VERFAHREN ZUM BEARBEITEN PLATTENFORMIGER WERKSTÜCKE SOWIE BEARBEITUNGSEINRICHTUNG
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft ein Verfahren zum Bearbeiten plattenförmiger Werkstücke sowie eine Bearbeitungseinrichtung zum Bearbeiten plattenförmiger Werkstücke.
Stand der Technik
Die DE 102012 110 453 B4 offenbart eine Bearbeitungseinrichtung zum Bearbeiten plattenförmiger Werkstücke, durch welche ein großformatiges Ausgangswerkstück in mehrere kleinere Teilwerkstücke aufgeteilt wird. Vor dem Aufteilen des Ausgangswerkstücks ist eine horizontale Bearbeitung des Ausgangswerkstücks vorgesehen, bei welcher in spätere Schmalflächen der Teilwerkstücke horizontale Bohrungen eingebracht werden. Hierzu werden angrenzend zu den späteren Schmalflächen der Teilwerkstücke Aussparungen in das Ausgangswerkstück eingebracht, sodass ein Bohraggregat in diese Aussparungen eingeführt und der horizontale Bohrvorgang ausgeführt werden kann. Nach dem Aufteilen in die Teilwerkstücke werden die Bereiche des Ausgangswerkstücks, welche die Aussparungen aufweisen, als Verschnitt entsorgt. Die Abmessungen des Bohraggregats bzw. des Bohrwerkzeugs sind abhängig von der Bohrtiefe, so dass insbesondere bei größeren Bohrtiefen die Aussparungen entsprechende Dimensionen aufweisen müssen, um das Bohraggregat in diese einführen zu können. Aufgrund dessen erhöht sich in Abhängigkeit von der Bohrtiefe der Verschnitt des Ausgangswerkstücks. Zudem ist durch das Einbringen der zusätzlichen Aussparungen hierbei eine erhöhte Anzahl Arbeitsschritte erforderlich.
Darstellung der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, ein Verfahren vorzuschlagen, durch welches eine effektive Bearbeitung von plattenförmigen Werkstücken ermöglicht ist. Des Weiteren ist es Aufgabe der Erfindung eine Bearbeitungseinrichtung vorzuschlagen, durch welche eine Reduzierung von Werkstückverschnitt sowie eine Reduzierung von Arbeitsschritten erreicht ist.
Ein Verfahren zum Bearbeiten plattenförmiger Werkstücke ist in Anspruch 1 definiert. Eine Bearbeitungseinrichtung ist in Anspruch 11 definiert. Unteransprüche beziehen sich auf bestimmte Ausführungsformen.
Die Aufgabe wird durch ein Verfahren zum Bearbeiten plattenförmiger Werkstücke, die bevorzugt zumindest teilweise aus Holz, Holzwerkstoff, Kunststoff, Verbundwerkstoff oder dergleichen ausgebildet sind, durch eine Bearbeitungseinrichtung, gelöst, wobei das Verfahren umfasst: Positionieren eines plattenförmigen Werkstücks auf einer Werkstückauflage, Einbringen wenigstens eines Trennbereichs in das plattenförmige Werkstück, Positionieren eines Bearbeitungswerkzeugs, insbesondere Fräswerkzeugs innerhalb des wenigstens einen Trennbereichs, Ausführen einer Schwenkbewegung des Bearbeitungswerkzeugs in Richtung zumindest einer Schmalfläche des plattenförmigen Werkstücks, die an den wenigstens einen Trennbereich angrenzt, wobei durch die Schwenkbewegung des Bearbeitungswerkzeugs eine Aussparung, insbesondere Nut in die zumindest eine Schmalfläche des plattenförmigen Werkstücks eingebracht, insbesondere gefräst wird.
Durch ein solches Bearbeitungsverfahren kann eine Bearbeitung an der wenigstens einen an den Trennbereich angrenzenden Schmalfläche des Werkstücks erfolgen. Beispielsweise kann das Einbringen der Aussparung nach einem Aufteilen des
plattenförmigen Werkstücks in mehrere Teilwerkstücke in einer Aufspannung auf einer Werkstückaufnahme ausgeführt werden, wodurch eine Reduzierung der Arbeitsschritte zum Ausbilden einer solchen Aussparung erreicht sein kann. Indem das Bearbeitungsaggregat zum Einbringen der Aussparung die Schwenkbewegung innerhalb des Trennbereichs ausführt, kann ein besonders schmaler Trennbereich vorgesehen werden, wodurch ein verringerter Werkstückverschnitt erreicht sein kann.
Eine bevorzugte Weiterbildung des Verfahrens kann vorsehen, dass das Bearbeitungswerkzeug in dem Trennbereich in einer Ausgangsposition positioniert wird, in der eine Rotationsachse des Bearbeitungswerkzeugs im Wesentlichen in Richtung einer Längserstreckung des Trennbereichs ausgerichtet ist.
Auf diese Weise kann das Bearbeitungswerkzeug eine beliebige Bearbeitungswerkzeuglänge aufweisen, die länger ausgebildet sein kann, als eine Breite des Trennbereichs. Auf diese Weise kann eine Aussparung in die Schmalfläche des Werkstücks eingebracht werden, die eine größere (Nut-)Tiefe aufweisen kann als eine Breite des Trennbereichs.
In einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens kann die Schwenkbewegung des Bearbeitungswerkzeugs zum Einbringen der Aussparung in einer Schwenkebene ausgeführt werden, die innerhalb des Werkstücks liegt, vorzugsweise parallel zu einer Werkstückebene des Werkstücks ausgerichtet ist.
Auf diese Weise kann die Aussparung durch eine entsprechende Ausrichtung des Bearbeitungswerkzeugs in einem beliebigen Winkel in die Schmalfläche des Werkstücks eingebracht werden. Durch die parallele Ausrichtung der Schwenkbewegung kann die Aussparung insbesondere parallel zu einer Werkstückoberfläche
ausgebildet werden, wobei vorzugsweise vorgesehen sein kann, dass diese mittig innerhalb des Werkstücks ausgerichtet ist.
In einer vorteilhaften Weiterbildung des Verfahrens kann zudem vorgesehen sein, dass die Schwenkbewegung des Bearbeitungswerkzeugs um eine Schwenkachse ausgeführt wird, die vorzugsweise orthogonal zur Werkstückebene des Teilwerkstücks ausgerichtet ist.
Durch eine definierte Neigung der Schwenkachse zur Werkstückebene kann ein Winkel der Aussparung zur Werkstückebene entsprechend angepasst werden. Indem die Schwenkachse orthogonal zur Werkstückebene ausgerichtet ist, kann insbesondere eine präzise Ansteuerung der Schwenkbewegung in der Schwenkebene parallel zur Werkstückebene ermöglicht sein. Auf diese Weise kann ein exaktes Einbringen der Aussparung in die Schmalfläche sichergestellt sein.
In einer bevorzugten Ausgestaltung des Verfahrens kann durch die Schwenkbewegung des Bearbeitungswerkzeugs eine teilkreisförmige Aussparung in die Schmalfläche des Werkstücks eingebracht werden, und das Bearbeitungswerkzeug nach dem Einbringen der Aussparung in eine Endposition in dem Trennbereich geschwenkt werden oder in die Ausgangsposition zurück geschwenkt werden.
Auf diese Weise kann eine teilkreisförmige Aussparung, vorzugsweise eine im Wesentlichen halbkreisförmige Aussparung, in die Schmalfläche des Teilwerkstücks eingebracht werden.
In einer Weiterbildung des Verfahrens kann zudem vorgesehen sein, dass während der Schwenkbewegung des Bearbeitungswerkzeugs zwischen dem Bearbeitungswerkzeug und dem Werkstück eine Relativbewegung entlang der Schmalfläche
ausgeführt wird oder die Schwenkbewegung zum Ausführen der Relativbewegung unterbrochen wird.
Indem die Relativbewegung zwischen dem Bearbeitungswerkzeug und dem Werkstück ausgeführt wird, kann eine Länge der Aussparung individuell angepasst werden.
In einer alternativen Ausgestaltung des Verfahrens kann zudem vorgesehen sein, dass das Bearbeitungswerkzeug nach dem Positionieren innerhalb des wenigstens einen Trennbereichs in eine Zwischenposition geschwenkt wird, wodurch eine Teilnut in die Schmalfläche eingebracht wird, und zwischen dem Bearbeitungswerkzeug und dem Werkstück zumindest eine Relativbewegung in wenigstens eine Raumrichtung herbeigeführt wird, um eine Aussparung mit einer individuellen Form auszubilden .
Bevorzugt ist das Bearbeitungswerkzeug in zwei Raumrichtungen, besonders bevorzugt in drei Raumrichtungen, zur Schmalfläche des Werkstücks bewegbar vorgesehen. Auf diese Weise kann eine Aussparung mit einer beliebigen Länge, Breite, Tiefe und/oder Form in die Schmalfläche eingebracht werden. Eine solche beliebige Form kann beispielsweise eine rechteckförmige Aussparung, eine gezackte Aussparung, eine gewellte Aussparung, eine runde Aussparung, eine ovale Aussparung oder dergleichen sein. Ebenso kann vorgesehen sein, dass die Aussparung mit wenigstens einer Aufweitung eingebracht wird. Insbesondere kann die Aussparung mit zwei Aufweitungen eingebracht werden, die vorzugsweise jeweils an den Endabschnitten der Aussparung ausgebildet werden. Dabei kann die wenigstens eine Aufweitung zur späteren Aufnahme eines Dübels vorgesehen sein.
Eine Weiterbildung des Verfahrens kann zudem vorsehen, dass das Bearbeitungswerkzeug in der Zwischenposition geneigt zu der Schmalfläche angeordnet wird und die Relativbewegung des
Bearbeitungswerkzeugs zum Fräsen der Aussparung zumindest teilweise in der geneigten Anordnung ausgeführt wird.
Die Neigung des Bearbeitungswerkzeugs während des Fräsvorgangs kann in einem beliebigen Winkel zwischen 0° und 90° zur Schmalfläche vorgesehen sein. Durch eine solche geneigte Ausrichtung des Bearbeitungswerkzeugs zur Schmalfläche kann eine variabel anpassbare Frästiefe erreicht werden. Zudem kann durch die geneigte Anordnung des Bearbeitungswerkzeugs während des Fräsvorgangs eine optimierte Spanabführung ermöglicht sein.
Eine Ausgestaltung des Verfahrens kann vorsehen, dass das plattenförmige Werkstück durch einen spannehmenden Bearbeitungsvorgang in wenigstens zwei Teilwerkstücke aufgeteilt wird, wobei der Trennbereich durch den spannehmenden Bearbeitungsvorgang zwischen den wenigstens zwei Teilwerkstücken ausgebildet wird.
Dabei werden die wenigstens zwei Teilwerkstücke insbesondere durch einen Fräsvorgang aus dem plattenförmigen Werkstück eingebracht. Ein solches Verfahren wird auch als Nesting- Verfahren bezeichnet.
In einer Weiterbildung des Verfahrens kann das Bearbeiten des plattenförmigen Werkstücks durch eine CNC-gesteuerte Bearbeitungseinrichtung oder ein CNC-gesteuertes Bearbeitungszentrum ausgeführt werden und das plattenförmige Werkstück während der Bearbeitung auf einer Werkstückauflage fixiert werden.
Dadurch können an dem plattenförmigen Werkstück und/oder den Teilwerkstücken ergänzende Bearbeitungsschritte ausgeführt werden, beispielsweise durch ein zusätzliches Fräsaggregat, Sägeaggregat, Bohraggregat und/oder Kantenbearbeitungsaggregat oder dergleichen der CNC- gesteuerten Bearbeitungseinrichtung oder des CNC-gesteuerten
Bearbeitungszentrums. Dadurch kann eine Fertigbearbeitung der Teilwerkstücke in einer Aufspannung ermöglicht sein.
Die Aufgabe wird zudem durch eine Bearbeitungseinrichtung zum Bearbeiten plattenförmiger Werkstücke, mit einer Werkstückauflage zum Aufnehmen wenigstens eines plattenförmigen Werkstücks, mit einem spannehmenden Bearbeitungsaggregat zum Einbringen wenigstens eines Trennbereichs in das plattenförmige Werkstück, mit einem Fräsaggregat zum Ausführen eines Fräsvorgangs an zumindest einer Schmalfläche des Werkstücks, und mit einer Stelleinrichtung zum Herbeiführen einer Relativbewegung zwischen dem Werkstück und dem spannehmenden Bearbeitungsaggregat und/oder dem Fräsaggregat, gelöst. Dabei ist vorgesehen, dass zumindest ein Bearbeitungswerkzeug des Fräsaggregats innerhalb des Trennbereichs in dem plattenförmigen Werkstück positionierbar ist, wobei durch das Fräsaggregat ein Verfahren gemäß einer der zuvor beschriebenen Ausführungsformen ausführbar ist.
Eine solche Bearbeitungseinrichtung kann eine Fräsbearbeitung innerhalb eines Trennbereichs an einer Schmalfläche des Werkstücks ermöglichen. Dabei kann die Bearbeitung des Werkstücks oder der Teilwerkstücke in einer Aufspannung auf der Werkstückaufnahme erfolgen, so dass das plattenförmige Werkstück zunächst aufgeteilt wird und anschließend die Aussparung in die Seitenfläche eingebracht werden kann. Auf diese Weise kann eine Reduzierung der Arbeitsschritte und folglich eine effiziente Bearbeitung des Werkstücks erreicht sein.
Eine besonders bevorzugte Ausgestaltung der Bearbeitungseinrichtung kann vorsehen, dass zumindest ein in den Trennbereich einsetzbarer Kopfbereich des Bearbeitungsaggregats an dem das Bearbeitungswerkzeug aufgenommen ist, eine Breite von weniger als 30 mm, vorzugsweise von weniger als 16 mm, aufweist und/oder das
Bearbeitungswerkzeug eine Länge von mehr als 5 mm und weniger als 100 mm aufweist.
Dies ermöglicht eine kompakte Ausgestaltung des Bearbeitungsaggregats mit einer vergleichsweise großen Länge des Bearbeitungswerkzeugs im Verhältnis zur Breite des Kopfbereichs. Auf diese Weise kann das Bearbeitungsaggregat in sehr schmale Trennbereiche eingeführt werden, um die Aussparung in die Schmalfläche des Teilwerkstücks einzubringen, wodurch ein geringer Materialverschnitt bei der Bearbeitung des Werkstücks ermöglicht sein kann.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Weitere Merkmale und Vorteile einer Vorrichtung, einer Verwendung und/oder eines Verfahrens ergeben sich aus der nachfolgenden Beschreibung von Ausführungsformen unter Bezugnahme auf die beiliegenden Zeichnungen. Von diesen Zeichnungen zeigt:
Fig. 1 eine schematische Draufsicht auf eine exemplarische Aus führungsform einer offenbarungsgemäßen Bearbeitungseinrichtung;
Fig. 2 eine schematische Detaildarstellung der Bearbeitungseinrichtung in Fig. 1 in einer Seitenansicht;
Fig. 3 eine schematische Darstellung eines ersten
Verfahrensschritts eines offenbarungsgemäßen
Bearbeitungsverfahrens;
Fig. 4 eine schematische Darstellung eines zweiten
Verfahrensschritts des offenbarungsgemäßen
Bearbeitungsverfahrens;
Fig. 5 eine schematische Darstellung eines dritten Verfahrensschritts des offenbarungsgemäßen Bearbeitungsverfahrens;
Fig. 6 eine schematische Darstellung eines ersten Verfahrensschritts eines weiteren offenbarungsgemäßen BearbeitungsVerfahrens;
Fig. 7 eine schematische Darstellung eines zweiten
Verfahrensschritts des offenbarungsgemäßen Bearbeitungsverfahrens;
Fig. 8 eine schematische Darstellung eines dritten Verfahrensschritts des offenbarungsgemäßen Bearbeitungsverfahrens;
Fig. 9 eine schematische Darstellung eines vierten
Verfahrensschritts des offenbarungsgemäßen Bearbeitungsverfahrens;
Fig. 10 eine schematische Darstellung eines fünften Verfahrensschritts des offenbarungsgemäßen Bearbeitungsverfahrens;
Beschreibung von Ausführungsformen
Gleiche Bezugszeichen, die in verschiedenen Figuren aufgeführt sind, benennen identische, einander entsprechende, oder funktionell ähnliche Elemente.
Figur 1 zeigt eine schematische Darstellung einer exemplarischen Ausführungsform einer offenbarungsgemäßen Bearbeitungseinrichtung 10 zum Bearbeiten eines plattenförmigen Werkstücks 11 in einer Draufsicht. In Figur 1 ist das plattenförmige Werkstück 11 durch die gestrichelten Linien dargestellt und die durchgehenden Linien zeigen Teilwerkstücke 15, die aus dem Werkstück 11 ausgebildet
werden, wie nachfolgend näher beschrieben wird. Insbesondere ist die Bearbeitungseinrichtung 10 als eine Holzbearbeitungseinrichtung ausgebildet. Zum Bearbeiten des Werkstücks 11 umfasst die Bearbeitungseinrichtung 10 wenigstens ein Bearbeitungsaggregat 12. Das Bearbeitungsaggregat 12 ist in der vorliegenden Ausführungsform als ein Fräsaggregat 12 ausgebildet, obgleich im Rahmen der Erfindung auch andere Bearbeitungsaggregate zum Einsatz kommen können. Dieses weist vorliegenden ein Fräswerkzeug 13, insbesondere ein Schaftfräswerkzeug, auf. Alternativ oder zusätzlich kann die Bearbeitungseinrichtung 10 weitere Bearbeitungsaggregate aufweisen, beispielsweise mit einem weiteren Fräswerkzeug, Sägewerkzeug, Bohrwerkzeug, und/oder Kantenbearbeitungswerkzeug oder dergleichen, welche nicht näher dargestellt sind.
Das Bearbeitungsaggregat 12 ist zu dem Werkstück 11 in eine X-Richtung, Y-Richtung und/oder Z-Richtung verfahrbar vorgesehen, um einen Bearbeitungsvorgang in mehrere Raumrichtungen auszuführen. Das weitere Bearbeitungsaggregat ist ebenfalls zu dem Werkstück 11 in die X-Richtung, Y- Richtung und/oder Z-Richtung zum Ausführen eines Bearbeitungsvorgangs verfahrbar vorgesehen. Die Bearbeitungseinrichtung 10 ist insbesondere als eine CNC- gesteuerte Bearbeitungseinrichtung oder als ein CNC- gesteuertes Bearbeitungszentrum ausgebildet.
Wie in Figur 1 gezeigt ist die Bearbeitungseinrichtung 10 als eine stationäre Bearbeitungseinrichtung ausgebildet. Bei dieser wird das zu bearbeitende Werkstück 11 durch einen Maschinenbediener oder maschinell auf einer Werkstückauflage 14 positioniert. Die Werkstückauflage 14 bildet eine stationäre Aufnahme für ein oder mehrere plattenförmige Werkstücke 11. Die Werkstückauflage 14 ist beispielsweise als Konsole oder Tisch ausgebildet. Um das Werkstück 11 für den Bearbeitungsvorgang in einer ortsfesten Position zu fixieren, weist die Werkstückauflage 14 eine Spanneinrichtung 16 auf.
Diese Spanneinrichtung 16 kann beispielsweise als eine Vakuumspanneinrichtung ausgebildet sein.
Bei den plattenförmigen Werkstücken 11 handelt es sich insbesondere um solche, die zumindest teilweise aus Holz, Holzwerkstoffen, Kunststoff, Verbundwerkstoff oder dergleichen ausgebildet sind. Solche Werkstücke kommen beispielsweise im Bereich der Möbel- und Bauelementefertigung zum Einsatz. Dabei kann es sich um unterschiedlichste Werkstücke handeln, beispielsweise Massivholz- oder Spanplatten, Leichtbauplatten, Sandwichplatten oder dergleichen. Die vorliegende Erfindung ist jedoch nicht auf derartige Werkstücke beschränkt.
Wie in Figur 1 dargestellt, wird das plattenförmige Werkstück 11 in mehrere Teilwerkstücke 15 aufgeteilt. Dies erfolgt durch das wenigstens eine weitere Bearbeitungsaggregat, das insbesondere ebenfalls als ein Fräsaggregat oder als ein Sägeaggregat ausgebildet ist und in Figur 1 nicht näher dargestellt ist. Die Teilwerkstücke 15 werden aus dem plattenförmigen Werkstück 11 ausgefräst oder ausgesägt. Die Teilwerkstücke 15 können sowohl gleiche Abmessungen als auch unterschiedliche Abmessungen aufweisen. Zum Aufteilen des Werkstücks 11 in die Teilwerkstücke 15 werden Trennbereiche 17 durch das weitere Bearbeitungsaggregat in das Werkstück 11 eingebracht. Die Trennbereiche 17 sind insbesondere gerade Fräsbahnen. Die Teilwerkstück 15 können nach dem Aufteilen durch einzelne Stege oder auf andere Weise miteinander verbunden sein. Die Trennbereiche 17 können auch Trennschnitte sein. Die Trennbereiche 17 werden durch Schmalflächen 18 benachbarter Teilwerkstücke 15 begrenzt. Es ist zu beachten, dass in Figur 2 eine Breite T der Trennbereiche 17 zur Veranschaulichung überproportional groß in Relation zu den Abmessungen der Teilwerkstücke 15 dargestellt ist. Die Breite T der Trennbereiche 17 beträgt wenige Millimeter, vorzugsweise 30 mm oder 16 mm. Die Breite
T der Trennbereiche 17 ist jedoch nicht auf diese Maße beschränkt und kann jede beliebige Breite aufweisen.
Zum Bearbeiten eines Teilwerkstücks 15 wird das Bearbeitungsaggregat 12 innerhalb eines Trennbereichs 17 positioniert. Das Bearbeitungsaggregat 12 ist in der Weise in den Trennbereich 17 eingeführt, dass das Fräswerkzeug 13 des Bearbeitungsaggregats 12 zwischen den Schmalflächen 18, die den Trennbereich 17 begrenzen, positioniert ist. Auf diese Weise kann durch das Fräswerkzeug 13 in der Bildebene, d.h. in einer horizontalen Richtung, eine Aussparung wie beispielsweise eine Nut 22 in die Schmalfläche 18 des Teilwerkstücks 15 gefräst werden, worauf nachfolgend noch näher eingegangen wird. Diese Aussparung 22 kann beispielsweise dazu dienen, nachfolgend Verbinder einzubringen, wie sie etwa bei Möbeln üblich sind.
Das Bearbeitungsaggregat 12 ist in den Figuren 1 und 2 in einer Ausgangsposition 19 in dem Trennbereich 17 angeordnet. In der Ausgangsposition 19 ist das Fräswerkzeug 13 mit dessen Rotationsachse 21 entlang einer Längserstreckung des Trennbereichs 17 ausgerichtet. Die Rotationsachse 21 kann im Wesentlichen parallel zu den Schmalflächen 18 der Teilwerkstücke 15 ausgerichtet sein. Aufgrund dieser Ausrichtung kann in den Trennbereich 17 ein Bearbeitungsaggregat 12 eingeführt werden, das in Richtung des Fräswerkzeugs 13 eine größere Länge L aufweist, als die Breite T des Trennbereichs 17. Zumindest eine Kopfbreite B des Bearbeitungsaggregats 12 ist kleiner als die Breite T des Trennbereichs 17. Da der Trennbereich 17 die Breite T von wenigen Millimetern aufweist, weist das Bearbeitungsaggregat 12 insbesondere in Richtung der Breite B einen entsprechend kleinen Bauraum auf. Zumindest in einem Kopfbereich, an dem das Fräswerkzeug 13 angeordnet ist, weist das Bearbeitungsaggregat 12 eine Breite B von weniger als 30 mm, vorzugsweise weniger als 16 mm, auf. Eine Länge L des Fräswerkzeugs ist vorzugsweise zwischen 5 mm und 100 mm. Die
Länge des Fräswerkzeugs ist jedoch nicht auf diese Längen beschränkt. Auf diese Weise kann das Bearbeitungsaggregat 12 in einer Längsrichtung, also in der in den Figuren 1 und 2 dargestellten Ausgangsposition 19, zwischen den Schmalflächen 18 der Teilwerkstücke 15 in den Trennbereich 17 eingeführt werden und eine Nut 22 ausgebildet werden, die eine größere Tiefe N aufweist als die Breite T des Trennbereichs 17.
In Figur 2 ist dargestellt, dass das Fräswerkzeug 13 zum Einbringen der Nut 22 in die Schmalfläche 18 des Teilwerkstücks 15 in einer Schwenkebene 23 angeordnet ist. Die Schwenkebene 23 ist innerhalb des Teilwerkstücks 15 angeordnet. Die Schwenkebene 23 ist insbesondere parallel zu einer Werkstückebene des Teilwerkstücks 15 ausgerichtet. Durch eine Schwenkbewegung des Bearbeitungsaggregats 12 um eine Schwenkachse 24 führt das Fräswerkzeug 13 eine Schwenkbewegung in Richtung der Schmalfläche 18 des Teilwerkstücks 15 aus. Durch eine gleichzeitige Rotation des Fräswerkzeugs 13 um dessen Rotationsachse 21 wird auf diese Weise die Nut 22 in die Schmalfläche 18 des Teilwerkstücks 15 gefräst, wie bezüglich der nachfolgenden Figuren näher beschrieben wird. Die Schwenkachse 24 ist insbesondere orthogonal zur Schwenkebene 23 bzw. der Werkstückebene ausgerichtet .
In den Figuren 3 bis 5 sind Verfahrensschritte zum Fräsen einer exemplarischen Nut 22 in die Schmalfläche 18 des Teilwerkstücks 15 dargestellt. Die Figuren 3 bis 5 sind Schnittansichten des Bearbeitungsaggregats 12 sowie eines der Teilwerkstücke 15, wobei der Schnitt in der in Figur 2 dargestellten Schwenkebene 23 liegt.
Durch diese Verfahrensschritte kann eine teilkreisförmige Nut 22 in die Schmalfläche 18 des Teilwerkstücks 15 gefräst werden. Dabei ist zu beachten, dass das Fräswerkzeug 13 zum Ausbilden dieser teilkreisförmigen Nut 22 vorzugsweise eine runde Frässpitze aufweist. Ebenso kann das Fräswerkzeug 13
eine flache Frässpitze aufweisen. Das Bearbeitungsaggregat 12 wird gemäß Figur 3 zunächst in der bereits beschriebenen Ausgangsposition 19 angeordnet. Aus dieser Ausgangsposition 19 führt das Bearbeitungsaggregat 12 die Schwenkbewegung um die Schwenkachse 24 aus, so dass das Fräswerkzeug 13 in der Schwenkebene 23 in Richtung der Schmalfläche 18 des Teilwerkstücks 15 geschwenkt wird. Durch die gleichzeitige Rotation des Fräswerkzeugs 13 um die Rotationsachse 21 wird die Nut 22 in die Schmalfläche 18 gefräst. Figur 4 verdeutlicht einen Zwischenschritt dieses Fräsvorgangs.
Während der Schwenkbewegung kann vorgesehen sein, dass das Fräswerkzeug 13 gleichzeitig eine Relativbewegung entlang der Schmalfläche 18 ausführt. Die Relativbewegung und die Schwenkbewegung können überlagert erfolgen. Ebenso kann vorgesehen sein, dass die Schwenkbewegung zum Ausführen dieser Relativbewegung unterbrochen wird. Auf diese Weise kann eine Länge der Nut 22 individuell angepasst werden.
In Figur 5 ist das Bearbeitungsaggregat 12 nach dem Ausführen der Schwenkbewegung in einer Endposition 26 gezeigt, wobei die teilkreisförmige Nut 22 durch den Fräsvorgang vollständig ausgebildet ist. Ebenso kann vorgesehen sein, dass das Bearbeitungsaggregat 12 nach dem Fräsen der teilkreisförmigen Nut 22 in die Ausgangsposition 19 zurück geschwenkt wird. In die Schmalflächen 18 eines Teilwerkstücks 15 können durch eine Verfahrbewegung des Bearbeitungsaggregats 12 zum Teilwerkstück 15 mehrere Nuten 22 gefräst werden.
In den Figuren 6 bis 10 sind Verfahrensschritte zum Fräsen einer alternativen exemplarischen Nut 22 in die Schmalfläche 18 des Teilwerkstücks 15 dargestellt. Die Figuren 6 bis 10 sind Schnittansichten des Bearbeitungsaggregats 12 sowie eines der Teilwerkstücke 15, wobei der Schnitt in der in Figur 2 dargestellten Schwenkebene 23 liegt.
Durch diese Verfahrensschritte kann eine im Längsschnitt rechteckförmige Nut 22 in die Schmalfläche 18 des Teilwerkstücks 15 gefräst werden. Dabei ist zu beachten, dass das Fräswerkzeug 13 zum Ausbilden dieser rechteckförmigen Nut 22 vorzugsweise eine flache Frässpitze aufweist. Das Bearbeitungsaggregat 12 wird gemäß Figur 3 zunächst in der Ausgangsposition 19 angeordnet. Aus dieser Ausgangsposition 19 führt das Bearbeitungsaggregat 12 die Schwenkbewegung um die Schwenkachse 24 aus, so dass das Fräswerkzeug 13 in der Schwenkebene 23 in Richtung der Schmalfläche 18 des Teilwerkstücks 15 geschwenkt wird. Durch die gleichzeitige Rotation des Fräswerkzeugs 13 um die Rotationsachse 21 wird die Nut 22 in die Schmalfläche 18 gefräst. Aus der Ausgangsposition 19 wird das Bearbeitungsaggregat 12 zunächst in eine Zwischenposition 27 geschwenkt, welche in Figur 7 dargestellt ist. In dieser Zwischenposition 27 ist die Rotationsachse 21 des Fräswerkzeugs 13 orthogonal zur Schmalfläche 18 des Teilwerkstücks 15 ausgerichtet. D.h., das Fräswerkzeug 13 ist senkrecht zur Schmalfläche 18 angeordnet. Auf diese Weise ist zunächst eine teilkreisförmige Nut 22 in die Schmalfläche 18 gefräst.
Alternativ kann ebenso vorgesehen sein, dass das Fräswerkzeug 13 in der Zwischenposition 27 geneigt zu der Schmalfläche 18 angeordnet wird und die anschließende Relativbewegung des Fräswerkzeugs 13 zum Fräsen der Nut 22 in dieser geneigten Anordnung ausgeführt wird. Der Winkel der Neigung kann dabei zwischen 0° und 90° zur Schmalfläche 18 vorgesehen sein.
Aus der Zwischenposition 27 wird eine Verfahrbewegung des Bearbeitungsaggregats 12 parallel zur Schmalfläche 18 ausgeführt, wie dies in Figur 8 gezeigt ist. Anschließend erfolgt eine Verfahrbewegung des Bearbeitungsaggregats 12 in die entgegengesetzte Richtung parallel zur Schmalfläche 18, wie dies in Figur 9 dargestellt ist. Auf diese Weise wird die rechteckförmige Nut 22 in die Schmalfläche 18 des Teilwerkstücks 15 gefräst, wobei eine Länge der Nut 22 in
Abhängigkeit von der Länge der Verfahrbewegung des Bearbeitungsaggregats 12 variabel angepasst werden kann. Die Richtungen der Verfahrbewegungen können ebenso vertauscht sein.
Ebenso kann das Bearbeitungsaggregat 12 zum Ausbilden der Nut 22 während dem Fräsvorgang in zwei oder drei Raumrichtungen zur Schmalfläche 18 bewegt werden. Durch eine mehrmalige hin und her Bewegung in die Raumrichtungen kann die Nut 22 auf diese Weise mit einer beliebigen Länge und/oder einer beliebigen Breite und/oder einer beliebigen Tiefe gefräst werden. Ebenso kann dadurch eine individuelle Form der Nut 22 ausgebildet werden. Beispielsweise kann die Nut 22 mit wenigstens einer Aufweitung, insbesondere zwei Aufweitungen, gefräst werden. Diese Aufweitung(en) kann zum späteren
Aufnehmen eines oder mehrerer Dübel vorgesehen sein.
In Figur 10 ist das Bearbeitungsaggregat 12 nach dem Fräsen der Nut 22 in die Endposition 26 geschwenkt dargestellt. Ebenso kann vorgesehen sein, dass das Bearbeitungsaggregat 12 nach dem Ausbilden der Nut 22 in die Ausgangsposition 19 zurück bewegt wird.