BESCHREIBUNG
Fahrzeugsitz mit einem Vierpunkt-Sicherheitsgurtsystem
Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugsitz mit einer Rückenlehne, einer Sitzfläche und einem Vierpunkt-Sicherheitsgurtsystem, das zwei Schultergurte umfasst, die jeweils an ihrem oberen Ende einen oberen Befestigungspunkt im Bereich der Rückenlehne aufweisen, und die jeweils an ihrem unteren Ende im Bereich der Sitzfläche des Fahrzeugsitzes einen unteren Befestigungspunkt besitzen.
Ein derartiger Fahrzeugsitz mit einem Vierpunkt-Sicherheitsgurtsystem ist beispielsweise aus dem Dokument US 2004/0012242 A1 bekannt. Dabei werden die beiden Schultergurte bei ihrer bestimmungsgemäßen Verwendung durch ein Gurtschloss miteinander verbunden, sodass sich ein etwa X-förmiger Verlauf der Schultergurte ergibt und das Gurtschloss sich etwa im Bereich des Bauches des durch das Sicherheitsgurtsystem zu sichernden Fahrzeuginsassen befindet.
Ein derartiges Vierpunkt-Sicherheitsgurtsystem besitzt gegenüber den üblicherweise verwendeten Dreipunkt-Sicherheitsgurtsystemen den Vorteil, dass ein seitliches Herausrutschen des Oberkörpers eines zu sichernden Fahrzeuginsassen vermieden wird. Doch besteht bei den bekannten Vierpunkt-Sicherheitsgurtsystemen die Gefahr, dass es bei einem Aufprall des entsprechenden Fahrzeuges zu einem Durchrutschen des Beckens des zu schützenden Insassen unterhalb des Gurtschlosses und damit zu schweren Bauchverletzungen kommen kann.
Die DE 32 31 898 A1 betrifft ein Anschnallgurtsystem für Flugbegleiter, bestehend aus einem geteilten Bauchgurt mit Mittelschloss und zwei Schultergurten, die bevorzugt selbsttätig blockieren und rückholend eingerichtet sind, wobei jeder Schultergurt mit dem zugeordneten Bauchgurtteil verbunden und durch einen Umlenkbeschlag im Hüftbereich gleitend hindurchgeführt ist. Dazu sind im Bereich der Sitzfläche die Beschläge ange-
schraubt, die aus einer Befestigungslasche und von dieser getragen länglichen Gurtöse gebildet werden.
Der DE 26 02 875 A ist ein Doppel-Sicherheits-Gurt entnehmbar, der aus einem langen Gürtel besteht und an seinen beiden Enden an zwei automatisch aufrollbaren Rollen befestigt ist. Zusätzlich ist ein Mittelstreifen vorgesehen, der über die Oberschenkel der Füße führend eingebunden ist.
Die WO 2004/101330 A1 kombiniert ein 2-Punkt und ein 3-Punkt Gurtsystem zur Erhöhung der Sicherheit.
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, einen Fahrzeugsitz mit einem Vierpunkt- Sicherheitsgurtsystem anzugeben, bei dem ein Durchrutschen des Beckens des mit dem Sicherheitsgurtsystem zu schützenden Fahrzeuginsassen bei einem plötzlichen Abbremsen des Fahrzeuges, etwa bei einem Unfall, vermieden wird.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch die Merkmale des Anspruchs 1 gelöst. Weitere, besonders vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung offenbaren die Unteransprüche.
Die Erfindung beruht im Wesentlichen auf dem Gedanken, das Vierpunkt- Sicherheitsgurtsystem mit einem sich vorzugsweise selbststraffenden - das heißt, sich selbststraffenden - Beckengurt zu versehen, der die beiden Schultergurte über entsprechende Umlenkeinrichtungen im Bereich der unteren Befestigungspunkte miteinander verbindet.
Bei einer ersten Ausführungsform der Erfindung sind die beiden miteinander verbundenen Beckengurtabschnitte einstückig ausgebildet, sodass beide Schultergurte und der Beckengurt aus einem Gurt bestehen.
Bei einer zweiten Ausführungsform der Erfindung sind die Enden der beiden miteinander verbundenen Beckengurtabschnitte über ein Gurtschloss miteinander verbunden, sodass im Notfall auch ein schnelles Öffnen des Beckengurtes erfolgen kann.
Wesentlich bei beiden Ausführungsformen ist also, daß der Beckengurt durch Verlange-
rungen der beiden Schultergurte gebildet wird. Dadurch wird erreicht, daß der Beckengurt bei einem nach vorne schnellen des entsprechenden Insassen straff angezogen wird und somit ein Durchrutschen seines Beckenbereiches verhindert wird.
Die oberen Befestigungspunkte der beiden Schultergurte können jeweils durch eine an der Rückenlehne befestigte Gurt-Aufrollautomatik gebildet werden.
Es kann aber auch vorgesehen sein, dass die beiden Schultergurte im oberen Bereich der Rückenlehne durch Öffnungen zur Rückseite der Rückenlehne geführt und dort miteinander verbunden sind.
Weitere Einzelheiten und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den folgenden, anhand von Figuren erläuterten Ausführungsbeispielen. Es zeigen:
Fig. 1 die schematische Vorderansicht auf einen erfindungsgemäßen Fahrzeugsitz mit einem ersten Ausführungsbeispiel eines Vierpunkt-Sicherheitsgurtsystems und
Fig. 2 eine Fig. 1 entsprechende Vorderansicht auf einen erfindungsgemäßen Fahrzeugsitz mit einem zweiten Ausführungsbeispiel eines Vierpunkt-Sicherheitsgurtsystems.
In Fig. 1 ist mit 1 ein Fahrzeugsitz eines Kraftfahrzeuges bezeichnet, welcher beispielsweise eine verschwenkbare Rückenlehne 2 und zumindest eine Sitzfläche 3 aufweist. An dem Fahrzeugsitz 1 ist ein Vierpunkt-Sicherheitsgurtsystem 4 angeordnet, welches zwei, etwa parallel zur Rückenlehne 2 verlaufende Schultergurte 5, 6 und einen Beckengurt 7 umfasst.
Die beiden Schultergurte 5, 6 besitzen an ihren oberen Enden jeweils einen oberen Befestigungspunkt (Gurtverankerungspunkt) 8, 9 an der Rückenlehne 2, der beispielsweise durch jeweils eine nicht dargestellte Gurt-Aufrollautomatik gebildet wird.
Die unteren Enden der beiden Schultergurte 5, 6 sind im Bereich der Sitzfläche 3 des Fahrzeugsitzes 1 mit unteren Befestigungspunkten 10, 11 verbunden. Dabei sind die beiden Schultergurte 5, 6 jeweils im Bereich ihrer unteren Befestigungspunkte 10, 11 über Umlenkeinrichtungen 12, 13 (beispielsweise Gleitlaschen) umgelenkt, und der zwischen
den Umlenkeinrichtungen 12, 13 befindliche Abschnitt des Gurtes bildet den Beckengurt ?.
Wie Fig. 1 entnehmbar ist, sind die beiden Umlenkeinrichtungen 12, 13 jeweils mit einem, den unteren Befestigungspunkt 10, 11 bildenden Gurtschloss 15, 16 lösbar verbunden.
Zum Anlegen des Vierpunkt-Sicherheitsgurtes greift der zu schützende Fahrzeuginsasse mit beiden Händen hinter seinen Kopf, nimmt in jede Hand eine Umlenkeinrichtung 12, 13 und führt diese vor seinem Oberkörper nach unten, bis die Umlenkeinrichtungen 12, 13 rechts und links vom Becken in die Gurtschlösser 15, 16 einrasten. Der Vorgang beim Lösen des Sicherheitsgurtes erfolgt dann in umgekehrter Reihenfolge.
Fig. 2 zeigt ein weiteres Ausführungsbeispiel eines erfindungsgemäßen Fahrzeugsitzes 1 ' mit einem Vierpunkt-Sicherheitsgurtsystem 4'. Dabei besteht der Beckengurt 7' aus zwei Gurtabschnitten 17, 18, deren Enden 19, 20 über ein drittes Gurtschloss 21 miteinander verbunden sind, sodass in einem Notfall der Beckengurt 7' sehr schnell geöffnet werden kann.
Die Erfindung ist selbstverständlich nicht auf die in den Fig. 1 und 2 dargestellten Ausführungsbeispielen beschränkt. So können die beiden Schultergurte 5, 6 statt über Gurt- Aufrollautomatiken im oberen Bereich der Rückenlehne 2 auch durch Öffnungen zur Rückseite der Rückenlehne 2 geführt und dort miteinander verbunden werden.
Bezugszeichenliste
, 1 ' Fahrzeugsitz
Rückenlehne
Sitzfläche
, 4' Vierpunkt-Sicherheitsgurtsystem, 6 Schultergurte
, 7' Beckengurt
, 9 obere Befestigungspunkte, 11 untere Befestigungspunkte , 13 Umlenkeinrichtungen , 16 Gurtschlösser
, 18 Gurtabschnitte
, 20 Enden
Gurtschloss