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Spinnverfahren und Vorrichtung zum Troekenspinnen von Kunstseidefäden.
Beim Trockenspinnen der Zellulose-Ester und-Äther entstehen leicht Einzelfäden mit flachem Querschnitt und glatten Rändern. Solche rufen im Gespinst eigentumliehe funkenähnliehe Glanzstellen hervor, welche dessen Verwendbarkeit bedeutend einschränken. Man ist daher bemüht, mittels besonderer Verfahren und Vorrichtungen solche Einzelfäden zu erzeugen, die einen runden oder gezackten Querschnitt aufweisen.
Gemäss der österr. Patentschrift Nr. 112857 (Rhodiaseta) wird der nicht abgeplattete Querschnitt durch Erhitzung der Spinnlösung erzielt ; es ist aber keinerlei Andeutung hinsichtlich der Einwirkung von Gasströmen gemacht, geschweige denn bezüglich der das Kennzeichen der vorliegenden Anmeldung bildenden Richtungen.
Ebenso betrifft D. R. P. Nr. 410723 nur Heizungsvorrichtungen und Temperaturregelung der Spinnzelle, ohne auf Gasströme oder auch auf Seitenquerschnitte hinzuweisen.
Es ist weiters durch das D. R. P. Nr. 443414 bekannt geworden, in der Spinnzelle in der Düsen-
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eintreten zu lassen.
Nach der vorliegenden Erfindung werden, um eine Kunstseide mit stark gezacktem Querschnitt, der ausserdem durch einen grossen Völligkeitswert gekennzeichnet ist, zu erhalten, die kaum aus der Spinndüse ausgetretenen Kollodiumstrahlen mit einem Strom von Gasen in Berührung gebracht, die aus dem unteren Teil der Spinnzelle selbst abgezapft und ausserhalb der Zelle erwärmt wurden. Der Strom dieser Gase wird normal zu den Kollodiumfäden und nur von einer Stelle aus eingeleitet.
Nach vorliegender Erfindung treten somit die erwärmten Gase in der Nähe der Spinndüse also nur einseitig ein, wodurch sie ebenfalls nur einseitig auf den Faden einwirken. Dadurch wird eine in bezug auf die Spinnachse unregelmässige Verdampfung der Lösungsmittel hervorgerufen und eine besonders geeignete und gezackt Quersehnittsform des Fadens erreicht, was bei einer anderen Art der Gaszufuhr nicht eintritt.
Die Erfindung sieht eine Ausführung dieses Gedankens in der Weise vor, dass an oder in der Spinnzelle ein an beiden Enden offenes Rohr angebracht wird, welches mit dem oberen Ende in der nächsten Umgebung der Spinndüse, mit seinem unteren Ende im Inneren der Spinnzelle mündet. Dieses Rohr wird entweder durch ein inneres Rohr oder durch einen äusseren Heizmantel auf eine Temperatur, höher als die Durchschnittstemperatur der Spinnzelle, erwärmt, so dass in seinem Innern ein aufsteigender Gasstrom entsteht, welcher den Kollodiumfäden bei ihrem Austritt aus der Spinndüse entgegenbläst ; besonders durch die so entstehenden Verdampfungsbedingungen des Lösungsmittels wird die Bildung eines guten Querschnittes gefördert.
An Hand der Zeichnungen wird der Erfindungsgegenstand näher erläutert.
Die Fig. 1, 3, 5, 7 und 8 stellen vertikale Querschnitte, die Fig. 2,4, 6 Grundrisse, die Fig. 9 und 10 Horizontalschnitte von Spinnzellen dar.
Die Fig. 1 und 2 veranschaulichen die einfachste Ausführungsform der Erfindung. Im Innern der Spinnzelle C befindet sich das Rohr T und in dessen Innern ein anderes Rohr t von kleinerem Durchmesser, das von einem Heizmittel durchflossen wird. Wird nun das Rohr T auf eine Temperatur erhitzt, die höher liegt als die mittlere Temperatur der Spinnzelle, so bildet sich, da dieses Rohr an seinen beiden Enden offen ist, in ihm ein aufsteigender Gasstrom, der bei A den aus der Düse F austretenden Kollodiumfäden entgegenblist. Hiebei wird in keiner Weise weder die
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Lösungsmittel.
Die Fig. 3 und 4 veranschaulichen eine zweite Ausführungsform der Erfindung, die sich von der Vorrichtung gemäss Fig. 1 und 2 dadurch unterscheidet, dass das innere Rohr t von demselben Heizmittel durchflossen wird, das zum Erwärmen der Spinnzelle selbst dient. Das Rohr tist deshalb mit der Doppelwand der Spinnzelle verbunden.
Bei der in den Fig. 5 und 6 veranschaulichten Ausfuhrungsform ist das erhitzte Rohr T ausserhalb
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der Spinnzelle.
Endlich stellen Fig. 7-10 eine Ausführungsform der Erfindung bei einer Anlage dar, bei der zwei oder mehrere Zellen miteinander verbunden sind ; Fig. 7 ist ein senkrechter Schnitt, Fig. 8 ein Sehnitt nach der Linie a-a der Fig. 7, die Fig. 9 und 10 sind Schnitte nach den Linien b-b tind c-e der Fig. 7.
Der Raum V, der durch die Verbindung zweier Zellen mittels der Wände P und P1 gebildet igt,
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liegende Temperatur gebracht, so bildet sich in ihm ein aufsteigender Gas- und Dampfstrom in Richtung von unten nach oben, welcher in den Raum V durch die Öffnungen 01 ein-, durch die oberen Öffnungen 0 austritt und den aus der Düse F tretenden Kollodiumfäden entgegenbläst.
Die Erfindung ist auf die dargestellten Ausführungsformen nicht beschränkt ; so können bei-
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PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Spinnverfahren zum Trockenspinnen von Kunstseidenfäden, dadurch gekennzeichnet, d" ss in unmittelbarer Nähe der Spinndüse auf das aus dieser austretende Faserbündel in dessen Querrichtung einseitig ein heisser Gasstrom aufgeblasen wird.
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