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Schraubensicherung.
Die Erfindung bildet eine Schraubensicherung, die mit namhafter Materialersparnis, ausserordentlich gedrängter Bauweise sowie leichter Herstellungsmöglichkeit in Massenfabrikation eine überraschende Sicherung der Schraubenverbindung gegen Lockerung und dabei eine bisher nicht erreichte Schonung der Schraubengewinde gewährleistet.
Es sind bereits Schraubensicherungen bekanntgeworden, welche aus einer Innenmutter mit geschlitzten Klemmbacken und einer auf diese wirkenden, auf den Gewindebolzen aufgeschraubten Aussenmutter bestehen. Keine dieser bekannten Schraubensicherungen erreicht jedoch wie die Erfindung, dass bei belasteter und angezogener Schraubenverbindung alle Gewindegänge der beiden Muttern mit allen Tragflanken an die Tragflanken des Gewindebolzens anliegen.
In der Zeichnung sind verschiedene Ausführungsbeispiele der Erfindung für Schrauben mit Whitworth-Gewinden dargestellt. Fig. 1 zeigt einen Längsschnitt durch die Schrauben-
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und 5 sind die Aussenmutter und die Innenmutter gesondert je in einem Längsschnitt dargestellt. Fig. 4 zeigt eine Unteransicht einer Hälfte der Aussenmutter. Die Fig. 6, 7 und 8 sind Längssehnitte der Schraubenverbindung in den drei wichtigsten Funktionslagen der Muttern. Fig. 6 zeigt die Schraubenverbindung unbelastet und nicht mit dem Schlüssel angezogen. Fig. 7 zeigt die Schraubenverbindung belastet und nicht angezogen. Fig. 8 stellt die Schraubenverbindung im belasteten Zustande mit angezogenen Muttern dar. Fig. 9 dient zur Veranschaulichung der beim Anziehen der Schraubensichernng auftretenden Deformation.
Zunächst sei vom reinen Konstruktionsstandpunkt aus die Bauweise der einzelnen Ausfiihrungsbeispiele beschrieben.
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Innenmutter bezeichnet, sind die Aussenflanken und 5 die Innenflanken der Gewinde der Schraube. Die Innenmutter 3 besteht aus einem Ringkörper 8 und einem mit diesem aus einem Stück hergestellten nachgiebigen Ansatzkörper 9. Der Ringkörper 8 besitzt sechs Schlüsselflächen. Der Ansatzkörper 9 verjüngt sich vom Ringkörper 8 ausgehend und wird bei dem in Fig. 1 dargestellten Ausführungsbeispiel von zwei Kegelstumpfflächen f1, f2 umgrenzt, deren Scheitelwinkel a und ss sind. Die Fläche, welche durch die Erzeugende , des Kegelstumpfes f1 gebildet wird, ist die Anlagefläche der Innenmutter.
Der Ansatzkörper 9 der Innenmutter ist mit Schlitzen 11, 12 versehen, die in an sich bekannter Weise zueinander parallel nnd senkrecht zu den gegenüberliegenden Schlüsselflächen verlaufen. Die gegenseitige Anordnung und Dimensionierung der Schlitze mit Angabe der dadurch für das System bedingten Vorteile wird an anderer Stelle erläutert.
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der Innenmutter. Ihre Umfläche ist ebenfalls mit sechs Schlüsselflächen versehen.
Die Àussenmutter : 2 besitzt. verglichen mit den üblichen Ausführungen eine sehr geringe Gewindehöhe (ungefähr nur 2¸ Gewindegänge), welche jedoch zum gehörigen Anziehen vollkommen genügen. Diese kleine Gesamtgewindehöhe der Aussenmutter ermöglicht sehr gut das
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kann bei Massenherstellung leicht eintreten, wenn die Anlageflächen der beiden Mtutern nicht genau mit der Gewindeachse konzentrisch liegen.
Die Aussenmutter ist gerade infolge ihrer geringen Gewindehöhe ausserordentlich geeignet. solche Exzentrizitäten der kegelförmigen Flächen dadurch auszugleichen, dass sie sich über das Schraubengewinde seitlich verschiebt, ohne dass sich dadurch die Berührungsfläche erheblich verringert, also ungefähr so, wie wenn sie sich über drei konzentrische Kegelflächen, welche die entsprechenden Tragflanken des Schraubengewindes berühren, verschieben würde.
Im Inneren der Aussenmutter befindet sieh eine konische Ausnehmung, deren Kegelfläche bei diesem Ausführungsbeispiel mit der Kegelfläche f3 der Innenmutter übereinstimmt. Die Kegelstumpffläche, die durch die Erzeugende Ci. r/gegeben ist, bildet die Gegenfläche f4 der
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fläehe f4 ist so dimensioniert, dass sie im belasteten Zustand bei mit dem Schlüssel festgezogener Schraubenverbindung (Fig. 8) die Anlagefläche 3 der Innenmutter überragt, um das Entstehen gefährlicher Kantenspannungen in der Aussenmutter zu vermeiden.
Aus Fig. 5 ist ersichtlich, dass die Klemmbacken der Innenmutter im Längsschnitt annähernd als Korper gleicher Biegungsfestigkeit ausgestaltet und an ihren Kopfenden so schwach ausgebildet sind, als dies ohne Erzeugungsschwierigkeiten möglich ist. Zweck dieser Anordnungist, dass beim Anziehen der Schraubenverbindung zwecks Vermeidung von Brüchen die Deformation der Backen ihrer Länge nach regelmässig verteilt wird und beim Anziehen der Sicherung das Einpressen der Backen in die Gewinde der Schraubensicherung mit geringstem Kraftaufwand gewährleistet wird.
Die Erzielung eines bedeutenden Sicherungsmomentes wird dadurch ermöglicht. dass der Kegel der Aussenmutter sich bis in die Gewindezone fortsetzt und dass dabei gleichzeitig die Klemmbacken am äusseren Ende möglichst schwach ausgebildet sind. Die Aussenmutter ist derart durch die kegelförmige Aushöhlung gegen die Aufweitung durch die Anziehungskraft möglichst wenig geschwächt, und die Klemmbacken wieder können, da sie am äusseren Ende sehr dünn sind. beim Anziehen auf das Schraubengewinde vollkommen anliegen, u. zw. sowohl in der Längs-als auch in der Querriehtung. Messungen ergaben, dass man ungefähr das doppelte Sieherungsmoment erzielen kann als bei normalen Kronenmuttern mit Splint.
Gemäss der Erfindung ist die Umfläche des Klemmbackenkörpers annähernd gleicher
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dem Rotationskörper bilden, dessen Achse mit der Schraubenachse zusammenfällt und dessen Erzeugende eine kubische Parabel ist.
Bei allen Ausführungsbeispielen erstreckt sich vorteilhafterweise die Auflagefläche fi der Aussenmutter, mit der diese auf der Innenmutter sitzt. bis zur Gewindezone der Schraubenverbindung oder bis in die Gewindezone hinein.
Wenn nämlich in der Aussenmutter die übliche Absetzung für das Gewinde ausgebildet wäre. müsste man zwischen derselben und der Innenmutter einen entsprechenden Spielraum lassen, um zu verhindern, dass zwischen dieser Absetzung und der Mutter nicht früher eine Berührung eintritt, als bis das genügende Anziehen an den kegelförmigen Berührungsflächen erreicht wird. Infolge dieses Spielraumes müsste das kegelförmige Ende der Innenmutter viel dicker ausgebildet sein als bei der oben angeführten Massnahme gemäss der Erfindung. Ferner ist die Erzeugende der Aussenmutter ohne die erwähnte Absetzung einfacher und billiger und ihre Festigkeit gegen Aufweitung oder Zerreissen grösser.
Die Vermeidung der Absetzung ermöglicht es, die Stärke der Backen am Backenende auf ein so geringes Mass zu beschränken. dass noch ein Gewinde eingeschnitten werden kann und dabei eine ununterbrochene scharte Kante des Backenendes gewährleistet ist.
Die beim Belasten und Anziehen der Schraubenverbindung eintretenden Vorgänge werden an Hand der Fig. 6-9 wie folgt erläutert :
Bei von Hand angezogener, aber unbelasteter Schraubensicherung nehmen die Aussenmutter. 2 und die Innenmutter 3 die aus Fig. 6 ersichtliche Lage ein. Der Schraubenbolzen liegt mit den inneren Gewindeflanken 5 an den äusseren Gewindeflanken der Aussenmutt'-r an. Zwischen den äusseren Gewindeflanken 4 des Bolzens und der inneren Gewindeflanken der Aussenmutter ist ein Spielraum vorhanden, der der zulässigen Passung entspricht. Im Bereiche der Innenmutter liegen die äusseren Gewindeflanken 4 des Bolzens an den inneren Gewindeflanken 45 der Innenmutter an.
Zwischen den inneren Gewindeilanken a und dr-u äusseren Gewindeflanken 46 der Innenmutter befindet sich wieder der der zulässigen Passung entsprechende Spielraum.
Bei belasteter Schraube und bloss von Hand angezogener Aussenmutter (Fig. 7) liegt cl.. r Sehraubenbolzen mit den inneren Gewindeflanken 5 sowohl auf die äusseren Gewindeflanken en 40 der Aussenmutter als auch auf die Aussenflanken 46 der Innenmutter an. ohne dass längs
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Bei belastetem Schraubenbolzen und mit dem Schraubenschlüssel angezogener Aussen- mutter (Fig. 8) liegen die Tragflanken (Innenflanken 5) des Bolzens an den Aussenflanken 40, 46 beider Muttern an, u. zw. bei annähernd gleicher Druckverteilung.
Beim Festziehen der Schraubenverbindung mit dem Schlüssel wird die Gegenfläche fl der Aussenmutter gegen die Innenmutter in Richtung der Achse verschoben und übt auf die Anlagefläche 3 der Innenmutter einen Druck aus. Hiedurch wird der die Klemmbacken bildende Ansatzkörper 9 deformiert. Erfindungsgemäss sind die Klemmbacken der Innenmutter derart ausgebildet, dass sie die Fähigkeit besitzen, infolge der erwähnten Deformation unter der Wirkung der Aussenmutter während ihres Verbiegens zum Eingriff in das Schraubengewinde sich mit ihrem Klemmgewinde annähernd parallel zu den Tragflanken des Gewindes zu verschieben.
Durch diese Anordnung wird erreicht. dass beim Festziehen der Muttern gegeneinander solche
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Muttern mit ihren Tragflanken an die Tragflanken des Gewindebolzens zum Anliegen gebracht werden können.
Zum genauen theoretischen Verständnis der beim Anziehen der Schraubenverbindung eintretenden Vorgänge sei an der Hand der Fig. 9 noch folgendes ausgeführt :
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schnitte der Klemmbacken bezeichnet.
Wenn man die äussere Mutter anzieht, beginnen die Klemmbacken zuerst sich im Querschnitt 3-3' (und teilweise im Querschnitt 4-4') zu biegen, indem sie sich annähernd um den neutralen Punkt c drehen. Sobald das erste Gewinde der Backe auf dem Bolzengewinde anliegt, beginnen sich bei weiterem Anziehen die Backen im Querschnitt 2-2'durchzuhiegen, u. zw. unter dem Einfluss des Druckes der äusseren Mutter, welche nunmehr auf die Backen an der Berührungskante beider Kegel einwirkt. Die Durchbiegung im Querschnitt 2-2'hört auf in dem Augenblick, wo die Backen auch mit beiden Flanken am Bolzengewinde voll auf-
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Mutter ist beendet.
Mit a, b, c, d ind näherungsweise der Verlauf der neutralen Faser in der Klemmbacke beim Beginn des Anziehens der Schraubenverbindung bezeichnet. Während des Festziehens
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dem Schraubengewinde, parallel gemessen mit der inneren Flanke des Schraubengewindes. Bei Gewinden von einem Scheitelwinkel von 60 ist diese Entfernung gleichzeitig auch dem axialen Spielraum zwischen den Gewinden gleich. Die Entfernung b-bl bildet die Seite eines gleichseitigen Dreiecks, dessen eine Seite s parallel zur Achse der Schraube ist. Daraus geht
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Gewindes verläuft. Dadurch wird ein sattes Anliegen der Klemmgewinde an die entsprechenden Gewinde des Schraubenbolzens erzielt.
Bei den bekannten Konstruktionen von Schraubensicherungen mit geschlitzter Klemmmutter und auf diese wirkender Aussenmutter verschiebt sich die neutrale Fasernschichte nicht parallel zur Tragflanke, sondern wesentlich senkrecht zur Richtung der Gewindeachse. Bei diesen Konstruktionen stehen daher der Verschiebung der Innenmutter die Innenflanken des Schraubenbolzens im Wege. Dadurch muss auch eine Bewegung der Innenmutter nach abwärts stattfinden. Bei den bekannten derartigen Schraubensicherungen liegen daher zwar die Klemmgewinde der Innenmutter an den Gewinden des Schraubenbolzens an, die Gewinde des Ringteiles der Innenmutter haben jedoch gegenüber den Gewinden des Schraubenbolzens nach oben und unten Spiel.
Die beim Festziehen der Muttern der vorliegenden Schraubensicherung über die ganze Länge erzielten vorerwählten Gewindepassungen verteilen sich also auf folgende vier Zonen : 1. eine Zone A (Fig. 1 und 9), in der das Aussengewinde der Aussenmutter 2 an den inneren
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Gewindeflanken 5 der Schraube anliegt ; 2. eine Zone B, in der das Gewinde der Innenmutter 3 sich gegen beide Gewindeflanken 4,5 der Schraube anpresst ; 3. eine dritte Zone C. in der zufolge Deformation der Innenmutter ein Anlegen des Gewindes der Innenmutter an die Gewindeílanken der Schraube ohne besondere Verklemmung erfolgt ; 4. eine vierte Zone D, in welcher infolge der durch die Deformation entstehenden Verkürzung der Innenmutter ein Anlegen des Gewindes der Innenmutter an die inneren Gewindeflanken 5 der Schraube bewirkt wird.
Dieses Anlegen findet ohne Abheben der Innenmutter von ihrer Unterlage statt, da sich
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Bei Whitworthgewinden mit einem Scheitelwinkel von 550 verkürzt sich gleichfalls durch Anziehen der Backen die Innenmutter um die Hälfte des axialen Spielraumes zwischen den Gewinden, wobei jedoch der Scheitelwinkel des Kegels der Backen um einen entsprechenden Wert kleiner sein sollte, damit man eine senkrechte Richtung der neutralen Faser 6-''zu der Tragflanke des Gewindes erzielt.
Die beschriebene Massnahme der Verkürzung der Innenmutter durch blosses Abbiegen der Backen ist zwar theoretisch richtig. In der Praxis kann es aber vorkommen, dass bei ungenauer Konstruktion und Herstellung der Backen dieselben nicht die technisch richtige Form haben und demzufolge nach beendetem Abbiegen der Backen noch in der Zone D zwischen den Tragflanken ein kleiner Zwischenraum bleibt. Ferner ist nicht ausser acht zu lassen. dass das Anziehen der Aussenmutter in den Tragflanken derselben eine bedeutende Belastung hervorruft, wogegen die Tragflanken der Zone D bloss an die Tragflanken der Schraube anliegen könnten.
Um einen solchen nach beendetem Abbiegen der Backen noch verbliebenen Spielraum beseitigen und die Gewinde der Zonen C und D voll belasten zu können, ist zwischen den Zonen B und C ein stauchbarer Querschnitt glo vorgesehen, dessen Druckfestigkeit in der Richtung der Schraubenachse
1. kleiner ist als die Tragfestigkeit der Gewinde der Zonen A und Bund
2. zur Zugfestigkeit der Schraube im gleichen Verhältnisse steht wie die Nutzlänge der Gewinde der Zonen A und B zu der Nutzlänge der Gewinde beider Muttern.
Der Querschnitt Ql0 beginnt sieh nämlich zu stauchen, wenn seine Belastung die Fliessgrenze des Materials erreicht. Von dem Augenblick an beginnt auch-mit der steigenden Belastung der Schraube-die Belastung der Gewinde der Zonen C und D zu steigen. und wenn schliesslich die Belastung der Schraube die Fliessgrenze des Schraubenmaterials erreicht. ist die spezifische Belastung der Gewinde der Zonen C und D gleich der spezifischen Belastung der Gewinde der Zonen A und B.
Die Belastung der Schraube bis zur Fliessgrenze des Materials kann man wohl als die höchste Nutzbelastung betrachten, und da erst bei dieser Belastung ein Ausgleich in den Gewindedrücken der Aussen-und Innenmutter stattfindet. wird durch die oben beschriebene Massnahme die höchstmögliche Tragfähigkeit der Gewinde erreicht, oder umgekehrt, kann man dadurch die niedrigste gesamte Gewindehöhe beider Muttern erreichen. Da infolge der übrigen Massnahmen und praktischen Gründe der stauchbare Querschnitt ungefähr in der Mitte der Gesamthöhe beider Muttern fällt und da gewöhnlieh die Aussen-und Innenmutter sowie auch die Schraube aus Material von derselben Festigkeit erzeugt
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gleich einer Hälfte des Sehraubenkernquerschnittes gehalten.
Die Grösse des stauchbaren Querschnittes glo wird für die einzelnen normalisierten Typengrössen der vorliegenden Schraubensicherung wie folgt ermittelt :
Zunächst seien folgende Bezeichnungen eingeführt :
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<tb>
<tb> q10 <SEP> .............. <SEP> stauchbarer <SEP> Querschnitt,
<tb> g <SEP> Kernquerselinitt <SEP> der <SEP> Schraube,
<tb> + <SEP> T-C <SEP> + <SEP> )... <SEP> gesamte <SEP> Mutternhöhe <SEP> .
<tb>
H
<tb> l <SEP> +B <SEP> halbe <SEP> gesamte <SEP> Mutternhöhe <SEP> (--J.
<tb>
#@ <SEP> .............. <SEP> Druckfestigkeit <SEP> des <SEP> Schraubenmaterials.
<tb>
#2 <SEP> .............. <SEP> Zugfestigkeit <SEP> des <SEP> Schraubenmaterials.
<tb>
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ihrem Aufliegen auf die Innenmutter um 60-120 zu drehen, die Sicherheit der Schrauben- verbindung wird jedoch keineswegs gefährdet, wenn man die Aussenmutter um mehr als 7200. also mehr als zweimal herumdreht. Bis zu einem Winkel von 480 nämlich weitet sich die
Aussenmutter, jedoch ohne zu reissen, und dann erst tritt die Deformation der Gewinde ein.
Es besteht also nicht einmal bei einer sehr unfachliehen Handhabung eine Gefahr.
Zu den im vorstehenden entwickelten theoretischen Erläuterungen sei hinzugefügt, dass die Erklärung der Backendeformation mit Hilfe der neutralen Linie a, b.''. nur annähernd der Wirklichkeit entspricht. Die einzelnen Backen biegen sich wie an einem Ende in den festen Teil der inneren Mutter eingespannte Träger durch. welche Träger an dem andern
Ende an die Schraube anliegen und in der Mitte durch den Druck der äusseren Mutter belastet werden. Die Gerade bl-e ist also, genau genommen, keine Gerade, sondern eine Kurve dritten
Grades mit zwei Inflektionspunkten. Weiters entsteht noch eine kleine Abweichung von der auf theoretischem Weg klargelegten Wirkungsweise der Backen dadurch, dass dieselben im
Querschnitt nicht rechteckig, sondern kreisringförmig ausgebildet sind.
Es genügt. wenn die
Gerade b-c mit der Tragflanke des Gewindes einen Winkel um etwas kleiner als 900 ein- schliesst. damit dann durch das Anziehen der Backen die Höhe der Mutter um den verlangten
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Es wurde gefunden. dass folgende Beziehungen zwischen den wichtigsten Dimensionen der Schraubensicherung bestehen müssen, um das Optimum der angestrebten Wirkungen zu erzielen.
Der Scheitelwinkel f der kegelförmigen Anlagefläche der Innenmutter ist in den Grenzen zwischen 45-60 gelegen. Im vorliegenden Ausführungsbeispiel beträgt der günstigste Wert für diesen Winkel 52112 o. Der Scheitelwinkel ss der zwischen Anlagefläche und dem Ringkörper 8 befindlichen Übergangsfläche ist vorteilhaft in den Grenzen zwischen 15-45 gelegen: sein günstigster Wert beträgt im vorliegenden Ausführungsbeispiel 300.
Der Durchmesser d1 des am Kopfende der Klemmbacken umschriebenen Kreises ist annähernd gleich 1#05 des nominalen Gewindedurchmessers d ; die Höhen der zwei Kegelflächen der Klemmbacken sind annähernd gleich.
Die Entfernung der Mittellinien u. 1 der Schlitze 11, 12 wird vorteilhafterweise mit dem Werte 0'7 d und die Breite der Schlitze mit 0'15 d angenommen. wobei d den Durchmesser der Schraube bedeutet.
Wie aus den Fig. 2, 6,7 und 8 ersichtlich. ist die Breite der Schlitze 11 und 1 ? ausserordentlich gross. wodurch man noch weitere Vorteile erzielt. Es wird dadurch die Backenbreite verkleinert, die Biegsamkeit der Backen erhöht und die Erreichung der erforderlichen Grösse des Querschnittes q10 sichergestellt.
Daneben treten durch die besondere Anordnung und Dimensionierung der Schlitze folgende für die Praxis wichtige Wirkungen ein :
Aus Fig. 2 ist ersichtlich, dass man in den Klemmbacken t um den Querschnitt r. ouf biegsame Teile r, welche sich unter dem Drucke der Aussenmutter leicht abbiegen können und einen dazwischenliegenden Ringteil unterscheiden kann. der dem Drucke der Aussenmutter nicht nachgibt. Dagegen kann man die ganze Breite der Klernmbacken t'gegen den Druck der Aussenmutter als widerstandsfähig betrachten.
Es gibt also zwischen den widerstandsfäliigen Teilen der Backen breite Zwischenräume, welche dem Druck der äusseren Mutter teilweise keinen Widerstand (Schlitze m) und teilweise nur einen sehr geringen Widerstand (Teile r) entgegensetzen. An dem Schnittkreis K der beiden Kegelflächen gemessen. sind diese Zwischenräume durch Umfangslängen gegeben. die dem Winkel (mn+(-tKj) entsprechen. Die starren Teile der Klemmbacken sind durch Umfang.--
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die dem Winkel (m+m1) entsprechen, betragen annähernd die Hälfte der Längen, die dem Winkel si, und etwas mehr als die Hälfte der Länge. die dem Winkel s2 entspricht.
Die genannten Zwischenräume haben zur Folge, dass sich die Aussenmutter während des Anziehens so deformiert, dass ihre Kegelfläche annähernd eine oktogonale Form annimmt.
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Infolge dieses Eindringens der Aussenmutter zwischen die Klemmbacken kann man durch das Anziehen der Aussenmutter ein noch genügendes Anziehungsmoment auf die Innenmutter übertragen, wodurch ein bequemes Nachziehen der Mutter in der Praxis ermöglicht wird.
Es wurde festgestellt, dass das Drehmoment, das mit Hilfe der beschriebenen Deformation der Aussenmutter auf die Innenmutter übertragen wird, fast zweimal so gross ist als jenes, welches bloss durch die Reibung an den Anlageflächen übertragen werden kann. Das Verhältnis der dem Winkel m1+m2. entsprechenden Umfangslänge auf dem Kreis K zu jenem, welches dem Winkel si bzw. entspricht, wird so gewählt, dass man, wenn die Schraube nur durch die Aussenmutter angezogen wird, auf dieselbe nicht mehr als nur die zulässige Beanspruchung übertragen kann. Mit der steigenden Belastung steigt nämlich auch die Reibung
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sobald die Grenze der zulässigen Schraubenspannung erreicht wird.
Auf diese Weise erreicht man gegenüber andern Systemen den Vorteil, dass man die Schraube durch übermässiges Anziehen nicht beschädigen oder sogar zerreissen kann.
Weiters wird infolge der Deformation der Aussenmutter eine weit mehr gegen Losdrehen
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der Fall wäre.
Es wurde festgestellt. dass es am vorteilhaftesten ist. die dem Winkel/-)-M ent- sprechende Bogenlänge ungefähr halb so gross zu halten als die Länge, die dem Winkel S1 bzw. 82 entspricht.) Iit einer kleineren dem Winkel mimi entsprechenden Bogenlänge könnte man nämlich von der Aussenmutter auf die Innenmutter kein hinreichendes Anziehungsmomellt
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der : Muttern gewinde von Nachteil sein und anderseits eine zu grosse Deformation der Aussenmutter verursachen.
Durch Versuche wurde weiters festgestellt, dass geringste Bauhöhe der Sicherung in Verbindung mit ausreichender Tragfähigkeit der Gewinde erreicht wird, wenn die Anlagefläche te bei einem Schraubendurchmesser cl einen kleinsten Durchmesser von cl1 = 1'05 cl, einen grössten Durchmesser von cl2 = 1. 233 d und eine axiale Höhe t==0'175 d erhält. Dabei beträgt die Höhe der Aussenmutter H1=O'55 d, die Höhe H2 des Ringteiles der Innenmutter 0'1. d und die Höhe Il : ; des Ansatzes der Innenmutter 0'33 < ?.
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spieligeren Schraubensicherungen verwendet werden.
Die Schraubensicherung schützt in einer bisher nicht erreichten Weise das Schraubengewinde vor Abnutzung, was bei dem grossen Verbrauch an Schrauben wirtschaftlich von besonderer Bedeutung ist. Dort, wo es nötig ist, die Mutter von Zeit zu Zeit anzuziehen, genügt es, bloss die Aussenmutter allein mit dem Schlüssel anzuziehen, da sich die Innenmutter mit der Aussenmutter so lange mitbewegt, bis sie festsitzt. Sie schützt aber gleichzeitig auch die Schraube vor Beschädigung durch allzu starkes Anziehen. Wenn nämlich nur durch die Aussenmutter angezogen wird, kann durch die Innenmutter keine grössere als nur die zulässige Spannung auf die Schraube übertragen werden.
Die Schraubenbelastung ist in bisher nicht erreichter Weise vollständig gleichmässig auf die Gewinde beider Muttern verteilt, wobei die Erreichung dieses einzigartigen Effektes durch
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Spannungen im System verhindert wird.
**WARNUNG** Ende DESC Feld kannt Anfang CLMS uberlappen**.