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Fliissigkeitsstands-Fernanzeiger fiir hochliegende Behälter, insbesondere Dampfkessel.
Um bei hochliegenden Flüssigkeitsbehältern, z. B. Dampfkessel, die Anzeige des Flüssigkeitstandes in den Gesichtskreis des Wärters oder eines sonstigen Beobachters zu bringen, ist es bekannt, Fernanzeiger zu verwenden, die aus einer nach unten geführten U-Röhre bestehen, die mit einem Schenkel unterhalb und mit dem andern oberhalb des Flüssigkeitsspiegels an den Behälter angeschlossen ist und in ihrem unteren Teil eine Anzeigeflüssigkeit enthält, die schwerer als die Behälterflüssigkeit ist. Als Anzeigeflüssigkeit wird meistens Quecksilber benutzt. Dieses hat aber den Nachteil, dass es die Schwankungen des Flüssigkeitsstandes im Kessel nur in Bruchteilen anzeigt, wogegen es in der Praxis von grösster Bedeutung ist, dass die Schwankungen dem Wärter in natürlicher Grösse angezeigt werden.
Als Anzeige-
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gebracht, die ein spezifisches Gewicht von 1'63 hat. Bei dieser Anordnung ist aber zur Erzielung einer Ablesemöglichkeit eine bestimmte Schräglegung der eigentlichen Anzeigeröhre notwendig. Durch diese Schräglegung wird aber die Apparatur verteuert und trotzdem ist die Anordnung für die Wärter nicht das Gegebene, weil durch die stark zur Seite geneigte Anzeigeröhre das genaue Ablesen erschwert wird. Der Wärter muss sich nämlich die Anzeige auf die Vertikale projiziert denken. Schliesslich ist gemäss der österr. Patentschrift Nr. 104202 ein Fernanzeiger bekanntgeworden, der mit einer Anzeigeflüssigkeit vom doppelten spezifischen Gewicht der zu messenden Flüssigkeit, arbeitet.
Um ein genaues Arbeiten dieses Anzeigers zu erreichen, muss derselbe in dem an den Wasserraum angeschlossenen Schenkel des U-Rohres eine Erweiterung besitzen, in der sich der eine Spiegel der Anzeigeflüssigkeit stets befinden muss und die eigentlich von der Grössenordnung oo sein muss, weil der Flüssigkeitsspiegel in dieser Erweiterung trotz heftigster Veränderung der Anzeige keinerlei Bewegung mitmachen darf, wenn die Anzeige genau sein soll. Da aber praktisch eine Erweiterung von der Grösse où nichet möglich ist und bei dieser auch kein Anschlag zu erzielen wäre, begnügt man sich mit einer Erweiterung von einem Querschnitt, der etwa 60-70mal so gross ist wie der Querschnitt des U-Rohres. Dabei sind allerdings Anzeigefehler unvermeidlich.
Eine solche Erweiterung des U-Rohres verschlingt aber auch eine erhebliche
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schaftlich vorteilhafter ist. Ausserdem erfordert die grosse Erweiterung in der bekannten Konstruktion ganz erheblichen Aufwand an Arbeit und Material und bedingt eine starke Erhöhung des Gesamtgewichtes der Apparatur. Schliesslich muss nach der genannten Patentschrift die Anzeigeröhre schräggelegt werden, wenn das spezifische Gewicht nicht genau doppelt so gross ist wie das der zu messenden Flüssigkeit.
Der Erfinder hat nun gefunden, dass es bei Anzeigevorrichtungen der genannten Art unter Bei-
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einem spezifischen Gewicht, das grösser aber nicht doppelt oder annähernd doppelt so gross ist wie die Behälterflüssigkeit, die Schwankungen des Behälterinhaltes dem Wärter in dem oberhalb des Flüssigkeits- spiegels angeschlossenen Röhrenschenkel in genauer Grösse ohne irgendwelche mechanischen Mittel und ohne Anbringung grosser Röhrenerweiterungen wiederzugeben, indem man je nach dem spezifischen
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Schenkels wählt.
Der günstigste Fall ergibt sieh bei Verwendung einer Anzeigeflüssigkeit, deren spezifisches Gewicht anderthalbmal so gross ist wie das der Behälterflüssigkeit, weil dann die Querschnitte der beiden Röhrenschenkel im Verhältnis 1 : 1 stehen. In diesem Fall lässt sich eine grosse Anzeigegenauigkeit mit geringen Mitteln an Apparatur und Anzeigeflüssigkeit unter Fortfall jeglicher Rohrerweiterungen erreichen.
In der Zeichnung ist ein Fernanzeiger gemäss der Erfindung, an einem Dampfkessel angebracht, dargestellt. Der Fernanzeiger besteht aus einem U-förmigen Rohr a, b, dessen Schenkel a in den Wasserraum und dessen Schenkel b in den Dampfraum des Kessels mündet.
Während sieh im unteren Teil des U-Rohres eine Anzeigeflüssigkeit c befindet, sind die beiden
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halten, ist am oberen Ende eine Kondensiervorrichtung d angebracht, in der fortwährend Dampf kondensiert.
Der Höhenunterschied A'zwischen den beiden Spiegeln der Anzeigeflüssigkeit c steht in einem bestimmten Verhältnis zu dem Höhenunterschied zwischen dem Spiegel des Kesselinhaltes und dem Spiegel in der Kondensiervorrichtung d. Wenn man das spezifische Gewicht der Behälterflüssigkeit (Wasser) mit 1 annimmt und das spezifische Gewicht der Anzeigeflüssigkeit mit s bezeichnet, dann ergibt sich für das Gleichgewicht im Anzeiger die Gleichung . 8 = . l +A. 1, woraus folgt, dass
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Nimmt man an, dass die Querschnitte der Schenkel a und b sich verhalten wie a : : 1, dann muss, wenn der Wasserstand im Kessel z.
B. um 10 cm steigt, die Anzeigeflüssigkeit c im
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schnitte der beiden Röhrenschenkel gleich sein können.
Als weitere Beispiele für die Querschnittsverhältnisse der beiden Rohrschenkel bei Verwendung
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<tb>
<tb> Spezifisches <SEP> Gewicht <SEP> Quersehnittsverhältnis
<tb> der <SEP> Anzeigeflüssigkeit <SEP> von <SEP> a:b
<tb> 1#25 <SEP> 0#333:1
<tb> 1#50 <SEP> 1#1
<tb> 1-50 <SEP> 11
<tb> 1-70 <SEP> 2-3251
<tb> 1'80 <SEP> 4 <SEP> : <SEP> 1
<tb> 1-97 <SEP> 32-351
<tb>
Kurz vor dem spezifischen Gewicht 2 steigt die Kurve für die Erweiterung des Schenkels a rapid und erreicht bei 2, wie bereits erwähnt, die Grösse 00.