Getaktete Blasluft im Ausleger
Die Erfindung betrifft eine Blasvorrichtung für einen Bogenausleger einer Druckmaschine für eine Blasluftbeaufschlagung von abzulegenden Bögen nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1 .
Eine Blasluftvorrichtung der eingangs genannten Art ist aus der DE 196 31 814 C1 bekannt. Sie besitzt eine Baugruppe miteinander verbundener Blasrohre, deren Mantelflächen jeweils mit Blasluftöffnungen versehen ist, aus denen Blasluft austritt, die die Bogenablage unterstützt. Die bekannte Blasluftvorrichtung hat sich bewährt. Dennoch ist ein gelegentlicher Bogenstau nicht auszuschließen. Insbesondere ist Auslage von leichtgewichtigen Bogen schwierig, da deren Fallbewe- gung durch die unterhalb der fallenden Bogen vorhandenen Luftpolster ungleichmäßig ist. Die Bogen fallen häufig nach Freigabe durch das Kettenfördersystem schirmartig mit nach unten hängenden Rändern auf den Auslegerstapel, da sich das Luftpolster im Bereich der Bogenmitte relativ langsam abbaut. Die Bogen lassen sich dann schlecht ausrichten oder werden geknickt ausgelegt oder behindern nachfolgende Bogen. Dieser Mangel ist mit der bekannten Einrichtung nicht zu beheben, da sich die Blasluftwirkung wegen der Verbindung der Blasrohre mehr oder weniger gleichmäßig über die Fläche des Auslegerstapels einstellt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine Blasluftvorrichtung der ein- gangs genannten Art zu schaffen, die die Auslage der Bogen verbessert.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß mit den Merkmalen des Anspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Weiterbildungen ergeben sich durch die Unteransprüche.
Die Blaslufteinrichtung zeigt Luftführungsrohre, die gezielt ansteuerbar sind, um insbesondere ein bereichsweise und zeitweise verstärktes Niederdrücken von sich bildenden Erhöhungen im Bogenmaterial beim Ablegen der Bögen zu vermeiden. D.h., besteht die Gefahr, dass sich derartige Erhöhungen im Bogenmaterial bilden
könnten, so sorgen individuell einstellbare Luftführungsrohre für ein individuelles Beblasen einer derartigen Erhöhung mit der Folge, dass sich die Erhöhung nicht ausbildet, sodass das Bogenmaterial mit der erfindungsgemäßen Vorrichtung verbessert abgelegt werden kann. Die Erfindung umfasst selbstverständlich die Möglichkeit, dass mehr als ein Luftführungsrohr vorgesehen ist, sodass eine entsprechende Anzahl von vorzugsweise im Wesentlichen verstärkt anblasbaren Bereichen eines abzulegenden Bogens jeweils mit mindestens einem Blasluftstrahl beblasen werden kann. Daher ist es vorgesehen vorzugsweise, dass eine positionsfeste Beblasung gemäß dem Ge- genstand der DE 196 31 814 C1 oder eine entsprechende feststehende Beblasung durchgeführt wird.
Dazu ist es vorteilhaft, wenn mindestens ein Blasrohr vorgesehen ist, das in seiner Mantelfläche mindestens eine Luftaustrittsöffnung aufweist. Dieses Blasrohr wird in Kombination mit dem mindestens einen erfindungsgemäßen Luftführungsrohr eingesetzt, wobei das an seiner Mantelfläche mindestens eine Luftaustrittsöffnung aufweisende Blasrohr starr ist und ortsfest oder verstellbar angeordnet ist, gleichzeitig aber gezielt hinsichtlich seiner Blasluftführung ansteuerbar ist.
Zeichnungen veranschaulichen die Erfindung anhand eines Ausführungsbeispiels und zwar zeigen:
Figur 1 eine Aufsicht auf einen Bogenausleger mit Blasluftvorrichtung und
Figur 2 eine Frontansicht zu Figur 1 .
Die Figur 1 zeigt eine Blasluftvorhchtung 1 , die im Bereich eines lediglich schematisch angedeuteten Bogenstapels 2 innerhalb eines nicht weiter gezeigten Bogen- auslegers einer nicht näher dargestellten Verarbeitungsmaschine, insbesondere Druckmaschine, derart angeordnet ist, dass abzulegende Bögen von oben her mit Blasluft beaufschlagt werden, um die Bögen schnell sowie reproduzierbar und damit staufrei auf en Bogenstapel 2 abzulegen. Die Bögen werden mittels einer nicht dargestellten Transporteinrichtung zur Ablage angeliefert, wobei sie nach-
einander zwischen seitlichen Bogenführungen 3 gelangen und in dieser Zone von der Blasluftvorrichtung 1 im Bereich ihrer Oberseite beblasen werden. Die Blasluftvorrichtung 1 weist eine an sich bekannte, im Wesentlichen flächig wirkende Blaseinrichtung 5 mit Lüfterelementen 6 auf. Die Lüfterelementen 6 können als zu mehreren miteinander gekoppelten Einheiten ausgebildet sein. Die Lüfterelemente 6 dienen zur Aufbringung eines flächigen Blasluftstroms auf die auf den Bogenstapel 2 fallenden Bogen B.
Eine weitere Blaseinrichtung 5 besitzt Führungen 7, 8, an denen mittels Haltern 9 Blasrohre 10 derart gehalten sind, dass sie in einer parallelen Ebene oberhalb der Ablagefläche des Bogenstapels 2 beabstandet zueinander verlaufen. Die Blasrohre 10 können zwischen Blaseinrichtungen 5 angeordnet werden, so dass sich Blasrohre 10 und Blaseinrichtungen 5 abwechseln. Damit kann der flächige Blasluftstrom der Blaseinrichtungen 5 durch gezielte Blasluftströme der Blasrohre 10 ergänzt werden.
Die Blasrohre 10 weisen dazu an ihren Mantelflächen Blasöffnungen 1 1 auf, wobei eine Vielzahl von axial zueinander beabstandeten Blasluftöffnungen 11 an jedem Blasrohr 10 vorgesehen sind, sodass eine entsprechende Anzahl von Blasluft- strömen 12 nach unten austritt. Der Einfachheit halber sind in der Figur 2 nur einige der Blasluftströme 12 eingezeichnet. Wie der Figur 1 zu entnehmen ist, können die Blasöffnungen 1 1 mit verlagerbaren Klemmstücken 13 bei Bedarf verschlossen werden, die auf die Blasrohre 10 aufgeklipst sind. Die einzelnen Blasöffnungen 1 1 der Blasrohre 10 sind über von den Klemmstücken gebildeten Abdeckun- gen verschließbar und das jeweilige gesamte Blasrohr 10 um die Rohrachse nach links und rechts drehbar. Es kann auch quer und/oder in Richtung der Längserstreckung verschiebbar und in einer gewählten Stellung fixierbar sein. Die Versorgung der Blasrohre 10 mit Blasluft erfolgt über Lufteintrittsöffnungen und ggf. steuerbare Ventile, die an eine nichtdargestellte Druckluftquelle angeschlossen sind.
Als Blaseinrichtung sind auch Luftführungsrohre geeignet, wobei jedes Luftführungsrohr zur Einstellung seines Rohrverlaufs in sich richtungsverstellbar ausge-
bildet ist, derart, dass eine selbsttragende, die Position erhaltende Eigensteifigkeit vorliegt. Jedes Luftführungsrohr kann dazu mehrere, reihenförmig angeordnete, einzelne Rohrabschnitte aufweisen, die als einander gleich gestaltete Module ausgebildet und gelenkig miteinander verbunden sind, so dass ein entsprechen- der, beispielsweise bogenförmiger Rohrverlauf eingestellt werden kann.
Jedes Luftführungsrohr kann am einen Stirnende eine Luftaustrittsöffnung und an seinem anderen Stirnende eine Lufteintrittsöffnung aufweisen, wobei der Luftaustritt eine Blasdüse als Runddüse oder als Flachdüse sein kann.
Erfindungsgemäß wird eine derartige Vorrichtung nun so weitergebildet, dass die Blaswirkung der Einrichtung im Mittelbereich der fallenden Bogen auf den Bogen- stapel 2 gezielt beeinflusst werden kann. Diese Ausführung erfolgt bevorzugt im Takt der von der Druckmaschine ankommenden Bogen.
In der Vorrichtung gemäß Fig. 1 und 2 sind fünf parallel zueinander in Richtung der Bogenförderung angeordnete Blasrohre 10 vorgesehen. Zur erfindungsgemäßen Anordnung werden die Blasrohre 10 an der Führung 7 pneumatisch angekoppelt. Die Zuführung der Luft zu den Blasrohren 10 wird dann mittels je eines in jeder Verbindung zwischen der Führung 7 und einem Blasrohr 10 angeordneten Steuerventils beeinflussbar gestaltet. Insbesondere werden das mittlere Blasrohr 10 oder die mittleren drei Blasrohre 10 gezielt mit Blasluft beaufschlagbar gesteuert.
Die Blasluftbeaufschlagung kann mittels einer gemeinsamen Blasluftzufuhr für alle Blasrohre 10 und einzelne Steuerventile 13 für jedes Blasrohr 10 erfolgen. Ebenso ist eine gruppenweise Zusammenfassung der Blasluftzufuhr für Gruppen von Blasrohren 10 und die gesteuerte Zufuhr der Blasluft über gruppierten Blasluftzufuhreinrichtungen 14 möglich.
Mittels der Blasluftzufuhreinrichtung 14 ist die Luftzufuhr für die Blasrohre 10 von einem Lufterzeuger zusteuerbar. Dabei werden bevorzugt alle Blasrohre 10 ge- meinsam mit Blasluft bedient, wobei an den Blasrohren 10 der Blasluftverbrauch mittels der Stellventile 13 zusätzlich einzeln einstellbar ist.
Es ist aber auch eine gruppenweise oder einzeln zugeordnete Ansteuerung von Blasrohren 10 möglich, die bevorzugt symmetrisch zur Bogenförderrichtung R von der Bogenmitte aus erfolgt, die aber auch asymmetrisch erfolgen kann.
Die Zufuhr von Blasluft erfolgt in den ausgewählten Bereichen vorzugsweise in den Zeitbereichen zu denen die abzulegenden Bögen B gerade von den Bogen- führungseinrichtungen freigegeben werden.
Hierzu ist bekannt, dass Bogen zum Ablegen auf Auslegerstapeln von Greiferbalken an Kettenfördersystemen über so genannte Bogenbremsen bis über den Aus- legerstapel geführt werden. Bei der Ablage der Bögen werden diese über dem Auslegerstapel kurz vor der Ablage von den Greifern an der Vorderkante gehalten und an den Bogenbremsen im Bereich ihrer Hinterkante geführt.
Bei der Freigabe der Bogen B ist erfindungsgemäß vorgesehen, dass eines oder mehrere der mittleren Blasrohre 10 an dem Blasrahmen (Blasluftvorrichtung 1 ) mit einem Druckluftstoß versorgt werden, so dass der freigegebene Bogen B (durchgezogene Darstellung in Fig. 2) während des Fallens in seinem Mittelbereich parallel zur Bogentransportrichtung R nach unten bewegt und gezielt verformt wird (strichliierte Darstellung in Fig. 2). Dadurch können die Bogenränder nicht gegen- über der Bogenmitte voreilend absinken und so das Abströmen der Luft aus dem Luftpolster im Bogenmittenbereich verhindern. Der Bogen B wird gleichmäßiger auf den Bogenstapel 2 im Bogenausleger fallen.
Die Steuerung der Blasluft wird vorzugsweise symmetrisch zur Mittelachse der Druckmaschine und parallel zur Bogenlaufrichtung R gesteuert. Bei ungleichmäßiger Bedruckung der Bögen B kann auch eine asymmetrische Steuerung der Blasluft an den Blasrohren 10 vorgesehen werden.
Weiterhin ist vorgesehen die Blasluft mittels der Steuerventile 13 auch gestuft von außen zur Mitte oberhalb des Bogenstapels im Bogenausleger zu verstärken, um die Formungswirkung auf den Bogen B zu verstärken (siehe strichliierte Darstellung in Fig. 2). Weiterhin kann die Steuerung in Abhängigkeit von der Maschinengeschwindigkeit und den Kennwerten des Bogenmatehals verändert werden. Bei
schnellerer Geschwindigkeit kann der Druckluftstoß früher und/oder stärker erfolgen. Bei stabilen Bedruckstoffen kann der Druckluftstoß abgeschaltet, bei sehr dünnen Bedruckstoffen aber verstärkt werden.
Die Vorrichtung ist einfach in bekannte Blasvorrichtungen in Bogenauslegern zu integrieren. Weiterhin kann die Steuerung der Blasluft automatisiert werden.
Bezugszeichenliste
1 Blasluftvorrichtung
2 Bogenausleger
3 Bogenführung
4 Bogenführung
5 Blaseinrichtung
6 Lüfterelement
7 Führung
8 Führung
9 Halter
10 Blasrohr
1 1 Blasöffnung
12 Blasluftstrom
13 Steuerventil
14 Gruppensteuerung / Luftverteiler
B Bogen
R Bogentransportrichtung