AT116794B - Verfahren zur Herstellung von Metallen bzw. Legierungen, welche strahlenaussendende Substanzen, wie Radium, Mesothorium usw. bzw. deren Verbindungen gasdicht eingeschlossen enthalten. - Google Patents

Verfahren zur Herstellung von Metallen bzw. Legierungen, welche strahlenaussendende Substanzen, wie Radium, Mesothorium usw. bzw. deren Verbindungen gasdicht eingeschlossen enthalten.

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  Verfahren zur Herstellung von Metallen bzw. Legierungen, welche strahlenaussendende Substanzen, wie Radium, Mesothorium usw. bzw. deren Verbindungen gasdicht eingeschlossen enthalten. 



   Bekanntlich werden eine Reihe von Erkrankungen der Haut und des Blutes mit Hilfe von Röntgen- strahlen und von Strahlen der radioaktiven Substanzen (Salze des Radiums und des Mesothors) behandelt. 



   Die Röntgenapparate senden nur eine   Strahlenalt,   u. zw. Gammastrahlen aus und eignen sich besonders zur Bestrahlung grosser Flächen. Die radioaktiven Salze senden drei   Strahlenarten,   nämlich Alpha-,
Beta-und Gammastrahlen, aus und mit ihrer Hilfe kann man auf kleinen Flächen, also ganz lokal,
Wirkungen erzielen. Da Radiumpräparate sehr kompendiös gefasst werden können, kann man sie im
Gegensatz zur Röntgenbestrahlung in Körperhöhlen, also in das Zentrum des Krankheitsherdes, einführen. 



   Gleichwohl ist das Anwendungsgebiet der radioaktiven Substanzen   beschränkt.   Damit sie ihre volle Wirksamkeit entfalten können, müssen radioaktive Salze gasdicht eingeschlossen werden. Nicht das Radium, sondern seine Zerfallsprodukte senden alle drei Strahlengattungen aus, und da das erste
Zerfallsprodukt des Radiums, die Radiumemanation gasförmig ist, können sich die Zerfallsprodukte nur in luftdicht abgeschlossenen Körpern (zugeschmolzene   Glasröhrchen,   verlötete   Metallröhrchen,   sogenannte   Dominiciröhrchen)   ansammeln. Heute wird in der Regel das Radiumsalz in ein Glasröhrchen gefüllt und dieses wird, um es zu   schützen,   in eine verschraubbare Metallhülse gesteckt.

   Da Alpha-und
Betastrahlen nur eine geringe   Durchdringungsfähigkeit   besitzen, gelangen sie infolge der erwähnten
Fassung der Radiumsalze überhaupt nicht zur Wirkung und diese Röhrchen   (Dominiciröhrchen)   senden praktisch, ähnlich wie Röntgenröhren, nur Gammastrahlen aus. 



   Die obenerwähnten   Dominiciröhrehen   nehmen trotz ihrer   kompendiösen Fassung häufig doch   so viel Raum ein, dass ihre Verwendung im Zentrum der erkrankten Stelle ausgeschlossen ist. Es ist z. B. unmöglich, solche Röhrchen mit einem Aussendurchmesser von   0'2-0'5'mu   in widerstandsfähiger
Form herzustellen und mit der nötigen Radiummenge zu füllen. Und doch sind solche minimale Dimen- sionen nötig, wenn man beispielsweise Radium in die Wurzelkanäle erkrankter Zähne einführen will. 



   Gelingt es, die strahlende Substanz so zu fassen, dass bei gasdichtem Abschluss die Strahlen nur   0'l-0'2 mm Schicht   der schützenden Hülle oder noch weniger zu durchdringen haben, so ist dadurch die Strahlenwirkung der gleichen Radiummenge um ein Vielfaches erhöht. Von   100%   Strahlen des
Radiums sind über   90%   Alphastrahlen, zirka 6-7% Betastrahlen und der kleine Rest, weniger als   3%,   sind Gammastrahlen, und nur dieser kleine Bruchteil wird heute ausgenützt. 



   Bei den sogenannten   Fläehenträgern   wird das   Radium-oder Mesothoisalz   mittels Lack auf dünne
Metallplatten oder auf einer Textilunterlage befestigt. Der Abschluss ist nicht gasdicht, die Präparate sind nicht lange haltbar ; denn weder Gewebe noch Lack widerstehen auf die Dauer der Strahlung. 



   Weder   Dominiciröhrchen   noch Flächenträger können gründlich desinfiziert, d. h. in siedendem
Wasser ausgekocht werden. 



   Alle diese Übelstände werden durch vorliegende Erfindung behoben. Es wurde gefunden, dass Metalle oder Legierungen, die mit strahlenaussendenden Substanzen, wie Radium, Mesothorium oder deren chemischen Verbindungen, insbesondere Salzen, in innige Berührung gebracht und hierauf einer mechanischen oder mechanisch-thermischen Behandlung durch Walzen, Hämmern, Ziehen, Erhitzen unterzogen werden, sich mit den strahlenaussendenden Substanzen vollkommen gasdicht vereinigen. 



   Werden die so behandelten Metalle bzw. Legierungen dann beispielsweise zu dünnen Drähten (0'2-0'4mm) ausgezogen oder Häkchen daraus geformt oder eventuell zu ganz dünnen Metallplatten gewalzt, so werden Beta-und Gammastrahlen gar nicht und Alphastrahlen nur zu wenigen Prozenten zurückgehalten. 



   Für die oben angeführten medizinischen Zwecke handelt es sich hauptsächlich um die gasdichte Vereinigung der strahlenaussendenden Substanzen mit nicht-oder schweroxydierbaren Metallen, am besten Edelmetallen, wie Gold oder Platin. Es können aber auch für verschiedene Spezialzwecke die meisten andern Metalle in ähnlicher Weise behandelt weiden. 



   Nachstehende Beispiele sollen einige Ausführungsformen der Erfindung darlegen, ohne damit die Anwendungsmöglichkeiten derselben zu erschöpfen. 



   Beispiel 1. Die mit strahlenaussendenden Substanzen, wie Radium, Mesothorium oder deren chemischen Verbindungen, gasdicht zu vereinigenden Metalle bzw. Legierungen werden zunächst zu feinen   : Blättchen,   Drähten usw. ausgewalzt, gehämmert oder gezogen und auf dieselben wird dann die strahlenaussendende Substanz oder deren chemische Verbindungen mit oder ohne Bindemittel möglichst gleichmässig verteilt, in der gewünschten Menge aufgebracht. Nunmehr werden die   Blättchen,   Drähte usw. eingerollt und durch Walzen, Hämmern, Ziehen intensiv durchgearbeitet, bis eine vollkommen gleichmässige Verteilung und gasdichte Vereinigung der strahlenden Substanz mit den betreffenden Metallen respektive Legierungen erfolgt ist.

   Das erhaltene Produkt wird dann, beispielsweise für Zwecke der Zahn- 

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 gar nicht, die Alphastrahlen nur im   geringsten Masse zurückgehalten weiden.   



   Ein weiterer Vorteil dieser Produkte ist der, dass dieselben verhältnismässig hohen Temperaturen widerstehen und ohne Verlust an wertvollen Substanzen ausgekocht, ausgeglüht und desinfiziert werden können, und endlich je nach der Natur des Grundmetalls oder der Legierung widerstandsfähig gegen Säuren, Alkalien usw. sind. 



   Beispiel 2. Die mit den strahlenaussendenden Substanzen zu vereinigenden Metalle oder Legierungen werden auf hohe, jedoch unter deren Schmelzpunkt liegende Temperatur erhitzt und mit ihnen   dann die strahlenaussendenden Substanzen, wie Radium, Mesothoriumbzw. deren chemische Verbindungen,   insbesondere Salze, eventuell zusammen mit Zusätzen von reduzierend wirkenden organischen Substanzen, wie Glyzerin, Zucker, Zitronensäure, Weinsäure usw., in unmittelbare Berührung gebracht. Die Einverleibung wird dann durch Walzen, Ziehen, Hämmern befördert. 



   Die strahlenden Substanzen vereinigen sich mit den betreffenden Grundmetallen bzw. Legierungen und bilden damit Legierungen, welche wieder, wie im Beispiel 1 angegeben, auf mechanischem Wege in für ihre Verwendungszwecke geeignete Formen, z. B. dünne Drähte, Blättchen usw., übergeführt werden können. 



   Die vorstehend dargelegten beispielsweisen AusfÜhrungsformen der vorliegenden Erfindung können selbstverständlich auch untereinander kombiniert werden um für spezielle Anwendungszwecke besonders geeignete Produkte zu erhalten. So kann man z. B. massive   Bestrahlungskorper   dadurch erhalten, dass man auf die gewünschten Formen radioaktive Blättchen, welche man nach einem der oben geschilderten Verfahren gewonnen hat, auflötet. 



   Die Einverleibung der radioaktiven Substanz in das Metall oder in die Legierung erfolgt jedoch immer unter der Schmelztemperatur des Metalls oder der Legierung, so dass diese sich in starrem und nicht in geschmolzenem oder halbgeschmolzenem bzw. plastischem Zustand befindet, und unterscheidet sich von dem in der französischen Patentschrift   NI'.   455 354 beschriebenen Verfahren dadurch, dass nach 
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 granuliert oder in Pastenform gebracht und dann zusammen mit den ähnlich vorbereiteten radioaktiven Substanzen erhitzt bzw. geschmolzen werden. 



   PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Herstellung von Metallen bzw. Legierungen, welche strahlenaussendende Substanzen, wie Radium, Mesothorium usw. bzw. deren Verbindungen, gasdicht eingeschlossen enthalten. dadurch gekennzeichnet, dass strahlenaussendende Substanzen mit den Metallen oder Legierungen durch Walzen, Ziehen, Hämmern, eventuell in Verbindung mit einer gleichzeitigen Erhitzung, jedoch unter der Schmelztemperatur der Metalle bzw. Legierungen, oder durch Kombination einzelner dieser Hilfsmittel untereinander vereinigt werden.

Claims (1)

  1. 2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass auf Metallen bzw. Legierungen in massiver Form strahlenaussendende Substanzen, wie Radium, Mesothorium usw. oder chemische Verbindungen dieser Substanzen, gleichmässig verteilt und hierauf zusammen mit den Metallen bzw. Legierungen einem-eventuell wiederholten-und eventuell unter Erhitzung unter der Schmelztemperatur der Metalle bzw. Legierungen durchgeführten Walz-, Hämmer-, Ziehprozess oder einer Kombination dieser Prozesse unterzogen werden.
    3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die strahlenaussendenden Substanzen, wie Radium, Mesothorium oder chemische Verbindungen derselben, gemischt mit organischen, reduzierenden Substanzen, wie Zucker, Weinsäure usw., den vorher unter der Schmelztemperatur erhitzten Metallen bzw. Legierungen zugesetzt und mit diesen zusammen dem Walz-, Zieh-oder Hämmerprozess nach Anspruch 1 unterworfen werden.
AT116794D 1926-09-29 1926-09-29 Verfahren zur Herstellung von Metallen bzw. Legierungen, welche strahlenaussendende Substanzen, wie Radium, Mesothorium usw. bzw. deren Verbindungen gasdicht eingeschlossen enthalten. AT116794B (de)

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