Kupplungselement und Kupplungssystem für ein geschlossenes
Fluidtransfersystem
Die Erfindung betrifft ein Kupplungselement sowie ein Kupplungssystem für ein geschlossenes Fluidtransfersystem.
Viele Substanzen, die als Injektionen oder in vergleichbarer Zuführungsform verabreicht werden, wie CMR-Arzneimittel, die beispielsweise in der Krebstherapie eingesetzt werden und bei ihrer therapeutischen Anwendung vor allem auf die Schädigung wachstumsintensiver Tumorzellen gerichtet sind, weisen außerhalb der eigentlichen Therapieanwendung ein erhebliches Gefährdungspotential auf. So sind solche Substanzen bedingt durch ihren Wirkmechanismus zum Teil selbst krebserzeugend, weshalb der Kontakt mit nicht in Therapie befindlichen Personen zu vermeiden ist. Für CMR-Arzneimittel werden daher bei der Fierstellung applikationsfertiger Zubereitungen vermehrt geschlossene
Medikamententransfersystem, sogenannte "Closed System Transfer Devices" oder auch CSTDs eingesetzt. Wichtiger Bestandteil solcher CSTDs sind Kupplungssysteme, die den sicheren Transfer von CMR-Arzneimitteln oder anderen Substanzen ermöglichen und nach dem Trennen der Verbindung trocken abschließen, um so die Umgebung vor einer Kontamination, z.B. durch Leckagen oder Tropfenbildung auf den Oberflächen der Kupplungselemente, zu schützen.
Kupplungssystem dieser Art werden im Allgemeinen mit den Begriffen "dry connection", "automatic self-sealing technology" oder "closed connection" in Verbindung gebracht und essentiell für die Realisierung geschlossener Fluidtransfersysteme.
Bekannte Kupplungssysteme weisen eine weibliche und eine männliche Kupplungsseite auf, die miteinander verbindbar sind. Somit sind für einen
Verwendungszweck unterschiedliche Kupplungselemente vorzuhalten. Zudem ist bei dieser Bauweise für bestimmte Prozeduren die Verwendung von Adaptern erforderlich, die beispielsweise das Aneinanderkoppeln von zwei Spritzen ermöglichen.
Neben dem Erfordernis der Vorhaltung unterschiedlicher Kupplungselemente ist mit den bekannten Kupplungssystemen mit unterschiedlichen Kupplungsseiten aber auch der Nachteil verbunden, dass zumindest eine der Kupplungsseiten eine schlechte Zugänglichkeit der Kupplungsoberfläche, die bei der Konnektion mit der anderen Kupplungsoberfläche verbunden wird, aufweist. Da die Kupplungsoberflächen vor eine Benutzung desinfiziert werden müssen, erschwert eine schlechte Zugänglichkeit eine gute Desinfizierbarkeit.
Darüber hinaus besitzen einige Kupplungssystem einen schlechten Durchfluss und/oder ihre Kupplungsoberflächen liegen im konnektierten Zustand im Fluidkanal, was zu Fluidrückständen auf den Kupplungsoberflächen nach der Dekonnektion führt. Ebenso weisen einige Kupplungssysteme ein hohes Priming- und Residualvolumen auf, was zur Ineffizienz durch nicht geringe Restbestände im Kupplungssystem führt. Dies betrifft im Hinblick auf das Residualvolumen insbesondere Kupplungssysteme mit einer Feder im Fluidkanal, die zusätzlich das Spülen nach dem Medikamententransfer erschwert.
In Anbetracht der mit dem Stand der Technik verbundenen Nachteile ist es Aufgabe der vorliegenden Erfindung, ein Kupplungselement und ein Kupplungssystem für ein geschlossenes Fluidtransfersystem bereitzustellen, die bei dekonnektierten Kupplungselementen trocken abschließen und die Variantenanzahl der Kupplungselemente reduzieren können.
Die erfindungsgemäße Aufgabe wird durch ein Kupplungselement für ein geschlossenes Fluidtransfersystem nach Anspruch 1 sowie ein Kupplungssystem nach Anspruch 14 gelöst. Weitere vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung ergeben sich aus den Unteransprüchen.
Erfindungsgemäß umfasst das Kupplungselement ein Kupplungselementgehäuse mit einem Fluidanschluss und einer Kupplungsseite, wobei sich eine Längsachse des Kupplungselementgehäuses vom Fluidanschluss zur Kupplungsseite erstreckt, einen sich vom Fluidanschluss in Richtung der Kupplungsseite erstreckenden ersten Fluidkanal zur fluiden Verbindung des Fluidanschlusses und der Kupplungsseite, zumindest ein Elastomerelement, das eine der Kupplungsseite zugewandte Fluidkanalöffnung des ersten Fluidkanals, die parallel zur Längsachse des Kupplungselementgehäuses ausgebildet ist, umgibt, oder das einen sich an den ersten Fluidkanal anschließenden zweiten Fluidkanal ausbildet, wobei eine der Kupplungsseite zugewandte Elastomerelementöffnung des zweiten Fluidkanals parallel zur Längsachse des Kupplungselementgehäuses ausgebildet ist, und ein Dichtelement mit einer Dichtfläche, die der der Kupplungsseite zugewandten Fluidkanalöffnung des ersten Fluidkanals oder der der Kupplungsseite zugewandten Elastomerelementöffnung des zweiten Fluidkanals zugewandt ist, wobei die Dichtfläche zwischen einer ersten Position, in der die Dichtfläche die Fluidkanalöffnung des ersten Fluidkanals oder die Elastomerelementöffnung des zweiten Fluidkanals abdichtet, und einer zweiten Position, in der die Dichtfläche die Fluidkanalöffnung des ersten Fluidkanals oder die Elastomerelementöffnung des zweiten Fluidkanals zur fluiden Verbindung mit der Kupplungsseite freigibt, entlang der Längsachse des Kupplungselementgehäuses bewegbar ist.
Demnach kann eine fluide Verbindung des Fluidanschlusses und der Kupplungsseite direkt über den ersten Fluidkanal gebildet werden oder indirekt über den ersten Fluidkanal, an den sich der zweite Fluidkanal, der durch das Elastomerelement gebildet werden kann, auf der Kupplungsseite anschließt. Bei einer direkten fluiden Verbindung ist der erste Fluidkanal derart ausgebildet, dass die der Kupplungsseite zugewandte Fluidkanalöffnung parallel zur Längsachse des Kupplungselementgehäuses gebildet wird. Der erste Fluidkanal kann dazu beispielsweise das Kupplungselementgehäuse schräg durchlaufen oder vom Fluidanschluss aus zunächst parallel zur Längsachse des
Kupplungselementgehäuses verlaufen und auf der Kupplungsseite in einem Winkel zum parallelen Verlauf abknicken. Das Elastomerelement umgibt dabei zumindest die
sich parallel zur Längsachse des Kupplungselementgehäuses erstreckende Fluidkanalöffnung des ersten Fluidkanals.
Bei einer indirekten fluiden Verbindung kann der durch das Elastormerelement gebildete zweite Fluidkanal zumindest einen Abschnitt des abgeknickten ersten Fluidkanals zur Kupplungsseite hin fortsetzen. Alternativ kann der erste Fluidkanal bei einer indirekte Verbindung beispielsweise auch nur parallel zur Längsachse des Kupplungselementgehäuses ausgebildet sein, wobei der zweite Fluidkanal derart ausgebildet wird, dass dieser für eine parallel zur Längsachse ausgebildete Elastormerelementöffnung auf der Kupplungsseite zumindest abschnittsweise im Winkel zur Längsachse verläuft.
Die indirekte fluide Verbindung über das Elastomerelement kann den Vorteil haben, dass beispielsweise über einen Austausch des Elastomerelements verschiedene Öffnungsquerschnitte und/oder Öffnungspositionen bereitgestellt werden können.
Durch die Verwendung des Elastomerelements zur direkten oder indirekten fluiden Verbindung kann eine effektive Abdichtung in den Bereichen bzw. Relativpositionen in Bezug die Dichtfläche oder auch ein anderes Elastomerelement eines korrespondierenden zu konnektierenden Kupplungselements erreicht werden, in denen die dem Elastomerelement zugewandte Dichtfläche des Dichtelements oder auch die dem Elastomerelement zugewandte Fläche des anderen Elastmorelements mit dem Elastormerelement in Überdeckung gebracht werden.
Gemäß den vorstehenden Ausführungen ist die der Kupplungsseite zugewandte Fluidkanalöffnung zur direkten fluiden Verbindung oder die der Kupplungsseite zugewandte Elastomerelementöffnung zur indirekten fluiden Verbindung des ersten Fluidkanals nicht zur Stirnseite der Kupplungsseite geöffnet, sondern zu einem seitlichen Abschnitt der Kupplungsseite, der sich von der kupplungsseitigen Stirnseite in Richtung des Fluidanschlusses erstreckt.
In einem dekonnektierten Zustand des Kupplungselements befindet sich die Dichtfläche des Dichtelements in der ersten Position, in der sie die der Kupplungsseite
zugewandte Fluidkanalöffnung zur direkten fluiden Verbindung oder die der Kupplungsseite zugewandte Elastomerelementöffnung zur indirekten fluiden Verbindung des ersten Fluidkanals abdichtet. Die Dichtfläche ist zur Abdichtung insbesondere aus einem elastischen Material gebildet, um die ihr zugewandte Fluidkanalöffnnug oder Elastomerkanalöffnung effektiv abzudichten. Zudem kann die Dichtfläche durch das Dichtelement nur in einem Bereich ausgebildet werden, der die Fluidkanalöffnung oder Elastomerelementöffnung im Wesentlichen nur in einer Position überdeckt. Der Begriff "im Wesentlichen" bezieht sich hierbei auf eine gegenüber der jeweiligen Öffnung orts- bzw. dimensionsangepasste Anordnung, wobei beispielsweise aufgrund von Toleranzen, Sicherheitsvorgaben und/oder fertigungstechnischen Aspekten die Dichtfläche entsprechend größer ausgestaltet werden kann. Alternativ kann aber auch ein größerer Abschnitt des Dichtelements oder das gesamte Dichtelement die Eigenschaften einer Dichtfläche aufweisen. Beispielsweise kann das Dichtelement somit auch weitere Abdichtungen zum Kupplungselementgehäuse bereitstellen und/oder um eine zur Längsachse des Kupplungselementgehäuses parallele Achse gedreht werden, um verschleißbedingt eine neue Dichtfläche bereitstellen zu können.
Die erfindungsgemäße Ausgestaltung des Kupplungselements ermöglicht vorteilhaft die Verwendung baugleicher Kupplungselemente für ein geschlossenes Fluidtransfersystem.
In einer Ausgestaltung wird das Elastomerelement aus zumindest zwei separaten Elastomeren gebildet.
Die Konfiguration aus zumindest zwei separaten Elastomeren erhöht die Flexibilität der Ausgestaltung eines zweiten Fluidkanals oder auch die Anpassung unterschiedlicher erster Fluidkanäle. Die Flexibilität bezieht sich dabei nicht nur auf eine Anordnung in einer Ebene parallel zur Längsachse des Kupplungselementgehäuses, sondern kann auch eine Anordnung in einer hierzu senkrechten Ebene umfassen. Zudem können hierüber auch unterschiedliche Materialpaarungen Anwendung finden.
Insbesondere ist das Dichtelement über ein Federelement, das sich auf seiner der Kupplungsseite abgewandten Seite an einem fluidanschlussseitigen Abschnitt oder einem zwischen dem fluidanschlussseitigen Abschnitt und dem Dichtelement befindlichen Abschnitt des Kupplungselementgehäuses abstützt, in Richtung der Kupplungsseite in der ersten Position haltbar.
Demnach kann das Dichtelement ohne äußere Krafteinwirkung entgegen der Federkraft nicht in die zweite Position, in der die Dichtfläche die Fluidkanalöffnung oder die Elastomerelementöffnung freigibt, bewegt werden. Um die zur Bewegung des Dichtelements von der ersten in die zweite Position entgegen der Federkraft benötigte Kraft zu erhöhen, um beispielsweise die Wahrscheinlichkeit einer unbeabsichtigten Bewegung zu verringern, kann die Feder vorgespannt sein.
Das Federelement kann zur Abstützung eine fluidanschlussseitige Rückwand als einen fluidanschlussseitigen Abschnitt des Kupplungselementgehäuses nutzen. Eine Abstützung an einem zwischen dem fluidanschlussseitigen Abschnitt und dem Dichtelement befindlichen Abschnitt des Kupplungselementgehäuses kann beispielsweise dazu genutzt werden, die Länge des Federelements oder allgemein den für ein Federelement benötigten Bauraum zu reduzieren.
In einer Ausgestaltung ist das Federelement eine Metallfeder oder Elastomerfeder.
Entsprechende Federelemente sind grundsätzlich und in verschiedensten Ausprägungen verfügbar, so dass ein kostengünstiger Einsatz bei unterschiedlichen Gestaltungsmöglichkeiten gegeben ist.
Alternativ oder ergänzend ist das Dichtelement zumindest abschnittsweise elastisch ausgebildet ist und stützt sich auf seiner der Kupplungsseite abgewandten Seite an einem fluidanschlussseitigen Abschnitt oder einem zwischen dem fluidanschlussseitigen Abschnitt und der Dichtfläche befindlichen Abschnitt des Kupplungselementgehäuses ab.
Das Dichtelement kann hierzu zumindest abschnittsweise aus einem elastischen Material ausgebildet sein. Alternativ oder ergänzend kann das Dichtelement aber auch zumindest abschnittsweise eine elastische Struktur, wie beispielsweise eine Struktur mit Federgelenken, aufweisen.
Entsprechend ist ein zusätzliches Federelement nicht zwingend erforderlich. Ein zusätzliches Federelement kann jedoch dazu genutzt werden, über die Bewegungsstrecke des Dichtelementes unterschiedliche Gegenkräfte und damit auch Rückstellkräfte vorzusehen.
In einer Ausgestaltung wird das Dichtelement zwischen einer den ersten Fluidkanal in der Längsrichtung umgebenden oder sich an einer in Bezug auf die Längsachse longitudinal an einer Seite des ersten Fluidkanals erstreckenden inneren Wand des Kupplungselementgehäuses und einer in Außenrichtung beabstandeten zur inneren Wand parallelen äußeren Wand geführt.
Die zur inneren Wand parallele äußere Wand kann eine Außenwand des Kupplungselementgehäuses sein. Alternativ kann die zur inneren Wand parallele äußere Wand zwischen der inneren Wand und einer Außenwand des Kupplungselementgehäuses angeordnet sein. Die Führung des Dichtelements kann eine lagestabile Bewegung des Dichtelements ermöglichen, so dass insbesondere die Lage der Dichtfläche des Dichtelements zur Fluidkanalöffnung oder Elastomerelementöffnung in der ersten Position durch vorherige Bewegung des Dichtelements zwischen der ersten und zweiten Position nicht verändert wird. Zudem kann die Führung derart ausgebildet sein, dass der Raum zwischen dem Dichtelement und einem fluidanschlussseitigen Gehäuseabschnitt durch das Dichtelement abgedichtet wird. Hierdurch kann das Eindringen eines Fluids verhindert werden.
Insbesondere weist das Kupplungselementgehäuse auf der Kupplungsseite einen in Bezug auf die Längsachse radialen Vorsprung auf, der einen kupplungsseitigen Anschlag für das Dichtelement in der ersten Position ausbildet.
Über das Zusammenwirken des kupplungsseitigen Anschlags mit dem Dichtelement kann das Dichtelement im Kupplungselementgehäuse gegen ein Herausfallen gesichert werden. Zudem kann durch den Anschlag in Verbindung mit dem zuvor beschriebenen Federelement und/oder mit der zumindest abschnittsweisen elastischen Ausbildung des Dichtelements eine Vorspannung des Federelements und/oder des Dichtelements vorgesehen werden.
Alternativ oder ergänzend kann das Dichtelement auch mit dem Federelement und/oder einem Gehäuseabschnitt verbunden sein und somit gegen ein Herausfallen gesichert werden. Bei einer Verbindung des Dichtelements mit einem Gehäuseabschnitt ist jedoch darauf zu achten, dass eine solche Verbindung immer noch die Bewegung der Dichtfläche des Dichtelements zwischen der ersten und der zweiten Position erlaubt.
In einer Weiterbildung wird der radiale Vorsprung von einem kupplungsseitigen Abschnitt der äußeren Wand, wie sie vorstehend beschrieben wurde, gebildet, der sich radial nach innen erstreckt.
Wenn das Dichtelement zwischen einer den ersten Fluidkanal in der Längsrichtung umgebenden oder sich an einer in Bezug auf die Längsachse longitudinal an einer Seite des ersten Fluidkanals erstreckenden inneren Wand des Kupplungselementgehäuses und einer in Außenrichtung beabstandeten zur inneren Wand parallelen äußeren Wand geführt wird, kann der Anschlag durch den durch den kupplungsseitigen Abschnitt gebildeten radialen Vorsprung in einfacher Weise fertigungstechnisch umgesetzt werden. Darüber hinaus liegt der somit gebildete Anschlagsbereich außerhalb des Bereichs der zur Abdichtung der Fluidkanalöffnung oder der Elastomerelementöffnung vorgesehenen Dichtfläche.
In einer weiteren Ausgestaltung weist das Kupplungselement auf einer kupplungsseitigen Stirnfläche eine geschlossene Kupplungsfläche und eine Kupplungsseitenöffnung, die auf einen Bereich begrenzt ist, der durch eine der kupplungsseitigen Stirnfläche zugewandte Seite des Dichtelements schließbar ist, auf.
Die geschlossene Kupplungsfläche wird dabei auf der kupplungsseitigen Stirnfläche durch das Kupplungselementgehäuse und den zur kupplungsseitigen Stirnseite weisenden Fläche des Elastomerelements gebildet. Alternativ kann die geschlossene Kupplungsfläche auch nur durch das Kupplungselementgehäuse gebildet werden, wenn dieses die zur kupplungsseitigen Stirnseite weisende Fläche des Elastomerelements überdeckt. Insbesondere bildet die geschlossene Kupplungsfläche zusammen mit dem Dichtelement in der ersten Position eine im Wesentlichen ebene kupplungsseitige Stirnfläche des Kupplungselements aus. Flierdurch lässt sich die Kupplungsseite leicht desinfizieren. Der Begriff "im Wesentlichen" bezieht sich in diesem Zusammenhang darauf, dass einzelne Konturabschnitte von einer planen Ausbildung der Stirnfläche abweichen können, diese aber keine Störkontur bilden, die eine Desinfektion behindern. Hierzu schließt die der kupplungsseitigen Stirnseite zugewandte Fläche des Dichtelements insbesondere eben mit der geschlossenen Kupplungsfläche ab.
In einer Weiterbildung ist eine starre Fläche der Kupplungsseitenöffnung senkrecht zur Längsachse größer als eine starre Fläche der geschlossenen Kupplungsfläche senkrecht zur Längsachse, insbesondere unwesentlich größer. Ein hieraus resultierendes Spaltmaß bei Ineinanderfügen der starren Fläche der Kupplungsseitenöffnung und der starren Fläche der geschlossenen Kupplungsfläche zweier baugleicher Kupplungselemente kann beispielsweise zwischen 0, 1 und 0,2 mm liegen.
Dies ermöglicht die Verwendung baugleicher Kupplungselemente für ein Kupplungssystem aus diesen Kupplungselementen. Der Begriff "baugleich" umfasst sowohl identische Kupplungselemente als auch Kupplungselemente, die lediglich zumindest in ihren Kupplungsmerkmalen für eine fluide Verbindung der Kupplungselemente identisch sind.
Bei einer Verwendung von vorteilhaft baugleichen Kupplungselementen werden die jeweiligen kupplungsseitigen Stirnflächen spiegelverkehrt, also um 180° zueinander um die Längsachse gedreht, gegenüberliegend angeordnet. Die jeweils der kupplungsseitigen Stirnseite zugewandten Dichtflächen der jeweiligen
Kupplungselemente liegen den geschlossenen Kupplungsflächen des jeweils anderen Kupplungselements gegenüber. Werden die Kupplungselemente nun aufeinander zubewegt, kann das die geschlossene Kupplungsfläche des jeweiligen Kupplungselements in die Kupplungsseitenöffnung des jeweils anderen Kupplungselements eingreifen und somit bei weiterer Bewegung der Kupplungselemente aufeinanderzu die jeweiligen Dichtelemente in die zweite Position bewegen. Demnach richtet sich der Begriff der "Fläche" auch nicht auf ein absolutes Flächenmaß, sondern kann durch die Außenkontur der Fläche oder durch einen anderen Bereich der Fläche definiert sein, derart dass der beschriebene Eingriff ermöglicht wird. Der Begriff der "starren Fläche" ist darauf gerichtet, dass die jeweiligen Flächen auch elastische Abschnitte aufweisen können, wie dies später noch im Hinblick auf einen radial nach außen gerichteten Gehäusevorsprung beschrieben wird. Diese elastischen Abschnitte werden für die starre Fläche nur insoweit in Betracht gezogen, wie sie bei maximaler Komprimierung zu berücksichtigen sind.
Insbesondere ist die starre Fläche der Kupplungsseitenöffnung senkrecht zur Längsachse nur unwesentlich größer als die starre Fläche der geschlossenen Kupplungsfläche senkrecht zur Längsachse. Der Begriff "unwesentlich größer" bezieht sich darauf, dass der vorstehende Eingriff der geschlossenenen Kupplungsfläche in die Kupplungseitenöffnung ermöglicht wird, bevorzugt jedoch die dabei übereinandergeführten Elastomerelemente der Kupplungselemente auf ihren einander zugewandten Flächen parallel zur Längsachse gegeneinander abdichten. Mit anderen Worten ist die starre Fläche der Kupplungsseitenöffnung zumindest im Bereich der Elastomerelemente nur um einen Betrag größer, der durch die Ausdehnungseigenschaften der Elastomerelemente kompensiert werden kann.
In einer Ausgestaltung weist eine sich in Richtung der Längsachse erstreckende Außenwand des Kupplungselementgehäuses, insbesondere ein Bereich der Außenwand, der auf einer dem Dichtelement abgewandten Seite des ersten Fluidkanals liegt, einen in Bezug auf die Längsachse radial nach außen weisenden Gehäusevorsprung auf.
Über den Gehäusevorsprung kann das Kupplungselement in einem konnektierten Zustand mit einem anderen Kupplungselement gehalten werden. In einem solchen konnektierten Zustand befindet sich das Dichtelement in der zweiten Position, so dass die Fluidkanalöffnung oder die Elastomerelementöffnung für eine fluide Verbindung von dem Dichtelement freigegeben wird. Alternativ oder ergänzend kann der Gehäusevorsprung aber auch mit einem Anschlag des zu konnektierenden anderen Kupplungselements Zusammenwirken und somit als Bewegungsbegrenzung fungieren. Hierdurch kann verhindert werden, dass das Kupplungselement über eine Position, in der ein konnektierter Zustand erreicht wird, hinaus bewegt wird, so dass eine fluide Verbindung verhindert wird oder ein Fluid in Bereiche austritt, die hierfür nicht vorgesehen sind.
Insbesondere kann der Gehäusevorsprung als elastischer Schnapphaken ausgebildet sein.
Der elastische Schnapphaken ermöglicht eine einfache Umsetzung einer lösbaren Verbindung in einem konnektierten Zustand. Zum Lösen der Verbindung kann der Schnapphaken über eine Betätigung eines Entriegelungsmechanismus entgegen seiner Vorsprungsrichtung bewegt werden. Alternativ oder ergänzend kann der Schnapphaken in seinem Eingriffsbereich aus einem elastischen Material ausgebildet sein, das durch eine zum Lösen aufgewendete Zugkraft durch die Eingriffsumgebung vorübergehend komprimiert wird. Eine solche Komprimierung kann auch bei Einführung des Schnapphakens vorliegen, wobei sich der Schnapphaken bei Erreichen der Eingriffsumgebung wieder elastisch ausdehnt.
Sofern der Schnapphaken einen Teil der kupplungsseitigen Stirnfläche ausbildet, ist dieser der geschlossenen Kupplungsfläche zuzurechnen. Ist der Eingriffsbereich des Schnapphakens selbst nicht elastisch, sondern über flexible Halterungen elastisch ausgebildet, so ist der Schnapphaken von der übrigen geschlossenen Kupplungsfläche über den senkrecht zur Längsachse vorzusehenden Bewegungsspielraum beabstandet. Trotz des dadurch gebildeten Spalts ist diese Ausgestaltung von der geschlossenen Kupplungsfläche mit umfasst.
In einer Weiterbildung weist das Kupplungselementgehäuse auf einer Innenseite des Kupplungselementgehäuses, insbesondere der Innenseite der vorstehenden äußeren Wand, eine Hinterschneidung, insbesondere eine Hinterschneidung, die durch den radialen Vorsprung, der einen kupplungsseitigen Anschlag für das Dichtelement in der ersten Position ausbildet, gebildet wird, auf.
Die Hinterschneidung dient der Aufnahme eines radial nach außen weisenden Vorsprungs eines zu konnektierenden anderen Kupplungselements. Bei Verwendung baugleicher Kupplungselemente dient die Hinterschneidung somit der Aufnahme des radial nach außen weisenden Gehäusevorsprungs, insbesondere des Schnapphakens. Sofern die Hinterschneidung durch den radialen Vorsprung, der einen kupplungsseitigen Anschlag für das Dichtelement in der ersten Position ausbildet, gebildet wird, kann auf eine gesonderte Hinterschneidung verzichtet werden, da sich das Dichtelement im konnektierten Zustand in der zweiten Position befindet und somit die Hinterschneidung für den Eingriff des Gehäusevorsprungs freigibt.
Die Erfindung ist auch auf ein Kupplungssystem mit zwei Kupplungselementen gemäß den vorstehenden Ausführungen gerichtet, wobei das jeweilige Dichtelement der Kupplungselemente durch das jeweilige andere Kupplungselement für eine fluide Verbindung der ersten Fluidkanäle miteinander von der ersten Position in die zweite Position bewegbar ist.
Die Kupplungselemente des Kupplungssystems sind demnach insofern komplementär, dass sie zumindest eine Struktur, wie beispielsweise die geschlossene Kupplungsfläche, aufweisen, durch die das jeweilige Dichtelement der Kupplungselemente durch das jeweilige andere Kupplungselement für eine fluide Verbindung der ersten Fluidkanäle miteinander von der ersten Position in die zweite Position bewegbar ist. Die fluide Verbindung der ersten Fluidkanäle miteinander erfolgt durch direkte Anbindung der jeweiligen Fluidkanalöffnungen, über eine Anbindung einer Fluidkanalöffnung des einen Kupplungselements mit der Elastomerelementöffnung des anderen Kupplungselements oder durch eine Anbindung der jeweiligen Elastomerelementöffnungen der Kupplungselemente. Mit
anderen Worten werden die jeweiligen von dem jeweiligen Elastomerelement umgebenen oder gebildeten Öffnungen, in einem konnektierten Zustand zumindest abschnittsweise in Überdeckung gebracht. Bei einer Dekonnektierung wird ein in einem solchen Öffnungsbereich möglicherweise noch vorhandenes Fluid an den Elastomerelementflächen abgestreift.
In einer Ausgestaltung wird das Dichtelement durch Eingriff des vorstehenden Gehäusevorsprungs zumindest eines der Kupplungselemente in die vorstehende Hinterschneidung in der zweiten Position gehalten.
Demnach sind der Gehäusevorsprung und die Hinterschneidung derart ausgebildet, dass der in die Kupplungsseitenöffnung eines Kupplungselements einzuführende Gehäuseabschnitt des jeweils anderen Kupplungselements bei Eingriff des Gehäusevorsprungs in die Hinterschneidung einen Anschlag für das Dichtelement des einen Kupplungselements in der zweiten Position bildet.
In Verbindung mit einem Federelement und/oder bei zumindest abschnittsweiser elastischer Ausbildung des Dichtelements kann das Dichtelement zudem den Eingriff des Gehäusevorsprungs in der Hinterschneidung sichern.
Weitere Vorteile des Kupplungssystems ergeben sich zudem analog zu den zum Kupplungselement angeführten Vorteilen.
Merkmale, Zweckmässigkeiten und Vorteile der Erfindung werden nachfolgend auch anhand von Ausführungsbeispielen unter Bezugnahme auf die Zeichnungen beschrieben.
Es zeigt
Fig. 1 eine schematische Querschnittsansicht eines Kupplungselements in einer Ebene parallel zur Längsachse des Kupplungselementgehäuses gemäß einer exemplarischen ersten Ausführungsform des Kupplungselements im dekonnektierten Zustand;
Fig. 2 eine schematische Querschnittsansicht eines Kupplungselements in einer Ebene parallel zur Längsachse des Kupplungselements gemäß einer exemplarischen zweiten Ausführungsform des Kupplungselements im dekonnektierten Zustand;
Fig. 3 eine schematische Querschnittsansicht eines Kupplungssystems mit zwei Kupplungselementen gemäß der zweiten Ausführungsform in einer Ebene parallel zur Längsachse der Kupplungselemente im dekonnektierten Zustand;
Fig. 4 eine schematische Querschnittsansicht des Kupplungssystems mit den zwei Kupplungselementen gemäß der zweiten Ausführungsform in einer Ebene parallel zur Längsachse der Kupplungselemente im konnektierten Zustand;
Fig. 5 eine Übersicht aller Außenansichten des Kupplungssystems gemäß den Figuren 3 und 4 sowie die Schnittansicht entlang der Schnittlinie A-A im dekonnektierten Zustand.
Fig. 1 zeigt eine Querschnittsansicht eines Kupplungselements 100 in einer Ebene parallel zur Längsachse L des Kupplungselementgehäuses 10 des Kupplungselements 100 in einer ersten Ausführungsform. Die Schnittlinie korrespondiert zu der in Figur 5 gezeigten Schnittlinie A-A des Kupplungssystems 1000 mit Kupplungselementen 100' der zweiten Ausführungsform. Die Längsachse L des Kupplungselementgehäuses 10 verläuft von einem Fluidanschluss 11 in Richtung einer Kupplungsseite 12 mit einer kupplungsseitigen Stirnfläche 12a. Ausgehend vom Fluidanschluss 11 erstreckt sich ein erster Fluidkanal 13 zunächst parallel zur Längsachse L des Kupplungselementgehäuses in Richtung der Kupplungsseite 12. Der erste Fluidkanal 13 weist eine der Kupplungsseite zugewandte Fluidkanalöffnung 13a auf, die parallel zur Längsachse L des Kupplungselementgehäuses 100 ausgebildet ist. Hierzu verläuft ein Abschnitt des ersten Fluidkanals 13 auf der Kupplungsseite senkrecht zum Verlauf des ersten Fluidkanals parallel zur Längsachse L. Der senkrecht verlaufende Abschnitt mit der Fluidkanalöffnung 13a ist von einem Elastomerelement 20 umgeben. Das Elastomerelement 20 ist hierzu in Richtung der Längsachse zwischen einer inneren Wand 15 und der kupplungsseitigen Stirnfläche
angeordnet, wobei sich eine Fläche des Elastormerelements 20 in Richtung der Längsachse L auf der Seite der Fluidkanalöffnung 13a im Wesentliche bündig an die Fluidkanalöffnung 13a anschließt. Der Begriff "im Wesentlichen" ist darauf gerichtet, dass das Elastomerelement 20 bevorzugt derart ausgebildet ist, dass dieses in seinem elastischen Ausdehnungsbereich in einem um komprimierten Zustand über die Fluidkanalöffnung 13a vorsteht, um in Zusammenwirken mit einer Gegenfläche, wie der Dichtfläche 31 des Dichtelements 30, wie folgend noch beschrieben, oder einem Elastomerelement 20 eines korrespondierenden zu konnektierenden Kupplungselements 100 oder 100', eine Flächenpressung zu generieren.
In einem dekonnektierten Zustand, wie in Fig. 1 dargestellt, wird die Fluidkanalöffnung 13a durch die Dichtelementfläche 31 des Dichtelements 30 abgedichtet, so dass kein Fluid über die Fluidkanalöffnung 13a aus dem Kupplungselementgehäuse austreten kann. Die Dichtfläche 31 befindet sich in diesem dekonnektierten Zustand in einer ersten Position. Zur Freigabe der Fluidkanalöffnung 13a kann die Dichtfläche 31 von der ersten Position in Richtung der Längsachse L in eine zweite Position mit geringerem Abstand zum Fluidanschluss 11 bewegt werden. In der gezeigten Ausführungsform erfolgt die Bewegung der Dichtfläche 31 über die geführte Bewegung des Dichtelements 30 zwischen einer äußeren Wand 16, die hier der Außenwand 10a des Kupplungselementgehäuses 10 entspricht, und einer inneren Wand 15, die den ersten Fluidkanal 13 umgibt. Demnach kann das Kupplungselement 100 auch in einen fluidkanalseitigen Abschnitt und einen Dichtelementabschnitt unterteilt werden, wobei sich die Abschnitte nebeneinander in Richtung der Längsachse L erstrecken. Die Bewegung des Dichtelements 30 und somit der Dichtfläche 30 erfolgt hier von der ersten in die zweite Position entgegen einer Federkraft eines zwischen dem Dichtelement 30 und einem fluidanschlussseitige Abschnitt 14 angeordneten Federelement. Die Fluidkanalöffnung 31a wird folglich nur durch gezielte Kraftaufbringung freigegebenen, was das Risiko eines unbeabsichtigten Fluidaustritts vermindert. Zudem wird durch das Federelement eine Rückstellkraft aufgebracht, so dass die Fluidkanalöffnung 13a bei einer Dekonnektierung automatisch wieder abgedichtet wird.
Die äußere Wand 16 des Kupplungselementgehäuses 10 bildet zudem auf der Kupplungsseite 12 einen in Bezug auf die Längsachse L radial nach innen weisenden Vorsprung 17 auf. Dieser wirkt in der ersten Position mit einem in Bezug auf die Längsachse L radial nach außen weisenden Dichtelementvorsprung 32, der auf einer dem Fluidanschluss 11 zugewandten Seite des Dichtelements 30 angeordnet ist, zusammen. Hierdurch wird das Dichtelement 30 in Verbindung mit dem Federelement 40 in der ersten Position gehalten. In der gezeigten Ausführungsform dient der radiale Vorsprung 17 aber auch der Aufnahme eines später noch beschriebenen Gehäusevorsprungs 10b eines korrespondierenden zu konnektierenden Kupplungselements 100 oder 100'.
Das Kupplungselementgehäuse 10 bildet zudem zusammen mit dem Elastomerelement 20 auf der kupplungsseitigen Stirnfläche 12a eine geschlossene Kupplungsfläche 18 aus, die eine Kupplungsseitenöffnung 19 umschließt der Begriff der Kupplungsseitenöffnung bezieht sich dabei nicht auf eine seitliche Öffnung, sondern auf eine Öffnung auf der Kupplungsseite, genauer gesagt, auf eine Öffnung auf der kupplungsseitigen Stirnfläche 12a. In einem dekonnektierten Zustand wird die Kupplungsseitenöffnung 19 durch das Dichtelement 30 ausgefüllt, so dass die kupplungsseitige Stirnfläche 12a im Wesentlichen eben ausgebildet wird. Der Begriff "im Wesentlichen" ist darauf gerichtet, dass die kupplungsseitige Stirnfläche 12a noch geringfügige Überstände aufweisen kann, wie beispielsweise über das Kupplungselementgehäuse 10 gebildete Zentrierhilfen zur Konnektierung. Solche Überstände behindern die Zugänglichkeit der kupplungsseitigen Stirnfläche jedoch nicht merklich, so dass eine Desinfizierbarkeit erleichtert wird.
Der vorstehend bereits angeführte Gehäusevorsprung 10b weist in Bezug auf die Längsachse von einer Außenwand 10a des Kupplungselementgehäuses 10, die sich in Richtung der Längsachse L erstreckt, radial nach außen. In der gezeigten Ausführungsform ist der Gehäusevorsprung 10b in einem Bereich der Außenwand 10a vorgesehen, der außerhalb der Kupplungsseitenöffnung 19 liegt, genauer gesagt, hier in Bezug auf die Längsachse L dem radialen Vorsprung 17 radial gegenüberliegend. Insbesondere wird der Gehäusevorsprung 10b durch einen kupplungsseitigen Endabschnitt der Außenwand 10a des Kupplungselementgehäuses
10 gebildet. Der Gehäusevorsprung 10b bildet dabei einen in Bezug auf die Längsachse L radial beweglichen Schnapphaken aus, um mit einem in Bezug auf die Längsachse radial nach innen weisenden Vorsprung eines korrespondierenden zu konnektierenden Kupplungselement 100 oder 100', wie dem Vorsprung 17, zusammenzuwirken. Der Gehäusevorsprung 10b wird in dieser Ausgestaltung der geschlossenen Kupplungsfläche 18 zugerechnet, auch wenn zwischen dem Gehäusevorsprung 10b und der übrigen geschlossenen Kupplungsfläche 18 ein Bewegungsspalt für die Umsetzung der Schnapphakenbewegung vorzusehen ist. Der Eingriff des Gehäusevorsprungs 10b in einen korrespondierende radial nach innen weisenden Vorsprung oder eine Aussparung eines zu konnektierenden Kupplungselements 100 oder 100' kann durch den Entriegelungsmechanismus 10c gelöst werden. In der dargestellten Ausführungsform wird der Gehäusevorsprung 10b beispielsweise durch eine Kraftaufbringung auf den Entriegelungsmechanismus 10c mit zumindest einer in Bezug auf die Längsachse radialen Kraftkomponente radial nach innen und somit aus einem Eingriff bewegt.
Fig. 2 zeigt eine schematische Querschnittsansicht eines Kupplungselements 100' in einer Ebene parallel zur Längsachse L des Kupplungselementgehäuses 10 gemäß einer exemplarischen zweiten Ausführungsform des Kupplungselements 100' im dekonnektierten Zustand. Die zweite Ausführungsform unterscheidet sich von der ersten Ausführungsform dadurch, dass der erste Fluidkanal 13' mit der Fluidkanalöffnung 13a' nicht direkt von der Dichtfläche 31 des Dichtelements 30 abgedichtet wird, sondern die Dichtfläche 31 des Dichtelements 30 eine der Kupplungsseite 12 zugewandte Elastomerelementöffnung 21 des Elastomerelements 20, das einen sich an den ersten Fluidkanal 13a' anschließenden zweiten Fluidkanal 22 bildet, abdichtet. Mit anderen Worten wird der Fluidkanal zur fluiden Verbindung mit einem Fluidkanal eines korrespondierenden zu konnektierenden Kupplungselements 100 oder 100' nicht mehr direkt aus einem ersten Fluidkanal 13, sondern aus einem ersten Fluidkanal 13' und einem zweiten Fluidkanal 22 gebildet. Entsprechend werden in Fig. 2 gleiche Bezugsziechen für gleiche Komponenten verwendet, während lediglich andere Bezugszeichen für geänderte Komponenten angegeben werden. Die Beschreibungsinhalte zur ersten Ausführungsform sind in
analoger Weise auf die zweite Ausführungsform anwendbar, sofern sich durch die vorstehende Ausführung des Fluidkanals keine Änderungen ergeben.
Die Ausbildung eines zweiten Fluidkanals 22 zur Fortführung des ersten Fluidkanals 13a' ermöglicht beispielsweise eine einfache Anpassung der Ausgestaltung der Elastomerelementöffnung 21 oder auch eine Überbrückung unterschiedlich vorzusehender Abstände in radialer Richtung in Bezug auf die Längsachse L durch Austausch des Elastomerelements 20.
Fig. 3 zeigt eine schematische Querschnittsansicht eines Kupplungssystems 1000 mit zwei Kupplungselementen 100' gemäß der zweiten Ausführungsform in einer Ebene parallel zur Längsachse L der Kupplungselemente 100' im dekonnektierten Zustand. Der detaillierte Aufbau der jeweiligen Kupplungselemente ist Fig. 2 sowie der dazugehörigen Beschreibung zu entnehmen. Aus Gründen der Übersichtlichkeit sind in Fig. 3 lediglich die Bezugszeichen für die Hauptkomponenten eingetragen. Die Kupplungselemente 100' sind einander gegenüberliegend dargestellt. Die Darstellung entspricht einer Anordnung der Kupplungselemente 100', in der sie durch eine Bewegung entlang der Längsachse L aufeinander zu konnektiert werden können. Gemäß der Darstellung sind die hier identisch ausgeführten Kupplungselemente um die Längsachse L um 180° gedreht, also bezüglich der Längsachse L spiegelverkehrt, angeordnet. Demnach liegt die geschlossene Kupplungsfläche 18 der jeweiligen Kupplungselemente 100'gegenüber dem Dichtelement 30 bzw. der Kupplungsseitenöffnung 19 des jeweils anderen Kupplungselements 100'. In diesem noch dekonnektierten Zustand wird die jeweilige Elastomerelementöffnung 21 des Elastomerelements 20 durch die jeweilige Dichtfläche 31 des jeweiligen Dichtelements 30 abgedichtet.
Zudem verdeutlicht Fig. 3 auch nochmals die Verhältnisse der starren Fläche D der Kupplungsseitenöffnung 19 zur starren Fläche d der geschlossenen Kupplungsfläche 18. Zur Verwendung baugleicher Kupplungselemente 100' ist demnach die starre Fläche D der Kupplungsseitenöffnung 19 größer als die starre Fläche d der geschlossenen Kupplungsfläche 18, um die geschlossenen Kupplungsfläche eines jeweils zu konnektierenden Kupplungselements 100'aufnehmen zu können. Um im
konnektierten Zustand eine ausreichende Flächenpressung zwischen den einander zugewandten Elastomerelementen 20 gewährlesiten zu können, sollte die starre Fläche D nur um einen Betrag größer ausgebildet sein, als dies über die Ausdehnung der Elastomerlemente 20 ausgleichbar ist. Der Begriff der starren Fläche berücksichtigt ggf. elastisch verformbare Anteile. Demnach ist die starre Fläche d der geschlossenen Kupplungsfläche 18 etwas kleiner als die Fläche der geschlossenen Kupplungsfläche bis zum radialen Ende des Gehäusevorsprungs 10b, da dieser elastisch nach innen bewegbar ist. Mit anderen Worten entspricht die starre Fläche d in diesem Fall der geschlossenen Kupplungsfläche 18 abzüglich des durch den Gehäusevorsprung 10b überbrückbaren radialen Spalts.
Fig. 4 zeigt eine schematische Querschnittsansicht des Kupplungssystems 1000 mit den zwei Kupplungselementen 100' gemäß der zweiten Ausführungsform in einer Ebene parallel zur Längsachse L der Kupplungselemente 100' im konnektierten Zustand. Auch hier wurde aus Gründen der Übersichtlichkeit auf die Angabe der Bezugszeichen zu bereits beschriebenen Komponenten der Kupplungselmente 100' verzichtet. Zur Erzielung des dargestellten konnektierten Zustands wird beispielsweise eines der Kupplungselemente 100'auf das andere zu konnektierende Kupplungselement 100'in Richtung der Längsachse L zubewegt. Die geschlossenen Kupplungsflächen 19 der Kupplungselemente 100' dringen dabei in die jeweils durch das andere Kupplungselement 100' gebildete Kupplungsseitenöffnung 19 ein und drücken das Dichtelement 30 und somit die Dichtfläche 31 von der ersten Position, in der die Dichtfläche 31 die Elastomerelementöffnung 21 abdichtet, in die zweite Position, in der die Dichtfläche 31 die Elastomerelementöffnung 21 freigibt. Während dieser Bewegung werden gleichzeitig die jeweiligen Elastomerelemente 20 bzw. die einander zugewandten Flächen der Elastomerelemente 20 parallel zu Längsachse L übereinander geschoben, bis sich die Elastomerelementöffnungen 21 der Elastomerelemente 20 überdecken. In dieser Position, die einer zweiten Position der Dichtelementfläche 31 entspricht, stehen die Kupplungselemente 100' über die jeweiligen Elastomerelementöffnungen 21, die jeweiligen zweiten Fluidkanäle 22 und die jeweiligen ersten Fluidkanal 13a' in fluider Verbindung, wie dies durch den gestrichelt eingezeichneten Fluidstrom in Fig. 4 veranschaulicht wird. Dieser konnektierte Zustand wird durch den jeweiligen Eingriff des Gehäusevorsprungs 10b
der jeweiligen Kupplungselemente 100' in den radialen Vorsprung 17 des jeweils anderen Kupplungselements 100' gehalten. Der Eingriff wird zudem durch die Federkraft des jeweiligen Federelements 40 gesichert.
Zur Dekonnektierung aus dem konnektierten Zustand wird der jeweilige Gehäusevorsprung 10b durch Drücken des jeweiligen Entriegelungsmechanismus 10c in radialer Richtung zur Längsachse L nach innen und somit aus jeweiligen radialen Vorsprung 17 bewegt. Durch die Federkraft des jeweiligen Federelements 40 werden die Kupplungselemente 100' auseinandergedrückt, wobei sich gleichzeitig die jeweiligen Dichtflächen 31 der Dichtelemente 30 über die jeweiligen Elastomerelementöffnungen 21 schieben und diese mit Erreichen der ersten Position wieder vollständig abdichten. Durch die Relativbewegung der einander zugewandten Flächen der Elastomerelemente 20 parallel zur Längsachse L werden möglicherweise an diesen Flächen befindliche Fluidrückstände abgestreift.
Fig. 5 zeigt ergänzend eine Übersicht aller Außenansichten des Kupplungssystems gemäß den Figuren 3 und 4 sowie die Schnittansicht entlang der Schnittlinie A-A im dekonnektierten Zustand. Hieraus ergeben sich weitere Ausgestaltungsmerkmale der beschriebenen Ausführungsform.
Die Erfindung ist nicht auf die beschriebenen Ausführungsformen beschränkt. Insbesondere sind bestimmte Merkmale einer Ausführungsform grundsätzlich auch auf andere Ausführungsformen anwendbar, sofern sich dies nicht vernünftigerweise ausschließt. Auch wenn das Kupplungssystem 1000 anhand zweier Kupplungselemente 100' erläutert wurde, kann das Kupplungssystem beispielsweise auch zwei Kupplungselemente 100 oder ein Kupplungselement 100 und ein Kupplungselement 100' umfassen, die jeweils komplementär zueinander ausgebildet sind.
Bezugszeichenliste
10 Kupplungselementgehäuse
10a Außenwand (des Kupplungselementgehäuses)
10b Gehäusevorsprung
10c Entriegelungsmechanismus
11 Fluidanschluss
12 Kupplungsseite
12a kupplungsseitige Stirnfläche
13, 13' erster Fluidkanal
13a, 13a' Fluidkanalöffnung
14 fluidanschlussseitiger Abschnitt
15 innere Wand
16 äußere Wand 16a Innenseite (der äußeren Wand)
17 radialer Vorsprung
18 geschlossene Kupplungsfläche
19 Kupplungsseitenöffnung
20 Elastomerelement 21 Elastomerelementöffnung 22 zweiter Fluidkanal
30 Dichtelement
31 Dichtfläche
32 Dichtelementvorsprung 40 Federelement
100, 100' Kupplungselement
1000 Kupplungssystem d starre Fläche (geschlossene Kupplungsfläche)
D starre Fläche (Kupplungselementöffnung)
L Längsachse