Verfahren zur Ansteuerung einer Verschlusselementanordnung
eines Kraftfahrzeugs
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zur Ansteuerung einer Verschlusselementanordnung eines Kraftfahrzeugs gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 sowie eine Verschlusselementanordnung eines Kraftfahrzeugs gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 13.
Die heutigen Kraftfahrzeuge sind zunehmend mit motorisch betätigbaren Verschlusselementen ausgestattet. Bei solchen Verschlusselementen kann es sich beispielsweise um Türen, insbesondere Schiebetüren, Klappen, insbesondere Heckklappen, Heckdeckel, Motorhauben, Laderaumböden o. dgl. eines Kraftfahrzeugs handeln. Insoweit ist der Begriff„Verschlusselement" vorliegend weit zu verstehen.
Eine Komfortfunktion, der heute zunehmende Bedeutung zukommt, ist die automatische Betätigung der motorischen Heckklappe eines Kraftfahrzeugs. Bei der bekannten Komfortfunktion (DE 20 2005 020 140 Ul), von der die Erfindung ausgeht, ist es vorgesehen, dass ein bedienerseitiges Bedienereignis, hier eine bedienerseitige Fußbewegung, das motorische Öffnen der Heckklappe bewirkt. Hierfür sind eine der Heckklappe zugeordnete Antriebsanordnung, eine Steuerungsanordnung sowie eine Sensoranordnung vorgesehen. Die Steuerungsanordnung überwacht die in den Sensormesswerten auftretenden Sensorereignis- se der Sensoranordnung daraufhin, ob das obige Bedienereignis vorliegt. In Abhängigkeit vom Ergebnis dieser Bedienereigmsüberwachung wird entsprechend eine Ansteuerung der Antriebsanordnung vorgenommen.
Das obige, bekannte Verfahren zur sensorischen Erfassung eines Bedienereignisses ermöglicht ein besonders komfortables motorisches Betätigen der Heckklappe eines Kraftfahrzeugs. Für die Zuverlässigkeit der Betätigung ist die Auslegung der Steuerungsanordnung und der Sensoranordnung maßgeblich. Schwierigkeiten können sich insbesondere ergeben, wenn unterschiedliche Bediener des Kraftfahrzeugs die in Rede stehende Fußbewegung insbesondere aufgrund unterschiedlicher anatomischer Gegebenheiten auf ganz unterschiedliche Weise umsetzen. Dies kann dazu führen, dass eine Bedienerbewegung nicht als Bedien-
ereignis erkannt wird, obwohl der Bediener diese Bewegung subjektiv korrekt ausgeführt hat.
Der Erfindung liegt das Problem zugrunde, das bekannte Verfahren derart auszugestalten und weiterzubilden, dass eine hohe Zuverlässigkeit bei der Betätigung auch bei mehreren potentiellen Bedienern gewährleistet ist.
Das obige Problem wird bei einem Verfahren gemäß dem Oberbegriff von Anspruch 1 durch die Merkmale des kennzeichnenden Teils von Anspruch 1 gelöst.
Wesentlich ist die grundsätzliche Überlegung, dass ein Teil der Bedienereignisüberwachung im normalbetriebsgemäßen Gebrauch verändert werden kann. Mit „normalbetriebsgemäßer Gebrauch" ist vorliegend der Gebrauchszustand gemeint, in dem das Kraftfahrzeug dem Benutzer für den normalen Betrieb zur Verfügung steht. Herstellerseitige Einricht- oder Installationsarbeiten im Rahmen der Produktion des Kraftfahrzeugs vor dessen Auslieferung sind dem normalbetriebsgemäßen Gebrauch nicht zuzuordnen und dem normalbetriebsgemäßen Gebrauch vorgelagert. Die so gewonnene Flexibilität bei der Bedienereignisüberwachung ermöglicht eine Adaption der Bedienereignisüberwachung auf den jeweils im Hinblick auf den Betrieb des Kraftfahrzeugs aktiven Bediener.
Im Einzelnen wird vorgeschlagen, dass der Bedienereignisüberwachung mindestens ein in der Steuerungsanordnung abgelegtes Bedienereignismodell zugrundeliegt und dass das Bedienereignismodell im normalbetriebsgemäßen Gebrauch erzeugt und/oder parametriert wird.
Damit ist es grundsätzlich möglich, Bedienereignisse ganz neu einzulernen. Andererseits ist es aber auch denkbar, dass vordefinierte Bedienereignisse im normalbetriebsgemäßen Gebrauch auf die Bewegungsabläufe des jeweiligen Bedie- ners hin parametriert werden.
Bei dem Bedienereignismodell handelt es sich um ein auf die Sensormeßwerte der Sensoranordnung gerichtetes Datenmodell, das einen Satz der für das jeweilige Bedienereignis charakteristischen Variablen enthält. Das Bedienereignismodell kann aber auch ganze Verläufe der Sensormesswerte der Sensoranordnung
umfassen. Andere Varianten für die Auslegung des Bedienereignismodells sind denkbar.
Von besonderer Bedeutung für die vorschlagsgemäße Lösung ist die Tatsache, dass das Erzeugen bzw. die Parametrierung des Bedienereignismodells im nor- malbetriebsgemäßen Gebrauch erfolgen kann. Das macht insbesondere die laufende Anpassung des jeweiligen Bedienereignismodells im laufenden Betrieb möglich.
Die besonders bevorzugten Ausgestaltungen gemäß den Ansprüchen 2 bis 4 betreffen die bedarfsweise Benutzung des Kraftfahrzeugs durch mindestens zwei potentielle Bediener. Eine optimale Bedienerfreundlichkeit ergibt sich gemäß Anspruch 4, nach dem jedem potentiellen Bediener ein Bedienereignismodell zugeordnet ist. Damit ist sichergestellt, dass ein Bedienereignis bei mehreren potentiellen Bedienern stets sicher erkannt wird, auch wenn die potentiellen Bediener ganz unterschiedliche Bewegungs verhalten aufweisen.
Bei den weiter bevorzugten Ausgestaltungen gemäß den Ansprüchen 5 und 6 erfolgt die Erzeugung bzw. die Modifikation des Bedienereignismodells dadurch, dass die Steuerungsanordnung in einen Lernmodus gebracht wird. Dies ist eine Variante, bei der der Bediener die volle Kontrolle über eine Änderung des Bedienereignismodells behält, was je nach Bediener als Vorteil gesehen wird.
Anders ist es bei den besonders bevorzugten Ausgestaltungen gemäß den Ansprüchen 7 und 8. Hier erkennt die Steuerungsanordnung nach unterschiedlichen Strategien selbst, dass eine Erzeugung bzw. Parametrierung des Bedienereignismodells durchzuführen ist. Diese Automatikfunktionen sind für den Bediener nicht merkbar und führen zu einem ganz besonders hohen Bedienkomfort.
Besonders bewährt hat sich die vorschlagsgemäße Lösung, wenn es sich bei dem Bedienereignis um eine Fußbewegung des Bedieners nach den Ansprüchen 10 und 1 1 handelt. Hier weisen die Bewegungsabläufe unterschiedlicher Bediener erfahrungsgemäß ganz ausgeprägte Unterschiede auf.
Nach einer weiteren Lehre gemäß Anspruch 13, der ebenfalls eigenständige Bedeutung zukommt, wird eine Verschlusselementanordnung beansprucht, die nach
dem vorschlagsgemäßen Verfahren arbeitet. Auf alle Ausführungen, die geeignet sind, die Verschlusselementanordnung als solche zu beschreiben, darf verwiesen werden.
Im Folgenden wird die Erfindung anhand einer lediglich ein Ausfuhrungsbeispiel darstellenden Zeichnung näher erläutert. In der Zeichnung zeigt
Fig. 1 den Heckbereich eines Kraftfahrzeugs mit einer vorschlagsgemäßen
Verschluss elementanordnung zur Durchführung des vorschlagsgemäßen Verfahrens,
Fig. 2 eine Sequenz eines vorschlagsgemäßen, zu erfassenden Bedienereignisses in den fünf Stufen a) bis e) und
Fig. 3 zwei beispielhafte Signalverläufe zweier Sensorelemente der Verschlusselementanordnung gemäß Fig. 1 während eines Bedienereignisses gemäß Fig. 2.
Das vorschlagsgemäße Verfahren wird im Folgenden anhand einer Verschlusselementanordnung 1 eines Kraftfahrzeugs erläutert, die ein als Heckklappe ausgestaltetes Verschlusselement 2 aufweist.
Die Ausgestaltung des Verschlusselements 2 als Heckklappe eines Kraftfahrzeugs ist vorliegend bevorzugt. Allerdings darf im Hinblick auf das weite Verständnis des Begriffs„Verschlusselement" auf den einleitenden Teil der Beschreibung verwiesen werden. Insoweit gelten alle Ausführungen zu einer Heckklappe 2 entsprechend für alle anderen Arten von Verschlusselementen.
Der Heckklappe 2 ist eine Antriebsanordnung 3 zugeordnet, mittels der eine motorische Verstellung der Heckklappe 2 zwischen der in Fig. 1 in durchgezogener Linie dargestellten Schließstellung und der in Fig. 1 in gestrichelter Linie dargestellten Offenstellung bewirkbar ist.
Es ist ferner eine Steuerungsanordnung 4 vorgesehen, die u.a. der Ansteuerung der Antriebsanordnung 3 dient. Mit der Steuerungsanordnung 4 kommuniziert eine Sensoranordnung 5 mit mindestens einem insbesondere als Näherungssen-
sor ausgestalteten Sensorelement 6, 7. Die noch zu erläuternde Sensoranordnung 5 ist so ausgelegt, dass mit ihr Bedienerbewegungen sensorisch erfassbar sind.
Bei dem dargestellten und insoweit bevorzugten Ausführungsbeispiel weist die Steuerungsanordnung 4 eine zentrale Hardwarestruktur auf. Denkbar ist aber auch, dass die Steuerungsanordnung 4 eine dezentrale Hardwarestruktur aufweist. In diesem Fall ist ein Teil der Steuerungshardware vorzugsweise in der Sensoranordnung 5 untergebracht. Dies bedeutet, dass die Sensoranordnung 5 eine eigene Intelligenz aufweist, die beispielsweise der Signalvorverarbeitung dienen kann.
Bestimmte Bedienerbewegungen sind hier als Bedienereignisse definiert, die jeweils eine bestimmte Reaktion der Steuerungsanordnung 4 auslösen sollen. Vorzugsweise handelt es sich bei dem Bedienereignis um eine Fußbewegung des Bedieners, wie noch erläutert wird.
Um auf das Vorliegen von Bedienereignissen wie oben angesprochen reagieren zu können, ist. eine Bedienereignisüberwachung vorgesehen, die von der Steuerungsanordnung 4 durchgeführt wird. Im Rahmen der Bedienereignisüberwachung werden mittels der Steuerungsanordnung 4 die in den Sensormesswerten 8, 9 der Sensoranordnung 5 auftretenden Sensorereignisse daraufhin überwacht, ob ein vorbestimmtes Bedienereignis vorliegt oder nicht. Bei den Sensorereignissen kann es sich um beliebige Abweichungen der Sensormess werte 8, 9 von den Leerlauf-Sensormeßwerten handeln. Die Leerlauf-Sensormesswerte 8, 9 liegen vor, wenn keine äußere Beeinflussung der Sensoranordnung 5 durch einen Be- diener o. dgl. vorliegt.
In Abhängigkeit vom Ergebnis der Bedienereignisüberwachung wird eine entsprechende Ansteuerung der Antriebsanordnung 3, beispielsweise das motorische Öffnen der Heckklappe 2, vorgenommen.
Fig. 2 zeigt in den Abbildungen a) bis e) die Stationen der Sequenz eines Bedienereignisses, das eine Hin- und Rückbewegung des Fußes des Bedieners um- fasst. Fig. 3 zeigt die resultierenden Sensorereignisse in den Sensormesswerten 8, 9 der beiden Sensorelemente 6, 7, wobei in der dortigen Darstellung die in Fig.
2 dargestellten Stationen a) bis e) im Zeitbereich entsprechend gekennzeichnet sind. Dies wird weiter unten noch im Detail erläutert.
Wesentlich ist nun, dass der Bedienereignisüberwachung mindestens ein in der Steuerungsanordnung 4 abgelegtes Bedienereignismodell zugrunde liegt. Bei dem Bedienereignismodell kann es sich um einen beliebigen Satz von Variablen handeln, der geeignet ist, den mit einem Bedienereignis einhergehenden Verlauf der Sensormesswerte 8, 9 zu charakterisieren, so dass das Auftreten eines Bedienereignisses in der Steuerungsanordnung 4 mittels eines entsprechenden Algorithmus erkennbar ist.
Das obige Bedienereignismodell lässt sich vorschlagsgemäß im normalbetriebs- gemäßen Gebrauch erzeugen und/oder parametrieren. Während bei der Erzeugung des Bedienereignismodells in der Regel die Aufnahme des Verlaufs von Sensormesswerten 8, 9 im Vordergrund steht, geht es bei der Parametrierung eines Bedienereignismodells meist um die Belegung festgelegter Modellvariablen.
Die Erzeugung bzw. die Parametrierung des Bedienereignismodells kann beispielsweise im Wege eines noch zu erläuternden Lernvorgangs vorgenommen werden. Denkbar ist aber auch, dass dies automatisch erfolgt, wie ebenfalls noch erläutert wird.
Vorteilhafterweise sind für den normalbetriebsgemäßen Gebrauch des Kraftfahrzeugs mindestens zwei potentielle Bediener vorgesehen, wobei die Steuerungsanordnung 4 stets ermittelt, welcher der potentiellen Bediener im Hinblick auf den Betriebs des Kraftfahrzeugs aktiv ist. Bei der Ermittlung des aktiven Bedie- ners können verschiedene Kriterien zur Anwendung kommen. Beispielsweise kann derjenige Bediener als aktiv gelten, der als letzter Bediener irgendeine Funktion des Kraftfahrzeugs ausgelöst hat, während sich der Funkschlüssel 10 dieses Bedieners in unmittelbarer Nähe des Kraftfahrzeugs befand. Vorzugsweise ist dies der Bediener, der als Letzter das Kraftfahrzeug-Schließsystem o. dgl. verriegelt hat.
Vorzugsweise dient also ein obiger Funkschlüssel 10 der Identifizierung des Bedieners. Hier und vorzugsweise sind daher mindestens zwei potentiellen Bedie- nern des Kraftfahrzeugs jeweils ein individueller Funkschlüssel 10 zugeordnet,
wobei die Steuerungsanordnung 4 aus dem Vorliegen und/oder der Bedienung des Funkschlüssels 10 wie oben erläutert ermittelt, welcher der potentiellen Be- diener im Hinblick auf den Betrieb des Kraftfahrzeugs gerade aktiv ist.
Dadurch, dass die Erzeugung und/oder die Parametrierung des mindestens einen Bedienereignismodells im normalbetriebsgemäßen Gebrauch möglich ist, lässt sich leicht realisieren, dass mindestens zwei Bedienereignismodelle in der Steuerungsanordnung 4 abgelegt werden, die unterschiedlichen Bedienern zugeordnet sind. Wesentlich ist dabei die Tatsache, dass der Bedienereignisüberwachung immer gerade das Bedienereignismodell des jeweils aktiven Bedieners zugrundegelegt wird. Damit ist es möglich, bei unterschiedlichen Bedienern entsprechend unterschiedliche Bewegungsabläufe im Rahmen der Bedienereignisüberwachung abzufragen.
In besonders bevorzugter Ausgestaltung lässt sich die Steuerungsanordnung 4 in einen Lernmodus bringen, in dem ein Bedienereignismodell erzeugt oder para- metriert wird. Innerhalb des Lernmodus nimmt der Bediener vorzugsweise ein Bedienereignis vor, wobei aus den resultierenden Sensormesswerten 8, 9, mittels der Steuerungsanordnung 4 die Erzeugung bzw. Parametrierung des Bedienereignismodells vorgenommen und anschließend abgelegt, also gespeichert wird.
Im Falle der Erzeugung des Bedienereignismodells ist es möglich, beliebige Be- dienerdefinierte Bedienereignisse festzulegen, soweit die dazugehörigen Bedienerbewegungen mittels der Sensoranordnung 5 erfassbar sind. Beispielsweise können neben Fußbewegungen auch andere Gesten, wie "Wisch-" oder "Streichbewegungen" o. dgl. als Bedienereignisse eingelernt werden.
In besonders bevorzugter Ausgestaltung wird der Lernmodus bedienerspezifisch durchgeführt, und zwar derart, dass das Bedienereignismodell für einen bestimmten Bediener, insbesondere für den während des Lernens aktiven Bediener, abgelegt wird.
Das Einstellen des Lernmodus kann auf vielfältige Arten erfolgen. Beispielsweise kann der Lernmodus eingestellt werden, wenn eine Verriegelungstaste am Funkschlüssel mehrmalig oder länger betätigt wird, nachdem eine vorbestimmte
Bedieneraktion, beispielsweise das Einschalten der Zündung oder das Entriegeln, ausgelöst wurde.
Eine weitere bevorzugte Ausgestaltung betrifft den Fall, dass ein Sensorereignis im Rahmen der Bedienereignisüberwachung als Bedienereignis erkannt wurde. Bei dieser bevorzugten Ausgestaltung wird dann mittels der Steuerungsanordnung 4 der aktive Bediener ermittelt, wobei schließlich das dem Bedienereignis zugrunde liegende Bedienereignismodell dem jeweils aktiven Bediener zugeordnet wird.
In weiter bevorzugter Ausgestaltung kann es hier vorgesehen sein, dass bei der Bedienereignisüberwachung stets alle in der Steuerungsanordnung 4 abgelegten Bedienereignismodelle herangezogen werden. Sofern dann eines der Bedienereignismodelle zu einer Erkennung eines Bedienereignisses führt, wird dieses Bedienereignismodell vorzugsweise dem jeweils aktiven Bediener zugeordnet.
Interessant bei der letztgenannten Variante ist die Tatsache, dass die Zuordnung des Bedienereignismodells zu dem jeweils aktiven Bediener automatisch erfolgt, ohne dass dies der Bediener bemerken muss. Eine solche Selbstoptimierung der Steuerungsanordnung 4 führt zu einem ganz besonders hohen Bedienkomfort.
Eine andere bevorzugte Selbstoptimierung wird für den Fall vorgeschlagen, dass ein Sensorereignis im Rahmen der Bedienereignisüberwachung nicht als Bedienereignis erkannt wurde, wobei anschließend, insbesondere innerhalb eines vorbestimmten Zeitraums, eine Ansteuerung der Antriebsanordnung 3 manuell, hier und vorzugsweise über den Funkschlüssel 10, ausgelöst wurde.
Der obige Sachverhalt lässt in der Regel den Schluß zu, dass ein Bediener erfolglos versucht hat, durch ein Bedienereignis, hier durch eine Fußbewegung, eine Funktion der Verschlusselementanordnung 1 , insbesondere das Öffnen der Heckklappe 2, auszulösen und dass der Bediener nach diesem erfolglosen Versuch dazu übergegangen ist, die Funktion der Verschlusselementanordnung 1 , hier die Ansteuerung der Antriebsanordnung 3, manuell, insbesondere über den Funkschlüssel 10 auszulösen. In einem solchen Fall ist es vorzugsweise vorgesehen, dass die Steuerungsanordnung 4 aus dem jeweiligen Sensorereignis (das ja zunächst nicht als Bedienereignis erkannt wurde) ein Bedienereignismodell er-
zeugt oder parametriert, und zwar derart, dass dieses Sensorereignis im weiteren Betrieb doch als Bedienereignis erkannt wird. Dabei ist es hier und vorzugsweise vorgesehen, dass das so erzeugte bzw. parametrierte Bedienereignismodell einem Bediener, hier und vorzugsweise dem aktiven Bediener, zugeordnet wird. Damit wird sichergestellt, dass das vom Bediener zuletzt durchgeführte Bedienereignis zukünftig zu einem Auslösen der gewünschten Funktion fuhrt, selbst wenn dies beim letzten Anlauf gescheitert war.
Eine weitere bevorzugte Variante einer Selbstoptimierung besteht darin, dass die Steuerungsanordnung 4 das jeweilige Bedienereignismodell bei praktisch jeder Erkennung eines Bedienereignisses optimiert. Hierfür ist es vorgesehen, dass mittels der Steuerungsanordnung 4 bei jeder erfolgten Erkennung eines Bedienereignisses ein Abstandswert für den Abstand des der Erkennung zugrundeliegenden Sensorereignisses zu dem jeweiligen Bedienereignismodell ermittelt und ggf. gespeichert wird. Der Abstandswert gibt an, in welchem Maße das der Erkennung zugrundeliegende Sensorereignis den in dem Bedienereignismodell festgelegten Kriterien zur Erkennung eines Bedienereignisses entspricht.
Basierend auf dem Abstandswert wird eine Modifikation des Bedienereignismodells derart durchgeführt, dass ein statistischer Abstandswert, hier und vorzugsweise der mittlere Abstandswert, über eine Anzahl der letzten Bedienereigniserkennungen reduziert wird. Dies bedeutet, dass ein Bedienereignis, das von einem bestimmten Bediener unter Zugrundelegung des entsprechenden Bedienereignismodells stets nur knapp als Bedienereignis erkannt wird, zu einer Modifikation des Bedienereignismodells führt. Die Modifikation ist dabei so getroffen, dass sich der Abstandswert auf einen reduzierten, insbesondere minimalen Wert einstellt, so dass die Sicherheit bei der Betätigung insgesamt erhöht ist.
Bei dem zu erkennenden Bedienereignis handelt es sich, wie oben schon angesprochen, um eine vorbestimmte Bedienerbewegung, die über den zeitlichen Verlauf der Sensormesswerte 8, 9 erfasst wird.
Das zu erfassende Bedienereignis ist wie oben angesprochen vorzugsweise eine Fußbewegung des Bedieners, wobei die Sensoranordnung 5 mindestens zwei, hier genau zwei, als Näherungssensoren ausgestaltete Sensorelemente 6, 7 aufweist, die, wie in Fig. 1 dargestellt, in oder an einem hinteren Verkleidungsteil
1 1 , hier und vorzugsweise dem hinteren Stoßfänger 1 1, des Kraftfahrzeugs angeordnet sind. Dabei handelt es sich bei den beiden Sensorelementen 6, 7 vorzugsweise um kapazitive Näherungssensoren mit Elektroden, die sich jeweils über einen wesentlichen Teil der Breite des Kraftfahrzeugs erstrecken. Damit ist gewährleistet, dass die Erfassung des Bedienereignisses entsprechend über den wesentlichen Teil der Breite des Kraftfahrzeugs möglich ist.
Die Sensoranordnung 5 kann an beliebigen Stellen des Kraftfahrzeugs angeordnet sein. Denkbar ist beispielsweise, dass die Sensoranordnung 5 im Seitenbereich des Kraftfahrzeugs, insbesondere an einem Kotflügel, einer Seitentür o. dgl. angeordnet ist.
Es lässt sich der Darstellung gemäß Fig. 1 entnehmen, dass der schematisch dargestellte Erfassungsbereich des oberen Sensorelements 6 jedenfalls auch nach hinten weist und der Erfassungsbereich des unteren Sensorelements 7 jedenfalls auch nach unten weist. Diese Sensoranordnung 5 führt entsprechend zu den in Fig. 3 dargestellten Sensormess werten 8, 9.
Wie oben erläutert, kann das vorbestimmte Bedienereignis je nach Bediener durchaus unterschiedlich ausfallen, so dass vorschlagsgemäß bedienerspezifische Bedienereignismodelle bei der Bedienereignisüberwachung Anwendung finden. Dabei kommen hier und vorzugsweise im Rahmen der Bedienereignisüberwachung grundsätzlich bekannte Verfahren der Mustererkennung zur Anwendung.
Als Grundlage für die Mustererkennung werden dem für das zu erfassende Bedienereignis charakteristischen Verhalten der Sensormesswerte 8, 9 zumindest eines Sensorelements 6, 7 eine Reihe von charakteristischen Merkmalen zugeordnet, die Bestandteil des Bedienereignismodells sind und deren Auftreten im Rahmen der Bedienereignisüberwachung überwacht werden. Im Rahmen der Mustererkennung werden diese Merkmale zunächst aus den Sensormesswerten 8, 9 extrahiert und anschließend klassifiziert.
Dies entspricht der grundlegenden Konzeption bei der Mustererkennung. Dabei werden ggf. vorgefilterte Messwerte zunächst einer Merkmalsextraktion unterzogen. Die zu extrahierenden Merkmale sind so auszuwählen, dass sie„trennungswirksam" sind. Dies bedeutet, dass die Merkmale geeignet sein müssen,
den Zustand„mit Bedienereignis" von dem Zustand„ohne Bedienereignis" zu unterscheiden (Christopher M. Bishop,„Patern Recognisson and Mashine Lear- ning", Springer, Berlin, 2006, ISBN 0-387-31073-8).
Nach der Merkmalsreduktion wird eine Klassifikation vorgenommen, in der die Ausbildung der extrahierten Merkmale bestimmten Klassen von zu erfassenden Mustern zugeordnet werden.
Bei der in Fig. 3 dargestellten Hin- und Rückbewegung des Fußes des Bedieners werden impulsartige Sensorereignisse in den Sensormesswerten 8, 9 erzeugt, die im Folgenden als „Sensorimpulse" bezeichnet werden. Als zu extrahierende Merkmale lassen sich die Breite, die Höhe, die Flankensteilheit, die Krümmung von Teilen der Sensorimpulse, der zeitliche Versatz zweier Sensorimpulse eines Sensorelements 6, 7 o. dgl. definieren. Im Rahmen der Klassifikation werden diese Merkmale dann auf Grenzwerte oder Grenzbereiche hin überprüft.
Weitere denkbare Merkmale sind hier der zeitliche Versatz der Sensorimpulse zweier Sensorelemente 6, 7 oder eine vorbestimmte Korrelation, insbesondere die Kreuzkorrelation der Sensormesswerte 8, 9 zweier Sensorelemente 6, 7 zueinander. Auch diese Merkmale lassen sich mit Hilfe von Grenzwerten und Grenzbereichen derart klassifizieren, dass ggf. zusammen mit den zuvor genannten Merkmalen ein Rückschluss auf das Auftreten oder Nichtauftreten eines Bedienereignisses möglich ist.
Wesentlich bei der obigen Mustererkennung ist die Tatsache, dass die der Mustererkennung zugrundeliegenden Reihe von Merkmalen dem Bedienereignismodell zugeordnet sind. Bei der Erzeugung bzw. Parametrierung des Bedienereignismodells geht es um die Festsetzung eben dieser Merkmale. Die Mustererkennung läuft dann in an sich bekannter Weise ab.
Für alle oben erläuterten Ausfuhrungsbeispiele darf nochmals darauf hingewiesen werden, dass die Steuerungsanordnung 4 hardwaretechnisch dezentral angeordnet sein kann. Das kann beispielsweise dazu führen, dass zumindest ein Teil des Bedienereignismodells in der Sensoranordnung 5 abgelegt wird und/oder dass ein Teil der Bedienereignisüberwachung in der Sensoranordnung 5 durchgeführt wird.
Nach einer weiteren Lehre, der ebenfalls eigenständige Bedeutung zukommt, wird die Verschlusselementanordnung 1 mit Verschlusselement 2, Antriebsanordnung 3, Steuerungsanordnung 4 und Sensoranordnung 5 als solche beansprucht. Auf alle Ausfuhrungen, die geeignet sind, die Verschlusselementanordnung 1 zu beschreiben, darf verwiesen werden.
Es wurde schon darauf hingewiesen, dass beide vorschlagsgemäßen Lehren auf alle Arten von Verschlusselementen 2 anwendbar sind. Neben der erläuterten Anwendung auf eine Heckklappe 2 darf die Verwendung auf eine Schiebetür als ganz besonders vorteilhaft herausgestellt werden. Dadurch, dass Schiebetüren regelmäßig einen nur geringen Bewegungsbereich überstreichen, können die oben beschriebenen, vorschlagsgemäßen Automatikfunktionen ohne ein nennenswertes Kollisionsrisiko umgesetzt werden. Vor diesem Hintergrund ist die Anwendung der vorschlagsgemäßen Lehren auf Schiebetüren bevorzugt.