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Element erregt. Dieser Zeitabstand darf höchstens 1/6 Sekunde und muss mindestens 1/40 Sekunde betragen.
Erfolgt die Wiedergabe z. B. in einem grösseren Zeitabstand, etwa in dem von'/5 Sekunde, so vernimmt das menschliche Ohr die Töne der beiden Membranen od. dgl. getrennt. während bei einem Zeitabstand von etwa Veo Sekunde nur eine einfache Verdopplung der Tonstärke, nicht aber jene höchst auffallende Veredelung des Tones nach dem neuen Veifahren der Tonwiedergabe erreicht wird.
Der neue Effekt tritt am besten bei einem Zeitabstand von etwa Vic-Vso Sekunde hervor. Bei der Wiedergabe von Tonstücken mittels einer Sprechn as.'hine mithilfe von zwei Sehalldosen ist während der ganzen Spiedlauer ein Abstand der zwei Schallstifte zu wahren, der dem als Optimum angegebenen
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beträgt.
Der Effekt ist ein ähnlicher, wie er in Räumen mit vorzüglicher Resonanz, also in solchen mit geeigneten den Ton reflektierenden Raumstellen, beobachtet wird. Der grosse Vorteil ist, dass man nach vorliegender Erfindung solche Resonanz künstlich erzeugen kann, die das menschliche Ohr am angenehmsten berührt und dem Tonstück den Charakter edler Fülle gibt, während bisher die günstigste Raumresonanz, die von dem Verhältnis des direkten Abstandes zwischen Instrument und Hörer und der Länge des Reflexionsweges zwischen Instrument, Wand und Hörer abhängt, noch nicht willkürlich hergestellt werden konnte.
In der Figur ist eine Sprechmasehine in Draufsicht gezeigt, die die Wiedergabe durch zwei Sehalldosen mit dem besonderen neuen Klangeffekt erlaubt. Um den nötigen Abstand zwischen den Schallstiften zu erzielen, müssen die Tonarme getrennt angeordnet werden. Dabei ist es zweckmässig, sie auf derselben Seite des Plattentellers anzuordnen, damit der Ton vom zweiten Tonarm nicht einen längeren Weg durch ein gebogenes Rohr zu laufen hat, um in den Sehalltrichter zu gelangen.
Die auf der gleichen Seite des Plattentellers 1 angeordneten Tonarme 3 und 4, die bei 5 und 6 in die Sehalltrichter münden, sind von wesentlich verschiedener Länge. Das Kniestiick des längeren Tonarmes, welches die Schalldose 7 mit Sehallstift 11 trägt, ist spitzwinklig umgebogen, während das
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rechtwinklig ist.
Die Tonarmdrehachsen sind so angeordnet und die Länge der Tonarme ist so gewählt, dass der Winkel, den die vom Mittelpunkt des Plattentellers nach den Aufliegepunkten der beiden Schallnadeln verlaufenden Radien einschliessen, während der ganzen Spieldauer annähernd der gleiche bleibt.
Wenn daher der Abstand der Schallstifte 11 und 12 in der Allfangsstellung bei natürlicher Grösse etwa 9 ein beträgt, so wird er in der Schlussstellung, die durch Strichelung angedeutet ist, nur noh etwa 4'5 cm betragen. Damit ist gewährleistet, dass während der ganzen Spieldauer der zur Erlangung des beabsichtigten Effektes günstigste Zeitabstand von etwa Vio-o Sekunde bei der Wiedergabe gewahrt bleibt ; denn bei gleichmässigem Drehen des Plattentellers wird ja in der gleichen Zeit im Anfang des
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Abspielens ein etwa doppelt so weiter Weg von einem Punkt auf der äussersten Tonspirale zurückgelegt, wie beim Schluss auf der innersten.
Eine Anordnung, bei der sich die Schallstifte gegen Schluss der Platte nicht entsprechend nähern wurden, würde eine gedehntere Wiedergabe des Tones am Schluss als am Anfang
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vermieden wird.
Zur Aufreehterhaltung eines gleichmässigen Tempos bei der Wiedergabe hat es sich ferner als zweckmässig erwiesen, den Plattenteller nicht von seinem Zentrum 2 her anzutreiben, sondern von der Seite durch einen Reibungsantrieb 13, der bei vorliegender Anordnung, z. B. als Rädchen mit Gummiseheibe, ausgebildet ist. Die beiden Tonarme 3 und 4 mit je einer Schalldose bewirken nicht nur durch den Druck ihre3 Gewichtes auf die Platte eine stärkere Reibung, sondern sie können durch ihre Anbringung auf einer Seite auch-die Platte zum Schaukeln bringen, wenn diese nicht mit genügend grosser Kraft fortbewegt wird. Die normalen Bewegungsmechanismen reichen aber bei zentralem Antrieb dafür nicht aus, während sie bei dem peripheren Antrieb nach vorliegender Erfindung genügen.
Man hat bereits gelegentlich vorgeschlagen, von Sprechapparàten mit Plattentellern die Tonaufzeichnung durch zwei hintereinander angeordnete Schalldosen abzunehmen. Die Erkenntnis, dass der Eindruck der Wiedergabe ganz charakteristisch verändert wird, wenn der Abstand der beiden Sehalldosen mehrere Zentimeter beträgt, hat aber bisher gefehlt ; im Gegenteil man hat praktisch nur vorgeschlagen, die Schallstifte möglichst eng aufeinander folgen zu lassen, um eine reine Tonwiedergabe zu gewährleisten.
Auch hat man noch nicht darauf geachtet, die Tonarme so anzuordnen, dass der Abstand der Schallstifte auf dem äusseren Plattenrand etwa doppelt so gross ist wie am Ende der Tonspirale, damit sich der Abstand in gleichem Masse verkleinert, wie die Geschwindigkeit eines sich auf der Schallplatte bewegenden Punktes abnimmt, je mehr er sich dem Innern der Schallplatte nähert. Nur die Aufrechterhaltung eines zeitlich immer gleichen Abstandes vermeidet eine sonst am Schluss bei den grösseren Abständen auftretende Doppeltönigkeit.
Endlich ist es auch noch nie vorgeschlagen worden, für Sprechapparate mit zwei Schalldosen, die sich auf derselben Seite des Plattentellers befinden, den Aussenantrieb durch Reibungskupplung zu benutzen und dadurch das sonst entstehende Schaukeln zu vermindern und in seiner ungünstigen Wirkung aufzuheben.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Phonographischer Wiedergabeapparat mit Plattenteller und zwei Tonarmen mit Schalldosen, die durch die gleiche Tonaufzeichnung erregt werden, gekennzeichnet durch eine solche Grundrissaufteilung der Tonarmdrehachsen und des Plattentellerzentrums und eine solche Wahl der Länge der Tonarme, dass der Abstand der beiden Schallstifte während der ganzen Spieldauer in Grenzen erhalten wird, denen ein Zeitabstand in der Erregung der beiden Schalldosen von höchstens 1/0 bis mindestens 1/40 Sekunde entspricht.