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Vorrichtung zum Anzeigen der Fahrtgeschwindigkeitsänderungen, insbesondere von Kraftwagen an nachfolgende Fahrzeuge.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zum Anzeigen der Geschwindigkeitsänderung, insbesondere von Kraftwagen an nachfolgende Fahrzeuge.. Der Erfindungsgegenstand soll folgende Forderungen erfüllen : Er soll möglichst rasch Beschleunigungen und Verzögerungen kenntlich machen, soll aber doch eine derartig träge Anzeigevorrichtung haben, dass Geschwindigkeitsänderungen auch noch nachher durch eine bestimmte Zeit zu erkennen sind. Dies aus dem Grunde, damit der Führer des nachfolgenden Wagens nicht dauernd die Anzeigevorrichtung des vorausfahrenden Fahrzeuges beobachten muss.
Ferner soll die Anzeigevorrichtung gegen Berg-, Tal-und Kurvenfahrt sowie gegen Temperatureinflüsse unempfindlich sein, und schliesslich soll die Anzeigevorrichtung einfach, billig und betriebssicher sein, auch soll sie von nachfolgenden, etwas seitlich fahrenden Wagen bequem beobachtet werden können.
Es sind nun Beschleunigungs-und Verzogerungsanzeiger für Fahrzeuge mit einem kommuni- zierenden, mit Flüssigkeit gefülltem Gefäss bekannt, dessen Jochstück praktisch parallel zur Fahrzeuglängsachse verläuft, wobei die Anzeige durch die bei Gesehwindigkeitsänderungen sich ändernde Lage einer in der Fahrtrichtung beweglichen Masse erfolgt. Hiebei hat die bewegliche Masse in den Anzeigeröhren und im Jochstück gleiche Dichte.
Gemäss der Erfindung ist nun in dem Jochstück eine Triebmasse mit anderer Dichte als der der Anzeigeflüssigkeit angeordnet, die eine Richtkraft in eine bestimmte Mittellage im Jochstück drängt, ferner liegen die an das Jochstück angeschlossenen Steigrohre des kommunizierenden Gefässes praktisch in einer zur Fahrzeuglängsachse senkrechten Ebene, am besten unmittelbar nebeneinander, und das Gefäss ist vorzugsweise in einem Schutzgehäuse so angeordnet, dass die anzeigenden Steigrohre im Strahlengang einer oder mehrerer Lichtquellen (beispielsweise Glühlampen) liegen.
Durch besondere Querschnittsverhältnisse der Steigrohre, durch Rückschlagventil oder Ausgleichskapillaren wird eine derartige Charakteristik der Anzeigevorrichtung erzwungen, dass kleine Flüssigkeitsverschiebungen, wie sie bei Berg-, Tal-und Kurvenfahrt auftreten, die Anzeigevorrichtung praktisch überhaupt nicht oder wenigstens prozentual sehr wenig beeinflussen. Ausserdem wird durch die erwähnte Anordnung der Steigrohre vor allem das Fernsichtbarmachen des Flüssigkeitsstandes erleichtert, ferner wird die Anzeigevorrichtung gegen die bei Kurvenfahrt auftretenden Trägheits-und Sehleuderkräfte unempfindlich gemacht.
Sind die Unterschiede im Querschnitt zwischen Steigrohr und Jochstück verhältnismässig gross, so ruft wie bei dem Thermometer eine Temperaturänderung stets eine verhältnismässig grosse Niveauschwankung im Steigrohr hervor. Diese Schwankungen sind unerwünscht, weil sie die richtige Abgleichung der Anzeigevorrichtung stören. Nach einer weiteren Ausgestaltung der Erfindung werden die Schwankungen dadurch beseitigt, dass an das kommunizierende Gefäss über eine Drossel ein Ausdehnungsgefäss angeschlossen wird, mit einem in Höhe und Richtung des Flüssigkeitsspiegels grossen Querschnitt.
Unter gross ist hiebei zu verstehen, dass der Querschnitt des Ausdehnungsgefässes im Vergleich zu den Querschnitten der Steigrohre gross ist. Das Querschnittsverhältnis richtet sich nach dem Temperaturkoeffizienten der Anzeigeflüssigkeit. Da dieses Ausdehnungsgefäss ohne nennenswerte Steigerung des Flüssigkeitsniveaus eine verhältnismässig grosse Flüssigkeitsmenge aufnehmen kann, u. zw. im Verhältnis der Querschnitte mehr als die Steigrohre, rufen Temperaturschwankungen nur ganz geringfügige Niveauschwankungen hervor.
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Die Erfindung soll an Hand der Zeichnungen erläutert werden. Fig. l zeigt teilweise im Schnitt die seitliche Ansieht eines Ausführungsbeispieles des Erfindungsgegenstandes. In Fig. 2 ist die Anzeigevorrichtung nach Fig. 1 in Richtung des Pfeiles 15 gesehen dargestellt. Die Fig. 3-6 veranschaulichen andere Ausführungsformen der Anzeigevorrichtung. In Fig. 7 ist ein Gefäss dargestellt, bei dem das ) Steigen und Fallen der Flüssigkeit in einem Steigrohr zugleich zum Anzeigen der Beschleunigung und Verzögerung ausgenutzt werden kann. Fig. 8 zeigt ein Gefäss mit Rückschlagventil, das nur die Verzögerung anzeigt. In Fig. 9 ist die Charakteristik des Gefässes nach Fig. 8 zur Darstellung gebracht.
In Fig. 1 und 2 ist 1 ein Glasgefäss. Es besteht in der Hauptsache aus dem wenigstens annähernd zur Fahrzeuglängsachse parallelen Jochstück 2 und den beiden quer zur Fahrzeuglängsachse flachgeI drückten Steigrohren 3 und 4, die mittels der Rohre 23 und 24 an die Enden des Jochstückes 2 angeschlossen sind. Die beiden Steigrohre sind unmittelbar nebeneinander in einer zur Fahrzeuglängsachse senkrechten Ebene angeordnet und ober-und unterhalb der flachgedrückten Stellen ballonartig erweitert.
Das Gefäss ist mit einer Flüssigkeit, beispielsweise undurchsichtigem Kreosot oder Toluol, gefüllt. Das Jochstück 2 ist nach unten gekrümmt und enthält eine zwischen die Säulen der Anzeigeflüssigkeit eingeschaltete Quecksilbermasse 5. Mit Rücksicht auf Dämpfung und Ventilwirkung ist das Jochstück 2 bei 21 eingeschnürt. Die durch Fahrtersehütterungen hervorgerufenen Impulse werden durch gedämpfte Schwingungen der breiten Oberflächen 51, 52 der Queeksilbermasse 5 aufgezehrt, rufen also keine Verschiebung der Anzeigeflüssigkeit hervor.
Gegen Berg-und Talfahrt ist die Anzeigevorrichtung deshalb unempfindlich, weil die beiden Steigrohre 3, 4 stets nebeneinander in gleicher Höhe liegen und die langsame, geringfügige, durch das Neigen des Glasgefässes hervorgerufene Verschiebung des Quecksilbers 5 in dem gekrümmten Jochteil 2 keine nennenswerte und bleibende Verschiebung der Flüssigkeitssäulen in den Steigrohren hervorrufen. Um diese kleinen Verschiebungen jedoch vollkommen zu beseitigen, ist an das eine Ende des Jochstückes 2 und an die untere ballonartige Erweiterung 31 des Steigrohres 5 das Ausgleichsrohr 33 angeschlossen. Damit sich die Flüssigkeitsschwankungen, die durch Verzögerung oder Bsschleunigung des Wagens hervorgerufen werden, über das Rohr 33 nicht ausgleichen können, ist es bei 331 mit einer kapillaren Einschnürung versehen.
Zur Beseitigung der in den Steigrohren durch Temperaturänderungen hervorgerufenen Niveauschwankungen ist an die untere ballonartige Erweiterung 41 des Steigrohres 4 das Ausdehnungsgefäss 6 angeschlossen, dessen Querschnitt in Höhe und R : chtung des Flüssigkeitsspiegels im Vergleich zu den Querschnitten der Steigrohre 3, 4 gross ist. Das Querschnittsverhältnis richtet sich nach dem Temperaturkoeffizienten der Anzeigeflüssigkeit. Da dieses Ausdehnungsgefäss ohne nennenswerte Steigerung des Flüssigkeitsniveaus eine verhältnismässig grosse Flüssigkeitmenge aufnehmen kann, u. zw. im Verhältnis der Querschnitte mehr als die Steigrohre, rufen die Temperatursehwankungen nur eine ganz geringfügige Niveauschwankung hervor.
Um zu vermeiden, dass die Flüssigkeit in dem Temperaturausgleichsgefäss 6 an den durch die Fahrtgeschwindigkeitsänderung hervorgerufenen Niveausehwankungen teilnimmt, ist das Verbindungsstück zwischen dem Steigrohr 4 und dem Ausdehnungsgefäss 6 bei 61 mit einer kapillaren Einschnürung versehen. Die ballonartigen Erweiterungen 32, 42 der Steigrohre 3 und 4 und das Ausdehnungsgefäss 6 stehen miteinander in Verbindung.
Das Gefäss 1 ist mittels des Halters 7 in dem Gehäuse 8 befestigt. Die klammerartig ausgebildeten Teile 71, 72 des Halters 7 umfassen das Joch 2, wobei zwischen Joch und die Klammern 71, 72 eine plastische, später erhärtende Masse eingelegt ist. Zur Beleuchtung der Anzeigevorrichtung dient die nach oben abgeblendete Lampe 9. Um diese Lampe gleichzeitig zur Beleuchtung des Nummernschildes zu benutzen, ist in der Bodenwand das Fenster 10 angebracht, durch das das Nummernschild 11 von der Glühlampe 9 aus beleuchtet werden kann.
Da die Lampe nur zugleich mit den Automobilscheinwerfern geschaltet werden soll, die Scheinwerfer aber mit Rücksicht auf Stromersparnis tagsüber nicht brennen dürfen, ist für den Tagesbetrieb ein Reflektor 12 angebracht, der die durch eine mit einer Lichtsaminellinse 13 abgeschlossene Öffnung in der Decke des Gehäuses eintretenden Tageslichtstrahlen nach der Anzeigevorrichtung hin ablenkt. In den Gang der durch die flachgedrückte Teile der Anzeigesteigrohre 3, 4 hindurchtretenden Lichtstrahlen sind die verschiedenfarbigen Liehtfilter 34, 44 geschaltet, die in dem Blech 14 gefasst sind. Zweckmässig ist vor das die Verzögerung anzeigende Steigrohr 4 ein rotes 44 und vor das die Beschleunigung anzeigende Steigrohr 3 ein grünes Filter 34 angeordnet. Die Wand 81 des Gehäuses 8 ist vor den Anzeigesteigrohren mit einem Fenster mit Mattscheibe 82 versehen.
Zwecks noch grösserer Zerstreuung der Lichtstrahlen ist ein durchscheinendes Gewebe 83 (Gaze oder Drahtnetz) zwischen den Anzeigesteigrohren und dem Mattglasfenster angeordnet. Sämtliche nicht unmittelbar zum Anzeigen benötigten Gefässteile sind zur Vermeidung von störenden Lichtreflexen und Lichtzerstreuung, beispielsweise durch Auftragen einer dunklen Lackschicht, lichtundurchlässig gemacht.
Die Einrichtung arbeitet auf folgende Weise : Es werde angenommen, das Fahrzeug bewege sich in Richtung des Pfeiles 15. Solange das Fahrzeug stillsteht oder sich in gleichförmiger Geschwindigkeit bewegt, steht die Flüssigkeit in beiden Steigrohren gleich hoch, das Fenster 82 ist dunkel. Wird das Fahrzeug beschleunigt, so nimmt das Quecksilber in dem Jochstück 2 nicht augenblicklich an der Beschleunigung teil, das Quecksilber bleibt zurück, schiebt die vor ihm liegende Flüssigkeitssäule in dem Steigrohr 4 hoch und zieht die hinter ihm liegende Flüssigkeitssäule in dem Steigrohr 3 nach. Der Flüssigkeitsspiegel
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in dem Steigrohr 4 steigt, der in dem Steigrohr 3 fällt. Es wird infolgedessen das Fenster mit dem grünen
Lichtfilter für den Durchgang der Lichtstrahlen freigegeben, es leuchtet also die Anzeigevorrichtung grün auf.
Dadurch wird dem Führer des nachfolgenden Fahrzeuges angezeigt, dass er auch seine Fahr- geschwindigkeit erhöhen kann. Wird umgekehrt die Fahrzeuggeschwindigkeit verzögert, so bewegt sich das Quecksilber in der Richtung des Pfeiles 15, schiebt die Flüssigkeitssäule in dem Steigrohr 3 hoch und zieht die Flüssigkeitssäule aus dem Steigrohr 4 nach. Es wird infolgedessen das rote Fenster für den Durchgang der Lichtstrahlen freigegeben, dem Führer des nachfolgenden Fahrzeuges wird dadurch angezeigt, dass er auch seine Fahrgeschwindigkeit verringern muss, wenn er ein Aufprellen auf das vordere
Fahrzeug vermeiden will.
Durch die ballonartige Erweiterung oberhalb der flachgedrückte Teile der Steigrohre wird erreicht, dass die durch Flüssigkeitsverschiebung hervorgerufene Niveaudifferenz in den Steigrohren sich in der
Hauptsache nur in einem Sinken der Anzeigeflüssigkeit in dem freizugebenden Steigrohr auswirkt, da die
Flüssigkeitsverschiebung in den ballonartigen Erweiterungen kein nennenswertes Steigen des Niveaus hervorruft.
Um mit Sicherheit zu vermeiden, dass das Temperaturausgleichsgefäss an den kurzzeitigen Schwan- kungen der Anzeigeflüssigkeit teilnimmt, kann das Ausgleichsgefäss auch an einen dynamisch neutralen
Punkt des kommunizierenden Gefässes angeschlossen werden. Dieser Punkt liegt an einer Stelle des
Gefässes, an der die Beschleunigung und Verzögerung keinen Druckunterschied hervorruft. Ferner ist die Verbindung zwischen dem Ausdehnungsgefäss und den erweiterten Teilen der beiden Steigrohre, ebenso wie deren Verbindung untereinander entbehrlich, wenn das Gefäss evakuiert wird.
Ist kein neutraler Anschlusspunkt für das Ausdehnungsgefäss vorhanden, so kann ein solcher Punkt künstlich geschaffen werden, wenn man Punkte gleicher Druckzu-und abnahme unter Zwischenschaltung von kapillaren Einschnürungen durch ein Rohr verbindet, wie dies Fig. 3 zeigt. Hier liegen, wie in den Fig. 1 und 2 die beiden Steigrohre unmittelbar nebeneinander, der Antrieb der Anzeigeflüssigkeit erfolgt wieder durch die Quecksilbermasse 5. An die Punkte 16, 17 vor und hinter dem Quecksilber ist über die kapillaren Einschnürungen 18 und 19 das Ausgleichsrohr 20 angeschlossen, und mit diesem Rohr ist das Ausdehnungsgefäss 22 verbunden.
In Fig. 4 ist ein kommunizierendes Gefäss ohne Temperaturausgleichsgefäss dargestellt, bei dem das Rohr zum Ausgleichen der durch die Berg-, Tal-und Kurvenfahrt bedingten Flüssigkeitsverschiebungen derart angeschlossen ist, dass das Quecksilber bei Verzögerung oder Beschleunigung die Mündungen des Ausgleichsrohres absperrt. 5 ist wieder die Quecksilbermasse. 25 und 26 sind die kleinen Verschiebungen, die die Berg-, Tal-und Kurvenfahrt hervorrufen kann. 27 und 28 sind die bei Verzögerung oder Beschleunigung auftretenden grossen Verschiebungen. Damit die kleinen Verschiebungen 25 und 26 keine Schwankungen der Flüssigkeit in den Steigrohren 3, 4 hervorrufen, ist das Ausgleichsrohr 29 an Punkten ausserhalb, aber doch in nächster Nähe des Toleranzbereiches 25,26 an das Jochstüek 2 angeschlossen.
Innerhalb des Toleranzbereiches wird die Flüssigkeitsverschiebung durch dieses Rohr ausgeglichen. Bei grösseren Ausschlägen des Quecksilbers 5 dagegen werden durch das Quecksilber die kapillaren Mündungen des Ausgleichsrohres abgesperrt. Die ganze Flüssigkeitsverschiebung wird also zum Heben und Senken der Spiegel in den Steigrohren 3 und 4 ausgenutzt.
In Fig. 5 enthält das Jochstück 2 statt des Quecksilbers eine Kugel 50 aus dichterer Masse als die der Anzeigeflüssigkeit. Die Kugel füllt annähernd den ganzen lichten Querschnitt des Jochstückes aus. Zwecks Begrenzung des Kugelweges und zwecks Abbremsung der Flüssigkeitsbewegung ist das Jochstück in der Nähe der beiden Enden bei 35 und 36 eingeschnürt. Im Ausführungsbeispiel ist als Triebmasse die Kugel 50 verwendet. Man kann aber auch zwei Kugeln oder noch mehrere verwenden.
Besonders günstig ist die Verwendung von zwei Kugeln, da wegen der Reibung der Kugeln aneinander die Kugeln erst mit einer gewissen Verzögerung in die Mittelstellung zurückkehren, die Flüssigkeitssäulen in den Steigrohren also noch längere Zeit im Zustande gestörten Gleichgewichtes bleiben, auch wenn die Verzögerung oder Beschleunigung aufgehört hat. Es leuchtet also auch bei kurzzeitiger Verzögerung und Beschleunigung die Anzeigevorrichtung nicht nur flüchtig auf, sondern es ist durch eine bestimmte Zeit das rote oder grüne Licht zu erkennen. Dies ist besonders vorteilhaft, weil dem Führer des nachfolgenden Fahrzeuges nicht zugemutet werden kann, dauernd die Anzeigevorrichtung des vorausfahrenden Wagens zu beobachten, damit ihm nicht das kurzzeitige Aufblitzen des roten oder grünen Lichtes entgeht.
Eine gewisse Trägheit der Anzeigevorrichtung wird besonders auch dadurch erzielt, dass die Kugel selbst und die Einschnürung 35 und 36 die Flüssigkeitsbewegung abbremsen. Im Ausführungsbeispiel wirkt als Richtkraft auf die Kugel 50 die Schwerkraft, die wegen der Krümmung des Rohres 2 stets die Kugel 50 in die Mittelstellung zurückbringt. Statt dessen können aber auch andere Richtkräfte verwendet werden, z. B.. schwache, in dem Rohr 2 angeordnete Spiralfedern, oder ein ausserhalb des Rohres angebrachter Magnet, falls die Kugel 50 aus magnetischem Material besteht.
Im Ausführungsbeispiel der Fig. 6 ist die Masse der Kugel 500 spezifisch leichter als die Anzeigeflüssigkeit. Die Kugel besteht hier aus Hartgummi, die Anzeigeflüssigkeit aus Quecksilber. Das Joch- stück 200 ist hier im Gegensatz zu der Ausführungsform nach Fig. 5 nach oben gekrümmt. Das Steigrohr 400, das hinter dem roten Fenster liegt, ist hier im Gegensatz zur Fig. 5 an das in der Fahrtrichtung,
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Pfeile, vorne liegende Ende des Jochstückes 200 angeschlossen, das Steigrohr 300, das hinter dem grünen Fenster liegt, an das rückwärtige Ende dieses Jochstückes. Im übrigen sind beide Ausführungsformen gleich.
In Fig. 7 ist ein Gefäss dargestellt, bei dem die beiden Steigrohre in einer in Richtung der Fahrzeuglängsachse verlaufenden Ebene angeordnet sind. Durch diese Art der Anordnung wird die Triebmasse im Joch entbehrlich. Das Steigen und Fallen der Anzeigeflüssigkeit in demselben Steigrohr 37 wird zugleich zum Anzeigen der Beschleunigung und Verzögerung ausgenutzt. Das Steigrohr 38 dient nur zum Ausgleich. In der Nähe des Normalniveaus ist der Querschnitt des Anzeigesteigrohres 37 grösser, der Querschnitt des Ausgleichssteigrohres 38 kleiner als an den übrigen Stellen. Damit die Vorrichtung die Beschleunigung und die Verzögerung anzeigt, ist das Anzeigesteigrohr 37 vom Normalniveau aus nach oben und unten verengt und ebenso das Ausgleichssteigrohr 38 nach oben und unten erweitert.
Das Gefäss ist beispielsweise mit grüngefärbter durchsichtiger Flüssigkeit gefüllt. Vor der unteren Hälfte des Anzeigesteigrohres 37 ist das rote Fenster 39 angebracht. Die rote Farbe des Fensters und die grüne Farbe der Flüssigkeit sind komplementär. In der gezeichneten Stellung erscheint an der oberen Hälfte des Rohres 37 weissliches Licht, die untere Hälfte des Rohres ist dunkel, weil die beiden hintereinandergeschalteten komplementären Lichtfilter kein Licht hindurchlassen. Bei Verzögerung, also wenn die Unterhälfte des Rohres von der Flüssigkeit frei wird, erscheint rotes Licht, da jetzt nur noch ein Farbfilter im Strahlengang liegt. In der oberen Hälfte ist das Licht weiss. Bei Beschleunigung, also wenn die
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Ist das Gefäss mit Quecksilber gefüllt, so können für die Unterhä1fte des Anzeigesteigrohres die Verhältnisse unverändert beibehalten werden, für die Oberhälfte des Gefässes wird das aufsteigende Quecksilber als Spiegelbelag für die Reflexion ausgenutzt. In den Weg der reflektierten Lichtstrahlen wird ein grünes Fenster eingeschaltet. Damit aber dieses Fenster dunkel ist, wenn die obere Hälfte kein Quecksilber enthält, wird im Strahlengang der Lichtquelle hinter dem oberen Gefäss ein schwarzer Körper angebracht, der das Licht absorbiert.
Wird zum Anzeigen von Verzögerung und Beschleunigung je ein besonderes kommunizierendes.
Gefäss verwendet, so lässt es sich noch viel leichter erreichen, dass kleine Flüssigkeitsverschiebungen. wie sie bei Berg-, Tal-und Kurvenfahrt auftreten, die Anzeigevorrichtung nur sehr wenig beeinflussen.
Braucht bei Kraftwagen z. B. nur die Verzögerung angezeigt zu werden, so kann ein Gefäss wegfallen,. man erhält dann eine besonders einfache, leicht einstellbare und billige Anzeigevorrichtung.
Bei kleinen Gefässquerschnitten ist die Flüssigkeitsdämpfung in der Regel so gross, dass nur aperi-
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schlagventil an, so ist es vorteilhaft, die Flüssigkeitsdämpfung so klein zu machen, dass an sich periodisch gedämpfte Schwingungen möglich wären, falls das Rückschlagventil weggelassen würde, und wenn man durch das Rückschlagventil die Flüssigkeit in der Stellung grösster Amplitude abfängt und festhält. Durch einen Drosselspalt, den das Rückschlagventil in der Schliessstellung frei lässt, gleicht sich dann allmählich die Niveaudifferenz in den Steigrohren aus. Auf diese Weise erhält man grosse Ausschläge, die längere Zeit, auch wenn die Beschleunigung oder Verzögerung aufgehört hat, noch sichtbar sind.
Dies ist von besonderem Vorteil, weil der Führer des nachfolgenden Fahrzeuges dann nicht dauernd die Anzeigevorrichtung des Vorderwagens beobachten muss.
In Fig. 8 ist in dem Ausgleichssteigrohr 40 das Kugelrückschlagventil 410 angebracht, das in der Schliessstellung noch den Drosselspalt 47 frei lässt. Um die Bildung von Menisken oder von Schaum im Rückschlagventil zu vermeiden, kann es auch innerhalb der Flüssigkeit angeordnet werden. Das Rückschlagventil dämpft ohne weiteres die kleinen Flüssigkeitsverschiebungen, die bei Berg-, Tal-und Kurvenfahrt auftreten würden. Die Vorrichtung ist also praktisch gegen derartig kleine Impulse unempfindlich.
Aus den bereits erwähnten Gründen ist an das Jochstück 2 über die kapillare Einschnürung 43 das Ausdehnungsgefäss 45 mit einem in Höhe und Richtung des Flüssigkeitsspiegels 46 grossen Querschnitt. angebracht. Er ist ausserdem noch bei 430 mit dem von Flüssigkeit freien Teil des Gefässes verbunden.
Das Ausgleichsgefäss könnte auch aus den früher angegebenen Gründen an einer Stelle des Jochstückes. an der die Beschleunigung oder Verzögerung keinen Druckunterschied hervorruft, also bei gleichen Querschnitten der Steigrohre in der Mitte, bei ungleichen Querschnitten im Verhältnis der beiden Querschnitte näher dem Steigrohr mit dem grossen Querschnitt, angeschlossen sein.
Der Querschnitt des ganzen Gefässes ist derart gross gehalten, dass der Flüssigkeitsspiegel 46 an sich bei plötzlicher Verzögerung des Fahrzeuges nach der in Fig. 9 dargestellten Kurve 48 periodisch um die der Verzögerung entsprechende, durch die Gerade 49 angedeutete Gleichgewichtslage schwingen würde, wenn das Rückschlagventil 410 nicht vorhanden wäre. Durch die Gerade 53 ist die Lage des Normalniveaus angegeben. Die Niveaustellungen sind als Ordinaten, in Abhängigkeit von der Zeit als Abszissen aufgetragen. Nun wird aber durch das Rückschlagventil 410 die Flüssigkeit in der Stellung grössten Ausschlages, also bei 54, abgefangen. Die Niveaudifferenz kann sich nur langsam durch Drosselspalt 47 hindurch nach der Kurve 55 ausgleichen.
Auf diese Weise erhält man einen wesentlich grösseren Ausschlag, als wenn die Anzeigevorrichtung periodisch, gemäss Kurve 56, arbeiten würde. Der Ausschlag bleibt auch länger erhalten, wenn die Verzögerung, was in Fig. 9 nicht angedeutet ist, wieder versehwindet,. das Flüssigkeitsniveau also nach der Geraden 53 zurückströmt.