Haftmittelau tragseinrichtung
Die Erfindung betrifft eine Haftmittelauftragseinrichtung, insbesondere eine Haftmittelauftragseinrichtung, die für einen Haftmittelauftrag an einer Schmalseite eines plattenförmigen Werkstücks vorgesehen ist. Ferner betrifft die Erfindung eine Beschichtungsmaschine mit einer solchen Haftmittelauftragseinrichtung .
Stand der Technik
Im Stand der Technik sind Beschichtungsmaschinen bekannt, die eine Haftmittelauftragswalze zur Verarbeitung von Schmelzklebstoffen umfassen. Mittels der Auftragswalze wird ein erwärmter, viskoser Schmelzklebstoff auf einer Schmalseite eines plattenförmigen Werkstücks aufgetragen und nachfolgend ein Beschichtungsmaterial an die mit dem Haftmittel versehene Schmalseite aufgebracht.
Eine solche Vorrichtung umfasst einen Leimbehälter, der beispielsweise über einen Vorschmelzer mit flüssigem Schmelzklebstoff versorgt wird. Alternativ ist es möglich, ein Granulat in den Leimbehälter einzuführen, das im Leimbehälter mittels einer entsprechenden Heizeinrichtung erwärmt wird. Üblicherweise regulieren Dosierschieber die Zufuhr des Schmelzklebstoffs zur Auftragswalze, sodass eine entsprechende Menge an der Schmalseite des Werkstücks aufgebracht werden kann.
Im Stand der Technik ist ferner die EP 2 428 340 Al bekannt, die eine Dosierkantenkinematik betrifft. Insbesondere wird in dieser Schrift ein Verstellmechanismus erläutert, um die Haftmittelzufuhr in Gravitationsrichtung einer Leimwalze sicherzustellen. Dieser Mechanismus bietet unter anderem den Vorteil, dass ein Spaltmaß zwischen einer Kante eines Oberteils der Vorrichtung und des Haftmittelübertragungswerkzeuges (Leimauftragswalze ) stufenlos eingestellt werden kann.
Die gesteigerte Variantenvielfalt bei der Fertigung von Werkstücken mit einer Beschichtung deren Schmalseite führt jedoch dazu, dass die im Stand der Technik bekannten Vorgehensweisen an ihre Grenzen stoßen. Auch besteht das Problem, dass ein an der Auftragswalze aufgebrachtes Haftmittel, das an nacheinander zugeführten Werkstücken aufgebracht werden soll, ggf. verbrennen kann, zumindest jedoch bei einem Leerlaufbetrieb der Maschine verschmutzt, wenn die Übertragung des Haftmittels nicht fortlaufend durchgeführt wird. Demnach entsteht ein entsprechender Reinigungsaufwand. Ferner führt die zeitweise Nicht- Übertragung des Haftmittels von der Auftragswalze auf ein Werkstück, insbesondere beim Leerlaufbetrieb der Beschichtungsmaschine oder für den Fall, dass keine weiteren Werkstücke zugeführt werden, zu einer Veränderung der physikalischen Eigenschaften des Haftmittels.
Gegenstand der Erfindung
Ein Ziel der Erfindung ist es, eine Haftmittelauftragseinrichtung bereitzustellen, die eine erhöhte Flexibilität aufweist, sodass ein qualitativ hochwertiger Haftmittelauftrag sichergestellt werden kann.
Der Gegenstand des Anspruchs 1 stellt eine entsprechende Hattmittelauftragseinrichtung bereit. Weitere bevorzugte Ausführungsformen sind in den abhängigen Ansprüchen aufgeführt. Ferner betrifft die Erfindung eine Beschichtungsmaschine mit einer Haftmittelauftragseinrichtung .
Die Haftmittelauftragseinrichtung umfasst: eine Auftragswalze, die um eine Achse drehbar ist, einen ersten Behälter zur Aufnahme eines Haftmittels, einen ersten Dosiermechanismus zur Dosierung des vom ersten Behälter zur Auftragswalze zuzuführenden Haftmittels, wobei der erste Dosiermechanismus eingerichtet ist, durch eine Verfahrbewegung einen für den Haftmittelauftrag aktiven Abschnitt der Auftragswalze zu verändern oder begrenzen, und der erste Dosiermechanismus eingerichtet ist, durch eine Verfahrbewegung die Haftmittelzufuhr zu stoppen.
Gemäß einer Ausführungsform ist es vorgesehen, dass der erste Dosiermechanismus eine Dichtung umfasst, die abschnittsweise mit der Auftragswalze in Kontakt steht. Die Dichtung kann sicherstellen, dass ein an der Auftragswalze aufgebrachtes Haftmittel in einem bestimmten Bereich der Auftragswalze verbleibt .
Es ist bevorzugt, dass sich die Auftragswalze von einem Bodenelement erstreckt. Der aktive Abschnitt der Auftragswalze ist zwischen dem Bodenelement und der Dichtung ausgebildet. Der aktive Abschnitt der Auftragswalze ist derjenige, der zum Auftrag des Haftmittels an einem Werkstück eingerichtet ist. Dabei kann das Bodenelement kann eine Seite des aktiven Abschnitts begrenzen. Eine Veränderung des aktiven Abschnitts kann durch eine Bewegung der Dichtung erreicht werden.
Ein Kanal zur Zufuhr des Haftmittels zur Auftragswalze kann bevorzugt zwischen einer Seite des ersten Dosiermechanismus
und einer Seite eines Trägers ausgebildet sein. Die Seite des ersten Dosiermechanismus und einer Seite eines Trägers, in einer Querschnittsansicht betrachtet, können in einem gleichen Winkel zur Achse geneigt sein. Somit ist es möglich, dass die Haftmittelzufuhr bei Bedarf zur Auftragswalze unterbrochen werden kann.
Es ist bevorzugt, dass der Dosiermechanismus entlang einer linearen Führung bewegbar ist. Zusätzlich kann es vorgesehen sein, dass die lineare Führung am Behälter vorgesehen oder ausgebildet ist. Dies ermöglicht unter anderem eine kompakte Ausgestaltung .
In einer Ausführungsform ist der Behälter zusammen mit dem Dosiermechanismus relativ zur Auftragswalze bewegbar. Eine solche Beweglichkeit kann bevorzugt senkrecht zur Achse der Auftragswalze und/oder durch eine Schwenkbewegung in einer zur Achse senkrechten Ebene umgesetzt sein. Diese Ausgestaltung lässt sich in funktional vorteilhafter Weise in die Haftmittelauftragseinrichtung integrieren.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausgestaltung umfasst die Haftmittelauftragseinrichtung einen zweiten Behälter zur Aufnahme eines Haftmittels sowie einen zweiten Dosiermechanismus zur Dosierung des vom zweiten Behälter zur Auftragswalze zuzuführenden Haftmittels. Die Haftmittelauftragseinrichtung mit einem zweiten Behälter hat den Vorteil, dass mehrere, ggf. unterschiedliche, Haftmittel an der Auftragswalze aufgebracht und entsprechend mittels der Auftragswalze an Werkstücke übertragen werden können. So besteht die Möglichkeit, während eines Fertigungsprozesses zwischen zwei verschiedenen Haftmitteln zu wechseln. Das jeweils nicht aktiv arbeitende System wird dabei durch eine Verstellung des Dosiermechanismus verschlossen, sodass kein Haftmittel austreten kann.
Dabei ist es bevorzugt, dass der zweite Behälter zusammen mit dem Dosiermechanismus relativ zur Auftragswalze bewegbar ist. Die Beweglichkeit wird insbesondere senkrecht zur Achse der Auftragswalze und/oder durch eine Schwenkbewegung in einer zur Achse senkrechten Ebene gewährleistet. Diese Ausgestaltung kann in funktional vorteilhafter Weise in die Haftmittelauftragseinrichtung integriert werden, insbesondere wenn die Beweglichkeit des ersten Behälters entsprechend umgesetzt wird.
Der erste Dosiermechanismus kann eingerichtet und/oder ausgebildet sein, durch eine Verfahrbewegung einen für den Haftmittelauftrag aktiven Abschnitt der Auftragswalze zu begrenzen, wenn der zweite Dosiermechanismus die Haftmittelzufuhr gestoppt hat. Somit sind die genannten Mechanismen aufeinander abgestimmt, um einen sicheren Betrieb zu gewährleisten.
Die Haftmittelauftragseinrichtung kann eingerichtet sein, die Auftragswalze kontinuierlich oder alternierend zu betreiben .
Ferner betrifft die Erfindung eine Beschichtungsmaschine. Die Beschichtungsmaschine umfasst eine Haftmittelauftragseinrichtung gemäß einem der vorangegangenen Ausgestaltungen und eine Beschichtungseinrichtung zum Aufbringen eines Beschichtungsmaterials an einem Werkstück.
In einer Ausführungsform ist es vorgesehen, dass das Beschichtungsmaterial ein streifenförmiges Beschichtungsmaterial, beispielsweise aus Kunststoff, Echtholz, Furnier, oder dergleichen, ist. Ein streifenförmiges Beschichtungsmaterial kann an einer Schmalseite eines, insbesondere plattenförmigen, Werkstücks angebracht werden. Ein Beispiel eines solchen Werkstücks ist eine Spanplatte.
Die Beschichtungsmaschine kann einen Sensor zur Erfassung eines zu beschichtenden Werkstücks umfassen. Dabei kann eine Steuereinrichtung der Beschichtungsmaschine eingerichtet sein, bei Erfassung des Werkstücks die Auftragswalze zu drehen. Auf diese Weise kann ein Haftmittel besonders präzise auf ein Werkstück aufgebracht werden.
Ferner betrifft die Erfindung ein Verfahren zum Aufträgen eines Haftmittels an einem Werkstück. Im Rahmen des Verfahrens kann eine Haftmittelauftragseinrichtung gemäß einem der vorangegangenen Ausgestaltungen oder eine Beschichtungsmaschine gemäß den zuvor genannten Aspekten zum Einsatz kommen.
Kurze Beschreibung der Zeichnungen
Fig. 1 zeigt eine schematische Seitenansicht einer ersten
Ausführungsform der Haftmittelauftragseinrichtung.
Fig. 2 veranschaulicht einen Haftmittelauftrag an einem relativ zur Haftmittelauftragseinrichtung bewegten Werkstück .
Fig. 3a zeigt eine schematische Drauffsicht der
Haftmittelauftragseinrichtung gemäß Fig. 1 in einer BetriebsStellung .
Fig. 3b zeigt eine schematische Draufsicht der
Haftmittelauftragseinrichtung gemäß Fig. 1 in einer Ruhestellung .
Fig. 4 veranschaulicht eine erste Variante zur Verstellung der Haftmittelauftragseinrichtung gemäß Fig. 1.
Fig. 5 zeigt eine zweite Variante zur Verstellung der in
Fig. 1 dargestellten Haftmittelauftragseinrichtung.
Fig. 6 zeigt eine zweite Ausführungsform einer Haftmittelauftragseinrichtung gemäß der Erfindung.
Fig . 7 zeigt eine dritte Ausführungsform der
Haftmittelauftragseinrichtung gemäß der Erfindung.
Beschreibung der bevorzugten Ausführungsformen
Nachfolgend werden bevorzugte Ausführungsformen der Erfindung anhand der schematischen Zeichnungen erläutert. Obwohl Merkmale der bevorzugten Ausführungsformen rein beispielhaft, und nicht einschränkend, zu verstehen sind, können Merkmale der Ausführungsformen auch einzeln zur Spezifizierung der Erfindung herangezogen werden. Auch können Merkmale der Ausführungsformen miteinander kombiniert werden, um weitere Ausführungsformen der Erfindung auszubilden.
Fig. 1 zeigt eine schematische Seitenansicht einer Haftmittelauftragseinrichtung gemäß einer ersten Ausführungsform der Erfindung. Die Haftmittelauftragseinrichtung umfasst einen Behälter 1, der entweder mit einem flüssigen Haftmittel beschickt wird oder in den ein Granulat eingeführt wird, das durch eine (nicht dargestellte) Heizeinrichtung des Behälters 1 erwärmt und somit in einen flüssigen Zustand überführt wird.
Die Haftmittelauftragseinrichtung umfasst eine Auftragswalze 2, die um eine Achse A drehbar gelagert ist. Die Achse A ist in einer vertikalen Richtung ausgerichtet. Die Auftragswalze 2 dient der Übertragung eines an dieser aufgebrachten Haftmittels auf eine Schmalseite eines plattenförmigen Werkstücks. Eine Steuereinrichtung der Haftmittelauftragseinrichtung oder einer die Haftmittelauftragseinrichtung umfassenden Beschichtungsmaschine kann die Auftragswalze 2 kontinuierlich oder nach Bedarf verdrehend antreiben.
Ferner umfasst die Haftmittelauftragseinrichtung einen Dosiermechanismus 3, der mit einer Dichtung 6 versehen ist. Die Dichtung 6 stellt eine Abdichtung relativ zur drehbaren Auftragswalze 2 bereit. Die Haftmittelauftragseinrichtung ist mit einem Bodenelement 5 ausgestattet, das der Dichtung 6 gegenüberliegt und somit zusammen mit der Dichtung 6 die Höhe des Haftmittelauftrags definiert. Durch eine Verstellbewegung des Dosiermechanismus 3 und somit der Dichtung 6 wird der Abstand zwischen der Dichtung 6 und dem Bodenelement 5 variiert, sodass die Höhe des Haftmittelauftrags durch eine Verstellbewegung der Höhenverstellung 3 geändert werden kann. Auf diese Weise kann die Haftmittelauftragseinrichtung an einem Werkstück unterschiedlicher Dicke angepasst werden.
Insbesondere ist der Dosiermechanismus 3 dazu ausgelegt, dass das Haftmittel immer nur über die konkret angeforderte Höhe (Höhe der Schmalseite des Werkstücks) am Werkstück aufgetragen wird. Dabei wird der Dosiermechanismus 3 entlang einer Führung am Behälter 1 in vertikaler Richtung nach oben oder nach unten verfahren. Über die Dichtung 6, die am Dosiermechanismus 3 vorgesehen ist, wird ein Haftmittel von der Auftragswalze 2 abgeschabt, wenn die Höhe verringert wird. Auf diese Weise wird die Auftragswalze 2 auch gereinigt .
Der Behälter 1 steht über ein Trägerelement 4 mit dem Bodenelement 5 in Verbindung. Zwischen dem Trägerelement 4 und dem Dosiermechanismus 3 wird die Zufuhr des Haftmittels zur Auftragswalze sichergestellt. Insbesondere umfasst der Dosiermechanismus 3 eine, in einer Querschnittsseitenansicht betrachtet, zur Achse A der Auftragswalze 2 geneigte Innenseite 3a. Der geneigten Innenseite 3a des Dosiermechanismus 3 liegt einen Innenseite 4a des Trägerelements 4a gegenüber. Die Innenseite 4a des Trägerelements 4a ist, in einer Querschnittsseitenansicht betrachtet, ebenso zur Achse A der Auftragswalze 2 geneigt.
Der Neigungswinkel der Innenseite 3a des Dosiermechanismus 3 und der Neigungswinkel der Innenseite 4a des Trägerelements 4, die sich jeweils, im Querschnitt in einer Seitenansicht betrachtet, relativ zur Achse A ausbilden, sind gleich oder im Wesentlichen gleich. Wird der Dosiermechanismus 3 derart in Richtung des Trägerelements 4 bewegt, dass die Innenseite 3a des Dosiermechanismus 3 an der Innenseite 4a des Trägerelements 4 anliegt, wird die Haftmittelzufuhr zur Auftragswalze 2 unterbrochen.
Die Haftmittelauftragseinrichtung ist modular ausgebildet, sodass eine Einheit aus dem Behälter 1, dem Trägerelement 4, dem Dosiermechanismus 3 sowie der Dichtung 6 von der Auftragswalze 2 weg bewegt werden kann (in Figur 1 durch einen Doppelpfeil angedeutet) . Die Auftragswalze 2 hingegen ist am Bodenelement 5 befestigt und wird von einem Motor (nicht gezeigt) drehend um die Achse A angetrieben.
Unter Bezugnahme auf Fig. 3a und 3b wird nachfolgend eine Verstellbewegung der Haftmittelauftragseinrichtung von einer Betriebsstellung (Fig. 3a) zu einer Ruhestellung (Fig. 3b) erläutert .
In einer Betriebsstellung (Fig. 3a) liegt ein Spalt S zwischen dem Dosiermechanismus 3 sowie dem Trägerelement 4 einerseits und der Auftragswalze 2 andererseits vor. Die Dichtung 6 erstreckt sich in horizontaler Richtung über die Auftragswalze 2 hinaus.
Wird die Haftmittelauftragseinrichtung in eine Ruhestellung gebracht, wird hierzu der Dosiermechanismus sowie das
Trägerelement in einer horizontalen Richtung bewegt, sodass der Dosiermechanismus 3 sowie das Trägerelement im
Wesentlichen an der Auftragswalze 2 anliegen und somit kein Spalt zum Austritt des Haftmittels vorliegt.
In der in Fig. 3b darstellten Ruhestellung liegt kein Spalt zwischen dem Dosiermechanismus 3 sowie dem Trägerelement 4 einerseits und der Auftragswalze 2 andererseits vor. Hierzu wurden der Dosiermechanismus 3 und das Trägerelement 4 in Richtung der Auftragswalze 2 positioniert. Die Positionierung des Dosiermechanismus 3 und des Trägerelements 4 kann mittels einer Bewegungseinrichtung, insbesondere eines Motors oder eines Pneumatikzylinders, oder durch eine manuelle Betätigung erfolgen .
In Figur 4 wird eine lineare Verschiebung des Dosiermechanismus 3 sowie des Trägerelements 4 in horizontaler Richtung schematisch dargestellt. Gemäß einer weiteren Variante (Figur 5) sind der Dosiermechanismus 3 sowie das Trägerelement 4 jedoch um einen Schwenkpunkt P schwenkbar, um relativ zur Auftragswalze 2 einseitig einen Spalt auszubilden, durch den das Haftmittel austreten kann.
Gemäß einer weiteren, nicht dargestellten Variante, können die lineare Verschiebbarkeit (Figur 4) und die Schwenkbarkeit (Figur 5) des Dosiermechanismus 3 und des Trägerelements 4 kombiniert werden, um die Haftmittelauftragseinrichtung von einer Betriebsstellung in eine Ruhestellung zu überführen (und umgekehrt) .
In Fig. 6 wird eine zweite Ausführungsform der Erfindung in einer schematischen Draufsicht dargestellt. Die zweite Ausführungsform zeichnet sich dadurch aus, dass die gemäß der ersten Ausführungsform beschriebene Haftmittelauftragseinrichtung um einen weiteren Leimbehälter, einen weiteren Dosiermechanismus, ein weiteres Trägerelement, ein weiteres Bodenelement sowie eine weitere Dichtung versehen ist. Gleiche oder ähnliche Elemente der Haftmittelauftragseinrichtung sind entsprechend mit gleichen oder ähnlichen Bezugszeichen gekennzeichnet. Diesbezüglich wird zusätzlich auf die Erläuterungen zur ersten Ausführungsform verwiesen.
Insbesondere umfasst die Haftmittelauftragseinrichtung der zweiten Ausführungsform einen ersten Behälter 1-1 und einen zweiten Behälter 1-2, die entweder mit einem flüssigen Haftmittel beschickt werden oder in die ein Granulat eingeführt wird, das durch eine (nicht dargestellte) Heizeinrichtung des jeweiligen Behälters erwärmt und somit in einen flüssigen Zustand überführt wird. Die Behälter 1-1, 1-2 können gleich oder unterschiedlich ausgeführt sein.
Am ersten Behälter 1-1 ist ein erster Dosiermechanismus 3-1 verschiebbar angeordnet. Entsprechend ist am zweiten Behälter 1-2 ein zweiter Dosiermechanismus 3-2 verschiebbar vorgesehen. Bezüglich weiterer Elemente, der Einstellung der Höhe des Haftmittelauftrags zwischen einer jeweiligen Dichtung und einem Bodenelement sowie der Verstellung von einer Ruhestellung in eine Betriebsstellung wird auf die Erläuterungen zur ersten Ausführungsform verwiesen.
Bezogen auf die Achse A der Auftragswalze 2 sind die Behälter 1-1, 1-2, in der Draufsicht betrachtet, um einen Winkel von im Wesentlichen 90° verdreht angeordnet, wobei auch eine andere relative Anordnung der Behälter 1-1, 1-2 zueinander denkbar ist.
Die Haftmittelauftragseinrichtung gemäß der zweiten Ausführungsform hat den Vorteil, dass mehrere, ggf. unterschiedliche, Haftmittel an der Auftragswalze 2 aufgebracht und entsprechend mittels der Auftragswalze 2 an Werkstücke übertragen werden können. So besteht die Möglichkeit, während eines Fertigungsprozesses zwischen zwei verschiedenen Haftmitteln zu wechseln. Das jeweils nicht aktiv arbeitende System wird dabei durch eine Verstellung des Dosiermechanismus in eine untere Position verschlossen, sodass kein Haftmittel austreten kann.
Im Beispiel von Figur 6 befindet sich das den zweiten Behälter 1-2 umfassende System in einer Betriebsstellung, so dass ein Spalt S zwischen dem zweiten Dosiermechanismus 3-2 und der Auftragswalze 2 ausgebildet ist. Das den Behälter 1-1 umfassende System befindet sich in einer Ruhestellung, in der der erste Dosiermechanismus 3-1 derart positioniert ist, dass die Innenseite des ersten Dosiermechanismus 3-1 an einer Innenseite des Trägerelements anliegt und somit die Haftmittelzufuhr zur Auftragswalze 2 unterbrochen ist.
Durch die Pfeile in Figur 6 wird angedeutet, dass die Behälter 1-1, 1-2 in einer linearen Bewegung verfahren werden können, um entsprechend die jeweilige Ruhestellung und Betriebsstellung zu wechseln.
Fig. 7 zeigt eine dritte Ausführungsform der Erfindung, die sich im Wesentlichen von der zweiten Ausführungsform dadurch unterscheidet, dass anstelle einer linearen Verstellbewegung eine Schwenkbewegung des jeweiligen Behälters 1 vorgesehen ist, das jeweilige System von einer Ruhestellung in eine Betriebsstellung zu bringen (und umgekehrt) . Zur Erläuterung der Schwenkbewegung wird auf die Ausführungen zu Fig. 5 verwiesen .
Insbesondere umfasst die Haftmittelauftragseinrichtung der dritten Ausführungsform einen ersten Behälter 1-1 ' und einen zweiten Behälter 1-2', die entweder mit einem flüssigen Haftmittel beschickt werden oder in die ein Granulat eingeführt wird, das durch eine (nicht dargestellte) Heizeinrichtung des jeweiligen Behälters erwärmt und somit in einen flüssigen Zustand überführt wird. Die Behälter 1-1', 1- 2' können gleich oder unterschiedlich ausgeführt sein.
Am ersten Behälter 1-1 ' ist ein erster Dosiermechanismus 3-1 ' verschiebbar angeordnet. Entsprechend ist am zweiten Behälter 1-2 ' ein zweiter Dosiermechanismus 3-2 ' in der Höhe verschiebbar vorgesehen. Bezüglich weiterer Elemente und der
Einstellung der Höhe des Hattmittelauftrags zwischen einer jeweiligen Dichtung und einem Bodenelement wird auf die Erläuterungen zur ersten und zweiten Ausführungsform verwiesen .
Der erste Behälter 1-1', der erste Dosiermechanismus 3-1' sowie das Trägerelement sind um eine erste Schwenkachse P-l schwenkbar, um von einer Betriebsstellung in eine Ruhestellung überführt zu werden (und umgekehrt) . Entsprechend sind der zweite Behälter 1-2', der zweite Dosiermechanismus 3-2 ' sowie das Trägerelement um eine zweite Schwenkachse P-2 schwenkbar, um von einer Betriebsstellung in eine Ruhestellung überführt zu werden (und umgekehrt) .
In Figur 7 befindet sich das den zweiten Behälter 1-2 ' umfassende System in einer Betriebsstellung, so dass ein Spalt S zwischen dem zweiten Dosiermechanismus 3-2 ' und der Auftragswalze 2 ausgebildet ist. Das den ersten Behälter 1-1' umfassende System befindet sich in einer Ruhestellung, in der der erste Dosiermechanismus 3-1 ' derart positioniert ist, dass die Innenseite des ersten Dosiermechanismus 3-1 ' an einer Innenseite des Trägerelements anliegt und somit die Haftmittelzufuhr zur Auftragswalze 2 unterbrochen ist.