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Gelenkverbindung für Prothesenglieder.
Gegenstand der Erfindung ist eine Gelenkverbindung für aus mehreren Gliedern zusammengesetzte Prothesen, insbesondere solche, welche ganz oder teilweise aus einem gegenüber dem früheren, sogenannten Leichtmetall, wie Aluminium od. dgl. nahezu um die Hälfte leichteren Leichtmetall z. B. Silumin oder Elektron bestehen.
Die erfindungsgemässe Gelenkverbindung kennzeichnet sich dadurch, dass die ein Glied tragende Gelenkachse einerseits an dem anschliessenden Glied schwenkbar befestigt ist, anderseits auf eine in diesem Glied geführte Stellschraube aufstützt. Der Unterschenkel ist mit einem zylindrischen Ansatz in einer entsprechenden Lagerpfanne geführt, welche, mit einem Ende an der Fussplatte angelenkt, mit dem andern Ende auf eine die Fussplatte von unten durchsetzende Stellschraube aufliegt und gegen Abheben gesichert ist.
Die Sicherung erfolgt durch einen in dem Lageransatz drehbaren Querbolzen und einen mit diesem fest verbundenen, den Ansatz, die Pfanne und die Fussplatte mit Spiel durchsetzenden, durch
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schenkels gegenüber dem Fuss begrenzende Anschlagpuffer ist gelenkig in einer die Fussplatte von unten durchsetzenden Stellsehraube gelagert.
Die fest mit dem Unterschenkel verbundene, die Obersehenkelwandungen mit Spiel durchsetzende Kniegelenkachse ist in einer Büchse gelagert, deren eines Ende an den Oberschenkel angelenkt, deren anderes Ende durch von dem Oberschenkel getragene Stellschrauben gehalten ist. Zweckmässig ist die Anordnung hiebei so getroffen, dass die Büchse an dem einen mit einem kugeligen oder zylindrischen Lageransatz ver- sehenen Ende durch einen nachstellbaren Spannring in eine mit dem Oberschenkel fest verbundene Lagerpfanne, an dem andern Ende durch einen weitern nachstellbaren Spannring gegen die von dem Oberschenkel getragene Stellschraube gepresst wird.
Die Figuren zeigen eine Ausführungsform des Erfindungsgegenstandes, u. zw. Fig. 1 das Kunstbein im Aufriss, Fig. 2 das Fussgelenk im Querschnitt in vergrössertem Massstab, Fig. 3 den Fuss im teilweisen Querschnitt in vergrössertem Massstab, Fig. 4 einen Grundriss des Fussteiles in vergrössertem Massstab, Fig. 5 einen Schnitt nach Linie A-B zu Fig. 4, Fig. 6 eine teilweise Seitenansicht zu Fig. 5, Fig. 7 eine Einzeldarstellung zu Fig. 2 im Aufriss und Seitenriss, Fig. 8 das Kniegelenk im Aufriss, Fig. 9 das Kniegelenk im Querschnitt, Fig. 10 das Kniegelenk im Längsschnitt, Fig. 11-14 Einzelteile des Kniegelenkes.
Das Kunstbein (Fig. 1) besteht aus dem Oberschenkel, 1 dem Unterschenkel 2 und dem Fuss 3.
Der Unterschenkel 2 ist mit einem zylindrischen Lageransatz 4 in einer entsprechend zylindrischen Lagerpfanne 5 geführt, welche an ihrem einen Ende durch einen Lageransatz 6 in einer pfannenförmigen Ausbuchtung 7 der Fuss platte 8 schwenkbar gelagert ist. Das andere Ende der Pfanne 5 stützt auf eine von unten in die Fussplatte 8 eingelassene Stellschraube 9 auf. Durch einen Steckstift 10 ist die Pfanne 5 gegenüber der Platte 8 gesichert. Im Innern des hohlzylindrischen Lageransatzes 4 des Unterschenkels 2 ist drehbar ein Querbolzen 11 gelagert, welcher mit einem Schraubenbolzen 12 (Fig. 7) fest verbunden ist.
Letzterer durchsetzt die Fussplatte 8, die Lagelpfanne 5, sowie den Lageransatz 4, diesen in einem Schlitz 13, und ist mittels Gegenmuttern 14 von aussen gegen die Fussplatte 8 abgestützt, so dass einerseits Lageransatz 4 und Lagerpfanne 5 fest miteinander verbunden sind, anderseits ein Abheben der Lagerpfanne 5 von der Stellschraube 9 unmöglich ist. Durch Lockern der Gegenmuttern 14 und durch
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anschliessendes Verstellen dercliraube 9, kann somit Lagerpfanne 5 in eine beliebige Stellung gehoben oder gesenkt werden, so dass der Fuss je nach Bedarf die gewünschte Platt- oder Klumpfussstellung erhält.
Um ferner demFuss, entsprechend der Gewohnheit des Trägers, Spitzen-oder Fersenstellung geben
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aus elastischem Stoff z. B. Gummi trägt. Dieser Gummipuffer bezweckt lediglich Abdämpfung des Anschlages von 2 auf 3. Wie aus Fig. 2 ersichtlich, bestimmt Anschlagplatte 16 die Grenzstellung des Fussteiles 3 gegenüber dem Unterschenkel 2 ; durch Veränderung der Stellschraube 18 kann die Stellung des Anschlages 16 verändert und dabei je nach Bedarf, Spitzen-oder Fersenstellung gegeben werden.
An der Rückseite ist Fussteil 5 mit einem weiteren Pufferanschlag 19 ausgerüstet, welcher während der Schwenkbewegung gegenüber dem Unterschenkel 2 nach der entgegengesetzten Richtung, das dabei entstehende Anschlagsgeräusch abdämpft. Fussplatte S ist mit einer Auflage 20 aus elastischem Stoff (Gummi, Filz od. dgl. ) versehen, welche den Höhenunterschied gegenüber dem Vorderfuss ausgleicht, die Stellschraube 9 und 18 sowie die Gegenmuttern 14 des Bolzens 12 abdeckt und die Stosswirkung beim Auftreten beseitigt.
Zur Erhöhung der Federung ist in den Vorderfuss eine Vielzahl gegen die Sohle gerichteter, schmaler Einschnitte 21 eingelassen (Fig. 2). Die Schlitze sind durch eine Blattfeder 22 überbrückt, welche an dem einen Ende durch ein Niet 23 fest mit dem Fuss verbunden, an dem andern Ende durch einen Schlitz 24 gegenüber einem Niet 25 derart veränderlich geführt ist, dass der Vorderfuss wohl eine Schwenkung im Sinne des Pfeiles 26, nicht jedoch entgegengesetzt im Sinne des Pfeiles 27 erfahren kann. Hiedurch ist der Vorderfuss gegen Bruch bei Beanspruchung im Sinne des Pfeiles 27 gesichert.
Ähnlich dem Fussgelenk ist gemäss Fig. 9-14 auch das Kniegelenk ausgebildet. Der Unterschenkel 2 ist beiderseits mit Lageraugen 28 versehen, welche der Aufnahme der hohlen Drehachse 29 dienen. In das eine Lagerauge (nach Fig. 10 das linke) ist ein Gewinde eingeschnitten, in welches ein entsprechendes Gewinde der Lagerwelle 29 eingreift. Die weitere Sicherung erfolgt durch von beiden Seiten in die Lagerwelle 29 eingesetzte Schrauben 30. Das Kniestück l'ist mit Schlitzen 31 und 32 versehen, welche die Lagerwelle 29 durchsetzt. Die Abmessungen der Schlitze sind so, dass der Oberschenkel gegenüber dem Unterschenkel verschwenkt werden kann. Auf Lagerwelle 29 sitzt eine Büchse 33, welche an ihrem einen Ende einen zylindrischen Lageransatz 34 trägt.
Letzterer greift in eine entsprechend geformte Pfanne 35 eines an das Kniestück l'angegossenen Vorsprunges 36 ein. Die Sicherung dieser Lagerung erfolgt durch einen ringförmigen Bügel 37, welcher Büchse 29 und Vorsprung 36 umgreift und auf letzterem mit einer nachstellbaren Schraube 38 aufsitzt. Durch Festziehen der Schraube 38 wird ein zugiger Sitz des Lageransatzes 34 in der Lagerpfanne 35 erzielt. Der Unterschenkel 40 des Bügels 37 ist zylindrisch gewölbt (Fig. 10), so dass Oberschenkel 1 gegenüber Büchse 33 und Lagerachse 29 frei verschwenkt werden kann.
Das andere Ende der Büchse 33 ist durch einen weiteren ringförmigen Bügel 41 gefasst, welcher in seiner Ausführung genau dem Bügel 37 entspricht und mit einer Stellschraube 42 auf einem Vorsprung 43 des Kniestückes l'aufstützt. In letzteren ist eine Stellschraube 44 eingelassen, gegen welche die Büchse 33 durch den Spannbügel 41 gepresst wird.
Es ist ersichtlich, dass durch Veränderung der Schrauben 42 und 44 Oberschenkel 1 gegenüber dem Unterschenkel 2 versehwenkt, d. h. je nach Bedarf in 0-oder X-Beinstellung gebracht werden kann, ohne dass die Gelenkachse 29 aus ihrer ursprünglichen Lage fällt.
Der Oberschenkeltrichter 1" ist gegenüber dem Kniestück l'verdrehbar. Die Verbindung dieser beiden Teile erfolgt zu diesem Zweck durch Klemmschrauben 45, welche den Trichter l"in Fähiungs- schlitzen 46 durchsetzen und in Gewindebohrungen des Kniestückes l'eingreifen.
Zur Verhinderung eines harten Anschlages beim Strecken des Beines ist der Unterschenkel 2 mit einem Polster 17 aus elastischem Stoff versehen.
Selbstverständlich kann die erfindungsgemässe Art der Gelenkverbindung auch bei andern, aus mehreren Gliedern bestehenden Prothesen Verwendung finden.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Gelenkverbindung für aus-mehreren Gliedern bestehende Prothesen, bei welcher die die Glieder verbindende Gelenkachse einerseits an dem einen Glied in der Querrichtung schwenkbar befestigt ist, dadurch gekennzeichnet, dass sie sich anderseits auf eine in diesem Glied geführte Stellschraube auf- stützt.