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Verfahren zur Erzeugung von Fernsprechkabeln.
Die Anforderungen, welche bei der Erzeugung von Fernsprechkabeln an die Gleichmässigkeit der Kapazitätswerte der einzelnen Adern, Adernpaare und Adernkombinationen gestellt werden, machen eine Reihe von Kontrollmessungen derselben während des Fabrikationsganges erforderlich, um Adern, Adernpaare und Adernkombinationen mit ungleichmässigen oder abweichenden Kapazitätswerten von vornherein auszuscheiden, anderseits aber, um etwaige Abweichungen von den gewünschten Werten, die sich erst während der Verseilung einstellen, rechtzeitig festzustellen.
Eine besondere Bedeutung kommt der erst angeführten Messung zu, bei welcher Adern bzw.
Adernkombinationen vor ihrer Verseilung auf den Spulen bezüglich der Gleichmässigkeit ihrer Kapazitätswerte gemessen werden. Erfahrungsgemäss ändern sich nämlich durch die Verseilung zwar die absoluten Werte der Kapazitäten, dagegen erfahren die relativen Werte, d. h. die relativen Abweichungen der einzelnen Werte zueinander keine Änderung, wenn man von kleinen Fabrikationsschwankungen absieht, die praktisch belanglos bleiben.
Bisher ist die betriebsmässige Durchführung dieser Vormessungen an den Adern und Adernkombinationen sowie der Kontrollmessungen an den zum Seil verseilten Adern und Adernkombinationen mit einer Reihe ernster Nachteile verbunden gewesen, weil sich nach den bisher angewendeten Verfahren nur durch Messungen an den trockenen Adern und Adernkombinationen bzw. am trockenen Seil verlässliche Messwerte gewinnen liessen. Daher musste der Messung stets eine Trocknung vorausgehen.
Diese Trocknung war deswegen notwendig, weil das zur Isolierung der Leitungsadern verwendete Papier im Verlaufe der Adernerzeugung-übrigens auch an der Luft, wenn es derselben mehrere Stunden hindurch ausgesetzt ist-Feuchtigkeit aufnimmt, wodurch sich die Isolation der Adern bedeutend verschlechtert (schon bei blossem Stehen an der Luft können Verlustwinkel mit tang S = 0'25 und darüber auftreten) und gleichzeitig eine Vergrösserung der Dielektrizitätskonstanten des Papiers in weiten Grenzen eintreten kann, z. B. um 80% des Wertes im trockenen Zustand und darüber.
Deshalb geben die an solchen feuchten Adern und Adernkombinationen gemessenen Kapazitätswerte zunächst keinen Anhaltspunkt für die Bestimmung des Trockenwertes der Kapazitäten, d. i. jenes Wertes, der an den vollständig getrockneten Adern und Adernkombinationen gemessen werden würde und auf welchen es für die Erzeugung gleichmässiger Fernspreehkabeln allein ankommt.
Die Nachteile einer oder mehrerer derartiger Zwischentrocknungen liegen klar zutage : Erstens bedeutet das Trocknen der unverseilten Adern und Adernkombinationen und der Seile vor ihrer Messung
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beschränkt bleiben müssen.
Die hier geschilderte Erfindung stellt nun ein Verfahren dar, um die Prüfung von unverseilten Adern und Adernkombinationen als auch des Kabelseiles ohne besondere Trocknung in feuchtem Zustand vorzunehmen. Es ist nach diesem Verfahren möglich, beispielsweise unverseilte Adernvierer ohne vorhergehende Trocknung mit praktisch der gleichen Sicherheit in das Kabel einzuteilen bzw. ihre Verwendbarkeit festzustellen, die man bisher nur durch Messungen mit vorangehender länger dauernder Trocknung (36stündige Trocknungsdauer und darüber) erlangen konnte. Ebenso lässt sich die Gleichmässigkeit der Kapazitätswerte einer Seillage durch Messungen an den feuchten Adern oder Adernkombinationen feststellen.
Das Verfahren gestattet die Ermittlung der Kapazitätstrockenwerte an feuchten Adern und
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bedient sich im übrigen durchaus der an sieh bekannten und allgemein gebräuchlichen Methoden zur Kapazitäts-und Widerstandsmessung.
Der Gedanke, welcher dem neuen Verfahren zugrunde liegt und welcher in den bisher bekannt gewordenen Verfahren noch irgends angewendet worden ist, besteht darin, dass sich zwar nicht die 'an feuchten Adern oder Adernkombinationen gemessenen Kapazitätswerte an sieh in eindeutige Beziehung zum Kapazitätstrockenwert der betreffenden Adern oder Adernkombinationen bringen lassen, wohl
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struktion wurde festgestellt, dass die Änderungen, welche die komplexen Impedanzwerte von Paaren und Vierern bestimmter Konstrukton mit wechselnder Feuchtigkeit der Papierisolation erleiden, eine ganz bestimmte und für Paare und Vierer der gleichen Konstruktion charakteristische Gesetzmässigkeit aufweisen, derart, dass alle Impedanzwerte, die an Paaren und Vierern dieser Konstruktion bei wechselndem Feuchtigkeitsgrad des Papiers auftreten,
je nach der Höhe des Trockenwertes auf bestimmten, für diesen Trockenwert charakteristischen Kurven im Impedanzdiagramm liegen. Umgekehrt kann man, sobald diese Kurven bekannt sind, aus irgendeinem am feuchten Vierer gemessenen Impedanzwerte den Trockenwert der Kapazität in der Weise ermitteln, dass man die Kurve feststellt, auf welcher der die Messwerte repräsentierende Punkt im Impedanzdiagramm liegt ; der für diese Kurve charakteristische Trockenwert gibt demnach gleichzeitig den Kapazitätswert an, den der Vierer im trockenen Zustand zeigen würde.
Die Erfindung soll an Hand beiliegender Zeichnung näher erläutert werden : In Fig. 1 sind beispielsweise die Impedanzkurven mehrerer Adernpaare unverseilter Vierer einer bestimmten Vierertype gezeichnet.
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dann die Impedanzkurve des Adernpaares A.
In der gleichen Weise werden dann für weitere Adernpaare B, C, D, ... der gleichen Type, jedoch mit abweichendem Kapazitätstroekenwert, weitere Kurven b, e, d,... aufgenommen.
Bei Aufnahme der Kurven als auch bei deren späteren Gebrauch, ist es dabei, wie dies auch aus dem Diagramm hervorgeht, nicht erforderlich, dass der Feuchtigkeitsgrad der Adernpaare bekannt ist ; im vorstehenden Beispiel wurden die beispielsweisen Feuchtigkeitsgrade angegeben, um die Aufnahme der Kurven besser vorführen zu können. Jeder Kurve des Diagramms entspricht als Charakteristikum ein Kapazitätstrockenwert Coa, Cob, C,... entsprechend den Punkten o, bo, c...-d. i. der Kapazitätswert bei 0% oder annähernd 0% Feuchtigkeit-, der in der Weise bestimmt wird, dass man die betreffenden Adernpaare weitgehendst trocknet und die Kapazität misst.
Das so erstmalig aufgenommene Kurvendiagramm für Adernpaare einer bestimmten Type ermöglicht für die Folge die betriebsmässige Bestimmung des Kapazitätstrockenwertes für Adeinpaare der gleichen Type, u. zw. wird beispielsweise für ein Adernpaar Z der Kapazitätstrockenwert wie folgt bestimmt :
Es werden die Kapazität Gsz und der Verlustwiderstand Rsz gemessen und die Werte Rsz und
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das Diagramm für die Praxis und für den raschen Gebrauch auf die verschiedenste Weise abgeändert werden, z. B. in der Weise, dass man als Koordinaten für das Graphikum direkt die bei der Messung abgeglichenen Werte für die Kapazität Os und für den Verlustwiderstand Rs verwendet.
In Fig. 2 ist ein derartig abgeändertes Kurvendiagramm gezeichnet, u. zw. sind als Ordinaten die auf der Messbrücke festgestellten Kapazitätswerte Os und als Abszissen die auf der Messbrücke ausgeglichenen Werte für den Verlustwiderstand Rs aufgetragen. Auch diesen Kurven ist in ganz gleicher Weise, wie den Kurven nach Fig. 1, je ein bestimmter Trockenwert zugeordnet, so dass nach Messung eines Adernpaares auf Kapazität C*s und Verlustwiderstand Rs der Kapazitätstrockenwert 00 direkt abgelesen werden kann.
In der Zeichnung sind die Kurven beispielsweise für unverseilte Adernpaare einer bestimmten Type zur Bestimmung des Kapazitätstrockenwertes dargestellt worden. Die gleiche Methode lässt sich selbstverständlich auch für andere unverseilte Adernkombinationen, wie Adernvierer, Adernachter usw., aber auch für verseilte Adern und Adernkombinationen zur Bestimmung des Kapazitätstrockenwertes sinngemäss verwenden.
In analoger Weise lassen sich an verseilten und unverseilten Adernkombinationen, wie z. B. Vierern, Sternvierern usw., die kapazitiven Kopplungen im feuchten Zustand bestimmen, so dass auch in dieser Hinsicht unzulängliche Adernkombinationen vor der Weiterverwendung ausgeschieden werden können.
Nach der Erfindung können die Kapazitätstrockenwerte von Adern und Adernkombinationen bei jedem Feuchtigkeitsgrad (-der an sich nicht bekannt sein muss-) bestimmt werden, doch kann mit Vorteil bei Adern, die einen höheren Feuchtigkeitsgrad aufweisen, als für eine bequeme Messung auf den gebräuchlichen Messbrücken angängig ist, nach der weiteren Erfindung eine kurze Vortrocknung vorgenommen und so auch für sehr feuchte Vierer die Kapazitätstrockenwerte unter wesentlicher Ein- schränkung der sonst notwendigen Fabrikationsdauer einwandfrei bestimmt werden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Erzeugung von Fernsprechkabeln, wobei die Einteilung der Adern, Adernpaare und Adernkombinationen in die einzelnen Verseillagen des Kabels bzw. die nach erfolgter Verseilung vorzunehmende Kontrolle der Kapazitätswerte der Adern und Adernkombinationen auf Grund von an sich bekannten Messungen an unverseilten bzw. verseilten Adern erfolgt, dadurch gekennzeichnet, dass diese Messungen an den feuchten (nicht getrockneten) Adern und Adernkombinationen vorgenommen werden, aus welchen Messwerten unter Zuhilfenahme empirisch gefundener Messkurven die Trockenkapazitätswerte ermittelt werden.