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Verfahren und mechanisch angetriebene Strangpressen für das Strangpressen von Rohren von erst bei höheren Temperaturen pressbaren Metallen und Legierungen.
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für den Loch dorn, sondern auch besondere Steuerungseinrichtungen erfordern. Was aber praktisch noch mehr ins Gewicht fällt, ist, dass durch die Vermehrung der Steuerungsoperationen das Arbeitsverfahren verumständlicht wird, während es bei solchen Warmverarbeitungsverfahren gerade darauf ankommt, sie so einfach wie möglich zu gestalten.
Bei dem Verfahren nach der Erfindung sind die Nachteile der bekannten Verfahren vermieden.
Z. B. wird beim Lochen kein vollständiger Kern ausgestossen, weil der vom Lochdorn verdrängte Blockwerkstoff den Pressstempel zurückbewegen kann. Ausserdem liegt, wie aus den vorstehenden Ausführungen hervorgeht, ein wesentlicher Vorteil darin, dass die einzelnen Arbeitsstufen mittels einer mechanisch
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Gegenstand der Erfindung ist ferner eine Strangpresse zur Ausübung des erfindungsgemässen Verfahrens, bei der der Lochdorn zentrisch an einem, eine geradlinige Hin-und Herbewegung ausführenden Maschinenteil, dem Lochdornträger, der hohle, den Lochdorn führende Pressstempel aber an einem besonderen Pressstempelträger befestigt ist, der, im Pressengestell geführt, so an dem Lochdornträger angeordnet ist, dass er, in derselben Hubachse wie der Loehdornträger, in gewissen Grenzen gegen diesen verschiebbar ist.
Der Pressenantrieb wirkt ständig nur auf den Lochdornträger ein, während der Pressstempelträger im Vorwärtshub teils durch vom Lochdorn abgeleitete und gesteuerte Hilfsantriebsmittel,
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des ersten Teils des Hubs bis nach dem Anpressen des Blocks im Aufnehmer aufrechterhalten. Während des Lochens vermindert sich der Abstand zwischen Pressstempelträger und Lochdornträger dadurch, dass der Lochdornträger seine Bewegung fortsetzt, während der Pressstempelträger eine der Vergrösserung des Blocks beim Lochen folgende rückläufige Bewegung macht. Nach beendigtem Lochen trifft der
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Spritzhub, miteinander starr gekuppelt, ausführen.
Bei einer derartigen Strangpresse zur Ausübung des Verfahrens nach der Erfindung folgen nach dem Ingangsetzen der Presse die einzelnen Arbeitsgänge selbsttätig aufeinander.
In der Zeichnung ist ein Ausführungsbeispiel der Erfindung in der Anwendung auf eine stehende Kurbelpresse dargestellt. Die Fig. 1-5 geben Ansichten der Presse, teilweise im Schnitt, und lassen die aufeinanderfolgenden Arbeitsstufen und Bewegungen der Presse erkennen.
Nach Fig. 1 ist der rohe Metallblock a in entsprechend erhitztem Zustande in die Bohrung des Aufnehmers b eingebracht, deren unterer Abschluss durch die Matrize c gebildet wird. Der Aufnehmer b ist auf dem Arbeitstisch d des Pressengestells e befestigt, das-wie gezeichnet-für senkrechten, aber
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Das Sehubkurbelgetriebe, an dessen Stelle auch ein Exzentergetriebe gewählt werden kann, setzt sieh, wie aus den Fig. 2 und 3 am deutlichsten ersichtlich, zusammen aus der Kurbelwelle f, der Kurbel g', dem Kurbelzapfen h, der Schubstange i, dem Kugelgelenk A, das auch als Zapfengelenk ausgebildet
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Rohres hat.
Der hohle Pressstempel 11, welcher den Lochdorn 1n konzentrisch umhüllt, ist an der Stirnfläche
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kraftschlüssig in den gleichen Aehsriehtungen bewegt und mit durch den Arbeitsvorgang bedingten Unterbrechungen gesteuert.
Als Mitnehmervorrichtungen dienen teils besondere mechanische Einrichtungen und teils das durch das Lochen verdrängte Material des Metallblock. Die mechanische Mitnehmervorrichtung besteht in einer mit der Kurbelwelle starr verbundenen Kurvenscheibe p mit Auflauffläehe p', welche auf eine Rolle q einwirkt, die in einer auf dem offenen Ende des Pressstempelträgers o festsitzenden Brücke r leicht drehbar gelagert ist. An Stelle des Kurvenscheibengetriebes könnte auch ein denselben Zweck
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gewählt werden.
Bei dieser Einrichtung kommt die Presse wie folgt zur Wirkung :
Fig. 1 zeigt die Stellung des Getriebes, des Loehdorns und Pressstempels vor Inbetriebsetzung der Presse im oberen Totpunkt. Der Pressstempelträger o hängt mit seiner Rollenbrüeke am Loch- dornträger l und geht mit diesem abwärts. Hat sich der Pressstempel n auf den Metallblock a aufgesetzt, so wird der Lochdornträger l durch das Sehubkurbelgetriebe für sich allein weiterbewegt, während die Lauffläche p'der Kurvenseheibe p auf die Rolle y trifft und den Pressstempelträger o samt dem Press-
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die Rolle q verlässt.
Der Pressstempel n sitzt dann einstweilen bewegungslos, bei stehend angeordneten Pressen mit seinem eigenen und dem Gewicht des Pressstempelträgers o, auf dem vorgepressten Metallblock a auf.
Nach Fig. 3 vollzieht der sich ununterbrochen weiterbewegende Lochstempel m unmittelbar darauf das Lochen des Metallblocks. Das dabei verdrängte Material des Metallbloeks verlängert den Metallblock a in axialer Richtung, wodurch der auf ihm ruhende Pressstempel n samt dem Pressstempelträger o etwas zurückgedrängt wird. Nur ein kleiner Teil des durch den Lochdorn ? verdrängten Materials fällt als Lochbutzen in das Bohrloch t des Arbeitstisches d, welches zur Aufnahme des zu pressenden Rohres u dient.
Wie aus Fig. 4 ersichtlich, trifft unmittelbar nach Vollendung des Lochens der Lochdornträger bei seiner Weiterbewegung auf die innere Bodenfläehe des Pressstempelträgers o auf. Deshalb bewegen
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welche durch die feststehende Matrize c und den sich durch diese schiebenden Lochdorn m gebildet wird. Mit Beendigung des Hubs ist die Vorbearbeitung des Metallblocks a sowohl als auch die Arbeit des Rohrpressens vollendet und die Kurbel g hat die untere Totstellung erreicht.
Beim Rückwärtsgang bewegt sich zunächst nur das Kurbelgetriebe f, g, h, i, k, I mit Lochdorn m zurÜck, bis der Lochdornträger l auf die Rollentragbrücke r auftrifft und gemäss Fig. 5 den Pressstempel-
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Kurvenscheibe p befindet.
Das mit dem Pressrückstand w noch verbundene Rohr u wird dann in bekannter Weise abgetrennt, worauf Rohr und Pressrückstand entfernt werden können.
Statt der ineinanderlaufenden Führungskolben könnten auch nebeneinanderlaufende Führungskörper für den Pressstempel und den Loehdorn Verwendung finden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren für das Strangpressen von Rohren aus bei höheren Temperaturen pressbaren Metallen und Legierungen, insbesondere aus Eisen und Stahl, in mechanisch angetriebenen Pressen nach Patent Nr. 114677 mit einem konzentrisch in dem Pressstempel geführten Loehdorn, dadurch gekennzeichnet, dass der Lochdorn (m) und der Pressstempel (n) in einem einzigen, fortlaufenden Arbeitsgang geradlinig so bewegt werden, dass im ersten Teil des Arbeitsvorgangs der Pressstempel (n) den in den Aufnehmer (b) eingesetzten Metallblock (a) in den Aufnehmer presst, im zweiten Teil des Arbeitsvorgangs der Lochdorn (m) den Block (a) locht, wobei das beim Lochen verdrängte Material den Pressstempel (n) rückwärts bewegen kann, im dritten Teil des Arbeitsvorgangs Lochdorn (m) und Pressstempel (n)
bis zum vollständigen Ausspritzen des Rohrs sich zusammen bewegen und im letzten Teil des Arbeitsvorgangs Lochdorn (m) und Pressstempel (n) wieder in die Ausgangsstellung zurückkehren.