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Verfahren zur telegraphisehen Übermittlung von Halbtonbildern.
In der Bildtelegraphie bereitet die Übertragung von Halbtonbildern gegenüber einfachen
Schwarz-Weiss-Bildern gewisse Schwierigkeiten. Man hat daher, nach dem Prinzip der so- genannten Zeitmodulation, versucht, die verschiedenen Tönungsgrade durch Telegraphierimpulse gleichbleibender Intensität, aber verschiedener Zeitdauer darzustellen. Da nun aber jeder Über- tragungskanal eine Impulsgrenze zu haben pflegt, die man bereits bei Schwarz. Weiss. Bildern zu erreichen anstrebt, ist die erwähnte Methode mit einer Verlängerung der Übertragungsdauer verbunden, in dem Masse, wie Tönungsgrade wiedergegeben werden sollen.
Die vorliegende Erfindung beseitigt diesen Mangel. Sie besteht darin, dass der konti- nuierliche Tönungsbereich von Schwarz"bis Weiss"stufenweise auf einer Mehrzahl von Übertragungskanälen übermittelt wird, deren jeder nun durch die eigentlichen Bildzeichen bis zur äussersten Impulsgrenze in Anspruch genommen werden kann.
Die Übertragungskanäle können aus verschiedenen Leitungen bestehen, oder sie können durch mehrere unabhängige Hochfrequenzsender dargestellt werden oder aber auch durch verschiedene einer Trägerwelle aufgedrückte Zwischenfrequenzen gebildet werden.
Es ist bekannt, einen Sender zur Übertragung von Bildtönen impulsmässig derart zu tasten, dass die Zahl der in der Zeiteinheit übertragenen Impulse und dementsprechend der auf die Flächeneinheit der Empfangsbildfläche gehäuften Punktzeichen die Bildtönunng wiedergibt.
Die vorliegende Erfindung setzt aber an die Stelle der Impulszahlen die Frequenz derart, dass für den Tönungswert nicht mehr die Höhe der Frequenz, sondern lediglich ihre Zuordnung massgebend ist. Die Frequenzen bilden bei der Erfindung die Träger der Bildimpulse und können völlig willkürlich festgesetzt werden.
Während die Impulsdauer, insbesondere beim Kurzwellenbetrieb, starken Verzerrungen unterworfen ist, werden die Frequenzen davon nicht berührt. Dies ist auch ein wesentlicher Vorteil des neuen Systems.
Fig. 1 stellt das Prinzip der Erfindung schematisch dar. Der Bildstrom wird vermittels eines amplitudenabhängigen Organs A je nach seiner momentanen Stärke auf eines der Relais R (vorzugsweise Glüh-oder Photoelektronenrelais) zur Einwirkung gebracht, welches seinerseits den ihm zugeordneten Kanal K für die Dauer der Relaisbetätigung in Betrieb setzt.
Eine beispielsweise Ausführungsform dieses Erfindungsgedankens ist in Fig. 2 wiedergegeben. Hier bedeutet 1 einen durch den Photostrom betätigten Oszillographenspiegel, 2 ein System von rechteckig ausgeschnittenen Sammellinsen, über die das vom Spiegel reflektierte Licht des erleuchteten Spaltes 3 hinwegstreicht. Das auf die Linsen fallende Licht wird in deren Brennpunkten 4 bzw. 4'bzw. 4" gesammelt. Je nach dem Ausschlage des Spiegels zeigt der eine oder andere dieser Brennpunkte Aufhellung, wodurch vermittels der zugeordneten lichtelektrischen Zelle 5 der entsprechende Telegraphierkanal 6 in Tätigkeit gesetzt wird.
Aus verstärkertechnischen Gründen ist es vorteilhaft, die Photoströme nicht in Form von Gleichstromimpulsen, sondern in Form von Wechselstromimpulsen zu gewinnen. Erfindunggemäss lässt sich dies, wie Fig. 3 zeigt, dadurch erreichen, dass eine rotierende Lochscheibe, die mit mehreren Lochkränzen verschiedener Lochzahlen ausgestattet ist, so angeordnet wird,
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dass jeder der verschiedenen Brennpunkte auf eine andere Lochreihe zu liegen kommt.
Je nach der Amplitude des Spiegels, also je nach der Helligkeit der gerade abgetasteten Bildstelle, wird dann aus der jeweils ansprechenden lichtelektrischen Zelle ein Wechselstrom mit einer für die betreffende Helligkeitsstufe charakteristischen Frequenz gewonnen, dessen Verstärkung nun keine Schwierigkeiten mehr bereitet, während die Verstärkung reiner Gleichstromimpulse nicht so einfach ist.
Zur weiteren Vereinfachung kann man jenseits der Lochscheibe für alle Kanäle eine gemeinsame lichtelektrische Zelle und einen gemeinsamen Verstärker verwenden und die Töne hinter dem Verstärker durch passende Siebketten wieder trennen.
Es versteht sich von selbst, dass statt einer einzelnen Lochscheibe auch eine Mehrzahl derselben verwendet werden kann. Auch kann jedes andere. Mittel der Lichtstrahlmodulation Anwendung finden.
Was die Natur der zu verwendenden Kanäle betrifft, so wird man im Drahtbetriebe zweckmässig die so erzeugten Töne direkt über die bestehende Drahtverbindung schicken. Im drahtlosen Betrieb kann man ähnlich verfahren, indem man für die alternativ auftretenden Töne eine gemeinsame Trägerwelle verwendet. Allerdings muss man bei der Benutzung von Tönen dafür Sorge tragen, dass nicht die Harmonischen des einen Kanals empfängerseitig in einen andern Kanal hineinschlagen, da dadurch eine Fälschung der Bildtönung verursacht werden würde. Besonders im Kurzwellenbetriebe kann es leicht vorkommen, dass Obertöne lautstärke empfangen werden als der Grundton. Bei geringer Tönungsstufenanzahl lässt sich das Übersprechen durch geeignete Wahl der Tonfrequenzen einigermassen vermeiden.
Lässt man jedoch, zwecks Erzielung besserer Bildqualität, die Anzahl der Kanäle grösser werden, so wird die erwähnte Schwierigkeit praktisch bald unüberwindlich. Zweckmässiger ist es daher, die Übertragung von charakteristischen Tönen zu vermeiden, diese vielmehr senderseits nach der erforderlichen Verstärkung und eventuellen Trennung erfindungsgemäss in der Weise weiterzuverwenden, dass durch sie eine Mehrzahl verschiedener, passenden Abstand voneinander besitzender Trägerwellen alLernativ getastet werden. Ob dabei die Tonmodulation beizubehalten ist oder die Trägerwellen durch Gleichstromimpulse zu tasten sind, hängt lediglich von den allgemeinen Übertragungsbedingungen ab und hat nichts zu tun mit dem Halbtoncharakter des Sendebildes.
Die empfängerseitige Auseinanderhaltung und schliesslich Wiedervereinigung der verschiedenen Kanäle zwecks richtiger Bildwiedergabe geschieht in an sich bekannter Weise.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur telegraphischen Übermittlung von Halbtonbildern. dadurch gekenn-
EMI2.1
zur Aussendung gelangen.