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Lesende Maschine (Maschine mit Gesichtssinneffekt).
Gegenstand der Erfindung ist eine Maschine, welche befähigt ist, durch Wirkung von Strahlenbildern, insbesondere von Lichtstrahlenbildern, gewisse, der Beschaffenheit der Bilder entsprechende Wirkungen zu vollziehen bzw. diese zu steuern oder zu überwachen, also gewissermassen die menschliche Tätigkeit des Lesens und Handelns auf Grund des Gelesenen zu ersetzen, wobei unter Lesen das Wahrnehmen jeglicher Bildeindriieke und das gedächtnismässige Vergleichen des Wahrgenommenen mit den Ergebnissen gleichzeitiger oder früherer Wahrnehmungen verstanden werden soll.
Zur Erreichung des angestrebten Zweckes sieht die Erfindung die Anordnung von infolge von Strahlungen ihr elektrisches Leitungsvermögen ändernden Zellen und Vergleichseinrichtungen vor, welche beim Eintreffen bestimmter, die Zellen beeinflussenden Strahlungen diese entsprechenden Verrichtungen bzw. deren Steuerung oder Überwachung auslösen.
Die Erfindung könnte zur Überwachung jeder beliebigen Maschine herangezogen werden, insbesondere wird sie in Verbindung mit Bureaumaschinen, deren Bedienung bisher immer die Zuziehung des Lesens kundiger Menschen erforderte, ein weites, wirtschaftlich sich lohnendes Verwendungsgebiet finden. Ein weiteres hervorragendes Verwendungsfeld wäre die Heranziehung der Maschine zum Prüfen und Zählen von Wertpapieren, Geldnoten usw. sowie zur Steuerung von Automaten u. dgl.
In der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele der Maschine gemäss der Erfindung in den Fig. 1 und 2 schematisch dargestellt. Fig. 3 dient als Erläuterungsbeispiel.
Fig. 1 zeigt die beispielsweise Ausbildung der Erfindung zur Steuerung des Zählwerkes einer Rechenmaschine. Das mit den zur rechnerischen Auswertung bestimmten Ziffern beschriebene Blatt 1 kommt auf eine Unterlagsplatte 2 derart zu liegen, dass die zu lesende Zahl sich gegenüber einem Objektiv 3 befindet, während eine starke Lichtquelle 4 für intensive Beleuchtung derselben sorgt. Auf der andern Seite des Objektives befindet sich in entsprechender Distanz eine photoelektrische Zelle 5, vor der ein mit den Zahlen 0 bis 9 entsprechenden Schablonenausschnitten versehenes Rad 6 rotiert. Die Schablonenausschnitte sind so gross und entsprechend den Zahlen so geformt und in solchem Abstand von Objektiv 3, dass z. B. das Bild der Zahl 1 genau in den Schablonenausschnitt fällt, sobald dieser an die entsprechende Stelle zu stehen kommt.
Mit diesem Rad 6 verbunden ist ein Kontaktrad 7, welches neun Kontaktmesser 8 besitzt und über eine Bürste 9 Strom erhält. Zwei Kontaktfedern 10 sind gegenüber diesem Kontaktrad derart angeordnet, dass sie mit den Messern 8, sobald dieselben rotieren, leitende Verbindungen herstellen. Von den Kontaktfedern 10 führt eine Leitung 11 zu einem Steuermagnet 12, der, falls er unter Strom gesetzt wird, seinen Anker 13 anzieht und über einen Hebel 14 eine Klinke 15 entgegen der Wirkung einer Feder 16 in ein Schaltrad 17 drÜckt und dasselbe um einen Zahn weiter schaltet. Mit dem Schaltrad 17 verbunden ist ein Zahlenrad 18, welches demgemäss gleichfalls um eine Stelle weiter gedreht wird.
Der Stromkreis der photoelektrischen Zelle 5 umschliesst über einen Niederfrequenzverstärker 39 den Relaismagnet 19, welcher seinerseits den Stromzufluss zur Bürste 9 überwacht. Dreht sich nun das Rad 6, so werden durch die Schablonenausschnitte Lichtstrahlen in wechselndem Ausmasse zur Zelle 5 dringen. Steht der Linse 3 eine unbeschriebene Stelle des Blattes 1 gegenüber, so erhält die Zelle 5 volles Licht. Aber auch eine Ziffer, z. B. 1, wird durch andere Schablonenausschnitte nicht voll erfasst, wie in Fig. 3 beispielsweise am Sehablonenausschnitt der Zahl 2 dargestellt. Es gelangt daher immer noch Licht der weissen Schreibfläche zur Zelle 5. Ein Minimum an Belichtung der Zelle 5 wird aber eintreten, sobald der der abzulesenden Zahl entsprechende Schablonenausschnitt vor der Zelle angelangt ist.
Auf dieses Belichtungsminimum ist das Relais 19 abgestimmt, es wird unter Wirkung der Feder 20 seinen
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Anker 21 abfallen lassen, der das Kontaktstück 22 freigibt und so den Stromzufluss zur Büite 9 unterbricht. Wäre die abzulesende Zahl etwa 1, dann würde zum Zeitpunkt des Abfallen des Relaisankers 21 ein Kontaktmesser 8 die Feder 10 bereits passiert haben, das Zahlenrad 18 wäre durch den dadurch entstandenen Stromkreis um eine Einheit weitergeschaltet worden. Die noch folgenden acht Kontaktmesser 8 würden unwirksam bleiben, da die Stromzufuhr zur Bürste 9 unterbrochen ist. Würde die abzulesende Zahl etwa 3 lauten, dann würden drei Kontaktmesser wirksam geworden sein, das Zahlenrad wäre um drei Einheiten fortgeschaltet worden usw.
Nach jeder Umdrehung des Rades 6 bringen zwei Nocken 23 und 24 die Teile 21 und 22 in die Ausgangslage zurück.
Fig. 2 zeigt eine andere beispielsweise Ausführungsform als Vergleichseinrichtung. Zwei Bilder 25 und 26, etwa ein Banknotenbild als Vorlage und das Bild einer auf Echtheit zu prüfenden Note, werden durch zwei mittels bewegter Spiegel wirkender Bildzerteiler, bekannter Art, 27 und 28 in ihre Bildpunkte zerlegt und Helligkeitsschwankungen von photoelektrischen Zellen 29 und 30 in elektdsehe Strömungen umgewandelt. Der von den Zellen kommende Strom wird durch Verstärker 31 und 32 verstärkt und magnetisiert durch Spulen 33 bzw. 34 eine rotierende Stahlwalze 35. Die Wicklungen der Spulen 33 und 34 sind entgegengesetzt und derart bemessen, dass sich die von ihnen auf der Walze hervorgerufenen Magnetisierungen aufheben. Eine dritte Spule 36 überwacht über einen Verstärker 37 den Steuerstromkreis 38, an den die jeweiligen Maschinensteuerelemente (z.
B. Zähl- oder Anzeigevorrichtungen) angeschlossen sind.
Die Wirkungsweise der Einrichtung ist folgende : Die Zerlegung des Bildes 25 setzt einen Augenblick später ein, als die des Bildes 26, nämlich erst, wenn die durch die Bildpunkte des Bildes 26 hervorgerufenen Magnetisierungen der Walze 35 der Spule 33 sich gegenüber befinden. Stimmen die Bildpunkte der Bilder überein, so tritt eine Aufhebung der Magnetisierung der Walze ein, treffen aber Verschiedenheiten der Bildpunkte ein, dann bleibt Magnetismus auf der Walze 35 erhalten, welcher in der Spule 36 Ströme hervorruft, die in weiterer Folge Steuerwirkungen auslösen.
Diese Anordnung könnte beispielsweise dadurch eine Abänderung erfahren, dass man die Wicklungen der Spulen 33 und 34 auf einer einzigen Spule vereinigt, die dann die Walze 35 nur magnetisch machen würde, wenn die Wicklungswirkungen infolge Ungleichheit der Bildpunkte sich nicht aufheben würden. In diesem Falle müsste die Zerlegung beider Bilder gleichzeitig einsetzen.
Die in Fig. 2 dargestellte Ausführungsform der Maschine könnte unter Weglassung der Spule 36 und Ersetzens der Zelle 30 durch einen Bildregenerator, wie solche beispielsweise aus der Fernbildüber- tragungstechnik bekannt sind, zur Wiedergabe gesehener und gewissermassen aufgespeicherter Bilder dienen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Lesende Maschine (Maschine mit Gesichtssinneffekt) mit infolge von Strahlungen ihr elektrisches Leitungsvermögen ändernden Zellen, gekennzeichnet durch Vergleichseinrichtungen für die Übereinstimmung von Strahlungsbildern, zum Zwecke, bei Übereinstimmung bzw. Nichtübereinstimmung der Vergleichswerte mit Hilfe der lichtempfindlichen Zellen (5, 29, 30) Verrichtungen oder Schaltvorgänge zu bewirken bzw. zu überwachen.