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Vorrichtung zur Behandlung von Flüssigkeiten mit Gasen unter Druck.
Die Erfindung bezieht sich auf eine Vorrichtung zur Behandlung von Flüssigkeiten mit Gasen unter Druck.
Es ist für viele technische Zwecke, z. B. für die Lüftung von Hefe bei der Presshefefabrikation erwünscht, Gase, z. B. Luft, in grosser Menge und in äusserst feiner Verteilung durch Flüssigkeiten hindurchzuführen.
Es ist bekannt, zu diesem Zweck Gase, z. B. Pressluft, durch ein Rohrnetz zu leiten, das mit Bohrungen versehen ist und am Boden der Mlüssigkeitsbehälter angeordnet ist. Ausserdem ist bereits vorgeschlagen worden, zu diesem Zweck am Boden des Flüssigkeitsbehälters Hohlräume anzuordnen, deren obere Wandung aus porösem Material, wie z. B. gebrannten Tonplatten, bestand.
Mit diesen Einrichtungen vermag man zwar eine gewisse feine Verteilung der Gase herbeizuführen, jedoch lässt die Regelung der Gaszufuhr, insbesondere die Regelung der Blasengrösse, noch sehr zu wünschen übrig.
Die Vorrichtung gemäss der Erfindung lässt sich in den verschiedensten Zweigen der Technik mit Vorteil anwenden, u. zw. überall da, wo Gase und Flüssigkeiten in engste Berührung miteinander gebracht werden können. So können z. B. mit der Vorrichtung gemäss der Erfindung Gase einer Waschflüssigkeit zugeführt werden, auch einer solchen, dieKörper in Lösung enthält, welche mit den Bestandteilen der Gase in chemische Reaktion treten. Es kann auch mit der Vorrichtung nach der Erfindung eine sehr intensive und regelbare Belüftung von Flüssigkeiten erfolgen, beispielsweise von Flüssigkeiten, die durch Luft regeneriert werden, oder von Gärflüssigkeiten, beispielsweise solchen, die zur Herstellung von Presshefe dienen sollen.
In vielen Fällen ist es unter Benutzung der Vorrichtung gemäss der Erfindung möglich, mit einer sehr einfachen Apparatur grössere Mengen von Flüssigkeiten intensiv mit Gasen zu behandeln.
Gemäss der Erfindung soll das unter Druck stehende Gas, z. B. Luft, den Flüssigkeiten in der Weise zugeführt werden, dass als Luftverteilungsmittel eine dünne, elastische, mit feinen Löchern versehene Wandung benutzt wird, die vorzugsweise aus Kautschuk hergestellt wird. Die Wandung kann verschiedene Form haben. So können im wesentlichen gerade Wände von verhältnismässig grosser Ausdehnung benutzt werden, also beispielsweise eine Schale, die mit einer Gummihaut überspannt ist. Über dieser Gummihaut oder-wandung kann ein Schutznetz, beispielsweise aus Drahtgeflecht oder Drahtgewebe, angeordnet sein, um ein übermässiges oder unregelmässiges Aufblähen der elastischen Haut zu verhindern und die Regelbarkeit der Pofengrösse zu sichern.
Es können auch Einrichtungen getroffen werden, um den Abstand des Schutznetzes von der elastischen Haut zu verändern und damit den Grad des Aufblähens der elastischen Haut nach Wunsch zu verändern.
In vielen Fällen werden zweckmässig Gummirohre oder-schläuche zur Verwendung kommen können. Eine für die Presshefefabrikation besonders geeignete Ausführungsform besteht darin, dass über die üblichen Luitzuleitungsrohre Gummischläuche gezogen sind, die mit einer grossen Anzahl sehr teiner Öffnungen versehen sind. Auch über solchem schlauch-oder rohrförmigen Gummikörper kann, falls gewünscht, ein Schutznetz, das zweckmässig rohrförmig gestaltet ist, angeordnet werden.
Die Löcher können zweckmässig durch Einstechen mit feinen nadelartigen Instrumenten hergestellt werden, etwa unter Benutzung von Perforiervorrichtungen, wie Platten, Walzen od. dgl., die mit einer grossen Zahl von feinen Nadeln besetzt sind.
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Wenn nun derartigen fein gelochten elastischen Wandungen Pressluft zugeführt wird, so dehnen sich die Wandungen bis zu einem gewissen Grade aus. Dadurch werden die Öffnungen vergrössert und die Pressluft vermag durch die zahlreichen feinen Löcher zu entweichen, wobei die Luft sich in eine sehr grosse Zahl von feinsten Bläschen zerteilt, die in der zu behandelnden Flüssigkeit aufsteigen und dabei eine sehr grosse Gesamtberührungsfläche von Gas und Flüssigkeit erzeugen. Man hat es durch Veränderung der Grösse der elastischen Oberfläche, der Zahl der Löcher und des Luftdruckes völlig in der Hand, jede beliebige Belüftung oder Gasführung herbeizuführen.
Ein weiterer besonderer Vorteil der Einrichtung gemäss der Erfindung besteht darin, dass die Gummiwandungen sich sehr leicht reinigen lassen. Zu diesem Zweck kann man die Gummiwandungen leicht abwaschen und gegebenenfalls durch Behandlung mit desinfizierenden Flüssigkeiten oder Wasserdampf bzw. kochendem Wasser leicht und sicher sterilisieren. Dies ist von besonderer Bedeutung bei der Erzeugung einer guten Presshefe, um die Entwicklung schädlicher Bakterien zu verhindern. Im Ruhezustande sind die feinen Öffnungen infolge der Elastizität der Wandung praktisch völlig geschlossen, so dass ein Rücktritt von Flüssigkeit in die Luftleitung auch beim Abstellen nicht eintreten kann.
Die Zusammensetzung der Kautschukmasse richtet sich ganz nach den einzelnen Umständen. In vielen Fällen wird ein guter Weichgummi, vorzugsweise ohne Gewebeeinlage, zweckmässig sein. Die Dicke der Kautschukwand hängt wiederum von dem besonderen Umstande der Verwendung ab, insbesondere auch von dem zur Verwendung kommenden Druck.
In den beiliegenden Zeichnungen sind einige Ausführungsformen der Erfindung beispielsweise dargestellt. Fig. 1 zeigt in Ansicht, teilweise im Schnitt, ein durchlochtes Metallrohr mit überzogenem, perforiertem Gummischlauch. Fig. 2 zeigt in Draufsicht eine ähnliche Anordnung, wobei Metallrohr
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kästen-oder schalenförmigen Körper, über den eine elastische, perforierte Haut mit Schutznetz gespannt ist. Fig. 4 zeigt ein Verteilungssystem mit einem Hauptrohr und sich abzweigenden Nebenrohren, die in ähnlicher Weise wie in Fig. 1 dargestellt ausgebildet sind.
In Fig. 1 ist a ein Metallrohr, das mit einer Anzahl von Durchbohrungen b versehen ist. Über das Metallrohr ist ein Gummischlauch o geschoben, der an den Enden in geeigneter Weise abgeschlossen ist.
Der Gummischlauch ist, wie in der Zeichnung an dem abgebrochenen Ende angedeutet, mit einer grossen Anzahl von feinen Durchbohrungen versehen.
Fig. 2 zeigt die übliche Form eines Schlangenrohres, das im übrigen in gleicher Weise wie bei Fig. 1 beschrieben ausgebildet ist.
Fig. 3 zeigt einen offenen Kasten cl, über den eine perforierte, elastische Haut c2 mittels eines Rahmens od. dgl. e gespannt ist. Über der elastischen Haut ist ein Drahtnetz f angeordnet, das mittels desselben Rahmens e festgehalten werden kann. g ist das Zuführungsrohr für das unter Druck stehende Gas.
In Fig. 4 ist h ein geschlossenes Hauptzuleitungsrohr für das Druckgas, von dem sich Seitenrohre al abzweigen, die ähnlich wie in Fig. 1 mit einer Anzahl von Durchbohrungen bI versehen sind und über die an den Enden in geeigneter Weise verschlossene, perforierte Gummisclläuehe cl geschoben sind.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Vorrichtung zur Behandlung von Flüssigkeiten mit Gasen unter Druck, bei welcher das Gas durch eine mit einer sehr grossen Anzahl feiner Löcher versehene Wandung hindurchgeführt wird, dadurch gekennzeichnet, dass diese Wandung aus dünnem, elastischem Material besteht.