EP4701973A1 - Verfahren und vorrichtung zum installieren einer fahrtreppe oder eines fahrsteigs an einer in einem gebäude integrierten aufnahmestruktur - Google Patents
Verfahren und vorrichtung zum installieren einer fahrtreppe oder eines fahrsteigs an einer in einem gebäude integrierten aufnahmestrukturInfo
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- EP4701973A1 EP4701973A1 EP24715622.7A EP24715622A EP4701973A1 EP 4701973 A1 EP4701973 A1 EP 4701973A1 EP 24715622 A EP24715622 A EP 24715622A EP 4701973 A1 EP4701973 A1 EP 4701973A1
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Abstract
Es werden ein Verfahren zum Installieren einer Personentransportanlage (1) in Form einer Fahrtreppe oder eines Fahrsteigs an einer bereitgestellten Aufnahmestruktur (3), sowie eine hierfür konfigurierte Vorrichtung (23) beschrieben. Das Verfahren umfasst: - Ermitteln von Geometriedaten und/oder Strukturdaten der bereitgestellten Aufnahmestruktur (3) durch automatisiertes Vermessen der bereitgestellten Aufnahmestruktur (3), beispielsweise mit einer mit einem 3D-Scanner ausgestatteten Messeinrichtung (25); - Automatisiertes Auswählen von Tragkomponenten, welche zum Halten, Stützen und/oder Führen eines Transportbandes relativ zu der bereitgestellten Aufnahmestruktur an einer Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen (13) entlang des Transportweges vorgesehen sind, und automatisiertes Bestimmen einer Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen entlang der bereitgestellten Aufnahmestruktur unter Berücksichtigung der ermittelten Geometriedaten und/oder Strukturdaten sowie basierend auf Eigenschaften der ausgewählten Tragkomponenten; und - Fixieren der ausgewählten Tragkomponenten an einer jeweils zugeordneten Fixierungsposition, beispielsweise mittels einer mit einem Roboter (19) ausgestatteten Fixiereinrichtung (29).
Description
Verfahren und Vorrichtung zum Installieren einer Fahrtreppe oder eines Fahrsteigs an einer in einem Gebäude integrierten Aufnahmestruktur
Die vorliegende Erfindung betrifft ein Verfahren und eine Vorrichtung zum Installieren einer Personentransportanlage in Form einer Fahrtreppe oder eines Fahrsteigs in einem Gebäude.
Fahrsteige und Fahrtreppen dienen dazu, Personen entlang eines Transportweges zu transportieren. Bei einem Fahrsteig ist der Transportweg dabei meist horizontal oder lediglich leicht geneigt, wohingegen bei einer Fahrtreppe der Transportweg stärker geneigt ist. Der Transportweg kann beispielsweise innerhalb eines Gebäudes bzw. Bauwerks verlaufen, um die Personen über längere Distanzen und, im Falle von Fahrtreppen, über erhebliche Höhendifferenzen zu befördern. Eine Fahrtreppe verfügt hierbei über ein Transportband in Form eines Stufenbandes mit mehreren miteinander gekoppelten Tritteinheiten in Form von Stufen. Bei einem Fahrsteig ist das Transportband in Form eines Palettenbandes und die Tritteinheiten sind als Paletten ausgebildet. An entgegengesetzten Enden des Transportweges verfügt die Personentransportanlage jeweils über Zutrittsbereiche, über die Personen zu dem Transportband gelangen können. Zusätzlich oder alternativ zur Beförderung von Personen kann der Fahrsteig bzw. die Fahrtreppe auch Gegenstände, Tiere oder Ähnliches befördern.
Herkömmliche Fahrtreppen bzw. Fahrsteige verfügen meist über ein Tragwerk in Form eines Fachwerks aus miteinander verbundenen stählernen Komponenten wie insbesondere Obergurten, Untergurten, Streben, Stehern usw. Das Fachwerk ist in diesem Fall derart dimensioniert und konfiguriert, dass es alle auf die Personentransportanlage einwirkenden Kräfte einschließlich ihres eigenen Gewichts aufnehmen und an das umgebende Gebäude ableiten kann. Dabei ist das Fachwerk einschließlich eventuell daran angebrachter Tragkomponenten insbesondere dazu ausgelegt, das Transportband zu halten, zu stützen und/oder zu führen. Das Fachwerk wird als eigenständige Komponente separat von dem Gebäude gefertigt, wobei selbstverständlich vorherrschende Bedingungen innerhalb des Gebäudes berücksichtigt werden, und anschließend an dem Gebäude installiert, d.h. im Allgemeinen an Auflagerstellen an dem Gebäude montiert. Allerdings ist eine Fertigung bzw. Bereitstellung eines solchen Tragwerks in Form eines Fachwerks sehr aufwendig und da es sich in der Regel um ein auftragsspezifisch konfiguriertes Einzelstück handelt, sind dessen Herstellkosten sehr hoch. Außerdem wird
das Fachwerk in der Regel vorab gefertigt und muss dann als sehr großes Bauteil transportiert und in das mit der Personentransportanlage zu bestückende Gebäude eingebracht werden.
In der WO 2021/052743 Al wird ein alternativer Ansatz beschrieben, bei dem ein standardmäßiges Stahl-Fachwerk zum Beispiel durch einen Betontragwerk ersetzt wird, welches mittels vorgefertigter Fachwerk-Schalungsformen oder über 3D-Druck-Roboter auch direkt vor Ort hergestellt werden kann.
In der EP 2 900 585 Bl wird ein weiterer Ansatz für ein Fahrbahnsystem für eine Fahrtreppe oder einen Fahrsteig beschrieben. Dabei werden in ein Gebäude integrierte Strukturen als Stützstrukturen zur Aufnahme einer Personentransportanlage eingesetzt.
Die WO 2015/037070 Al, GB 2 121 748 A, WO 2021/11549 Al und EP 3 792 427 Al offenbaren weitere Installationsverfahren für eine Fahrtreppe oder einen Fahrsteig in einem Gebäude.
Allerdings ist auch bei den genannten alternativen Ansätzen ein Installieren der Personentransportanlage in dem Gebäude meist arbeitsaufwendig und/oder kostenintensiv.
Es kann ein Bedarf an einem Verfahren zum Installieren eines Fahrsteigs oder einer Fahrtreppe bestehen, welches unter anderem die oben genannten Probleme herkömmlicher Ansätze zumindest teilweise vermeidet. Insbesondere kann ein Bedarf an Verfahren bestehen, mithilfe dessen ein Fahrsteig bzw. eine Fahrtreppe aufwandsarm, kostengünstig, sicher und/oder zuverlässig zumindest teilweise automatisiert installiert werden kann. Außerdem kann ein Bedarf an einer Vorrichtung bestehen, welche dazu konfiguriert ist, Fahrsteige bzw. Fahrtreppen in der genannten Weise zu installieren.
Einem solchen Bedarf kann durch die Gegenstände gemäß den unabhängigen Ansprüchen entsprochen werden. Vorteilhafte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen sowie der nachfolgenden Beschreibung definiert bzw. in den begleitenden Figuren veranschaulicht.
Gemäß einem ersten Aspekt der Erfindung wird ein Verfahren zum Installieren einer Personentransportanlage in Form einer Fahrtreppe oder eines Fahrsteigs an einer bereitgestellten Aufnahme Struktur, welche in einem Gebäude zum Halten der Personentransportanlage integriert ist, beschrieben. Die Personentransportanlage weist dabei zumindest ein Transportband zum Transportieren von Personen entlang eines Transportweges sowie mehrere Tragkomponenten zum Halten, Stützen und/oder Führen des Transportbandes entlang des Transportweges relativ zu der bereitgestellten Aufnahme Struktur auf. Das Verfahren umfasst zumindest die folgenden Verfahrensschritte, vorzugsweise in der angegebenen Reihenfolge:
• Ermitteln von Geometriedaten und/oder Strukturdaten der bereitgestellten Aufnahme Struktur durch automatisiertes Vermessen der bereitgestellten Aufnahme Struktur mittels einer Messeinrichtung,
• Automatisiertes Auswählen von Tragkomponenten aus einer Mehrzahl zur Verfügung stehender Tragkomponenten, welche zum Halten, Stützen und/oder Führen des Transportbandes relativ zu der bereitgestellten Aufhahmestruktur an einer Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen entlang des Transportweges vorgesehen sind, und automatisiertes Bestimmen einer Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen entlang der bereitgestellten Aufhahmestruktur unter Berücksichtigung der ermittelten Geometriedaten und/oder Strukturdaten sowie basierend auf Eigenschaften der ausgewählten Tragkomponenten, und
• Fixieren der ausgewählten Tragkomponenten an einer jeweils zugeordneten Fixierungsposition der Mehrzahl ermittelter Fixierungspositionen an der bereitgestellten Aufhahmestruktur.
Gemäß einem zweiten Aspekt der Erfindung wird eine Vorrichtung zum Installieren einer Personentransportanlage in Form einer Fahrtreppe oder eines Fahrsteigs an einer bereitgestellten Aufhahmestruktur, welche in einem Gebäude zum Halten der Personentransportanlage integriert ist, beschrieben. Die Personentransportanlage weist ein Transportband zum Transportieren von Personen entlang eines Transportweges sowie mehrere Tragkomponenten zum Halten, Stützen und/oder Führen des Transportbandes relativ zu der bereitgestellten Aufnahme Struktur auf. Die Vorrichtung umfasst zumindest folgende Komponenten:
• eine Messeinrichtung zum Ermitteln von Geometriedaten und/oder Strukturdaten der bereitgestellten Aufhahmestruktur durch automatisiertes Vermessen der bereitgestellten Aufhahmestruktur;
• eine Datenverarbeitungseinrichtung zum automatisierten Auswählen von Tragkomponenten aus einer Mehrzahl zur Verfügung stehender Tragkomponenten, welche zum Halten, Stützen und/oder Führen des Transportbandes relativ zu der bereitgestellten Aufnahme Struktur an einer Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen entlang des Transportweges vorgesehen sind, und zum automatisierten Bestimmen einer Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen entlang der bereitgestellten Aufhahmestruktur unter Berücksichtigung der ermittelten Geometriedaten und/oder Strukturdaten sowie basierend auf Eigenschaften der ausgewählten Tragkomponenten; und
• eine Fixierungseinrichtung zum Fixieren der ausgewählten Tragkomponenten an einer jeweils zugeordneten Fixierungsposition der Mehrzahl ermittelter Fixierungspositionen an der bereitgestellten Aufnahme Struktur.
Einleitend soll eine Grundidee zu Ausführungsformen der hierin beschriebenen Erfindung kurz erläutert werden, wobei diese Erläuterung als lediglich grob zusammenfassend und die Erfindung nicht einschränkend auszulegen ist:
Ausführungsformen des hierin beschriebenen Installationsverfahrens sollen eine bereitgestellte Aufhahmestruktur beispielsweise in Form einer Betontragstruktur, welche bauseitig bereits vorab in einem Gebäude integriert bereitgestellt ist, nutzen, um daran eine Personentransportanlage zu montieren. Dabei sollen moderne Messtechnologien, Möglichkeiten moderner Digitalisierung und/oder Installationsroboter genutzt werden, um einen Installationsvorgang möglichst weitgehend zu automatisieren. Mithilfe der Messtechnologien können hierbei Eigenschaften der bereitgestellten Aufhahmestruktur ermittelt werden. Basierend auf den ermittelten Eigenschaften können dann geeignete Tragkomponenten ausgewählt werden, mithilfe derer das Transportband der Personentransportanlage geeignet an der bereitgestellten Aufhahmestruktur in dem Gebäude angebracht werden kann. Außerdem können die ermittelten Eigenschaften berücksichtigt werden, um festzulegen, an welchen Fixierungspositionen diese Tragkomponenten an der bereitgestellten Aufnahme Struktur angebracht werden sollen.
Bei der Auswahl der Tragkomponenten und Fixierungspositionen kann dabei beispielsweise eine tatsächliche äußere Geometrie der bereitgestellten Aufhahmestruktur und/oder Informationen über Strukturen innerhalb der bereitgestellten Aufhahmestruktur berücksichtigt werden. Anschließend können die geeignet ausgewählten Tragkomponenten bereitgestellt und an den festgelegten Fixierungspositionen an der bereitgestellten Aufhahmestruktur fixiert werden. Sowohl das Vermessen der bereitgestellten Aufhahmestruktur als auch das Auswählen der Tragkomponenten und Fixierungspositionen sowie das anschließende Fixieren der Tragkomponenten können dabei weitgehend oder sogar vollständig automatisiert durchgeführt werden. Hierdurch lässt sich unter anderem ein Installationsaufwand erheblich reduzieren und gleichzeitig eine Zuverlässigkeit der Installation verbessern. Durch die bauseitige Erstellung der bereitgestellten Aufhahmestruktur und dadurch einen zumindest teilweisen Ersatz eines herkömmlichen Tragwerkes, wird zudem ein sehr hoher Lokalfertigungsanteil erreicht, der insbesondere bei öffentlichen Vergaben ein wichtiges Vergabekriterium ist.
Nachfolgend werden mögliche Ausgestaltungen und Vorteile von Ausführungsformen des Installationsverfahrens sowie einer hierfür einsetzbaren Vorrichtung in genaueren Einzelheiten beschrieben.
Die Personentransportanlage kann eine Fahrtreppe oder ein Fahrsteig sein. Sie ist dazu ausgelegt, mithilfe des Transportbandes Personen und/oder Gegenstände entlang eines Transportweges zu befördern. Der Transportweg befindet sich zwischen Zutrittsbereichen, die sich an entgegengesetzten Enden des Transportweges befinden und über die Personen zu dem Transportband gelangen. Im Falle einer Fahrtreppe ist das Transportband als Stufenband ausgebildet und umfasst mehrere Tritteinheiten in Form von Stufen. Im Falle eines Fahrsteiges ist das Transportband als Palettenband ausgebildet und umfasst mehrere Tritteinheiten in Form von Paletten. Die Tritteinheiten sind entlang des Transportweges hintereinander angeordnet und beispielsweise über eine sie verbindende Kette miteinander gekoppelt, sodass sie synchron entlang des Transportweges bewegt werden können. An gegenüberliegenden Enden des Transportweges wird das Transportband typischerweise umgelenkt, sodass es als Endlosband umlaufend bewegt werden kann. Dabei bewegt sich das Transportband von einem der Zutrittsbereiche bis hin zu dem gegenüberliegenden Zutrittsbereich und wird im Regelfall unterhalb der Zutrittsbereiche umgelenkt. Die Zutrittsbereiche können
hierbei mit Bodenplatten ausgebildet sein, über die Passagiere hin zu dem Transportband gehen können. An einem Übergang zwischen dem Transportband und einem angrenzenden Zutrittsbereich kann eine Kammplatte vorgesehen sein. Seitlich neben dem Transportband kann jeweils eine Balustrade verlaufen. Die Balustrade kann sich hierbei von einem Zutrittsbereich zu dem entgegengesetzten Zutrittsbereich erstrecken. An der Balustrade kann ein Handlauf vorgesehen sein.
Die bereitgestellte Aufhahmestruktur, welche zum Halten der Personentransportanlage innerhalb des Gebäudes eingesetzt werden soll, ist integraler Bestandteil des Gebäudes. Beispielsweise kann die bereitgestellte Aufhahmestruktur bereits bei der Planung des Gebäudes mitgeplant und beim Bau des Gebäudes mitgebaut werden. Die bereitgestellte Aufhahmestruktur kann einstückig mit anderen Gebäudeteilen wie beispielsweise Böden, Wänden oder Decken ausgebildet sein. Auch die bereitgestellte Aufhahmestruktur selbst kann einstückig sein. Dabei kann die bereitgestellte Aufhahmestruktur innerhalb des Gebäudes separat, d.h. räumlich getrennt, von den anderen Gebäudeteilen verlaufen. Beispielsweise kann die bereitgestellte Aufhahmestruktur als integriertes Betontragwerk zum Beispiel in Form einer Betonwanne in dem Gebäude vorgesehen sein. Die bereitgestellte Aufhahmestruktur kann sich innerhalb des Gebäudes über eine Distanz erstrecken, welche im Wesentlichen dem durch die Personentransportanlage zu realisierenden Transportweg entspricht. Im Falle einer Fahrtreppe kann sich die bereitgestellte Aufhahmestruktur beispielsweise zwischen zwei Stockwerken in dem Gebäude erstrecken. Dabei kann die bereitgestellte Aufhahmestruktur derart konfiguriert sein, dass sie zusätzlich zu ihrem eigenen Gewicht auch eine von der Personentransportanlage generierte maximale Last, insbesondere das Gewicht der Personentransportanlage und das Gewicht von die Personentransportanlage nutzenden Passagieren, aufhehmen und in umliegende Gebäudeteile ableiten kann. Anders ausgedrückt kann eine Statik der bereitgestellten Aufnahme Struktur ausreichend dimensioniert sein, um während eines Betriebes auf die Personentransportanlage wirkende Kräfte geeignet in eine Statik des Gebäudes ableiten zu können.
An der bereits in dem Gebäude vorgehaltenen Aufhahmestruktur können dann im Rahmen des Installationsverfahrens mehrere geeignete Tragkomponenten an geeigneten Fixierungspositionen angebracht werden, um letztendlich mit deren Hilfe das Transportband der Personentransportanlage an der bereitgestellten Aufhahmestruktur zu
halten bzw. abzustützen und gegebenenfalls entlang des Transportweges zu fuhren. Die Tragkomponenten können hierbei zumindest teilweise standardisierte Bauteile sein. Die Tragkomponenten können als Sortiment mit einer Mehrzahl zur Verfügung stehender Bauteile vorgehalten werden. Ein solches Sortiment kann als Tragkomponenten beispielsweise Halteprofde, Haltebleche, Ankerkomponenten, Schienen, Winkel, Konsolenkonstruktionen, etc. umfassen. Einige der Tragkomponenten, insbesondere die größeren Tragkomponenten wie beispielsweise Schienen, Konsolenkonstruktionen, etc. können hierbei als vorzugsweise gleichgeartete Standardkomponenten vorgehalten werden, wie sie für den Einsatz bei vielen verschiedenen Personentransportanlagen nutzbar sind. Andere Tragkomponenten wie beispielsweise Halteprofde, Haltebleche, Ankerkomponenten, Winkel, Befestigungsflansche, Futterbleche, etc. können beispielsweise als eine Art Adapter vorgehalten werden, mithilfe derer die zuvor genannten Standardkomponenten an der bereitgestellten Aufhahmestruktur befestigt werden können, wobei individuelle Gegebenheiten einer Aufhahmestruktur für eine konkrete Personentransportanlage berücksichtigt werden können. Beispielsweise können die als Adapter wirkenden Tragkomponenten dazu eingesetzt werden, Zwischenräume zwischen den als Standardkomponenten wirkenden Tragkomponenten und einer Fixierungsposition, an der diese an der bereitgestellten Aufnahme Struktur befestigt werden sollen, lasttragend zu überbrücken.
Im Rahmen des Installationsverfahrens werden zunächst Geometriedaten und/oder Strukturdaten der bereitgestellten Aufnahme Struktur ermittelt, indem die bereitgestellte Aufhahmestruktur automatisiert vermessen wird.
Die Geometriedaten geben dabei insbesondere äußere geometrische Eigenschaften der bereitgestellten Aufhahmestruktur wieder. Beispielsweise können die Geometriedaten Positionen von Wänden bzw. Oberflächen der bereitgestellten Aufhahmestruktur wiedergeben. Alternativ oder ergänzend können die Geometriedaten Relativpositionen zwischen verschiedenen Teilen der bereitgestellten Aufhahmestruktur, d.h. beispielsweise Abstände, Orientierungen, etc. von Wänden oder Oberflächen an verschiedenen Teilen der bereitgestellten Aufhahmestruktur relativ zueinander, wiedergeben. Ferner können die Geometriedaten Informationen über etwaige außenliegende Strukturen wie zum Beispiel Vorsprünge oder Vertiefungen, Texturen oder ähnliches an der bereitgestellten
Aufhahmestruktur, insbesondere deren Höhe bzw. Tiefe, Breite, Orientierung, Beabstandung zu benachbarten Strukturen, etc., wiedergeben.
Die Strukturdaten geben insbesondere strukturelle, beispielsweise innenhegende Eigenschaften der bereitgestellten Aufhahmestruktur wieder. Beispielsweise können die Strukturdaten eine Materialart, eine Materialverteilung, etc. innerhalb der bereitgestellten Aufhahmestruktur wiedergeben. Insbesondere können die Strukturdaten Informationen beispielsweise über eine Lage, Art, Orientierung, Beabstandung, Dimensionierung, etc. von Armierungen innerhalb der vorzugsweise als Betontragteil ausgestalteten Aufhahmestruktur wiedergeben.
Zum Ermitteln der Geometriedaten und/oder Strukturdaten verfugt die Vorrichtung über eine Messeinrichtung, die dazu konfiguriert ist, die bereitgestellte Aufhahmestruktur automatisiert, d.h. teilautomatisiert oder vorzugsweise vollautomatisiert, zu vermessen. Für ein solches Vermessen können unterschiedliche Technologien eingesetzt werden. Vorzugsweise wird die bereitgestellte Aufhahmestruktur berührungslos vermessen. Beispielsweise können optische, akustische, induktive, kapazitive, radiologische und/oder sonstige Messverfahren eingesetzt werden. Insbesondere kann die bereitgestellte Aufhahmestruktur mithilfe moderner 3D-Scan-Technologien beispielsweise unter Einsatz eines Laserscanners, eines LIDARs (light detection and ranging), einer TOF-Kamera (time of flight) oder ähnlichem vermessen werden. Das Ermitteln von Strukturdaten umfasst beispielsweise auch die Lokalisierung und Vermessung optisch verborgener Strukturen wie beispielsweise einbetonierte Spannseile oder Armierungseisen.
Durch das Vermessen kann eine tatsächliche Qualität der bereitgestellten Aufhahmestruktur ermittelt werden. Insbesondere kann eine tatsächlich vorherrschende Geometrie und/oder Struktur der bereitgestellten Aufnahme Struktur, d.h. deren Ist- Eigenschaften, ermittelt werden, wobei diese eventuell beispielswese aufgrund von Fertigungstoleranzen von einer vorgeplanten bzw. konzipierten Soll-Geometrie bzw. Soll-Struktur der bereitgestellten Aufhahmestruktur abweichen kann.
Nachdem die Geometriedaten und/oder Strukturdaten der bereitgestellten
Aufhahmestruktur automatisiert ermittelt wurden, werden die dabei gewonnenen
Informationen genutzt, um gezielt geeignete Tragkomponenten auszuwählen und Fixierungspositionen zu bestimmen.
Die Tragkomponenten werden hierbei aus einer Mehrzahl zur Verfügung stehender Tragkomponenten ausgewählt. Diese verfügbaren Tragkomponenten können beispielsweise als Standardkomponenten vorab konzipiert und gegebenenfalls gefertigt und gelagert werden. Dabei werden vorzugsweise verschiedene Tragkomponenten insbesondere in Form von Standardbauteilen sowie Adapterbauteilen vorgehalten, die es ermöglichen, in verschiedensten Konstellationen das Transportband an der bereitgestellten Aufhahmestruktur zu halten, zu stützen und/oder zu führen. Die zur Verfügung stehenden Tragkomponenten können sich dabei beispielsweise hinsichtlich ihrer geometrischen Ausgestaltung, ihrer mechanischen Belastbarkeit, der darin verwendeten Materialien, etc. unterscheiden.
Bei der Auswahl von Tragkomponenten für einen konkreten Anwendungsfall kann beispielsweise berücksichtigt werden, welche Fixierungspositionen angesichts der zuvor ermittelten Geometriedaten und/oder Strukturdaten an der bereitgestellten Aufhahmestruktur zum Fixieren der Tragkomponenten genutzt werden können. Insbesondere kann berücksichtigt werden, wie eine jeweilige Tragkomponente strukturell und funktional ausgestaltet sein soll, um ein vorgegebenes Transportband an geeigneten Fixierungspositionen an der bereitgestellten Aufnahme Struktur anbinden zu können. Beispielsweise kann an dem Transportband eine Befestigungsposition bzw. ein Befestigungslager vorgesehen sein, an dem eine Tragkomponente oder eine Mehrzahl miteinander kooperierender Tragkomponenten angebunden werden kann, um über diese dann das Transportband an zugehörigen Fixierungspositionen bzw. dort vorgesehenen Verankerungen an der bereitgestellten Aufhahmestruktur festlegen zu können. Außerdem kann berücksichtigt werden, welchen Lasten die jeweilige Tragkomponente standhalten soll.
Die Fixierungspositionen können dabei unter Berücksichtigung der Geometriedaten und/oder Strukturdaten beispielsweise so gewählt werden, dass die jeweils dort anzubringende Tragkomponente effizient und lasttragend an der bereitgestellten Aufhahmestruktur angebracht werden kann. Insbesondere können die Fixierungspositionen derart bestimmt werden, dass keine Anbindung der
Tragkomponenten im Bereich einer beispielsweise in der bereitgestellten Aufnahme Struktur integrierten Armierung erfolgt. Außerdem können die Fixierungspositionen derart bestimmt werden, dass die Aufhahmestruktur an der jeweiligen Fixierungsposition ausreichend stabil und belastbar ist, um die von der Personentransportanlage übertragenen Kräfte beziehungsweise Lasten aufhehmen und ableiten zu können.
Das Auswählen der Tragkomponenten sowie das Bestimmen der Fixierungspositionen sollen hierbei weitgehend automatisiert erfolgen. Hierzu können beispielsweise in einer Datenbank Informationen über die zur Verfügung stehenden Tragkomponenten abgelegt sein und basierend auf diesen Informationen sowie unter Berücksichtigung der zuvor ermittelten Geometriedaten und/oder Strukturdaten der bereitgestellten Aufhahmestruktur dann anhand geeignet gewählter Entscheidungskriterien und/oder Algorithmen entschieden werden, welche Tragkomponenten zum Einsatz kommen sollen sowie an welchen Fixierungspositionen diese an der bereitgestellten Aufhahmestruktur angebunden werden sollen. Die mithilfe der Tragkomponenten zu realisierende Anbindung des Transportbandes an die Aufhahmestruktur sowie die hierfür notwendigen Eigenschaften der einzusetzenden Tragkomponenten können automatisiert ermittelt werden, beispielsweise durch Berechnung, Simulation, Modellierung, etc.
Abschließend werden dann die ausgewählten Tragkomponenten bereitgestellt und an einer jeweils zugeordneten Fixierungsposition an der bereitgestellten Aufhahmestruktur fixiert. Auch dieser Vorgang kann, wie weiter unten detaillierter erläutert, teilweise oder vollständig automatisiert durchgeführt werden.
Gemäß einer Ausführungsform können die ermittelten Geometriedaten und/oder Strukturdaten der bereitgestellten Aufhahmestruktur an eine
Konfektionierungseinrichtung übermittelt werden, in der ein Digitaler-Z willing-Datensatz gespeichert ist, in dem Daten zu Eigenschaften der zu installierenden Personentransportanlage hinterlegt sind. Dabei werden die verschiedenen Fixierungspositionen entlang des Transportweges, an denen die Tragkomponenten zu fixieren sind, unter Berücksichtigung von Daten aus dem Digitaler-Z willing-Datensatz bestimmt. Eine Ausführungsform der Vorrichtung weist hierfür eine Datenkommunikationseinrichtung auf. Diese ist konfiguriert zum Übermitteln von Daten,
insbesondere den ermitelten Geometriedaten und/oder Strukturdaten der bereitgestellten Aufnahme Struktur, an die Konfektionierungseinrichtung, in der der Digitaler-Zwilling- Datensatz gespeichert ist, und/oder zum Empfangen von Daten von der Konfektionierungseinrichtung .
Anders ausgedrückt kann im Rahmen des Bestimmens der verschiedenen Fixierungspositionen an der bereitgestellten Aufnahme Struktur eine Möglichkeit einer Datenkommunikation hin zu einer Datenbank genutzt werden. In der Datenbank ist hierbei ein Digitaler-Zwilling-Datensatz (auch manchmal als „digital twin“ bezeichnet) für die zu bildende Personentransportanlage hinterlegt. Die Datenbank kann Teil einer Konfektionierungseinrichtung sein, mithilfe derer Soll-Eigenschaften und/oder Ist- Eigenschaften der zu bildenden Personentransportanlage vorgegeben bzw. ermitelt werden können. Die Konfektionierungseinrichtung bzw. deren Datenbank kann beispielsweise in einem entfernt angeordneten Computer, der zum Beispiel Teil einer Datenwolke (Cloud) sein kann, angeordnet sein.
Der in der Konfektionierungseinrichtung gespeicherte Digitaler-Zwilling-Datensatz enthält Daten und Informationen bezüglich struktureller und/oder funktionaler Eigenschaften der zu bildenden Personentransportanlage. Beispielsweise können in dem Digitaler-Zwilling-Datensatz Informationen zu verschiedenen Komponenten des Transportbandes sowie zu verschiedenen Tragkomponenten der Personentransportanlage abgespeichert sein. Die Informationen können Angaben über geometrische Ausgestaltungen der jeweiligen Transportband-Komponenten bzw. Tragkomponenten, darin verwendete Materialien, hieraus resultierende Eigenschaften, Arten und Details einer Kooperation zwischen verschiedenen Komponenten, etc. wiedergeben. Diese Informationen können beispielsweise im Rahmen einer Konfektionierung der Personentransportanlage ermitelt worden sein. Die in dem Digitaler-Zwilling-Datensatz enthaltenen Daten können somit Soll-Vorgaben für die Personentransportanlage und die darin verbauten Komponenten repräsentieren. Diese Daten können dann vorteilhaft genutzt werden, um als zusätzliches Entscheidungskriterium bei der Bestimmung der verschiedenen Fixierungspositionen an der bereitgestellten Aufhahmestruktur zu dienen.
Gemäß einer weiter konkretisierten Ausführungsform können ferner die Tragkomponenten unter Berücksichtigung von Daten aus dem Digitaler-Zwilling- Datensatz ausgewählt werden.
Anders ausgedrückt kann neben der Bestimmung der Fixierungspositionen auch die Auswahl der für einen konkreten Anwendungsfall einzusetzenden Tragkomponenten aus einer Vielzahl verfügbarer Tragkomponenten derart durchgeführt werden, dass dabei auch die in dem Digitaler-Zwilling-Datensatz verfügbaren Informationen berücksichtigt werden. Beispielsweise können gemäß dem Digitaler-Zwilling-Datensatz Standardbauteile als Tragkomponenten zur Anbindung des Transportbandes ausgewählt werden und ergänzend Adapterbauteile als zusätzliche Tragkomponenten ausgewählt werden, um diese Standardbauteile geeignet an die zuvor vermessene, bereitgestellte Aufnahme Struktur anbinden zu können. Dabei können Informationen über die Personentransportanlage, insbesondere hinsichtlich der Transportband-Komponenten, wie sie in dem Digitaler-Zwilling-Datensatz hinterlegt sind, berücksichtigt werden.
Gemäß einer weiter konkretisierten Ausführungsform können ferner Informationen zu den ausgewählten Tragkomponenten und/oder den bestimmten Fixierungspositionen in dem Digitaler-Zwilling-Datensatz gespeichert werden.
Mit anderen Worten kann zum Beispiel ein zuvor verfügbarer Digitaler-Zwilling- Datensatz, in dem lediglich Soll-Vorgaben für die in der Personentransportanlage zu verwendenden Komponenten abgelegt waren, im Rahmen einer Aktualisierung um Ist- Informationen ergänzt werden, welche Eigenschaften der tatsächlich ausgewählten Tragkomponenten und/oder der tatsächlichen bestimmten Fixierungspositionen wiedergeben. Der derart aktualisierte Digitaler-Zwilling-Datensatz kann beispielsweise zu einem späteren Zeitpunkt Eigenschaften der fertig installierten Personentransportanlage realitätsnah wiedergegeben.
Gemäß einer Ausführungsform können die Geometriedaten und/oder Strukturdaten durch sukzessives Vermessen der bereitgestellten Aufnahmestruktur an jeder der Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen entlang des Transportweges ermittelt werden.
Anders ausgedrückt kann zum Ermitteln der Geometriedaten und/oder der Strukturdaten nacheinander an den verschiedenen potentiell möglichen und/oder tatsächlich als geeignet erkannten Fixierungspositionen entlang des Transportweges die bereitgestellte Aufnahme Struktur geeignet vermessen werden.
Insbesondere kann gemäß einer konkretisierten Ausführungsform hierzu eine Messeinrichtung zum Vermessen sukzessive an der bereitgestellten Aufhahmestruktur entlang des Transportweges verlagert werden. Eine Ausführungsform der hierbei einzusetzenden Vorrichtung kann zu diesem Zweck in ihrer Messeinrichtung einen Antrieb zum Verlagern der Messeinrichtung an der bereitgestellten Aufhahmestruktur entlang des Transportweges aufweisen.
Mit anderen Worten kann für die Durchführung des beschriebenen Installationsverfahrens eine Messeinrichtung entlang des von der Personentransportanlage zu überspannenden Transportweges bewegt werden und dabei sukzessive die bereitgestellte Aufhahmestruktur an verschiedenen Positionen entlang dieses Transportweges vermessen. Die bereitgestellte Aufhahmestruktur kann hierbei kontinuierlich entlang des gesamten Transportweges vermessen werden. Alternativ kann die bereitgestellte Aufhahmestruktur an voneinander beabstandeten Positionen entlang des Transportweges vermessen werden, wobei diese Positionen beispielsweise einen ausreichend kurzen Abstand von beispielsweise weniger als 1 m, vorzugsweise weniger als 0,5 m oder weniger als 0,2 m, voneinander aufweisen können.
Um die zu diesem Zweck einzusetzende Messeinrichtung entlang des Transportweges verlagern zu können, kann diese einen eigenen Antrieb bzw. einen ihr zugeordneter Antrieb aufweisen. Der Antrieb kann einerseits dazu konfiguriert sein, die Messeinrichtung oder sogar die gesamte Vorrichtung entlang der bereitgestellten Aufhahmestruktur verlagern zu können. Beispielsweise kann der Antrieb hierzu an der Messeinrichtung bzw. der Vorrichtung vorgesehene Räder, Ketten oder ähnliches antreiben. Alternativ kann der Antrieb eine Winde antreiben, auf die z.B. ein an einem Fixpunkt an der Personentransportanlage oder dem umgebenden Gebäude angebrachtes Seil aufgewickelt werden kann, um auf diese Weise die mit dem Seil gekoppelte Messeinrichtung bzw. Vorrichtung entlang der bereitgestellten Aufhahmestruktur zu bewegen. Andererseits kann der Antrieb dazu konfiguriert sein, eine Information über
eine aktuelle Position der damit bewegten Messeinrichtung bzw. Vorrichtung zu liefern, sodass alle von der Messeinrichtung automatisiert ermittelten Geometriedaten und/oder Strukturdaten einer aktuellen Position an der bereitgestellten Aufhahmestruktur entlang des Transportweges zugeordnet werden können.
Gemäß einer Ausführungsform werden die ausgewählten Tragkomponenten an der jeweils zugeordneten Fixierungsposition der Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen an der bereitgestellten Aufnahme Struktur mithilfe eines Roboters automatisiert fixiert. Eine Ausfuhrungsform der Vorrichtung kann hierzu an ihrer Fixierungseinrichtung einen Roboter aufweisen, der zum automatisierten Fixieren der ausgewählten Tragkomponenten an der jeweils zugeordneten Fixierungsposition der Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen an der bereitgestellten Aufhahmestruktur konfiguriert ist.
Anders ausgedrückt kann bei dem hierin beschriebenen Installieren der Personentransportanlage einen Roboter eingesetzt werden, mithilfe dessen die zuvor ausgewählten Tragkomponenten an den zuvor bestimmten Fixierungspositionen automatisiert fixiert werden können. Der Roboter kann hierzu über geeignete Werkzeuge verfügen. Beispielsweise kann der Roboter über ein Bohrwerkzeug verfügen, um in der bereitgestellten Aufhahmestruktur an den Fixierungspositionen geeignete Bohrungen einbringen zu können. Alternativ oder ergänzend kann der Roboter ein Verankerungswerkzeug aufweisen, mithilfe dessen ein Ankerbauteil an der jeweiligen Fixierungsposition an der bereitgestellten Aufhahmestruktur verankert werden kann, beispielsweise indem das Ankerbauteil an der zuvor eingebrachten Bohrung angebracht, insbesondere verschraubt, wird. Ferner kann der Roboter ein Montagewerkzeug aufweisen, mithilfe dessen weitere Tragkomponenten an einer zuvor eingebrachten Bohrung und/oder einem zuvor fixierten Ankerbauteil montiert werden können. Der Roboter kann über einen bewegbaren Arm verfügen, mithilfe dessen das jeweilige Werkzeug relativ zu einer Basis des Roboters verlagert werden kann. Insbesondere kann der Roboter über einen in einer, zwei oder drei Achsen verlagerbaren und/oder schwenkbaren Arm verfügen. Der Roboter bzw. dessen Arm kann über einen oder mehrere eigene Aktuatoren bzw. Antriebe verfügen.
Gemäß einer weiter konkretisierten Ausführungsform kann der Roboter sukzessive an der bereitgestellten Aufnahme Struktur entlang des Transportweges verlagert werden und an der jeweiligen Fixierungsposition eine Verankerungsstruktur erzeugen und, optional, eine zugehörige der Tragkomponenten an der Verankerungsstruktur fixieren. Bei einer Ausfuhrungsform der Vorrichtung kann die Fixierungseinrichtung hierzu einen Antrieb zum Verlagern der Fixierungseinrichtung an der bereitgestellten Aufhahmestruktur entlang des Transportweges aufweisen, wobei der Roboter dazu konfiguriert ist, an der jeweiligen Fixierungsposition eine Verankerungsstruktur zu erzeugen. Optional kann der Roboter dazu konfiguriert sein, jeweils eine zur erzeugten Verankerungsstruktur zugehörige Tragkomponente an der Verankerungsstruktur zu fixieren.
Anders ausgedrückt kann der Roboter der Vorrichtung ähnlich wie deren Messeinrichtung im Rahmen des Installationsvorgangs kontinuierlich oder in geeigneten Schritten entlang der bereitgestellten Aufhahmestruktur verlagert werden und dabei an den verschiedenen Fixierungspositionen Verankerungsstrukturen erzeugen und gegebenenfalls daran Tragkomponenten befestigen. Der Roboter und die Messeinrichtung können gegebenenfalls Teil ein und derselben Vorrichtung sein. Eine solche Vorrichtung kann dann einmal entlang der bereitgestellten Aufnahme Struktur verlagert werden, um zunächst die Geometriedaten und/oder Strukturdaten zu ermitteln, und dann in einem nachfolgenden Schritt nochmals entlang der bereitgestellten Aufhahmestruktur verlagert werden, um dann die zwischenzeitlich geeignet ausgewählten Tragkomponenten an den ebenfalls zwischenzeitlich bestimmten Fixierungspositionen durch Erzeugen von Verankerungsstrukturen und Fixieren der Tragkomponenten an diesen Verankerungsstrukturen zu installieren. Alternativ kann die Vorrichtung in einem einzigen Durchgang entlang der bereitgestellten Aufnahme Struktur verlagert werden und dabei zunächst die Geometriedaten und/oder Strukturdaten ermitteln und direkt im Anschluss, d.h. noch während sich die Vorrichtung an derselben Position befindet, gegebenenfalls eine zwischenzeitlich ausgewählte geeignete Abtragkomponente an dieser Fixierposition installieren.
Ausführungsformen des hierin beschriebenen Installationsverfahrens bzw. der hierfür einsetzbaren Vorrichtung können unter anderem folgende Vorteile ermöglichen:
• Die automatisierte Ermittlung von Geometrie- und oder Strukturdaten der bereitgestellten Aufhahmestruktur ermöglicht eine schnelle und präzise Installation der
Personentransportanlage. Insbesondere wird unter anderem eine hohe Genauigkeit von zur Verankerung dienenden Bohrungen durch eine mögliche Kombination beispielsweise eines IST-3D-Scans der bereitgestellten Aufnahme Struktur, eine Berücksichtigung von Informationen aus einem Digitalem Zwilling der Personentransportanlage, und einem Einsatz moderner Robotertechnologie zum Erstellen von Anbindungsbohrungen ermöglicht.
• Es wird eine geringe Fehleranfälligkeit bei der Installation einer Personentransportanlage ermöglicht, insbesondere aufgrund eines hohen Automatisierungsgrades bei den hierbei durchzuführenden Verfahrensschritten.
• Es wird ein geringer Materialaufwand ermöglicht, insbesondere durch eine mögliche massive Reduktion an lasttragenden Bauteilen bzw. einen möglichen Wegfall des Fachwerks seitens des Herstellers der Personentransportanlage.
• Es wird ein geringer Transportaufwand und einfacher Transport der Personentransportanlage zum Einsatzort in einem Gebäude ermöglicht, außerdem wird eine einfache Einbringung der Personentransportanlage in das Gebäude ermöglicht, d.h. Fahrtreppen bzw. -steige müssen nicht, wie herkömmlich oft notwendig, schon bei Baubeginn des Gebäudes eingebracht werden.
• Der hierin beschriebene Ansatz ist insbesondere in Erdbebenzonen vorteilhaft einsetzbar, d.h. er bringt Vorteile in Regionen der Erde mit hohen seismischen Aktivitäten. Insbesondere sind keine speziellen Erdbebenauflager als Schnittstelle Gebäude-Personentransportanlage, bzw. andere Erdbebenmaßnahmen notwendig, um ein Schutzziel einer Bewahrung einer Integrität der Fahrtreppe, und eine Unversehrtheit von Personen beispielsweise auf oder neben bzw. unter der Fahrtreppe zu erreichen. Hier kann z.B. eine Betonstruktur nach denselben Kriterien wie ein Rest des Gebäudes ausgelegt werden. Es wird keine hohe lokale Krafteinleitung an Auflagerstellen benötigt, da solche Auflagerstellen bei dem hierin beschriebenen Ansatz im Allgemeinen nicht mehr vorhanden sind.
• Weiter besteht durch den hierin beschriebenen Ansatz auch eine Möglichkeit, einen CO2-Ausstoss bei der Produktion einer Personentransportanlage zu reduzieren. Hierzu trägt bei, dass hier der größte Prozentsatz an Stahl in der Fahrtreppe, welcher herkömmlich zur Herstellung von Fachwerken notwendig ist, wegfällt. Andererseits haben neue Studien gezeigt, dass Beton durch den Prozess der natürlichen Alterung bzw. Erosion erhebliche Mengen an CO2 wieder in sich bindet. Eine weitere CO2-Reduktion kann beim Transport aufgrund der möglichen Gewichtsreduktion bewirkt werden, da
beispielsweise weniger Container notwendig sein können. Dies wirkt sich positiv auf eine CO2 Bilanz von Fahrtreppe und Gebäude aus.
• Eine als bereitgestellte Aufhahmestruktur wirkende Betonstruktur kann vorteilhaft gegenüber einem Eindringen von Ölen, Fetten, durch einfache geeignete Kunststofffolien oder lösungsmittelresistente Anstriche geschützt werden.
• Es können höhere Balustraden-Steifigkeiten erreicht werden, da Balustraden- Komponenten und Bauteile, die normalerweise mit dem Fachwerk verbunden sind, an die als starr zu sehende, bereitgestellte Aufhahmestruktur beispielsweise in Form einer Betonstruktur angebunden werden können.
• Zudem bietet die bauseitige Erstellung der bereitgestellten Aufhahmestruktur dem planenden Architekturbüro erhebliche gestalterische Freiheiten, so dass der entsprechende Gebäudebereich nicht von dem im Wesentlichen kastenförmig ausgestalteten Design herkömmlicher Personentransportanlagen dominiert wird.
Es wird darauf hingewiesen, dass einige der möglichen Merkmale und Vorteile der Erfindung hierin mit Bezug auf unterschiedliche Ausführungsformen einerseits des hierin beschriebenen Installationsverfahrens und andererseits mit Bezug eine entsprechend konfigurierte Vorrichtung beschrieben sind. Ein Fachmann erkennt, dass die Merkmale in geeigneter Weise kombiniert, übertragen, angepasst oder ausgetauscht werden können, um zu weiteren Ausführungsformen der Erfindung zu gelangen, die innerhalb des von den Patentansprüchen definierten Schutzbereiches liegen.
Nachfolgend werden Ausführungsformen der Erfindung unter Bezugnahme auf die beigefügten Zeichnungen beschrieben, wobei weder die Zeichnungen noch die Beschreibung als die Erfindung einschränkend auszulegen sind.
Figur 1 zeigt eine Längsschnittansicht einer Personentransportanlage während eines Vermessungsstadiums eines Installationsverfahrens gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
Figur 2 zeigt eine Querschnittsansicht der Personentransportanlage aus Figur 1.
Figur 3 zeigt eine Längsschnittansicht einer Personentransportanlage während eines Montagestadiums eines Installationsverfahrens gemäß einer Ausführungsform der vorliegenden Erfindung.
Figur 4 zeigt eine Querschnittsansicht der Personentransportanlage aus Figur 3.
Figur 5 zeigt eine Längsschnittansicht einer Personentransportanlage installiert mit einem Installationsverfahren gemäß einer Ausfuhrungsform der vorliegenden Erfindung.
Figur 6 zeigt eine Querschnittsansicht der Personentransportanlage aus Figur 5.
Die Figuren sind lediglich schematisch und nicht maßstabsgetreu. Gleiche Bezugszeichen bezeichnen gleiche oder gleichwirkende Merkmale.
Die Figuren 1 und 2 zeigen eine Personentransportanlage 1 in Form einer Fahrtreppe während eines anfänglichen Stadiums eines Installationsverfahrens. Die Figuren 3 und 4 zeigen die Personentransportanlage 1 während eines späteren Stadiums des Installationsverfahrens. Details des Installationsverfahrens werden weiter unten erläutert.
Die fertig installierte Personentransportanlage 1 ist stark schematisiert in den Figuren 5 und 6 dargestellt. Sie weist ein umlaufendes Transportband 7 mit mehreren miteinander gekoppelten Tritteinheiten 37 auf, mithilfe dessen Personen (nicht dargestellt) in einem Gebäude 5 entlang eines Transportweges 9 zwischen Stockwerken befördert werden können. An gegenüberliegenden Enden des Transportweges 9 befinden sich jeweils Zugangsbereiche 39, über welche Personen das Transportband 7 betreten bzw. verlassen können. An entgegengesetzten Enden des Transportweges 9 wird das Transportband 7 umgelenkt. Beidseits des Transportbandes 7 und parallel zu diesem, sind üblicherweise Balustraden angeordnet, an denen jeweils ein Handlauf umlaufend bewegbar angeordnet ist (aus Übersichtlichkeitsgründen in den Figuren nicht dargestellt).
Im Gegensatz zu den meisten herkömmlichen Personentransportanlagen verfügt die hierin beschriebene Personentransportanlage 1 nicht über ein Tragwerk in Form einer herkömmlichen Fachwerkstruktur, über welche das Gewicht der Personentransportanlage mitsamt der darauf wirkenden Last an stimseitigen Auflagern in dem Gebäude 5
abgeleitet wird. Stattdessen verfugt das Gebäude 5 über eine darin integral aufgenommene, bereitgestellte Aufhahmestruktur 3, an der die Personentransportanlage 1 installiert und gehalten wird.
Im dargestellten Beispiel ist diese bereitgestellte Aufhahmestruktur 3 als längliche und im Querschnitt U-förmige Wanne aus mit Armierungseisen verstärktem Beton ausgebildet. Die bereitgestellte Aufhahmestruktur 3 ist dabei dazu ausgelegt, einerseits das Gewicht und die darauf wirkende Last der Personentransportanlage 1 aufzunehmen und dient andererseits dazu, dass Tragkomponenten 11 daran in geeigneter Weise befestigt werden können, mithilfe derer das Transportband 7 in adäquater Weise gehalten, gestützt und/oder entlang des Transportweges geführt werden kann. Die Tragkomponenten 11 bilden dabei gemeinsam eine Tragstruktur 51 für die Personentransportanlage 1.
In dem in den Figuren 5 und 6 stark vereinfacht dargestellten Beispiel umfassen die Tragkomponenten 11 unter anderem:
(i) Führungsschienen 41, beispielsweise in Form länglicher Metallprofile, entlang derer die Tritteinheiten 37 des Transportbandes 7 entlang dem Transportweg 9 geführt werden;
(ii) vertikale Holme 43, beispielsweise in Form mechanisch stark belastbarer Profde, welche die Führungsschienen 41 halten und in einem vorgegebenen Abstand zueinander positionieren;
(iii) Adapterbauteile 45, beispielsweise in Form von Unterfütterungsblechen, welche als Zwischenstücke zwischen den Holmen 43 und der bereitgestellten Aufnahme Struktur 3 dienen und welche an geometrische und/oder strukturelle Gegebenheiten der bereitgestellten Aufhahmestruktur 3 angepasst sind; und
(iv) Verankerungen 47, beispielsweise in Form von Bolzen oder Schrauben, mithilfe derer die Adapterbauteile 45 in Bohrungen 49 (siehe auch Figur 4) als Verankerungsstruktur 21, in der bereitgestellten Aufnahme Struktur 3 verankert werden.
Die verschiedenen Tragkomponenten 11 können zu einer Tragstruktur 51 miteinander verbunden sein, um Lasten von dem Transportband 7 bis hin in die bereitgestellte Aufhahmestruktur 3 abzuleiten. Allerdings kann die Tragstruktur 51 deutlich einfacher und insbesondere leichter als herkömmliche Tragwerke in Form von selbstragenden und lasttragenden Fachwerkstrukturen ausgestaltet sein.
Einige der Tragkomponenten 11, wie beispielsweise die Führungsschienen 41 und die Holme 43 können hierbei als Standardbauteile vorgesehen sein, wie sie bei vielen verschiedenen Personentransportanlagen 1 zum Einsatz kommen können. Andere der Tragkomponenten 11 wie beispielsweise die Adapterbauteile 45 und eventuell auch die Verankerungen 47 können hingegen in verschiedenen Ausgestaltungen in einer Art Sortiment vorgehalten werden, sodass dann für die Installation einer konkreten Personentransportanlage individuell geeignete solche Tragkomponenten 11 aus dem Sortiment ausgewählt werden können, um insbesondere individuellen Bedingungen in der in dem Gebäude 5 bereitgestellten Aufhahmestruktur 3 Rechnung tragen zu können.
Es ist darauf hinzuweisen, dass sowohl die bereitgestellte Aufhahmestruktur 3 als auch die aus verschiedenen Tragkomponenten 11 gebildete Tragstruktur 51 zum Halten, Stützen und/oder Führen des Transportbandes 7 in den Figuren lediglich stark schematisiert dargestellt sind. In realen Anwendungen kann eine Vielzahl verschiedener Tragkomponenten 11 zum Bilden der Tragstruktur 51 eingesetzt werden. Insbesondere können unterschiedliche Adapterbauteile 45 beispielsweise in Form von Befestigungswinkeln, Konsolen, Unterfütterungsblechen, unterschiedlich dimensionierten Betonankem, etc. vorgehalten und zur individuellen Installation der Personentransportanlage 1 eingesetzt werden. In ähnlicher Weise einsetzbare Adapterbauteile sind unter anderem in der früheren Patentanmeldung WO 2020/038915 Al der Anmelderin beschrieben.
Um die Personentransportanlage 1 zu fertigen bzw. zu installieren, wird wie in den Figuren 1 und 2 dargestellt, zunächst die bereits in dem Gebäude 5 vorab vorhandene Aufhahmestruktur 3 vermessen, um deren Geometriedaten und/oder Strukturdaten zu ermitteln. Zu diesem Zweck verfügt eine Vorrichtung 23 über eine spezielle Messeinrichtung 25.
Die Messeinrichtung 25 ist dazu konfiguriert, Oberflächen der bereitgestellten Aufhahmestruktur 3 automatisiert zu vermessen, um auf diese Weise die gewünschten Geometriedaten zu ermitteln. Die Messeinrichtung 25 kann hierzu beispielsweise über einen 3D-Scanner 53 verfügen, der z.B. mithilfe von Laserstrahlen 56 oder mittels einer TOF-Kamera Abstände hin zu den Oberflächen der bereitgestellten Aufhahmestruktur 3 ermitteln kann. Hierdurch kann beispielsweise ein Abstand d zwischen
gegenüberliegenden Schenkeln der U-förmigen Aufnahme Struktur 3 ermittelt werden, wobei dieser Abstand beispielsweise aufgrund von Fertigungstoleranzen entlang der Längserstreckung der bereitgestellten Aufnahme Struktur 3 lokal variieren kann. Durch das Vermessen können beispielsweise auch Unebenheiten 55 an Oberflächen der bereitgestellten Aufhahmestruktur 3 erkannt und hinsichtlich ihrer Abmessungen bestimmt werden.
Die Messeinrichtung 25 kann ferner dazu konfiguriert sein, interne beziehungsweise verborgene Strukturen innerhalb der bereitgestellten Aufhahmestruktur 3 wie beispielsweise Eisenarmierungen 57 (in den Figuren 1 und 2 lediglich beispielhaft vereinzelt gestrichelt dargestellt) zu erkennen und vorzugsweise hinsichtlich ihrer Eage, Orientierung und/oder Abmessungen zu vermessen, um daraufhin die gewünschten Strukturdaten zu ermitteln.
Zum Vermessen der gesamten, bereitgestellten Aufhahmestruktur 3 kann die Messeinrichtung 25 als verlagerbarer Wagen oder Schlitten ausgestaltet sein und über einen Antrieb 33 verfügen, mithilfe dessen die Messeinrichtung 25 sukzessive entlang der Längserstreckung der bereitgestellten Aufnahme Struktur 3, d.h. entlang des von der Personentransportanlage 1 zu überspannenden Transportweges 9, verlagert werden kann. Wie in Figur 1 schematisch veranschaulicht, kann der Antrieb 33 beispielsweise in Form einer von einem Motor drehbaren Winde bestehen, auf die ein Seil 59, welches in einem oberen Bereich an der bereitgestellten Aufhahmestruktur 3 oder angrenzenden Teilen des Gebäudes 5 fixiert ist, sukzessive aufgewickelt werden kann.
Die ermittelten Geometriedaten und/oder Strukturdaten können anschließend genutzt werden, um geeignete Tragkomponenten 11 (siehe Figuren 5 und 6) aus einer Mehrzahl zur Verfügung stehender Tragkomponenten 11 geeignet auszuwählen, um mit ihrer Hilfe das Transportband 7 in gewünschter Weise an der bereitgestellten Aufhahmestruktur 3 zu halten, abzustützen und/oder zu führen. außerdem können die Geometriedaten und/oder Strukturdaten analysiert bzw. berücksichtigt werden, um wie in den Figuren 3 und 4 dargestellt, geeignete Fixierungspositionen 13 an der bereitgestellten Aufnahme Struktur 3 zu bestimmen, an denen Tragkomponenten 11 befestigt werden können. Die Fixierungspositionen 13
können dabei derart gewählt sein, dass einerseits die Tragkomponenten 11 und die damit verbundenen Komponenten des Transportbandes 7 in gewünschter Weise relativ zu der bereitgestellten Aufhahmestruktur 3 gehalten werden und andererseits beispielsweise keine Verankerungen von Tragkomponenten 11 derart angeordnet werden, dass sie mit Eisenarmierungen 57 in der bereitgestellten Aufhahmestruktur 3 kollidieren.
Um die Tragkomponenten 11 geeignet auswählen und die Fixierungspositionen 13 geeignet bestimmen zu können, verfugt die Vorrichtung 23 über eine Datenverarbeitungseinrichtung 27. Die Datenverarbeitungseinrichtung 27 kann prinzipiell direkt in der Messeinrichtung 25 aufgenommen sein bzw. mit dieser gekoppelt sein.
Alternativ kann die Datenverarbeitungseinrichtung 27 Teil einer Konfektionierungseinrichtung 15 sein, welche entfernt von der Personentransportanlage 1 angeordnet ist. Gegebenenfalls kann die Vorrichtung 23 hierbei über eine Datenkommunikationseinrichtung 31 verfügen, um mit der entfernten Konfektionierungseinrichtung 15 Daten austauschen zu können.
In der Konfektionierungseinrichtung 15 kann ein Digitaler-Z willing -Datensatz 17 gespeichert sein, in dem Daten zu Eigenschaften der zu installierenden Personentransportanlage 1 hinterlegt sind. Beispielsweise können in dem Digitaler- Z willing -Datensatz 17 Informationen über Abmessungen der zur Verfügung stehenden verschiedenen Tragkomponenten 11, insbesondere beispielsweise über Positionen von daran vorgesehenen Haltepunkten, Bohrungen, etc. hinterlegt sein.
Basierend einerseits auf den Geometriedaten und/oder Strukturdaten der bereitgestellten Aufhahmestruktur 3 und andererseits den in dem Digitaler-Z willing -Datensatz 17 hinterlegten Informationen können dann sowohl geeignete Fixierungspositionen 13 entlang der bereitgestellten Aufnahme Struktur 3 als auch geeignete Tragkomponenten 11, um das Transportband 7 an diesen Fixierungspositionen 13 anbinden zu können, bestimmt werden.
Anschließend können, wie in den Figuren 3 und 4 veranschaulicht, die ausgewählten Tragkomponenten 11 bereitgestellt und an den jeweils zugeordneten Fixierungspositionen 13 an der bereitgestellten Aufnahme Struktur 3 fixiert werden. Die Vorrichtung 23 verfügt hierzu über eine Fixierungseinrichtung 29. Im dargestellten Beispiel umfasst die
Fixierungseinrichtung 29 einen Roboter 19. Der Roboter 19 verfugt über mehrere relativ zueinander bewegbare Arme, an deren Ende ein Verankerungswerkzeug 61 beispielsweise in Form einer Bohreinrichtung 63 gehalten ist. Die Fixierungseinrichtung 29 verfugt ferner über einen Antrieb 35 ähnlich dem Antrieb 33 der Messeinrichtung 25, mithilfe dessen die Fixierungseinrichtung 29 sukzessive längs entlang der bereitgestellten Aufnahme Struktur 3 verlagert werden kann.
Mithilfe der Bohreinrichtung 63 kann der Roboter 19 an jeder der zuvor bestimmten Fixierungspositionen 13 eine geeignete Bohrung 49 als Verankerungsstruktur 21 beispielsweise in Seitenwände der bereitgestellten Aufhahmestruktur 3 einbringen. Nachfolgend können in solchen Bohrungen 49 dann Tragkomponenten 11 in Form von als Verankerung 47 dienenden Dübel, Betonanker, Bolzen, Schrauben und dergleichen mehr, eingebracht, beispielsweise eingeschraubt, werden. An diesen Verankerungen 47 können dann weitere Tragkomponenten 11 beispielsweise in Form von Adapterbauteilen 45 wie beispielsweise Unterfütterungsbleche, welche für die individuelle, bereitgestellte Aufhahmestruktur 3 geeignet ausgewählt wurden, befestigt werden. Hieran können letztendlich Tragkomponenten 11 in Form von Standardbauteilen wie beispielsweise die Holme 43 und Führungsschienen 41 angebracht werden.
Abschließend ist darauf hinzuweisen, dass Begriffe wie „aufweisend“, „umfassend“, etc. keine anderen Elemente oder Schritte ausschließen und Begriffe wie „eine“ oder „ein“ keine Vielzahl ausschließen. Ferner sei darauf hingewiesen, dass Merkmale oder Schritte, die mit Verweis auf eines der obigen Ausführungsbeispiele beschrieben worden sind, auch in Kombination mit anderen Merkmalen oder Schritten anderer oben beschriebener Ausführungsbeispiele verwendet werden können. Bezugszeichen in den Ansprüchen sind nicht als Einschränkung anzusehen.
Claims
1. Verfahren zum Installieren einer Personentransportanlage (1) in Form einer Fahrtreppe oder eines Fahrsteigs an einer bereitgestellten Aufhahmestruktur (3), welche in einem Gebäude (5) zum Halten der Personentransportanlage (1) integriert ist, wobei die Personentransportanlage (1) aufweist:
- ein Transportband (7) zum Transportieren von Personen entlang eines Transportweges (9),
- mehrere Tragkomponenten (11) zum Halten, Stützen und/oder Führen des Transportbandes (7) entlang des Transportweges (9) relativ zu der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3), wobei das Verfahren umfasst:
Ermitteln von Geometriedaten und/oder Strukturdaten der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3) durch automatisiertes Vermessen der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3) mittels einer Messeinrichtung (25),
Automatisiertes Auswählen von Tragkomponenten (11) aus einer Mehrzahl zur Verfügung stehender Tragkomponenten (11), welche zum Halten, Stützen und/oder Führen des Transportbandes (7) relativ zu der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3) an einer Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen (13) entlang des Transportweges (9) vorgesehen sind, und automatisiertes Bestimmen einer Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen (13) entlang der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3) unter Berücksichtigung der ermittelten Geometriedaten und/oder Strukturdaten sowie basierend auf Eigenschaften der ausgewählten Tragkomponenten (11), und
Fixieren der ausgewählten Tragkomponenten (11) an einer jeweils zugeordneten Fixierungsposition (13) der Mehrzahl ermittelter Fixierungspositionen (13) an der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3).
2. Verfahren nach Anspruch 1, wobei die ermittelten Geometriedaten und/oder Strukturdaten der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3) an eine Konfektionierungseinrichtung (15) übermittelt werden, in der ein Digitaler-Z willing -Datensatz (17) gespeichert ist, in dem Daten zu Eigenschaften der zu installierenden Personentransportanlage (1) hinterlegt sind,
wobei ferner die Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen (13) entlang des Transportweges (9), an denen die Tragkomponenten (11) zu fixieren sind, unter Berücksichtigung von Daten aus dem Digitaler-Z willing -Datensatz (17) bestimmt wird.
3. Verfahren nach Anspruch 2, wobei ferner die Tragkomponenten (11) unter Berücksichtigung von Daten aus dem Digitaler-Z willing -Datensatz (17) ausgewählt werden.
4. Verfahren nach einem der Ansprüche 2 und 3, wobei ferner Informationen zu den ausgewählten Tragkomponenten (11) und/oder den bestimmten Fixierungspositionen (13) in dem Digitaler-Z willing -Datensatz (17) gespeichert werden.
5. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die Geometriedaten und/oder Strukturdaten durch sukzessives Vermessen der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3) an jeder der Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen (139 entlang des Transportweges (9) ermittelt werden.
6. Verfahren nach Anspruch 5, wobei die Messeinrichtung (25) zum Vermessen sukzessive an der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3) entlang des Transportweges (9) verlagert wird.
7. Verfahren nach einem der vorangehenden Ansprüche, wobei die ausgewählten Tragkomponenten (11) an der jeweils zugeordneten Fixierungsposition (13) der Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen (13) an der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3) mithilfe eines Roboters (19) automatisiert fixiert werden.
8. Verfahren nach Anspruch 7, wobei der Roboter (19) sukzessive an der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3) entlang des Transportweges (9) verlagert wird und an der jeweiligen Fixierungsposition (13) eine Verankerungsstruktur (21) erzeugt wird.
9. Verfahren nach Anspruch 8,
wobei der Roboter (19) unmittelbar nach der Erzeugung der Verankerungsstruktur (21) die zugehörige Tragkomponente (11) an der Verankerungsstruktur (21) fixiert.
10. Vorrichtung (23) zum Installieren einer Personentransportanlage (1) in Form einer Fahrtreppe oder eines Fahrsteigs an einer bereitgestellten Aufhahmestruktur (3), welche in einem Gebäude (5) zum Halten der Personentransportanlage (1) integriert ist, wobei die Personentransportanlage (1) aufweist:
- ein Transportband (7) zum Transportieren von Personen entlang eines Transportweges (9),
- mehrere Tragkomponenten (11) zum Halten, Stützen und/oder Führen des Transportbandes (7) relativ zu der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3), dadurch gekennzeichnet, dass die Vorrichtung (23) aufweist: eine Messeinrichtung (25) zum Ermitteln von Geometriedaten und/oder Strukturdaten der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3) durch automatisiertes Vermessen der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3), eine Datenverarbeitungseinrichtung (27) zum automatisierten Auswählen von Tragkomponenten (11) aus einer Mehrzahl zur Verfügung stehender Tragkomponenten (11), welche zum Halten, Stützen und/oder Führen des Transportbandes (7) relativ zu der bereitgestellten Aufnahme Struktur (3) an einer Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen (13) entlang des Transportweges (9) vorgesehen sind, und zum automatisierten Bestimmen einer Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen (13) entlang der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3) unter Berücksichtigung der ermittelten Geometriedaten und/oder Strukturdaten sowie basierend auf Eigenschaften der ausgewählten Tragkomponenten (11), und eine Fixierungseinrichtung (29) zum Fixieren der ausgewählten Tragkomponenten (11) an einer jeweils zugeordneten Fixierungsposition (13) der Mehrzahl ermittelter Fixierungspositionen (13) an der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3).
11. Vorrichtung nach Anspruch 10, ferner aufweisend: eine Datenkommunikationseinrichtung (31) zum Übermitteln von Daten, insbesondere den ermittelten Geometriedaten und/oder Strukturdaten der bereitgestellten
Aufnahme Struktur (3), an eine Konfektionierungseinrichtung (15), in der ein Digitaler- Z willing -Datensatz (17) gespeichert ist, in dem Daten zu Eigenschaften der zu installierenden Personentransportanlage (1) hinterlegt sind, und/oder zum Empfangen von Daten von der Konfektionierungseinrichtung (15).
12. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 oder 11, wobei die Messeinrichtung (25) einen Antrieb (33) aufweist zum Verlagern der Messeinrichtung (25) an der bereitgestellten Aufnahme Struktur (3) entlang des Transportweges (9).
13. Vorrichtung nach einem der Ansprüche 10 bis 12, wobei die Fixierungseinrichtung (29) einen Roboter (19) aufweist zum automatiserten Fixieren der ausgewählten Tragkomponenten (11) an der jeweils zugeordneten Fixierungsposition (13) der Mehrzahl verschiedener Fixierungspositionen (13) an der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3).
14. Vorrichtung nach Anspruch 13, wobei die Fixierungseinrichtung (29) einen Antrieb (35) zum Verlagern der Fixierungseinrichtung (29) an der bereitgestellten Aufhahmestruktur (3) entlang des Transportweges (9) aufweist und wobei der Roboter (19) ferner dazu konfiguriert ist, an der jeweiligen Fixierungsposition (13) eine Verankerungsstruktur (21) zu erzeugen.
15. Vorrichtung nach Anspruch 14, wobei der Roboter (19) ferner dazu konfiguriert ist, jeweils eine zur erzeugten Verankerungsstruktur (21) zugehörige Tragkomponente (11) an der Verankerungsstruktur (21) zu fixieren.
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