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Verfahren nnd Vorrichtnng zur Hersteilung von Probekissell ans Fasermaterial fiir die Färberei.
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Herstellung solcher Probekissen.
Wenn eine Schicht von losen Textilfasern gefärbt werden soll, ist es für den Färber notwendig. von Zeit zu Zeit Proben zu entnehmen, um den Fortschritt der Färbung und auch die verschiedenen Faktoren festzustellen, welche beim Färben nach dem orteil des Färbers durch Vergleich mit jenen Proben verändert werden müssen. Unter bestimmten Bedingungen können während des Färbens ganz plötzliche Veränderungen der Färbung eintreten. so dass es wünschenswert ist. ein Verfahren zu besitzen,
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zu beobachten ist, oder zu kleinen Mengen aus einer jeden von verschieden gefärbten Schichten stammt, wenn vorbestimmte Mischungen zu vergleichen oder deren Effekte zu beurteilen sind.
Gemäss dem Handverfahren besteht der erste Schritt bei der Herstellung der Probekissen in der Answägung einer geeigneten Fasermenge, u. zw. entweder von der einen Farbe oder einer Mischung, in dem Anfeuchten dieser Fasern mit Seife oder Seifenwasser und in der Verarbeitung des Materials, indem man es zwischen den Handflächen so lange verreibt, bis sich die Fasern unter Bildung eines Kissens von der erforderlichen Abmessung verfilzen.
Um Kissen von annähernd gleichmässiger Abmessung und Dicke herzustellen, ist eine grosse Geschicklichkeit erforderlich, wobei eine wirkliche Gleichmässigkeit von Hand niemals erreicht wird. so dass die Probekissen für Vergleichszwecke nicht zuverlässig sind, besonders wenn. wie es oft der Fall ist, die Kissen nicht gleichmässig getrocknet wurden. Dieses Herstellungsverfahren ist ferner ausserordentlich mühsam und so zeitraubend, dass es nicht verwendbar ist. wenn die Proben in rascher Folge gezogen werden müssen.
Gemäss der Erfindung wird zunächst eine geeignete Fasermenge ausgewogen, gpwöhnlieh etwa 1 g, welche hinreichend ist. um ein Kissen der üblichen Grösse herzustellen : falls die Proben zur Beurteilung der Wirkungen einer Mischung bestimmt sind. werden von den verschieden gefärbten Materialschichten gleiche Teile entnommen, um die erwünschte Mischung herzustellen, wobei diese Teile vorzugsweise mit Hilfe einer Handkarde kardiert werden. bis die verschieden gefärbten. Anteile gleichmässig vermischt sind. Nunmehr wird die so hergestellte Faserlunte in eine mehr oder weniger zylindrische Masse gewalzt und dann in eine Hohlzylinderform eingesetzt, welche vorzugsweise durchlöchert Wände besitzt.
Die Fasermasse wird nunmehr auf ein geringes Mass verdichtet, indem sie in der Form gepresst wird, so dass die Fasern in gewissem Masse sich verfilzen, so dass die Masse beim Herausnehmen aus der Form ihre im allgemeinen zylindrische Gestalt beibehält.
Die zylindrische Fasermasse wird nun vorzugsweise mit einer geeigneten Flüssigkeit, z. B. Seifenwasser, angefeuchtet und in einen offenen zylindrischen Behälter eingesetzt. dessen Innendurehmesser gleich dem des gewünschten Probekissens ist. Die Masse wird unter axialer Pressung, zweckmässig durch Auflegung eines Gewichts auf ihre obere Fläche, gebracht, während die untere Fläche der verfilzenden
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Wirkung einer Reibscheibe unterworfen wird, die zugleich einen Abschluss für das untere Zylinderende bildet. Dieser Reibscheibe wird vorzugsweise eine Bewegung erteilt, welche sieh aus einer Dreh- und einer hin und her gellenden Bewegung zusammensetzt ; die Reibscheibe oder Platte hat einen Belag aus elastischem Material, z. B.
Gummi, welcher sieh mit hinreichend grossem Druck gegen die Unterkante des Behälters anlegt, um einen Austritt der Fasern zwischen ihr und der Kante zu verhindern. Diese Verfilzungs-
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bierender Luft dagegen bläst, wobei die durchloehte Unterlage das Durchströmen der Luft durch die ganze Dicke des Kissens erleichtert und mithin eine gleichmässige Trocknung ermöglicht. Infolge der mechanischen Genauigkeit, mit welcher das Probekissen so hergestellt wird, ist dieses in hohem Masse zu Verwendung bei Vergleichsversuehen mit ähnlich hergestellten Kissen geeignet und zuverlässig.
In den Zeichnungen sind gewisse Verfahrensstufen unter Bezugnahme auf eine bevorzugte Ausbildungsform der Vorrichtung veranschaulicht.
Fig. 1 zeigt eine bandähnliche Lunte des kardierten Fasermaterials, z. B. Wolle, aus welchem das Probekissen hergestellt werden soll. Fig. 2 zeigt im Schaubild eine spiralförmige Aufwicklung dieser Lunte. Fig. 3 stellt die Seitenansicht einer Form dar, welche zur anfänglichen Verdichtung des Fasermaterials unter Bildung einer zylindrischen Masse dient, wobei ein Teil des Gehäuses weggebrochen ist, so dass man die komprimierte Fasermasse und den darauf lastenden Stempel erkennen kann.
Fig. 4 stellt eine Seitenansicht des Stempels dar, Fig. 5 eine Seitenansicht der zylinderförmigen und verdichteten Fasermasse, wie sie mittels der Vorrichtung gemäss Fig. 3 gewonnen wird, Fig. 6 eine Teilansicht im senkrechten Schnitt durch eine Vorrichtung, mittels welcher die Verfilzung der in Fig. 5 dargestellten Fasermasse bewirkt wird, Fig. 7 einen senkrechten Schnitt durch die gesamte Anordnung der Verfilzungseinrichtung, Fig. 8 ihren Grundriss, Fig. 9 eine Seitenansicht einer Belastungsvorrichtung. welche bei der Vorrichtung gemäss Fig. 7 zur Verdichtung des Materials während der Verfilzung geeignet ist.
Fig. 10 ist eine Seitenansicht und Fig. 11 eine Draufsicht auf das fertige Musterkissen nach erfolgter Verfilzung, Fig. 12 eine etwas schematische, teilweise geschnittene Darstellung der Troekenvorrichtung.
Eine bandähnliche Lunte 1 aus Wolle oder einem andern Fasermaterial kann durch Vermischung geringer Mengen von Fasern mit verschiedenen Eigenschaften hergestellt werden, z. B. von verschiedener Farbe.
Diese Lunte wird nunmehr etwa durch spiralförmiges Zusammenwickeln (Fig. 2) zu einer Scheibe geformt und in einen zylindrischen Behälter 3 eingesetzt, der unten'offen ist und in dessen Seitenwand Löcher 4 vorgesehen sind, um den Austritt der eingesehlossenen Luft zu gestatten. Dieser Behälter wird auf einen Tisch 5 gestellt. Die in den Behälter eingebrachte Fasermasse wird mit Hilfe eines Stempel 6 mit Handgriff 7 verdichtet, so dass die Fasermasse die in Fig. 5 angedeutete Form erhält.
Das Verfilzen der : Masse 8 (Fig. 5) geschieht in einer Vorrichtung, die in den Fig. G-8 veransehaulicht ist.
Diese besteht aus einer Grundplatte 9 mit darauf gesetztem zylindrischen Gehäuse 10, dessen Zwischenboden. 11 eine Lagerhülse. 12 trägt, deren Büchse 1. 3 als Lager für die Welle 14 dient.
Die Welle 14 wird durch die Riemenscheibe 16 und Riemen 15a angetrieben, der über die losen Rollen 17 und 18 und die Riemscheibe 19 der Antriebswelle 20 läuft. Von der Aussenseite des Gehäuses 10 erstreckt sich zum Lager der Welle 14 eine Leitung 21 zur Zuführung von Schmiermitteln.
Das obere Ende der Welle 14 trägt eine Exzenterscheibe 22, die auf einem Ring 23 oder einem Kugel- oder Rollenlager ruht.
Die Exzenterscheibe 22 trägt einen Exzenterzapfen 24, auf welchem eine Scheibe 25 mittels der Nabe 26 und Kugellager 27 gelagert ist.
Die Scheibe 25 hat einen Kranz 28, welcher zur Zentrierung eines elastischen Kissens 29 dient, das etwa aus Gummi besteht und die obere Arbeitsfläche der Scheibe bildet.'
Im oberen Teil des Gehäuses. 10 ist mit Schrauben : 31 eine zylindrische Hülse 32 befestigt, deren Innenraum 33 zur Aufnahme des gewünschten Probekissens dient. Die untere Kante der Hülse. ? 2 ruht
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Austritt von Fasern an der Unterkante der HÜlse : 32 zu verhindern und gleichzeitig eine erhebliche Reibung zwischen der Unterkante der Hülse 32 und dem Belag 29 zu bewirken.
Die Fasermasse S wird in die Kammer 33 gemäss Fig. 6 eingebracht und gegen den Belag 2. 9 etwa durch ein Gewicht 34 mit Handgriff 35 niedergedrückt, welches in die Hülse. 2 hineinpasst. Nun wird die Welle 14 in rasche Umdrehung versetzt. Infolge der exzentrischen Lage des Kurbelzapfens. N und der Reibung zwischen Platte 29 und HÜlse : 32 wird die Scheibe 25 mit der Platte 29 zusammen veranlasst, mit einer kombinierten hin und her gehenden und rotierenden Bewegung zu kreisen.
Diese Bewegung der elastischen Platte 29 in Berührung mit der unteren Fläche der Fasermasse 8 bewirkt eine rasche Verfilzung der Fasern, so dass die Masse allmählich an Dicke abnimmt in dem Masse, wie ihre Fasern dichter zusammengezogen werden, bis sie schliesslich im wesentlichen die mit P in den Fig. 10 und 11
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Kissen seine Form bei der späteren Behandlung beibehält.
Wenn gewünscht, kann die Masse 8 vor dem Verfilzen mit einer Seifenlösung od. dgl. angefeuchtet werden. Nachdem das Kissen P aus der Verfilzungsvorrichtung herausgenommen wurde, wird es zwecks Entfernens der Seife gewaschen und dann mit der Vorrichtung nach Fig. 12 getrocknet. Diese besitzt eine Luftdüse mit einer Heizspule H, um den austretenden Luftstrom vorzuwärmen.
Das Kissen P wird gegen eine perforierte oder durchloehte Unterlage 40 gelegt, welche sich quer
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gross ist, um dieses während des Trocknens festzuhalten. Da die Unterlage 40 durchlässig ist, strömt die Luft frei durch das Kissen von der Vorderseite zu seiner Rückseite und bewirkt so eine rasche und gleichmässige Trocknung.
Nach der Erfindung können Einzelprobekissen aus irgendeiner gegebenen Materialschicht hergestellt werden ; da nur sehr wenig Material zur Herstellung eines jeden Kissens benötigt wird, ergeben sich durch die Probenahmen nur geringe Verluste. Es können Kissen von so einheitlicher Beschaffenheit hergestellt werden, dass sie eine zuverlässige Grundlage für den Vergleich der Wirkungen verschiedener Farbstoffe auf das nämliche Material oder ein und desselben Farbstoffes auf verschiedene Materialien oder Mischungen dieser Materialien bilden.
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Verfahren zur Herstellung von verfilzten Faserkissen, insbesondere von Probekissen für die Färberei, dadurch gekennzeichnet, dass zunächst aus einer bestimmten Menge des Fasermaterials eine Scheibe gebildet, diese dann zwischen im wesentlichen flachen parallelen Flächen gepresst und schliesslich durch eine zwischen den genannten Flächen erzeugte Relativbewegung verfilzt wird, wobei diese Bewegung sich aus einer Rotations-und einer hin und her gehenden Bewegung zusammensetzt.