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Bremsanordnung für elektrische Schienenfahrzeuge, Den Gegenstand der Erfindung bildet eine weitere Ausbildung der Bremsanordnung nach dem Stammpatent. Nach diesem Patent ist eine Zugmagnetanordnung vorgeschen, die von den Bremsströmen der Motoren oder Motorgruppen des Fahrzeuges durchflossen wird und die, wenn einer der beiden Bremsströme unter ein gewisses Mass sinkt, ein Organ betätigt, das eine mechanische Bremsung 'jener Achse bewirkt, die mit dem mangelhaft elektrisch bremsenden Motor zusammenhängt. Beim Betrieb eines solchen Fahrzeuges treten nun bei Vornahme einer elektrischen Bremsung häufig Sehwankungen der Bremsströme auf, ohne dass die Bremsstromkreise irgendwie beschädigt wären, und es ist unerwünscht, dass bei solchen betriebsmässigen Schwankungen der Bremsströme schon die mechanische Hilfsbremsung in Tätigkeit tritt.
Nach der Erfindung werden daher Anordnungen vorgesehen, durch die
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stromstärke der zugthörigen Motorgruppe einen gewissen Betrag unterschreitet. Erst wenn somit der
Bremsstrom eines Kreises unter ein bestimmtes Mass sinkt, das unter den betriebsmässigen Schwankungen des Bremsstromes liegt, wird die Hilfsbremsung betätigt. Eine solche Anordnung kann durch eine Halte- vorrichtung für das die mechanische Bremsung bewirkende mit der Zugmagnetanordnung verbundene Organ gebildet werden, welche Vorrichtung das Bremsorgan erst freigibt, wenn die Bremsstromstärke der zugehörigen Motorgruppe unter den genannten Betrag sinkt.
Das angestrebte Ziel kann ferner bei der Ausführungsform nach dem ersten Zusatzpatente Nr. 117800 dadurch erreicht werden, dass die Wirkung der im Bremssinne wirkenden Solenoide auf das Bremsorgan gegenüber der Wirkung der im Lösesinne wirkenden Solenoide dadurch herabgesetzt wird, dass die Stromstärke oder die Windungszahl in ihnen niedriger gehalten wird als bei den im Lösesinne wirkenden Solenoiden bzw. dass sie an dem Bremsorgan mit einem kleineren Hebelarm als diese Solenoide angreifen.
Fig. l zeigt das Schaltungsschema der erfindungsgemässen Anordnung in einer beispielsweisen Ausführungsform, u. zw. in Anwendung auf die Bremsanordnung nach Patent Nr. 117800. Diese Anordnung ist aber ebenso auf die Ausführung nach dem Stammpatent Nr. 114794 anwendbar. Die beiden
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der Solenoide. Der Einfachheit wegen sind getrennte Bremsstromkreise gezeichnet, obwohl diese auch in bekannter Weise miteinander in Zusammenhang stehen können. In die Solenoidpaare 51, 61 und 52, 62 ragen die auf den Bremshebeln 71, 72 sitzenden Kerne 31, 32 hinein. Fumer sind Anschläge 11, 12 für die Bremshebel vorgesehen, gegen welche diese durch die Federn 23, 24 gezogen werden.
Die Bremshebel 71 und 72 sind nun mit Gabeln 9 bzw. 10 versehen, in welche die hakenförmigen Enden von Hebeln 1. 3 bzw. 14 hineinragen, die bei 15 bzw. 16 im Wagen drehbar gelagert sind. Diese Hebel werden durch die Federn 17 bzw. 18, die in der Öffnungsriehtung wirken, beeinflusst, während in der Sperrichtung in den Brenis ; tromkreisen liegende Solenoide 19 bzw. 20 wirken.
Ist der Bremsstrom oberhalb eines bestimmten Mindestmasses, wie dies bei dem Motor 2 ange-
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seits mit seiner Gabel 10 an der Nase des Hebels 14 an, so dass er bei Schwankungen der Erregung der Solenoide 52 und 62 nicht bewegt werden kann.
Fällt der Bremsstrom unter das erwähnte Mindestmass, wie dies beim Motor 1 vorausgesetzt sei, so fällt auch die Erregung des zugehörigen Solenoides 19 so stark, dass die Feder 17 überwiegt und den Hebel 13 aus der Gabel 9 zieht. Unter dem Einfluss des ungeschwächt erregten Solenoides 61 wird dann der Bremshebel 71 in der Bremsriehtung verdreht und die zu dem Motor 1 gehörige Achse mechanisch gebremst.
Sieht man die Anordnung nach der Erfindung bei einer Ausführung nach dem Stammpatent Nr. 114794 vor, so kann man mit Rücksicht darauf, dass das Bremsorgan durch den Sperrhebel bei
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Solenoid 51 bzw. 62 der Zugmagnetanordnung verzichten und dieses Solenoid durch eine Zugfeder ersetzen. Fig. 2 zeigt die in Betracht kommenden Teile der linken Hälfte der Anordnung nach Fig. 1 bei der das Solenoid 51 durch die Zugfeder 25 ersetzt ist.
Fig. 3 zeigt verschiedene weitere Anordnungen, die für eine Anlage entsprechend dem Patent Nr. 117800 geeignet sind und alle den Zweck verfolgen, die Betätigung der mechanischen Bremsung zu verzögern, so dass diese nicht schon bei jedem kleinen Abfall des Bremsstromes in einem Bremsstrom- kreis, sondern erst bei beträchtlicher Verminderung dieses Stromes in Tätigkeit tritt. In Fig. 3 sind der einfacheren Darstellung wegen alle diese erfindungsgemässen Anordnungen vereint bei einer Anlage gezeichnet, obwohl man bei der praktischen Ausführung im allgemeinen nur eine davon verwenden wird.
Fig. 3 zeigt die linke Hälfte einer Bremsanlage nach dem oben genannten Patent. Um den Einfluss des die Bremsung bewirkenden Solenoides 61 gegenüber dem die Lösung bewirkenden Solenoid 51 herabzusetzen, greifen die den beiden Solenoiden zugeordneten Kerne 84 und 83 mit verschieden grossen Hebelarmen am Bremshebel 71, u. zw. an den Stellen 86 und 85 an. Der dem Solenoid 61 zugeordnete Hebelarm ist dabei der kleinere.
Dieselbe Wirkung kann nach der Erfindung auch dadurch erzielt werden, dass man das die Lösung bewirkende Solenoid 51 mit einer grösseren Windungszahl ausstattet als das Solenoid 61, wie dies ebenfalls in Fig. 3 dargestellt ist.
Endlich kann man die Wirkung der die Bremsung herbeiführenden Solenoide dadurch verringern, dass man den sie durchfliessenden Strom kleiner hält als den die andern Solenoide durchfliessenden Strom. Fig. 3 zeigt dies für das dem rechten nicht dargestellten Bremshebel zugeordnete Solenoid 52, dem ein Solenoid 88 parallelgeschaltet ist, das auf einen Bremshebel87 einwirkt, der in normalem Betriebszustande bremsend wirkt. Man sieht, dass zwar das Solenoid 51 vom gesamten Bremsstrom durchflossen ist, das Solenoid 52 jedoch nur von einem Teilbetrag des Bremsstromes, da der übrige Teil das Solenoid 88 durchfliesst. Ebenso muss natürlich der das Solenoid 61 durehfliessende Strom verringert werden.
Die Anordnungen nach der Erfindung können natürlich auch dann angewendet werden, wenn das durch sie beeinflusste Bremsorgan nicht unmittelbar, wie in den Zeichnungen dargestellt, die mechanische Bremsung bewirkt, sondern wenn dieses Bremsorgan, wie dies im Stammpatent beschrieben ist, die mechanische Bremsung mittelbar herbeiführt.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Bremsanordnung für elektrische Schienenfahrzeuge nach Patent Nr. 114794, dadurch gekennzeichnet, dass für das die mechanische Bremsung bewirkende, mit der Zugmagnetanordnung verbundene Organ eine Haltevorrichtung vorgesehen ist, die das Bremsorgan erst freigibt, wenn die Bremsstrom-
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