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Gobelin-und Gewebemuster-Schablone.
Zum Nachahmen von Gobelin-, Gewebemuster usw. werden Schablonen und Rollapparate benutzt, bei denen entweder zwischen den Ausschnitten, mittels welchen die Gewebestreifen nachgebildet werden, Halteteile vorhanden sind, die sich in kurzen Zwischenräumen wiederholen und meist versetzt angebracht sind, oder es werden zur Herstellung von halterlosen Schlitzen Schablonenrahmen benutzt, an welchen mit Abstand und parallel zueinander runde Walzen aus Holz, Gummi, Metall od. dgl. angeordnet sind. Diese Schablonen weisen den Übelstand auf, dass sie durch die runden Stäbe verhältnismässig schwer werden, so dass sie in den Abmessungen gering gehalten werden müssen, weil sich die Schablonen sonst bei Wand-oder Deckenmalereien schlecht handhaben lassen und bald eine Ermüdung des Benutzers herbeiführen.
Um diesen Nachteil zu beseitigen, werden bei der den Gegenstand der Erfindung bildenden neuen Schablone an Stelle der massiven Walzen Rohrstreifen benutzt, die mit der gewölbten Seite nach aussen an dem Schablonenrahmen befestigt sind. Da die Rohrstreifen nur ein geringes Gewicht haben, können die Schablonen erheblich grösser hergestellt werden als die bekannten, so dass die neue Schablone nicht so oft verlegt und neu angesetzt zu werden braucht als die bekannte, und die Schablonen verursachen auch infolge ihres geringen Gewichtes keine vorzeitige Ermüdung des Benutzers.
In der Zeichnung sind einige Ausführungsbeispiele von nach der Erfindung hergestellten Schablonen dargestellt, u. zw. zeigen :
Fig. 1 und 2 eine Draufsicht auf eine Rahmenschablone, bei welcher die die Zwischenräume anzeigenden Teile durch Rohrstreifen gebildet sind, Fig. 3 einen Längsschnitt durch diese Schablone, Fig. 4 einen Querschnitt durch die Rohrstreifen.
Die in Fig. 1 dargestellte Schablone besteht aus einem Holzrahmen a von vier-oder rechteckiger Gestalt, dessen Innenkanten an zwei sich gegenüber liegenden Stellen zu Schrägflächen b ausgebildet sind, um dem Pinsel eine gute Angriffsfläche unmittelbar an den Kanten b zu schaffen. Der Rahmen a ist hinter den Abschrägungen b mit Rohrstreifen c bespannt, welche parallel zueinander angeordnet sind. Die Streifen c sind mit Abstand angebracht, so dass sie zwischen sich Zwischenräume d lassen, welche zur Herstellung der Striche auf der Wandmalerei dienen.
Die Rohrstreifen c sind von einer beliebigen Breite, ebenso wie auch zwischen den Streifen c beliebig breite Zwischenräume d bestehen können, wie es jeweils dem Charakter der herzustellenden Gobelin-oder Gewebemusternachahmung entspricht, so dass die Rahmenschablonen nicht nur in jeder erforderlichen Grösse, sondern auch mit jedem Zwischenraum und jeder Strichbreite herstellbar sind. Die Rohrstreifen haben eine etwas gekrümmte Oberfläche, wovon die eine Seite die Glanzseite, die andere die Mattseite ist. Mit der Glanzseite liegen die Rohrstreifen nach aussen, so dass sie bei der Benutzung der Schablone mit der Glanzseite die Wand berühren.
Da die Längskanten der Rohrstreifen dadurch etwas von der Wand abstehen (Fig. 4), kann es nicht zu einem Klexen kommen, wie es sonst geschehen könnte, wenn die Streifen mit ihrer ganzen Fläche an der Wand anliegen würden.
Das vorstehend beschriebene Verfahren konnte praktisch bisher nicht ausgeführt werden, weil die dicht nebeneinander laufenden, waagerechten oder schrägen Linien, mit der Hand am Lineal entlang ausgeführt, sehr viel Zeit in Anspruch nehmen würden, so dass die Herstellung einer solchen Wandmalerei grosse Kosten verursacht, wohingegen mit der neuen Schablone die Herstellung der Linien sehnell vonstatten geht.