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Verfahren zur Befestigung von Ösen und Haken mit Hohlschaft mud Ösen und Haken zur Ausführung des Verfahrens.
Bei der Befestigung der bekannten aus Eisenblech oder anderem, verhältnismässig harten Metall bestehenden Ösen und Haken mit Hohlschaft (wie Hohlnieten, Schnürösen und Schnürhaken) tritt der Übelstand ein, dass der Schaftrand bei seinem Umbördeln aufreisst. Dadurch verlieren die Ösen oder Haken an Widerstandskraft, während bei eisernen Ösen oder Haken trotz Anbringung von rostschützenden Überzügen eine Rostbildung an den Rissstellen nicht zu vermeiden ist. Ausserdem haben die sich mit den Rissen bildenden scharfen Kanten und Vorsprünge einen erhöhten Verschleiss der Strümpfe und
Schnürbänder zur Folge.
Diese Mängel werden durch das Befestigungsverfahren gemäss der Erfindung beseitigt.
Das Verfahren besteht im wesentlichen darin, dass der Schaftrand zunächst durch Umfalten nach innen doppelt gelegt und der dadurch sozusagen gesäumte Rand dann in der bekannten Weise gebördelt oder gerollt wild. Durch das Umlegen nach innen wird der Sehaftrand für das nachfolgende
Bördeln so verstärkt, dass er sich gleichmässig zu einem Flansch oder Wulst rollt, ohne zu reissen.
Das Säumen oder Umlegen des Schaftrandes nach innen geschieht zweckmässig unmittelbar vor dem Bördeln oder Rollen mittels derselben Werkzeuge, die das Bördeln oder Rollen bewirken. Zu diesem Zwecke erhalten die Schaftränder der Ösen oder Haken bei der Herstellung der letzteren eine besondere Gestalt oder. Vorform, die entweder aus einer am Schaftrand vorgesehenen ringsumlaufenden, nach aussen vorspringenden Sicke oder aus einem ebenfalls am Schaftrand angeordneten, nach innen ragenden
Flansch oder Kragen besteht.
Auf der Zeichnung sind zwei Ausführungsbeispiele von nach der Erfindung ausgebildeten Ösen und Haken in Verbindung mit den hauptsächlichsten Arbeitsstufen des Herstellungs-und des Befestigungsverfahrens in vergrössertem Massstabe dargestellt. Die Fig. 1 bis 8 zeigen das erste Beispiel und die Fig. 9 bis 15 das zweite Beispiel. In Fig. 16 ist ein Bördelgesenk dargestellt, das vorteilhaft zur Befestigung der Ösen und Haken benutzt wird.
Die Sehnürösen nach den Fig. 1 bis 7 werden, wie an sich bekannt, aus einem fortlaufenden Blechstreifen a in der Weise hergestellt, dass in regelmässigen Abständen Teile des Blechs@reifens zur Bildung der Ösenschäfte in die Form von zylindrischen oder schwach konischen Hülsen b mit Boden gezogen, darauf ringsum den oberen Rand einer jeden Hülse der Ösenflansch c geprägt, dann der Hülsen boden gelocht und schliesslich die Öse durch Ausstanzen des Flansches vom Blechstreifen getrennt wird. Dieses bekannte Verfahren wird gemäss der Erfindung dahin abgeändert, dass der Blechstreifen a nach vollendetem Ziehen der die Schäfte ergebenden Hülsen b und dem Prägen der Flansche c einer Zwischenbehandlung unterzogen wird.
Diese Zwischenbehandlung besteht darin, dass die Hülsenwandungen bzw. die noch den Boden d enthaltenden Ösenschäfte gestaucht werden. Zu diesem Zwecke wird der Blechstreifen a mit den Hülsen b in das in Fig. 1 dargestellte Gesenk t eingebracht, das die Schäfte mit etwas Spiel umschliesst, worauf auf das Werkstück die je mit einem Führungsdorn versehenen Pressstempel g gesenkt werden, die sich mit ihrer Schulter auf den Ösenflansch c aufsetzen und dann den
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Dabei bildet sich am unteren Ende eines jeden Schaftes eine nach aussen vorspringende ringsumlaufende Sicke h (Fig. 2). Hierauf erfolgt, wie üblich, das Lochen bzw.
Ausstanzen der Schaft böden d (Fig. 3). worauf schliesslich die Ösen durch Ausstanzen der Flansche c vom Blechstreifen n getrennt werden (Fig. 4)
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Die Ösen können dann, wie üblich, mit einem rostschützenden Überzug versehen sowie erforderlichenfalls am Flansch lackiert werden.
Infolge der durch die Stauchung des Schaf : es entstandenen Sicke h am Schaftrande vollzieht sich die Befestigung der Ösen mittels der üblichen Bordel-oder Rollgesenke in wesentlich anderer Weise als bisher. Der durch den Oberstempel gegen das Bördel-oder Rollgesenk gedrückte Schaftrand legt sich, bevor das Bördeln beginnt, zunächst um einen etwa der halben Höhe der Sieke h entsprechenden Betrag nach innen um (Fig. 5), wodurch er verdoppelt oder gewissermassen gesäumt wird. Der Schaftrand wird dadurch für das unmittelbar an das Säumen sich anschliessende Bördeln so verstärkt, dass ein Platzen oder Reissen desselben nicht mehr eintritt. Aus diesem Grunde wird der Schaftrand nicht mehr, wie bisher, einfach seitlich ausgebreitet, sondern er rollt sich gleichmässig nach aussen um, so dass er, wie in Fig. 6 gezeigt, einen ungeteilten, gewölbten Flansch i bildet.
Wenn die Dicke des Leders od. dgl., an dem die Öse befestigt wird, dies gestattet, wird der Schaftrand sogar nach Erreichung seines gross-ein Durchmessers wieder nach innen gerollt, so dass er, wie in Fig. 7 dargestellt, eine vollständige Ringwulst bildet. Dies hat den Vorteil, dass der Rand des den Ösenschaft enthaltenden Loches im Lader od. dgl. durch den nach innen rollenden Schaftrand zusammengezogen wird, wodurch eine besonders wirksame Befestigung der Öse erreicht wird.
Bei der zur Bildung der Sicke erfolgenden Stauchung werden gleichzeitig der ganze Ösensehaft b sowie die Übergangsstelle vom Schaft zum Flansch c, d. i. die Stelle m in Fig. 4 bis 7, etwas zusammengestaucht. Dadurch werden die durch das Ziehen der Schäfte entstandenen Spannungen im Blech wieder
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dass beim Bördeln des Schaftrandes durch den in der Achsenrichtung des Ss n verlaufenden Druck der Ösenflansch c an seiner Übergangsstelle m in den Schaft eine Formveränderung erleidet, wobei zugleich der Lacküberzug abspringt, tritt infolgedessen nicht mehr ein.
Dadurch, dass die Stauchung der Schäfte b bzw. die Anbringung der Sicken h vor dem Ausstanzen der Schaftboden geschieht, wird ferner erreicht, dass die Lochstempel die Schaftböden glatt ausschneiden
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dass die unmittelbar an die Böden d sich anschliessenden Teile der Schaftwandungen nach aussen ge- kröpft sind.
Die vorstehend beschriebene Ausbildung der Schaftränder ist natürlich ausser bei Sehnürösen auch bei Hohlnieten sowie bei Schnürhaken anwendbar. Fig. 8 zeigt beispielsweise einen nach der Erfindung ausgebildeten Schnürhaken, dessen Schaft b gestaucht und dadurch am Rande mit einer Sicke t versehen ist.
Die Sehnürösen nach den Fig. 9 bis 14 werden ebenfalls aus einem fortlaufenden Blechstreifen ru in der Weise hergestellt, dass in regelmässigen Abständen Teile des Blechstreifens zur Bildung der Ösenschäfte in die Form von zylindrischen oder schwach konischen Hülsen b mit Boden gezogen, darauf rings
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in ihn wird ein Loch n gestanzt, dessen Durchmesser etwas kleiner ist, als die lichte Wei'e des unteren Schaftendes beträgt.
Es bleibt somit am unteren Schaf rand ein Teil des Ösenbodens in Form eines nach innen gerichteten Flansches oder Kragens o stehen, so dass die fertige Öse die in Fig. 11 gezeichnete Gestalt besitz
Bei der Befestigung dieser Öse mittels der bekannten Bördel- oder Rollwprkzeuge wird zunächst durch den mittleren, nach oben vorstehenden und in der Regel konischen Dorn des Untergesenks der Kragen o sowie gegebenenfalls der sich unmittelbar daran anschliessende Teil der Schaftwandung in der in Fig. 12 und 13 dargestellten Weise nach oben umgelegt, bis er schliesslich dicht an der Innen- wandung des Schaftes anliegt (Fig. 5).
Der Schaftrand wird also wieder vor dem Bördeln verdoppelt oder sozusagen gesäumt und dadurch so verstärkt, dass er bei dem unmittelbar an das Säumen sich anschliessenden Bordel-oder Rollvorgang durch das Zusammenwirken mit dem rinnenförmigen Teil des Untergesenks gleichmässig nach aussen umgerollt, wird, ohne dass ein Platzen oder Reissen des Schaftrandes eintritt. Er bildet dann je nach der Dicke des Gegenstandes, an dem die Öse befestigt wird, entweder einen ununterbrochenen, gewölbten Flansch il wie in Fig. 14 oder eine vollständige Ringwu'st ähnlich der Fig. 7 des ersten Beispiels.
Auch diese Ausbildung des Schaftrandes ist wieder ausser bei Sehnürösen auch bei Hohlnieten und Schnürhaken anwendbar. Fig. 15 zeigc beispielsweise einen Schnürhaken, dessen Schaftrand einen nach innen gerichteten Flansch oder Kragen o besitzt.
Der Schaftrand braucht na'ürlich nicht um den in der Zeichnung der Deutlichkeit halber verhältnismässig gross angegebenen Betrag nach innen umgelegt oder gesäumt zu sein, vielmehr genügt praktisch schon ein schmaler Saum. Das Wesentliche ist, dass infolge des Umlegens des Schaftrandes niehtmehrwie bisher der geschnittene, einfache Rand, sondern die Kante des durch Umlegen des Schaftes gebildeten Saumes mit dem Bördel- oder Rollgesenk zusammenwirkt. Das Umlegen oder Säumen des
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Schaftrandes könnte statt bei der Befestigung der Ösen oder Haken, d. h. unmittelbar vor dem Bördeln oder Rollen, gegebenenfalls auch schon bei der Herstellung der Haken und Ösen, also in einem vom Bördeln oder Rollen des Schaftrandes zeitlich und räumlich getrennten Arbeitsgang erfolgen.
Das Verfahren und die Ausbildung des Ösen-oder Hakenschafts gemäss der Erfindung sind in erster Linie für Ösen und Haken aus Eisenblech oder einem anderen verhältnismässig harten Metall bestimmt, sie können aber vorteilhaft auch bei anderen Metallen, wie beispielsweise Messingblech, Aluminiumblech od. dgl. benutzt werden, um auch hier das gleichmässige, rissefreie Umrollen des Schaftrandes sicherzustellen.
Die Befestigung de'Ösen und Haken gemäss der Erfindung kann mit Hilfe der bekannten und gebräuchlichen Werkzeuge erfolgen. Es kann jedoch mit Vorteil auch das in Fig. 16 dargestellte Rollgesenk p benutzt werden, das sich von den bekannten Bördel-oder Rollgesenken dadurch unterscheidet, dass es an seinem Aussenrande ein wenig hinterdreht ist und infolgedessen einen e'was nach innen ge- krümmten Rand q besitzt. Dadurch wird die durch das Säumen des Schaftrandes angestrebte Wirkung, dass der Sehaftrand sich gleichmässig und ohne Rissebildung zu einer Ringwulst rollt, wesentlich begünstig.
PATENT-ANSPRÜCHE :
1. Verfahren zur Befestigung von Ösen und Haken mit Hohlschafr, insbesondere aus Eisen-, Me sing-oJer Aluminiumblech, dad rch gekennzeichnet, dass der Sch ftrand zunächst durch Umfalten nach innen verdoppelt und der dadurch verdoppelte bzw. gesäumte Sehaftrand dann in bekannter Weise gebördelt oder gerollt wird.