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Verfahren und Einrichtung zur Beseitigung von schädlichen Gasen aus Räumen mit in der Höhe veränderlichem Wasserspiegel, insbesondere aus Kanalisationsbauwerken.
Die Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Einrichtung zur Beseitigung von Gasen aus unterirdischen Räumen, wie es z. B. Kanalisationsbauwerke, deren Einsteigschächte,. Brunnen, tiefe Gruben, unterirdische Kanäle, die gelegentlich von Menschen begangen bzw. aufgesucht werden, sind und in denen gesundheitsschädliche Gase, gegebenenfalls auch brennbare Gase und bei Mischung mit Luft explosible Gase sich ansammeln können. Da beim Befahren solcher Anlagen auch Todesfälle nicht zu den Seltenheiten gehören, so besteht die Vorschrift, dass vor dem Befahren zunächst eine Sicherheitslampe heruntergelassen werden muss, die in der Grube nicht erlöschen darf.
Es hat sich in letzterer Zeit gezeigt, dass diese Massnahme nicht genügt. weil auch schwere, brennbare Gase sich ansammeln können, die die Lampe nicht zum Erlöschen bringen, trotzdem aber Gesundheitsschädigungen bei den Arbeitern herbeiführen.
Es sind zwar Einrichtungen bekannt, mit denen die Luft zwecks Erneuerung durch die Kanäle hindurchgetrieben wird. Diese Einrichtungen wirken jedoch so, dass die Luft in dem gesamten Kanalquerschnitt gleichmässig und gleichzeitig gefördert wird. Das hat den Nachteil, dass ausser den dicht über dem Wasserspiegel lagernden schweren Gasen auch noch die über diesen Gasen lagernde Luft mitbewegt wird, wodurch einerseits ein unnötiger Leistungsverbrauch des die Gase bewegenden Ventilators hervorgerufen wird, anderseits aber sich die Luft mit den schweren Gasen mischt und dadurch ein besonderes explosibles Gasgemisch entsteht.
Dieser unnötige Leistungsaufwand und das gefahrvolle Gasgemisch lassen sich gemäss der Erfindung dadurch vermeiden, dass die Gase unmittelbar über dem Wasserspiegel unter Verwendung einer selbsttätig dem Wasserspiegel folgenden Einrichtung entfernt werden.
Die Gase werden entweder künstlich abgesaugt, wobei von oben her frische Luft nachdringt. oder es werden grosse Mengen frischer Pressluft der tiefsten Stelle zugeführt, wodurch die schädlichen Gase aus diesen Anlagen herausgedrückt werden. Da sich die schädlichen Gase erfahrungsgemäss nur sehr langsam bilden, so besteht nach ihrer Entfernung keine Gefahr, dass während des Arbeitens eine Gesundheitsschädigung der unten tätigen Personen vorkommen kann.
Um unbedingte Gewähr dafür zu haben, dass die Gase auch von unten abgesaugt werden bzw. dass die Frischluft auf den Boden bzw. die Wasseroberfläche gelangt, benutzt man gemäss der Erfindung einen schwimmfähigen Körper. der ein Mundstück zum Saugen oder Blasen trägt und an die tiefste Stelle des zu reinigenden Raumes hinabgelassen wird. Das Mundstück befindet sich daher ständig dicht über dem Wasserspiegel bzw. dicht über dem Boden der Anlage. Das Mundstück ist durch eine Rohr-oder Schlauchleitung mit einer über Tage angeordneten Pumpe verbunden.
Bei Anlagen, die häufig befahren werden und daher einer ständigen Entlüftung bedürfen, werden diese Einrichtungen stationär angebracht, und es bedarf dann nur einer vorübergehenden Inbetriebsetzung der über Tage angeordneten Pumpe, um den unterirdischen Raum von schädlichen Gasen zu befreien. Für solche unterirdische Räume, Gruben oder Kanalisationsschächte ; die nur gelegentlich befahren werden, wird ein ortsveränderliches
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Mundstück besteht. Die Leitung mit dem schwimmfähigen Körper wird soweit in die Grube hineingelassen, bis der Arbeiter merkt, dass der schwimmfähige Körper auf der Wasseroberfläche oder auf dem trockenen Boden der Grube aufsitzt, worauf durch Inbetriebnahme der Pumpe die schädlichen Gase entfernt werden.
In der Zeichnung sind Ausführungsbeispiele der Einrichtung gemäss der Erfindung dargestellt. Fig. 1 und 2 zeigen Längsschnitte eines Schachtes mit fest eingebauter Saugentlüftungsanlage bei verschieden hohen Wasserständen, Fig. 3 lässt im gleichen Schnitt eine andere Ausführungsform der Saugvorrichtung erkennen. Fig. 4 zeigt im Längsschnitt eine Anlage mit tragbarem Sauggerät. In Fig. 5 ist ein Querschnitt durch einen Kanalisationskanal mit Einsteigschacht und mit einer mit Druckluft arbeitenden Anlage gezeigt.
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mit einer nicht gezeichneten Luftpumpe in ständiger Verbindung ist. Das Rohr b trägt am unteren Ende eine biegsame Leitung, z. B. einen Gummischlauch c und dieser endet in einen Schwimmer d, an dem oben ein Saugkorb e befestigt ist.
Durch den Schwimmer d ist ein Stutzen f hindurchgeführt, der im Saugkorb e mündet, durch den die oberhalb des Schwimmers befindlichen Gase abgesaugt werden können. Der Schwimmer fällt und steigt mit dem Wasserspiegel, so dass der Saugkorb stets dicht über dem Wasserspiegel liegt. Wenn bei Verwendung dieser Einrichtung die Pumpe eine gewisse Zeit, die von dem Rauminhalt des zu entlüftenden Schachtes und der Leistung der Pumpe abhängt, in Betrieb gewesen ist, so besteht eine unbedingte Gewähr dafür, dass der zu enllüftende Raum kaum noch schädliche Gase enthält.
Nach Fig. 3 ist ein senkrecht stehendes Rohr g in einem grossen Teil seiner Länge mit Bohrungen h zum Durchtritt der abzusaugenden Gase versehen. Damit die Gase stets unmittelbar über dem Wasserspiegel abgesaugt werden, ist ausserdem über das Rohr ein Schwimmer i
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bei sinkendem Wasserspiegel nach unten, so überdeckt das Rohr e einen Teil der Bohrungen 7t und gibt nur jene frei, die sich in einem nicht zu grossen Abstande über dem Wasserspiegel befinden (siehe strichpunktierte Stellung in Fig. 3).
Während die beiden vorstehend beschriebenen Einrichtungen ausschliesslich für solche Anlagen bestimmt sind, die sehr häufig befahren werden müssen, wird die Einrichtung nach Fig. 4 überall da angewendet, wo es sich um ein gelegentliches Befahren der Schächte handelt und sich nicht die Verwendung einer festeingebauten Anlage lohnt. Auch hier wird wieder eine nicht dargestellte ortsbewegliche Pumpe benutzt. Diese steht durch die biegsame Leitung 1n mit dem Saugkorb n in Verbindung, der unten einen Schwimmer o trägt und durch diesen gegen Untersinken im Wasser geschützt ist. Wenn mit dieser Einrichtung ein Schacht entlüftet werden soll, so lässt der Arbeiter die mit dem Schwimmer und Saugkorb belastete Leitung soweit hinab, dass der Schwimmer entweder auf der Wasseroberfläche oder auf trockenem Untergrund aufruht.
Dann wird die Pumpe in Betrieb genommen und saugt praktisch den gesamten Rauminhalt des Schachtes ab, wobei selbsttätig von oben frische Luft eintritt.
Wo die Gefahr besteht, dass bei umfangreichen Kanalisationsanlagen beim Absaugen der Luft an einer Stelle schädliche Gase von anderen Stellen her nachdringen und dadurch ein vollkommenes Absaugen der Gase verhütet werden könnte, lassen sich Schieber oder Trennwände verwenden.
Sind Kanäle zu reinigen, die entweder überhaupt keine Abzweigungen haben oder bei denen solche zwar vorgesehen sind und eine Absperrung durch Schieber od. dgl. möglich ist, so kann es sich zuweilen empfehlen, die Gase mit Pressluft herauszudrücken. In der Regel entweichen Gase, die leichter als die Luft sind, selbsttätig durch die in allen Kanalisationbauwerken vorhandenen Entlüftungseinrichtungen. Es handelt sich also auch bei einer Belüftung der Kanäle durch Druck-oder Pressluft im wesentlichen um die Entfernung der schweren über dem Wasser oder auf der Sohle der trockenen Gruben lagernden Gase. An der Stelle, von der aus die frische Pressluft zugeführt werden soll, wird eine zweckmässig biegsame Leitung von oben eingeführt.
Die Einführungsöffnung wird abgedeckt und die Luft wird erfindunggemäss wenigstens einem auf einem Schwimmer befestigten Strahlrohr zugeleitet, dessen Mündung so eingestellt wird, dass sie in die Längsachse des zu reinigenden Eanalisationsbauwerkes fällt. Tritt dann die Pressluft von oben in das Bauwerk ein, so streicht sie unmittelbar über dem Wasser oder der trockenen Grubensohle entlang und drückt die schweren Gase restlos heraus.
Gemäss Fig. 5 steht der Kanal p, der entweder überhaupt keine Abzweigungen aufweist oder dessen Abzweigungen verschlossen werden können, durch den Einsteigschacht g mit der Strasse in Verbindung. In diesen Schacht wird nun von oben eine zweckmässig biegsame Leitung ?'eingeführt, die im Deckel s abgedichtet und an ein Strahlrohr t angeschlossen ist,
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welches auf einem Schwimmer u ruht. Der Schwimmer sorgt dafür, dass sich die Mündung des Stahlrohres t immer dicht über der Wasseroberfläche befindet. Wird nun Pressluft von oben zugeführt, so bläst ein kräftiger Luftstrom in der angegebenen Pfeilrichtung durch den Kanal p und treibt dabei die schweren über dem Wasser lagernden Gase zu der nächsten Öffnung, z. B. einem Einsteigschacht, heraus.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Beseitigung von schädlichen Gasen aus Räumen mit in der Höhe ver- änderlichem Wasserspiegel, insbesondere aus Kanalisationsbauwerken, dadurch gekennzeichnet, dass die Gase unmittelbar über dem Wasserspiegel unter Verwendung einer selbsttätig dem Wasserspiegel folgenden Einrichtung entfernt werden.