EP4731476A1 - Verfahren zum steuern eines fernlichtassistenten und der fernlichtassistent - Google Patents
Verfahren zum steuern eines fernlichtassistenten und der fernlichtassistentInfo
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- EP4731476A1 EP4731476A1 EP24729758.3A EP24729758A EP4731476A1 EP 4731476 A1 EP4731476 A1 EP 4731476A1 EP 24729758 A EP24729758 A EP 24729758A EP 4731476 A1 EP4731476 A1 EP 4731476A1
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Abstract
Die Erfindung betrifft ein Verfahren (5) zum Steuern eines Fernlichtassistenten (4) eines Fahrzeugs (2) in der Nacht. Die Erfindung betrifft auch den Fernlichtassistent (4) zum Ausführen des Verfahrens (5).
Description
Verfahren zum Steuern eines Fernlichtassistenten und der Fernlichtassistent
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Steuern eines Fernlichtassistenten eines Fahrzeugs in der Nacht nach dem Oberbegriff des Anspruchs 1. Die Erfindung betrifft auch den Fernlichtassistent zum Ausführen des Verfahrens.
In einem Fahrzeug kann ein Fernlichtassistent zum automatischen Einschalten und zum automatischen Ausschalten eines Fernlichts in der Nacht vorgesehen sein. Der Fernlichtassistent ist dabei auf eine gute Objekterkennung angewiesen. Zum Erfassen von Fremdfahrzeugen in der Nacht sind die Heckleuchten und die Scheinwerfer des Fremdfahrzeugs wesentliche Merkmale. Nachteiligerweise weisen jedoch auch Reflektoren an Leitplanken oft die Eigenschaft einer Heckleuchte und reflektieren rot oder die Eigenschaften eines Scheinwerfers und reflektieren weiß. Das kann zu Fehlern beim Einschalten und Ausschalten von Fernlicht führen.
US 8 587456 B2 beschreibt ein Verfahren zur Unterscheidung von am Straßenrand angeordneten Reflektoren und Fahrzeugleuchten. Mit dem Verfahren werden die Reflektoren und Fahrzeugleuchten mittels eines in einem Fahrzeug mit einer Kamera auf die Umgebung des Fahrzeugs ausgerichteten Sensors identifiziert.
EP 1 905643 B1 beschreibt ein Verfahren zum antizipierten Erkennen einer Kurve auf einem von einem Kraftfahrzeug befahrenen Straßenabschnitt. Die
DE 10 2010 040650 A1 zeigt ein Verfahren zur Einstellung der Beleuchtung eines Fahrzeugs bei uneinsichtigen Kurven. Ferner zeigt die DE 102019 001 889 A1 ein Verfahren zur automatischen Steuerung von Lichtfunktionen. Schließlich zeigt die DE 10 2005 033 841 A1 eine Scheinwerferanlage für ein Fahrzeug.
Die Aufgabe der Erfindung ist es daher, für ein Verfahren der gattungsgemäßen Art eine verbesserte oder zumindest alternative Ausführungsform anzugeben, bei der die
beschriebenen Nachteile überwunden werden. Die Aufgabe der Erfindung ist es auch, einen entsprechenden Fernlichtassistent zum Ausführen des Verfahrens bereitzustellen.
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch den Gegenstand der unabhängigen Ansprüche gelöst. Vorteilhafte Ausführungsformen sind Gegenstand der abhängigen Ansprüche.
Die vorliegende Erfindung beruht auf dem allgemeinen Gedanken, bei Kurvenradien mit unterschiedlichen Konfidenzlevels zu arbeiten und gegebenenfalls auch noch eine Bewegungserkennung mit hinzuzunehmen, um ein unnötiges Abblenden bzw. das unnötige Entölenden bzw. ein unnötiges Ausschalten des Fernlichts zu vermeiden.
Das erfindungsgemäße Verfahren ist zum Steuern eines Fernlichtassistenten eines Fahrzeugs in der Nacht bzw. bei Nacht vorgesehen bzw. ausgelegt. Der Fernlichtassistent ermittelt dabei Daten zum Vorhandensein eines Fremdfahrzeugs in einem dem Fahrzeug voranliegenden Straßenabschnitt. Danach bestimmt der Fernlichtassistent aus den ermittelten Daten abhängig von einem einstellbaren Konfidenzlevel das Vorhandensein des Fremdfahrzeugs in dem voranliegenden Straßenabschnitt. Beim Vorhandensein des Fremdfahrzeugs in dem voranliegenden Straßenabschnitt schaltet dann der Fernlichtassistent das Fernlicht automatisch aus und beim Nicht-Vorhandensein des Fremdfahrzeugs in dem voranliegenden Straßenabschnitt schaltet der Fernlichtassistent das Fernlicht automatisch ein. Erfindungsgemäß ermittelt der Fernlichtassistent zusätzlich, ob sich das Fahrzeug in einer Kurve befindet. Wenn sich das Fahrzeug in einer Kurve befindet, so ermittelt der Fernlichtassistent einen Kurvenradius der Kurve. Abhängig von dem Kurvenradius ändert der Fernlichtassistent das Konfidenzlevel zum Bestimmen des Vorhandenseins des Fremdfahrzeugs in dem voranliegenden Straßenabschnitt.
Erfindungsgemäß wird beim Ermitteln von Daten zum Vorhandensein des Fremdfahrzeugs eine Geschwindigkeit des Fremdfahrzeugs in dem voranliegenden Straßenabschnitt bestimmt. Wenn die Geschwindigkeit des Fremdfahrzeugs größer als 10 km/h beträgt, so wird der Fernlichtassistent bei einem Kurvenradius kleiner als 180 m das Konfidenzlevel zum Bestimmen des Vorhandenseins des Fremdfahrzeugs vergleichsweise hoch, insbesondere gleich 99 %, setzen.
Im Zusammenhang mit der vorliegenden Erfindung wird der Begriff " Konfidenzlevel" synonym zu den Begriffen "Konfidenz" und/oder "Konfidenzintervall" und/oder
"Vertrauens! ntervall" und/oder "Erwartungsbereich" verwendet. In der vorliegenden Erfindung stehen Abkürzungen "m" für Meter und "km/h" für Kilometer pro Stunde.
Mit dem erfindungsgemäßen Verfahren kann das fehlerhafte Abblenden bzw. das fehlerhafte Ausschalten des Fernlichts reduziert werden. Insbesondere kann ein Fremdfahrzeug in einer Kurve mit einem Kurvenradius durch die Änderung des Konfidenzlevels sicherer erkannt werden. Dadurch können reflektierende Objekte wie Reflektoren an Leitplanken nicht mehr als Fremdfahrzeuge erkannt werden und die Zuverlässigkeit des Fernlichtassistenten erhöht werden.
Der Fernlichtassistent kann das Befinden des Fahrzeugs in einer Kurve über einen Lenkwinkel des Fahrzeugs und/oder über prädiktive Streckendaten des voranliegenden Straßenabschnitts ermitteln. Die prädiktiven Streckendaten können beispielweise aus vorliegenden Kartendaten ausgelesen werden.
Der Fernlichtassistent kann bei einem Kurvenradius kleiner als 180 m das Konfidenzlevel zum Bestimmen des Vorhandenseins des Fremdfahrzeugs vergleichsweise hoch, insbesondere gleich 99 %, setzen. Bei einem Kurvenradius größer als 180 m kann der Fernlichtassistent das Konfidenzlevel zum Bestimmen des Vorhandenseins des Fremdfahrzeugs vergleichsweise klein, insbesondere gleich 95 %, setzen. Dadurch lässt sich das unnötige Abblenden bzw. das unnötige Ausschalten des Fernlichts um bis zu 50% reduzieren.
Die Erfindung betrifft auch einen Fernlichtassistent eines Fahrzeugs zum automatischen Einschalten und zum automatischen Ausschalten eines Fernlichts in der Nacht bzw. bei Nacht. Erfindungsgemäß ist der Fernlichtassistenten zum Ausführen des oben beschriebenen Verfahrens ausgelegt.
Weitere wichtige Merkmale und Vorteile der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen, aus der Zeichnung und aus der zugehörigen Figurenbeschreibung anhand der Zeichnung.
Es versteht sich, dass die vorstehend genannten und die nachstehend noch zu erläuternden Merkmale nicht nur in der jeweils angegebenen Kombination, sondern auch in anderen Kombinationen oder in Alleinstellung verwendbar sind, ohne den Rahmen der vorliegenden Erfindung zu verlassen.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung sind in der Zeichnung dargestellt und werden in der nachfolgenden Beschreibung näher erläutert.
Die einzige Figur 1 zeigt eine schematische Ansicht eines Straßenabschnitts 1 mit einem Fahrzeug 2 und einem Fremdfahrzeug 3. Das Fahrzeug 2 weist dabei einen erfindungsgemäßen Fernlichtassistent 4 zum Ausführen eines erfindungsgemäßen Verfahrens 5. Der Fernlichtassistent 4 ermittelt dabei in dem Verfahren 5 Daten zum Vorhandensein des Fremdfahrzeugs 3 in dem Straßenabschnitt 1 und bestimmt das Vorhandensein des Fremdfahrzeugs 3 aus den ermittelten Daten abhängig von einem einstellbaren Konfidenzlevel.
Zudem ermittelt der Fernlichtassistent 4, ob sich das Fahrzeug 2 in einer Kurve 6 befindet. Wenn das Fahrzeug 2 sich in der Kurve 6 befindet, so bestimmt der Fernlichtassistent 4 ihren Kurvenradius R über einen Lenkwinkel des Fahrzeugs und/oder über prädiktive Streckendaten des voranliegenden Straßenabschnitts 1. Abhängig von dem Kurvenradius R ändert der Fernlichtassistent 4 das Konfidenzlevel beim Auswerten der Daten bzw. beim Bestimmen des Vorhandenseins des Fremdfahrzeugs 3. Insbesondere kann der Fernlichtassistent 4 bei dem Kurvenradius R kleiner als 180 m das Konfidenzlevel gleich 99 % setzen und bei dem Kurvenradius R größer als 180 m das Konfidenzlevel gleich 95 % setzen. Zudem kann der Fernlichtassistent 4 bei dem Kurvenradius kleiner als 180 m das Konfidenzlevel gleich 99 % auch nur dann setzen, wenn die Geschwindigkeit des Fremdfahrzeugs 3 größer als 10 km/h beträgt.
In dem Verfahren 5 kann das Vorhandenseins des Fremdfahrzeugs 3 sicher bestimmt werden und das unnötige Abblenden bzw. das unnötige Ausschalten des Fernlichts bis zu 50% reduziert werden.
Claims
1. Verfahren (5) zum Steuern eines Fernlichtassistenten (4) eines Fahrzeugs (2) in der Nacht,
- wobei der Fernlichtassistent (4) Daten zum Vorhandensein eines Fremdfahrzeugs (3) in einem dem Fahrzeug (2) voranliegenden Straßenabschnitt (1) ermittelt,
- wobei der Fernlichtassistent (4) abhängig von einem einstellbaren Konfidenzlevel das Vorhandensein des Fremdfahrzeugs (3) in dem voranliegenden Straßenabschnitt (1) aus den ermittelten Daten bestimmt,
- wobei der Fernlichtassistent (4) beim Vorhandensein des Fremdfahrzeugs (3) in dem voranliegenden Straßenabschnitt (1) das Fernlicht automatisch ausschaltet und beim Nicht-Vorhandensein des Fremdfahrzeugs (3) in dem voranliegenden Straßenabschnitt (1) das Fernlicht automatisch einschaltet,
- wobei der Fernlichtassistent (4) ermittelt, ob sich das Fahrzeug (2) in einer Kurve (6) befindet,
- wobei der Fernlichtassistent (4), wenn sich das Fahrzeug (2) in der Kurve (6) befindet, einen Kurvenradius (R) der Kurve (6) ermittelt, und
- wobei der Fernlichtassistent (4) abhängig von dem Kurvenradius (R) das Konfidenzlevel zum Bestimmen des Vorhandenseins des Fremdfahrzeugs (3) in dem voranliegenden Straßenabschnitt (1) ändert. dadurch gekennzeichnet,
- dass der Fernlichtassistent (4) beim Ermitteln von Daten zum Vorhandensein des Fremdfahrzeugs (3) eine Geschwindigkeit des Fremdfahrzeugs (3) in dem voranliegenden Straßenabschnitt (1) bestimmt, und
- dass der Fernlichtassistent (4) bei einem Kurvenradius (R) kleiner als 180 m und bei der Geschwindigkeit des Fremdfahrzeugs (3) größer als 10 km/h das Konfidenzlevel zum Bestimmen des Vorhandenseins des Fremdfahrzeugs (3) vergleichsweise hoch, insbesondere gleich 99 %, setzt.
2. Verfahren (5) nach Anspruch 1 , dadurch gekennzeichnet, dass der Fernlichtassistent (4) das Befinden des Fahrzeugs (2) in einer Kurve (6) über einen Lenkwinkel des Fahrzeugs (2) und/oder über prädiktive Streckendaten des voranliegenden Straßenabschnitts (1) ermittelt.
3. Verfahren (5) nach Anspruch 1 oder 2, dadurch gekennzeichnet,
- dass der Fernlichtassistent (4) bei einem Kurvenradius (R) kleiner als 180 m das Konfidenzlevel zum Bestimmen des Vorhandenseins des Fremdfahrzeugs (3) vergleichsweise hoch, insbesondere gleich 99 %, setzt, und
- dass der Fernlichtassistent (4) bei einem Kurvenradius (R) größer als 180 m das Konfidenzlevel zum Bestimmen des Vorhandenseins des Fremdfahrzeugs (3) vergleichsweise klein, insbesondere gleich 95 %, setzt.
4. Fernlichtassistent (4) eines Fahrzeugs (2) zum automatischen Einschalten und zum automatischen Ausschalten eines Fernlichts in der Nacht, wobei der Fernlichtassistent (4) zum Ausführen des Verfahrens (5) nach einem der vorangehenden Ansprüche ausgelegt ist.
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