Fahrzeugsitz
TECHNISCHES GEBIET
Die Erfindung betrifft einen Fahrzeugsitz nach dem Oberbegriff des Patentanspruchs 1. Sie betrifft weiterhin ein Fahrzeug, insbesondere ein Kraftfahrzeug mit zumindest einem derartigen Fahrzeugsitz.
HINTERGRUND DER ERFINDUNG
Die Eigenfrequenz von Fahrzeugsitzen liegt oft im Bereich der Anregung durch das Fahrzeug und führt für einen auf dem Fahrzeugsitz sitzenden Passagier zu einem Diskomfort aufgrund von seitlichem Zittern. Dieses Zittern des Sitzes wird durch zusätzliche Sonderausstattungen im oberen Lehnenbereich, beispielsweise durch aktive Kopfstützen oder durch in die Kopfstütze oder den oberen Lehnenbereich integrierte Bildschirme verstärkt, so dass die Kopfstützen derartiger Fahrzeugsitze im Fährbetrieb deutlich sichtbare und spürbare seitliche Schwingungen vollführen, was den Qualitätseindruck eines Fahrzeugs negativ beeinträchtigt..
STAND DER TECHNIK
Die auftretenden Schwingungen der Sitzlehne werden üblicherweise durch aufwändige und kostenintensive Schwingungstilger reduziert, die im Inneren der Sitzlehne vorgesehen sind.
DARSTELLUNG DER ERFINDUNG
Aufgabe der vorliegenden Erfindung ist es, einen gattungsgemäßen Fahrzeugsitz so zu verbessern, dass sowohl der Sitzkomfort steigt als auch der optische Qualitätseindruck bei fahrendem Fahrzeug verbessert wird.
Diese Aufgabe wird gelöst mit den Merkmalen des Patentanspruchs 1 .
Bei einem Fahrzeugsitz mit einem Sitzunterteil, einer am Sitzunterteil angebrachten Sitzlehne mit einer Lehnenstruktur sowie einer an der Sitzlehne angebrachten Kopfstütze weist die Kopfstütze eine mit einem Polsterbezug versehene Kopfstützenstruktur auf und ist mittels zumindest eines Stützstabs in einer zugeordneten Stützstabaufnahme die Lehnenstruktur eingesetzt und dort arretiert oder arretierbar aufgenommen. Erfindungsgemäß ist vorgesehen, dass zwischen der Lehnenstruktur und der Kopfstützenstruktur zumindest ein Dämpfungselement vorgesehen ist.
VORTEILE
Das Vorsehen des zumindest einen Dämpfungselements zwischen der Lehnenstruktur und der Kopfstützenstruktur entkoppelt die Kopfstütze schwingungstechnisch von der Lehnenstruktur und dämpft Schwingungen und Resonanzen, die in der Sitzlehne auftreten, gegenüber der Kopfstützenverankerung in der Sitzlehne.
Weitere bevorzugte und vorteilhafte Ausgestaltungsmerkmale des erfindungsgemäßen Fahrzeugsitzes sind Gegenstand der Unteransprüche 2 bis 6.
Vorzugsweise ist das zumindest eine Dämpfungselement aus einem elastischen Material gebildet ist oder es weist ein solches auf. Das Material ist besonders bevorzugt ein Elastomer wie beispielsweise (natürlicher oder synthetischer) Gummi oder Silikon.
Gemäß einer ersten Variante der Erfindung, die mit anderen Varianten kombinierbar ist, ist das zumindest eine Dämpfungselement zwischen dem zumindest einen Stützstab und der zugeordneten Stützstabaufnahme vorgesehen. Hierbei ist das Dämpfungselement in die Kopfstützenaufnahme in der Sitzlehne integriert.
Dabei ist es von Vorteil, wenn sich das Dämpfungselement in Sitzquerrichtung mit einem ersten seitlichen Dämpfungsabschnitt und mit einem zweiten seitlichen Dämpfungsabschnitt ausgehend vom zugeordneten zumindest einen Stützstab hin zu jeweils einer im Inneren der Stützstabaufnahme ausgebildeten seitlichen Führungsfläche dämpfungswirksam erstreckt und wenn der zumindest eine Stützstab in Sitzlängsrichtung im Wesentlichen ohne eine wesentliche Zwischenlage aus Dämpfungsmaterial am vorderen Innenwandbereich beziehungsweise am hinteren Innenwandbereich der zugeordneten Stützstabaufnahme anliegt. Diese Ausführungsform ermöglicht eine Dämpfung von Schwingungen und Vibrationen, die in Sitzquerrichtung (also in Fahrzeugquerrichtung) auftreten, ohne dabei die unmittelbare Abstützwirkung des zumindest einen Stützstabs in der zugehörigen Stützstabaufnahme in Sitzlängsrichtung (also in Fahrzeuglängsrichtung), wie sie bei einer Fahrzeugkollision erforderlich ist, zu beeinträchtigen. Eine unwesentliche Zwischenlage im obigen Sinn kann beispielsweise aus einer nur wenige, zum Beispiel ein bis zwei, Zehntelmillimeter dicken Haut des elastischen Dämpfungsmaterials bestehen, die die beiden seitlichen Dämpfungsabschnitte miteinander verbindet.
Bei einer anderen Ausführungsform der Erfindung ist das zumindest eine Dämpfungselement zwischen dem zumindest einen Stützstab und der Kopfstützenstruktur vorgesehen. Bei dieser zweiten Variante der Erfindung, die auch mit der ersten Variante kombinierbar ist, ist das zumindest eine Dämpfungselement im Inneren der Kopfstütze vorgesehen.
Dabei ist es von Vorteil, wenn der jeweils im Inneren der Kopfstütze gelegene obere Endabschnitt des zumindest einen Stützstabs mit einem einen Gelenkbolzen aufweisenden Neigungsgelenk der Kopfstütze versehen ist, wobei ein feststehendes erstes Lagerelement mit dem Stützstab fest verbunden ist, und wenn auf dem eine Querachse bestimmenden Gelenkbolzen ein zweites Lagerelement der Kopfstützenstruktur um die Querachse neigbar gelagert ist, wobei das zumindest eine Dämpfungselement in Querrichtung zwischen dem feststehenden ersten Lagerelement und dem schwenkbaren zweiten Lagerelement, vorzugsweise den Gelenkbolzen umgebend, vorgesehen ist. Auch bei dieser Variante werden in Sitzquerrichtung auftretende Schwingungen und Resonanzen wirksam gedämpft, ohne dass die Abstützwirkung der Kopfstützenbefestigung in Sitzlängsrichtung beeinträchtigt wird.
Schließlich betrifft die Erfindung auch ein Fahrzeug, insbesondere ein Kraftfahrzeug, mit zumindest einem erfindungsgemäß ausgebildeten Fahrzeugsitz.
Bevorzugte Ausführungsbeispiele der Erfindung mit zusätzlichen Ausgestaltungsdetails und weiteren Vorteilen sind nachfolgend unter Bezugnahme auf die beigefügte Zeichnung näher beschrieben und erläutert.
KURZE BESCHREIBUNG DER ZEICHNUNGEN
Es zeigt:
Fig. 1 eine teilweise geschnittene perspektivische Ansicht einer Sitzlehne eines erfindungsgemäßen Fahrzeugsitzes von schräg hinten;
Fig. 2 einen Horizontalschnitt durch eine Kopfstützenaufnahme einer ersten Variante der Erfindung entlang der Linie ll-ll und
Fig. 3 einen Vertikalschnitt durch eine Kopfstütze einer zweiten Variante der Erfindung entlang der Linie Ill-Ill.
DARSTELLUNG VON BEVORZUGTEN AUSFÜHRUNGSBEISPIELEN
Fig. 1 zeigt in perspektivischer Rückansicht die Sitzlehne 10 eines erfindungsgemäße Fahrzeugsitzes 1 eines (nicht dargestellten) Fahrzeugs. Am oberen Ende der Sitzlehne 10 ist eine Kopfstütze 12 mittels zweier Stützstäbe 14, 16 angebracht, die mit einer Kopfstützenstruktur 13 im Inneren der Kopfstütze 12 verbunden sind. Die Stützstäbe 14, 16 sind in jeweils einem Stützstab 14, 16 zugeordnete Stützstabaufnahmen 18, 20 eingeführt und dort höhenverstellbar (in Z-Richtung der Lehne) befestigt. Die Stützstabaufnahmen 18, 20 sind mit einer Lehnenstruktur 11 der Sitzlehne fest verbunden, beispielsweise verschweißt.
Wie in Fig. 2 zu erkennen ist, ist zwischen einem jeweiligen Stützstab 14, 16 und der diesem zugeordneten Stützstabaufnahme 18, 20 zumindest ein Dämpfungselement 22, 24 angeordnet. Das jeweilige Dämpfungselement 22, 24 erstreckt sich mit einem ersten Dämpfungsabschnitt 22', 24' und mit einem zweiten Dämpfungsabschnitt 22", 24" ausgehend vom zugeordneten Stützstab 14, 16 hin zu jeweils einer im Inneren der jeweiligen Stützstabaufnahme 18, 20 ausgebildeten seitlichen Führungsfläche 18', 18" beziehungsweise 20', 20" dämpfungswirksam in Sitzquerrichtung Y. In
Sitzlängsrichtung X liegt der jeweilige Stützstab 14, 16 im Wesentlichen unmittelbar am vorderen und am hinteren Innenwandbereich der zugeordneten Stützstabaufnahme 18, 20 an. Auf diese Weise wirkt die Elastizität des jeweiligen Dämpfungselements 22, 24 in Sitzquerrichtung Y schwingungsdämpfend, während in Sitzlängsrichtung X eine wirksame und unmittelbare Abstützung von in X-Richtung auftretenden Längskräften aus der Kopfstützenstruktur 13 in die Lehnenstruktur 11 , beispielsweise bei einer Frontalkollision oder bei einem Heckaufprall, gewährleistet ist.
Fig. 3 zeigt eine andere Variante zur Dämpfung von Querschwingungen, die für sich allein oder zusammen mit der Variante der Fig. 2 in einem erfindungsgemäßen Fahrzeugsitz vorgesehen sein kann. Der jeweilige Stützstab 14, 16 ist an seinem im Inneren der Kopfstütze 12 gelegenen oberen Endabschnitt 14', 16' jeweils mit einem ersten Lagerelement 26', 28' eines Neigungsgelenks 26, 28 zur Neigung der Kopfstütze 12 um eine Querachse y fest verbunden. Jedes der Neigungsgelenke 26, 28 weist einen Gelenkbolzen 25, 27 auf, mittels dem ein mit der Kopfstützenstruktur 13 verbundenes zweites Lagerelement 26", 28" um die Querachse y neigbar gelagert ist. Zwischen dem am jeweiligen Stützstab 14, 16 angebrachten ersten Lagerelement 26', 28' und dem zugeordneten mit der Kopfstützenstruktur 13 verbundenen schwenkbaren zweiten Lagerelement 26", 28" ist jeweils ein ringförmiges Dämpfungselement 30, 32 den jeweiligen Gelenkbolzen 25, 27 umgebend vorgesehen, das jeweils am ersten Lagerelement 26', 28' und am zweiten Lagerelement 26", 28" anliegt. Auch diese Dämpfungselemente 30, 32 wirken in Querrichtung Y schwingungsdämpfend.
Die Erfindung ist nicht auf die obigen Ausführungsbeispiele beschränkt, die lediglich der allgemeinen Erläuterung des Kerngedankens der Erfindung dienen. Im Rahmen des Schutzumfangs kann die erfindungsgemäße Vorrichtung vielmehr auch andere als die oben beschriebenen Ausgestaltungsformen annehmen. Die Vorrichtung kann hierbei
insbesondere Merkmale aufweisen, die eine Kombination aus den jeweiligen Einzelmerkmalen der Ansprüche darstellen.
Bezugszeichen in den Ansprüchen, der Beschreibung und den Zeichnungen dienen lediglich dem besseren Verständnis der Erfindung und sollen den Schutzumfang nicht einschränken.
BEZUGSZEICHENLISTE
I Fahrzeugsitz
10 Sitzlehne
I I Lehnenstruktur
12 Kopfstütze
13 Kopfstützenstruktur
14 Stützstab
16 Stützstab
18 Stützstabaufnahme
18' Führungsfläche
18" Führungsfläche
20 Stützstabaufnahme
20' Führungsfläche
20" Führungsfläche
22 Dämpfungselement
22' Dämpfungsabschnitt
22" Dämpfungsabschnitt
24 Dämpfungselement
24' Dämpfungsabschnitt
24" Dämpfungsabschnitt
25 Gelenkbolzen
26 Neigungsgelenk
26' Lagerelement
26" Lagerelement
27 Gelenkbolzen
28 Neigungsgelenk
28' Lagerelement
28" Lagerelement
30 Dämpfungselement
32 Dämpfungselement
X Sitzlängsrichtung
Y Sitzquerrichtung