AT120382B - Verfahren zur Herstellung von Gußeisen mit hohen Festigkeitseigenschaften. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Gußeisen mit hohen Festigkeitseigenschaften.

Info

Publication number
AT120382B
AT120382B AT120382DA AT120382B AT 120382 B AT120382 B AT 120382B AT 120382D A AT120382D A AT 120382DA AT 120382 B AT120382 B AT 120382B
Authority
AT
Austria
Prior art keywords
melt
furnace
high strength
cast iron
production
Prior art date
Application number
Other languages
English (en)
Inventor
Karl Emmel
Original Assignee
Karl Emmel
Priority date (The priority date is an assumption and is not a legal conclusion. Google has not performed a legal analysis and makes no representation as to the accuracy of the date listed.)
Filing date
Publication date
Application filed by Karl Emmel filed Critical Karl Emmel
Application granted granted Critical
Publication of AT120382B publication Critical patent/AT120382B/de

Links

Landscapes

  • Vertical, Hearth, Or Arc Furnaces (AREA)
  • Refinement Of Pig-Iron, Manufacture Of Cast Iron, And Steel Manufacture Other Than In Revolving Furnaces (AREA)

Description


   <Desc/Clms Page number 1> 
 



  Verfahren zur Herstellung von Gusseisen mit hohen Festigkeitseigenschaften. 



   Zusatzpatent zum Patente Nr. 113306. 



   Eingehende Versuche haben den Nachweis erbracht, dass die nach dem Verfahren des Patentes Nr. 113306 hergestellte, auf   Stahlschmelztemperatur   erhitzte und niedrig gekohlte Schmelze, die-   vergossen - Gussstücke mit   besonders hohen Festigkeitswerten ergibt, die Eigenschaft besitzt, diese hohen Festigkeitswerte auch dann beizubehalten, wenn man sie   nachträglich aufkohlt.   



   Die Erfindung benutzt diese Erkenntnis, um nun-auf der Erfindung des genannten Patentes weiterbauend und von dessen Erzeugnis ausgehend-auch solche besonders hochwertige Gusserzeugnisse herzustellen, die neben hohen Festigkeitswerten auch noch eine besonders günstige Bearbeitungsfähigkeit besitzen sollen. 



   Das vorliegende Verfahren besteht darin, dass man zunächst, entsprechend dem Verfahren des Stammpatentes Nr. 113306, aus etwa 50% oder mehr   kohlenstoffarmem   Eisen und Roh-oder Brucheisen oder ausschliesslich aus kohlenstoffarmem Eisen mit entsprechenden   Zuschlägen   (Silizium, Mangan   usw.)   und nur mit der für das Umschmelzen von Grauguss üblichen Koksmenge von etwa 10 bis 12% und den dieser Koksmenge entsprechenden Windmenge eine überhitzte Schmelze mit etwa   2-3% Kohlenstoff   herstellt und diese nachträglich auf einen höheren Kohlenstoffgehalt (beispielsweise 3-4 bis 3-6%) aufkohlt. 



   Ausser der günstigen   Bearbeitungsfähigkeit,   die nicht etwa durch Verlust von sonstigen Festigkeitseigenschaften erkauft wird, wird hiebei noch der weitere Vorteil erreicht, dass diese nachträgliche Kohlenstoffanreicherung den Erstarrungspunkt der Schmelze herabsetzt und die Vergiessbarkeit günstig beeinflusst. 



   Das Verfahren lässt sich erfindungsgemäss in einfacher Weise auch beispielsweise innerhalb desselben Kupolofens ausführen, der zum Niederschmelzen der Beschickung gedient hat, indem man die   nachträgliche   Aufkohlung der überhitzten Schmelze im unteren Teile-dem sogenannten Sumpfdes Kupolofens durch den sich ständig aus dem Satzkoks ergänzenden Füllkoks erfolgen lässt. Dabei kann der Aufkohlungsgrad durch Regelung der Aufkohlungszeit oder der Badhöhe in dem Schmelzgutsammelraum eingestellt werden oder auch durch eine Veränderung der Höhe der sogenannten Schmelzzone. 



   Es ist zwar schon vorgeschlagen worden, einen vorherdlosen Kupolofen mit tiefem Sumpf in der Weise zu betreiben, dass man zuerst den Füllkoks durch Blasen von oben nach unten in Glut bringt und nun zunächst Gussbruch niederschmilzt, der am Boden des Sumpfes eine wegen ihres höheren Kohlen-   stoffgehalte ? weniger leicht erstarrende flüssige Gusseisenschichte   vor dem Abstichloch bilden soll ; erst dann soll die eigentliche, überwiegend aus   Stahlschrott   bestehende Beschickung niedergeschmolzen werden.

   Bei Befolgung dieses Vorschlages müsste auch-ähnlich wie bei der zuletzt genannten Ausführungsform des Verfahrens dieser Erfindung-im Sumpf eine Aufkohlung der Stahlschmelze eintreten, die jedoch von den Urhebern des Vorschlages nicht vorausgesehen oder festgestellt worden ist ; denn sonst wäre die Sorge vor dem Einfrieren des Bades vor dem Stichloch nicht erklärlich. Dass den Urhebern des Vorschlages nicht das Ziel der   Schmelzüberhitzung   oder die Herstellung einer Schmelze besonders guter   Vergiessbarkeit vorgeschwebt hat, ergibt sich   ebenfalls aus der Angst vor dem Erstarren der Schmelze bereits im Ofen.

   Der bekannte Vorschlag bezweckt vielmehr lediglich eine Verbilligung des in erster Linie für ein   anschliessendes   Bessemerverfahren bestimmten Einsatzes, ohne dass eben die Erkenntnis vorlag, welchen Wert die der nunmehr vorliegenden Erfindung zugrunde liegenden Gedanken gerade für die Herstellung besonders hochwertiger Gussstücke besitzen. 

 <Desc/Clms Page number 2> 

 



   Bei einer besonderen   Ausführungsform   des vorliegenden Verfahrens verwendet man eine Kupolofenanlage, bei der der eigentliche Kupolofen unterhalb der Düsen mit einem Füllkoks enthaltenden . Schmelzgutsammelraum versehen ist, ähnlich wie ein vorherdloser Ofen ; in besonderen Fällen kann man hiebei zusätzlich noch einen Vorherd vorsehen, in den die im Ofensumpf gesammelten Schmelzen abgestochen werden können. 



   Das Verfahren wird z. B. in der Weise ausgeübt, dass man die oberhalb der Düsen anfallende, auf Stahlschmelztemperatur erhitzte und niedriggekohlte Schmelze vor ihrem Eintritt in den Vorherd den kokserfüllten Schmelzgutsammelraum unter Aufkohlen   durchfliessen   lässt. Auch in diesem Falle kann man den Aufkohlungsgrad der Schmelze durch Veränderung der Badhöhe im Schmelzgutsammelraum einstellen. Bei längerem Verweilen der Schmelze in dem als Aufkohlungsraum dienenden Ofensumpf oder bei langsamerem Durchfliessen desselben wird die Schmelze einen höheren Kohlenstoffgehalt erhalten als bei kürzerem Verweilen oder grösserer   Fliessgeschwindigkeit.   
 EMI2.1 
 Sumpfes verschieden hoch mit hiezu geeigneten Stoffen (Sand, feuerfesten Steinen usw.) auffüllt, so dass die Ofensohle die jeweils günstigste Höhenlage erhält. 



   Die   nachträgliche   Aufkohlung der niedriggekohlten und daher aus den im Stammpatent angegebenen Gründen tatsächlich in den Genuss der Ofenhöchsttemperaturen gekommenen Schmelze kann auch im wesentlichen oder zusätzlich zu den oben beschriebenen Massnahmen dadurch zustande gebracht werden, dass man für eine verhältnismässig hohe Schichte höchster Temperatur im Kupolofen sorgt, oberhalb deren und in deren oberster Teilschichte sich der eigentliche Schmelzvorgang für das eingebrachte, niedriggekohlte Eisen vollzieht, u. zw. in einer solchen Weise, dass die entstehende Schmelze Gelegenheit hat, sich auf diese höchsten   Ofentemperaturen   oder wenigstens bis nahe daran zu erhitzen.

   Im Anschluss hieran hat diese so gebildete, niedriggekohlte überhitzte Schmelze sodann in den unteren Teilschichten der künstlich geschaffenen, besonders hohen Schichte höchster Ofentemperatur Gelegenheit zur Aufkohlung, u. zw. gerade bei dieser hohen   Schmelzüberhitzungstemperatur.   Als Mittel zur Beeinflussung der Höhe dieser Schichte heissesten Ofenganges wird vorgeschlagen,   die Winddüsen   in aus andern Gründen wohl schon vorgeschlagener Weise mehrreihig übereinander anzuordnen. 



   Die vorerwähnten Erkenntnisse zeigen erfindungsgemäss dem Fachmann den Weg, wie einerseits durch planmässige Ausnutzung der   Wirkungsmöglichkeiten   einer solchen Zone heissesten Ofenganges eine beherrschbar   nachträgliche   Aufkohlung einer niedriggekohlten überhitzten Schmelze zustande gebracht werden kann und wie man anderseits den endgültigenKohlenstoffgehalt des den Ofen verlassenden Erzeugnisses durch Regeln der Höhe dieser Schichte heissesten Ofenganges unmittelbar beeinflussen kann. 



   Erwähnt sei-noch, dass man eine Regelung der Höhe einer solchen Schichte heissesten Ofenganges auch mit Hilfe einer einzigen Düsenreihe erreichen kann, indem man die in der Zeiteinheit eingeführte   Windmenge-nötigenfalls   unter gleichzeitiger Änderung des   Winddruckes-ändert. Man   kann alsdann durch erhöhte Zufuhr von Wind, bei Beibehalt der üblichen Koksmengen, eine Erhöhung dieser Schichte mit den angegebenen Wirkungen. auf eine Erhöhung des Kohlenstoffgehaltes der als Enderzeugnis anfallenden Schmelze erreichen. 



   Eingehende Versuche im praktischen Dauerbetrieb haben die wirkungsvolle Anwendbarkeit der die Erfindung bildenden Regeln einwandfrei dargetan. Das absolute Mass für die Einzelheiten jeder einzelnen Verfahrensmassnahme muss sich nach den Abmessungen und der Bauart des jeweils benutzten 
 EMI2.2 


Claims (1)

  1. PATENT-ANSPRUCH : Verfahren zur Herstellung von Gusseisen mit hohen Festigkeitseigenschaften gemäss Stammpatent Nr. 113306, dadurch gekennzeichnet, dass die danach hergestellte überhitzte Schmelze mit etwa 2-3% Kohlenstoff entweder im Kupolofen oder ausserhalb desselben auf einen höheren Kohlenstoffgehalt 0amgekohlt wird.
AT120382D 1924-12-09 1928-03-13 Verfahren zur Herstellung von Gußeisen mit hohen Festigkeitseigenschaften. AT120382B (de)

Applications Claiming Priority (2)

Application Number Priority Date Filing Date Title
DE113306X 1924-12-09
DE120382X 1927-03-15

Publications (1)

Publication Number Publication Date
AT120382B true AT120382B (de) 1930-12-27

Family

ID=29403207

Family Applications (1)

Application Number Title Priority Date Filing Date
AT120382D AT120382B (de) 1924-12-09 1928-03-13 Verfahren zur Herstellung von Gußeisen mit hohen Festigkeitseigenschaften.

Country Status (1)

Country Link
AT (1) AT120382B (de)

Similar Documents

Publication Publication Date Title
EP0167895B1 (de) Verfahren und Einrichtung zum Herstellen von Stahl aus Schrott
AT120382B (de) Verfahren zur Herstellung von Gußeisen mit hohen Festigkeitseigenschaften.
DE3626772C2 (de)
CH143451A (de) Verfahren zur Herstellung von Gusseisen mit hohen Festigkeitseigenschaften im Kuppelofen.
DE976573C (de) Verfahren zum Herstellen von Gusseisen mit sphaerolithischem Graphit
DE1237597B (de) Verfahren zum Einschmelzen von Rennluppen, Schwammeisen u. dgl. kuenstlichem Schrottsowie Vorrichtung zur Durchfuehrung des Verfahrens
DE678763C (de) Verfahren zur Beschleunigung metallurgischer Schlackenreaktionen
DE973707C (de) Verfahren zum Herstellen legierter Staehle
DE701466C (de) Verfahren zum Herstellen von Gusseisen im Giessereischachtofen
DE724643C (de) Verfahren zur Herstellung von Thomasschlacke mit hohem Gehalt an ammoncitratloeslicher Phosphorsaeure
DE767717C (de) Verfahren zur Gewinnung von Baustoffen aus glasig erstarrenden Stoffen, insbesondereaus huettenmaennischen Schlacken
DE900457C (de) Erschmelzen eines fuer die Herstellung von Kokillen geeigneten Gusseisens im Giessereischachtofen
DE556373C (de) Verfahren zur Herstellung von Gussstuecken fuer hitzebeanspruchte Gegenstaende
DE652585C (de) Verfahren zur Herstellung von Eisen mit einem Kohlenstoffgehalt von etwa 2% und darunter im Giessereischachtofen
DE335715C (de) Verfahren zur Herstellung von Thomasroheisen fuer den basischen Konverter
AT23796B (de) Verfahren zur Desoxydation von Flußeisen, Flußstahl u. dgl.
AT70374B (de) Verfahren zur Herstellung von Gußeisen im Kupolofen durch Zusammenschmelzen mehrerer Eisensorten von verschiedenem Kohlenstoffgehalt.
DE411476C (de) Verhuetung der Oxydation von Metallschmelzen
DE879110C (de) Giessrinne und Verfahren zur Durchfuehrung metallurgischer Reaktionen, z. B. zum Frischen von Roheisen
AT160637B (de) Verfahren und Vorrichtung zum kontinuierlichen Vor- und Fertigfrischen von Roheisen.
DE302358C (de)
DE400138C (de) Verfahren zur Herstellung von Legierungen aus Metallen der Eisen- und Chromgruppe mit Silizium
DE888394C (de) Verfahren zum Frischen von Metallschmelzen
DE670882C (de) Verfahren und Vorrichtung zum Verkoken von Kohle in mehreren getrennten Beheizungsstufen
DE306482C (de)