DE175149C - - Google Patents
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- Expired
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Classifications
-
- G—PHYSICS
- G01—MEASURING; TESTING
- G01P—MEASURING LINEAR OR ANGULAR SPEED, ACCELERATION, DECELERATION, OR SHOCK; INDICATING PRESENCE, ABSENCE, OR DIRECTION, OF MOVEMENT
- G01P3/00—Measuring linear or angular speed; Measuring differences of linear or angular speeds
- G01P3/26—Devices characterised by the use of fluids
- G01P3/34—Devices characterised by the use of fluids by using friction effects
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- General Physics & Mathematics (AREA)
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Description
KAISERLICHES
PATENTAMT.
PATENTSCHRIFT
- JVe 175149 -KLASSE 42 o. GRUPPE
HERMANN WERNER in KIEL.
Es sind Geschwindigkeitsmesser bekannt, bei welchen ein Körper von einer kreisenden
Flüssigkeit entgegen der Wirkung einer Feder verdreht wird. Die Größe der zu
messenden Geschwindigkeit wird dabei aus dem Grade der Verdrehung des Körpers erkannt.
Nach vorliegender Erfindung soll nun das Auftreten schädlicher Reibungen an dem durch die Flüssigkeit verdrehten Körper
ίο vermieden werden. Zu diesem Zwecke werden
Flüssigkeit und Körper von solchem spezifischen Gewicht gewählt, daß der letztere
in der ersteren gerade ohne Antrieb schwimmt.' Hierdurch werden Drücke in den Lagern der
Achse fast vermieden. Um dies Ziel in noch höherem Grade zu erreichen, wird an der
Stelle, an der die Achse aus dem Flüssigkeitsbehälter heraustritt, eine Abdichtung dadurch
umgangen, daß ein langes, enges Rohr eingeschaltet wird.
An Stelle der jetzt gebräuchlichen einseitig auf die Anzeigevorrichtung wirkenden Federkräfte
können hier auch entgegengesetzt angeordnete Federn zur Anwendung kommen, wodurch die Nullage nach dieser Richtung
bei Temperaturwechsel gesichert ist.
Die Erfindung ist in der Zeichnung Fig. 1 bis 4 folgendermaßen veranschaulicht:
Fig. ι bedeutet eine seitliche Ansicht des ganzen Apparates im Schnitt bei horizontaler
Lage der Drehungsebene und vollständiger Befüllung des Behälters mit Flüssigkeit.
Fig. 2 veranschaulicht eine Anzeigevorrichtung für Rechts- und Linksgang.
Fig. 3 zeigt den Behälter nebst Körper nach Fig. 1 im mittleren Schnitt bei vertikaler
Lage der Drehungsebene und vollständiger Befüllung mit Flüssigkeit.
Fig. 4 bedeutet das Vorherige mit einer nur teilweisen Befüllung des Behälters mit
der Flüssigkeit.
In dem Behälter 1, welcher nach Fig. 1
und 3 vollständig, nach Fig. 4 nur zum Teil mit Flüssigkeit gefüllt ist, befindet sich ein
Körper 2, welcher hier z. B. kugelartig ausgebildet sein mag, jedoch auch jede andere
Form erhalten kann und welcher fest auf einer dünnen Achse 3 aufgesetzt wird.
Letztere ist mit ihrem einen Ende im Innern des Behälters 1 bei 4 gelagert und
- tritt zentrisch durch ein mit diesem in fester Verbindung stehendes, bis zum Mittelpunkt
des Behälters reichendes Rohr 5 reibungsfrei nach außen, trägt hier in bekannter Weise
eine oder zwecks Sicherung der Nullage bei Temperaturschwankungen mehrere eventuell
entgegengesetzt wirkende Federn 6 und einen Zeiger 7 und ruht mit ihrem äußeren Ende
in einer Lagerung 8, welche beispielsweise in einer zentrischen Bohrung der die Anzeigevorrichtung
bezw. das Ziffernblatt 9 abschließenden Glasplatte befestigt ist.
Der Körper 2 ist hier nach der Seite des τ Achsenaustrittes mit einem bis etwa zum
Mittelpunkt hinabreichenden Kanal oder
Schacht IO versehen, welcher das Austrittsrohr 5 aufnimmt und von allen Seiten mit
Spielraum umgibt.
Das Ganze ist nach Fig. ι in einem Gestell 11 angeordnet und mittels der Zapfen
12 und 13 bei 14 und 15 drehbar gelagert,
wobei der Zapfen 13 zum Anschluß an das zu messende Drehmoment benutzt werden
kann.
ίο' Die der Flüssigkeitsimpulsion auf den
Körper 2 entgegenwirkende Feder 6 ist einmal an der Körperachse 3 und zum anderen
Mal am festen Gestell 11 bei 16 befestigt.
Die Wirkungsweise der Vorrichtung ist nach den gegebenen Darstellungen leicht ersichtlich,
indem eine Drehung des Behälters 1 durch Vermittlung der Flüssigkeit auf den
Körper 2 wirkt und denselben, je nach Geschwindigkeit der Umdrehung und Spannkraft
der Feder 6, mehr oder weniger mitnimmt, welcher Bewegung der Zeiger 7 folgt,
um sich beim Ausgleich der Kräfte zwischen Impulsion der Flüssigkeit und Spannkraft
der Feder auf den betreffenden Grad einzustellen.
Um eine Reibung der Körperachse 3 in ihren Lagerungen 4 und 8 praktisch aufzuheben
und ein sicheres Arbeiten der Vorrichtung zu erzielen, erhält, wie anfangs erwähnt,
der Körper 2 nebst den dazu gehörigen Teilen eine genaue Ausbalancierung
nach jeder Richtung und hinsichtlich seiner Schwere zu der anzuwendenden Flüssigkeit
eine solche Beschaffenheit, daß er in letzterer eben noch schwimmfähig bleibt.
Diese Schwimmfähigkeit ist jedoch nur für besonders empfindliche Apparate Bedingung
und kann bei Anwendung eines geeigneten Körpers 2 und an Apparaten, die weniger
empfindlich und für höhere Geschwindigkeiten bestimmt sind, ohne Berücksichtigung
bleiben, weil derartige, in einer kreisenden Flüssigkeit angeordnete Körper von den
auftretenden Zentrifugalkräften bei einer bestimmten Schnelligkeit genau zur Drehungsebene eingestellt werden, wodurch die Reibung
der Körperachse 3 in den Lagern 4 und 8 praktisch gleichfalls aufgehoben wird.
Der Behälter 1 ist nach Fig. 1 und 3 vollständig
mit Flüssigkeit gefüllt, und die Körperachse 3 tritt hier bei 12 ohne jede
Berührung der Wände des Rohres 5, also zentrisch und deshalb vollkommen reibungsfrei
aus dem Behälter bezw. aus der Flüssigkeit.
Um nun ein Ausfließen der letzteren bei
einer in Fig. 3 gezeigten, also horizontalen Lage der Körperachse 3 aus dem Behälter
$ unter allen Umständen zu vermeiden, und die Expansion der Flüssigkeit bei wechselnder
Temperatur zu gestatten bezw. den Austritt der Flüssigkeit auch in diesem Falle absolut
zu vermeiden, ist das Rohr 5 einerseits nach dem Innern des Behälters 1, bis zu einer genügenden
Tiefe reichend, angeordnet, und dessen Querschnitt andererseits in bestimmten
engen Grenzen gehalten bezw. das Verhältnis des Kubikgehaltes dieses Rohres zu dem des
Behälters so bestimmt, daß die Expansion der Flüssigkeit bei Temperaturwechsel innerhalb
dieses Rohres stattfinden kann.
Durch die Eigenart dieser Kombination kommt im weiteren die Wirkung des atmosphärischen
Druckes auf die in dem Behälter eingeschlossene Flüssigkeit in bekannter, für Geschwindigkeitsmesser jedoch noch nicht
angewendeter Weise zum Ausdruck und verhütet ein Verschütten der Flüssigkeit aus
dem Behälter, gleichviel in welcher Lage sich auch die Austrittsöffnung 5 befindet.
Der Behälter ist zweckmäßig entweder vollständig oder nur bis zur Hälfte und darunter
mit Flüssigkeit anzufüllen, wodurch. ein Austreten derselben aus dem Behälter durch das
Rohr 5 im ersten Falle durch das Fehlen der Luft, und im zweiten Falle durch Anordnung
des Flüssigkeitsspiegels unterhalb der Öffnung dieses Rohres bei Temperaturerhöhung
vermieden wird.
Ist ein Behälter vorliegender Erfindung vollständig mit Flüssigkeit gefüllt, so ist die
Impulsion auf den Körper, bei konstantbleibender Bewegung der antreibenden Kraft
in jeder Lage des Behälters bezw. der Drehungsebene desselben gleichwertig, was
jedoch nicht der Fall ist, wenn der gleiche Behälter nur zum Teil mit der Flüssigkeit
angefüllt wird, da sich dem Umlauf der letzteren in diesem Falle, beim Verschieben
der Drehungsebene von der horizontalen bis zur vertikalen Richtung oder umgekehrt, ein
Widerstand in Form des oberhalb der Flüssigkeit lagernden Luftkegels entgegensetzt,
welcher bei zunehmender Neigung der Drehungsebene zur Vertikalen wächst und im umgekehrten Sinne abnimmt.
Dieser Widerstand erhöht sich ferner bei Verminderung der Flüssigkeit und nimmt ab
bei Erhöhung derselben im Behälter.
Es wird also bei einem nur zum Teil angefüllten Behälter, entgegengesetzt zu einem
vollkommen gefüllten, die Anfangsgeschwindigkeit der Flüssigkeit bezw. die des Körpers
bei verschiedener Stellung der Drehungsebene des Behälters gleichfalls eine ver-
schiedene sein. Hieraus ergibt sich, daß ein Apparat vorliegender Erfindung mit nur zum
Teil gefülltem Behälter zum gesonderten Messen verschiedenartiger Geschwindigkeitsgrade, d. h. bei horizontaler Stellung für lang-
sam laufende und bei vertikaler Stellung der Drehungsebene für schnellaufende Maschinen,
Claims (2)
1. Geschwindigkeitsmesser mit einem in einer kreisenden Flüssigkeit befindlichen
und von ihr gegen die Wirkung einer Feder verdrehten Körper, dadurch gekennzeichnet, daß die Achse des verdrehten
Körpers ohne Dichtung nach außen geführt ist und der in der Flüssigkeit
befindliche Körper gerade ohne Auftrieb schwimmt, zum Zwecke, schädliche
Drücke auf die Achse nach Möglichkeit zu vermeiden.
2. Geschwindigkeitsmesser nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß
die Abdichtung der Flüssigkeit an der Stelle, wo die Achse des inneren Körpers
nach außen tritt, durch ein langes, enges Rohr erfolgt, welches die Achse ohne jede Reibung frei hindurchgehen läßt,
welches aber den Austritt der Flüssigkeit gegen den Druck der Atmosphäre durch seine geringe Öffnung in bekannter Weise
unmöglich macht.
Hierzu 1 Blatt Zeichnungen.
Applications Claiming Priority (1)
| Application Number | Priority Date | Filing Date | Title |
|---|---|---|---|
| DE175149T | 1904-11-05 |
Publications (1)
| Publication Number | Publication Date |
|---|---|
| DE175149C true DE175149C (de) | 1906-09-13 |
Family
ID=34624802
Family Applications (1)
| Application Number | Title | Priority Date | Filing Date |
|---|---|---|---|
| DE1904175149D Expired DE175149C (de) | 1904-11-05 | 1904-11-05 |
Country Status (1)
| Country | Link |
|---|---|
| DE (1) | DE175149C (de) |
-
1904
- 1904-11-05 DE DE1904175149D patent/DE175149C/de not_active Expired
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