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Elektrischer Einzelantrieb für Spinnmaschinen mit Wechselstrom-oder Drehstrom- kollektormotoren.
Zum Antrieb von Spinnmaschinen, insbesondere Ringspinn-und Zwirnmaschinen, werden mit Vorliebe regelbare Motoren verwendet, da, sich bei Regelung der Drehzahl mit einem selbsttätigen Spinnregler eine erhebliche Mehrerzeugung erreichen lässt. In den weitaus meisten Fällen steht in den Fabriken nur Wechsel-oder Drehstrom zur Verfügung, so dass man zum Antrieb aus Gründen der Wirtschaftlichkit verlustlos regelbare Wechselstrommotoren, also Kollektormotoren, verwendet. Solche Motoren müssen wegen der aus feuerpolizeilichen Gründen notwendigen Kapselung belüftet werden ; hiezu dient ein Ventilator auf der Motorwelle.
Die bekannten Motoren beanspruchen viel Raum im Seitengang der Maschine, wie sich aus der Fig. 1 ergibt, die die bisher gebräuchliche Anordnung zeigt. Der Kollektormotor 1 ist mit einer Kupplung 2 mit der Hauptwelle. 3 der Maschine verbunden, die in Lagern 4 und : im Kopfgestell 6 der Maschine gelagert ist. Auf dieser Hauptwelle sitzen ein Zahnrad 7 oder mehrere solehe Zahnräder, von denen der Antrieb für das Streckwerk usw. abgeleitet wird, während die Spindeln ihren Antrieb über Schnurtrommeln 8 erhalten. Mit 9 ist die gesamte Ausladung des Motors vom Maschinenkopf bezeichnet.
Bei den bisher bekannten Ausführungen ist der Raumbedarf, wie ersichtlich, sehr gross. Das liegt einerseits daran, dass für die Kupplung viel Raum gebraucht wird, anderseits daran, dass man auf eine Belüftung des Motors nicht verzichten kann und in den Motor selbst einen Ventilator eingebaut hat, der kalte Luft aus einem Kanal ansaugt und die verbrauchte Luft in einen zweiten Kanal drückt. Bei Neuanlagen tritt der Nachteil des grossen Raumbedarfes nicht so sehr in Erscheinung, da man von vornherein beim Bau und bei der Aufstellung der Maschinen die Seitengänge entsprechend gross wählen kann. Vielfach handelt es sich aber darum, vorhandene alte Anlagen mit engen Gängen von Transmissionsantrieb auf elektrischen Einzelantriebumzustellen. Hiebei treten die grössten Schwierigkeiten auf, da eine bestimmte Ausladung des Motors nicht überschritten werden darf.
Mit den bisher üblichen Mitteln lässt sich jedoch diese geringe Anbaubreite nicht erzielen, so dass vielfach lediglich aus diesem Grunde auf die Umstellung auf den wirtschaftlicheren elektrischen Einzelantrieb verzichtet werden musste. Man hat alles mögliche versucht, um die Baulänge des Motors zu verkürzen und hat die einzelnen Teile einschliesslich des für unentbehrlich gehaltenen Ventilators so eng wie möglich zusammengedrängt, ohne jedoch das Ziel annähernd zu erreichen. Es ist allerdings an sich möglich, eine Verkürzung des Motors durch eine Verschmälerung der Bleehpakete unter wachsendem Durchmesser zu erreichen. Der Motor wird dann aber so teuer, dass er nur theoretisches Interesse hat.
Die Erfindung gibt ein Mittel in die Hand, durch Verkleinerung der Anbaulänge auch in den Fällen den elektrischen Antrieb auszuführen, wo die bisherige Anbaulänge bei Transmissionsantrieb nicht überschritten werden darf. Nach der Erfindung wird die Raumersparnis dadurch erreicht, dass der Ventilator des Kollektormotors fortfällt, wodurch der Motor schon an sich kürzer wird. Nach der Erfindung erhält der Motor ferner eine an sich bekannte Fremdbelüftung ; diese ermöglicht ein Verkürzen der Blechpakete bei unveränderter Leitsung und unverändertem Durchmesser, da man die Fremdbeliiftung durch grössere Luftmengen und Luftgeschwindigikeiten bei weitem wirksamer gestalten kann. als dies mit einem ein-
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gebauten Ventilator möglich wäre.
Eine weitere Verringerung der Baulänge kann noch durch Fortfall der bisher gebräuchlichen Kupplung erreicht werden, indem ein Motor mit langem, antriebsseitigem Wellenstumpf verwendet wird, der in die Maschine hineinragt und auf dem das Triebrad oder die Triebräder für die übrigen Teile der Maschine sowie auch der erste Trommelschuss befestigt werden.
Die Fig. 2 zeigt ein Ausführungsbeispiel der Erfindung. Der Wechselstrom-oder Drehstromkollektormotor 11 ist infolge Fortfalls des eingebauten Ventilators kürzer geworden, seine Belüftung erfolgt als Fremdbelüftung durch Kanäle unter Flur und die Vorkammern 14 und 1-5. Der Wellenstumpf 13 ist so lang, dass auf ihm das Zahnrad 7 und der erste Trommelschuss 8 befestigt werden können. Bei dieser Anordnung kann das äussere Lager 4 fortfallen und nur ein Lager 5 an der Innenseite des Maschinenkopfes vorhanden sein. Durch diese Massnahme wird die Anbaulänge, wesentlich herabgedrückt, wie aus dem Mass 19 zu entnehmen ist. So kann man z.
B. durch die Erfindung von der üblichen Anbaulänge von etwa 750 mm auf eine solche von nur etwa 400 mm herunterkommen, d. h. etwa 350 mm werden für den Seitengang erspart. Durch die Erfindung wird es erst in vielen Fällen möglich, vorhandene Anlagen mit dem vorteilhaften elektrischen Einzelantrieb auszurüsten, da die alten Anlagen mit verhältnismässig engen Gängen eine grössere Anbaulänge nicht zulassen.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Elektrischer Einzelantrieb für Spinnmaschinen mit einem Wechselstrom- oder Drehstromkollektormotor, gekennzeichnet durch die Verwendung eines fremdbelüfteten Motors.