hinausragenden Behälter 20 gehalten wird, durch eine
Mehrzahl von Auslassdüsen ausgelassen wird, die seitlich aus dem Behälter hinausragen, wobei sich ihre
Auslässe oberhalb und ihre Einlässe unterhalb des Flüssigkeitsspiegels befinden, und die mit einer Mehrzahl von Luftblasdüsen zusammenarbeiten, die oberhalb der Auslassdüsen angeordnet sind und quer durch diese hindurch gegen das Pelzwerk blasen.