Industrieroboter für die Materialbearbeitung
Die Erfindung betrifft einen Industrieroboter für die Materialbearbeitung,
• mit einem Manipulator, der eine Basis, eine Schwinge, einen Arm sowie eine Hand aufweist, wobei die Schwinge an der Basis um eine
Schwingenachse schwenkbar gelagert ist, wobei der Arm an der Schwinge mit Abstand von der Schwingenachse um eine parallel zu der
Schwingenachse verlaufende Armachse schwenkbar gelagert ist und wobei die Hand relativ zu dem Arm wenigstens einachsig bewegbar ist,
• mit einer mittels des Manipulators bewegbaren Bearbeitungsvorrichtung, die an der Hand des Manipulators angebracht ist und die über wenigstens eine Medienleitung mit einem Medium versorgbar ist sowie
• mit einer Schleppkette für die Medienleitung, wobei die Schleppkette einerseits an der Bearbeitungsvorrichtung eine bearbeitungsnahe Anbin- dung und andererseits mit Abstand von der Bearbeitungsvorrichtung eine bearbeitungsferne Anbindung aufweist und die bearbeitungsnahe Anbin- dung der Schleppkette aufgrund von Bewegungen des Manipulators und/ oder der Bearbeitungsvorrichtung relativ zu der bearbeitungsfernen Anbindung beweglich ist und wobei die Schleppkette zwischen der bearbeitungsnahen Anbindung und der bearbeitungsfernen Anbindung an dem
Manipulator mittels mehrerer Haltevorrichtungen gehalten ist, von denen eine Haltevorrichtungen für die Schleppkette als schwingenseitige Haltevorrichtung an der Schwinge des Manipulators vorgesehen ist.
An Industrierobotern der vorstehenden Art, beispielsweise an einem gattungsgemäßen Roboter, wie er von der Firma TRUMPF (Adresse: Johann-Maus-Straße 2, 71254 Ditzingen, Deutschland) unter der Bezeichnung„TruLaser Robot 5020" angeboten wird, sind der an der Hand des Manipulators angebrachten Bearbeitungsvorrichtung unterschiedliche Medien über entsprechende Medienleitungen zuzuführen. So ist die Bearbeitungsvorrichtung beispielsweise mit der Energie für Antriebsmotoren oder mit Medien zu versorgen, die unmittelbar für die Materialbearbeitung genutzt werden. Zum Schutz gegen äußere Einflüsse, beispielsweise zum Schutz gegen eine mit den mehrachsigen Bewegungen der Bearbeitungsvorrichtung verbundene mechanische Beanspruchung werden die Medienleitungen auf ihrem Weg zu der Bearbeitungsvorrichtung mittels einer Schleppkette geführt. Die Schleppkette verläuft entlang der Baugruppen des Manipulators und weist einerseits eine bearbeitungsnahe Anbindung an der Bearbeitungsvorrichtung und andererseits eine abseits der Bearbeitungsvorrichtung bearbeitungsfern angeordnete stationäre Anbindung auf. Die von dem Manipulator beziehungsweise von der Bearbeitungsvorrichtung im Betrieb ausgeführten mehrachsigen Bewegungen werden von der Schleppkette mitvollzogen. Aufgrund entsprechender Bewegungen des Manipulators und/oder der Bearbeitungsvorrichtung wird die an letztere angebundene Schleppkette insbesondere in Kettenlängsrichtung bewegt. Dabei muss die Schleppkette an dem Manipulator derart geführt werden, dass eine betriebsbedingte Beschädigung der Schleppkette und der von dieser geführten Medienleitungen ungeachtet der vielfältigen und häufig mit hoher Geschwindigkeit ausgeführten Bewegungen der Bearbeitungsvorrichtung und der Baugruppen des mit der Bearbeitungsvorrichtung versehenen Manipulators ausgeschlossen ist.
Einen Industrieroboter bereitzustellen, im Falle dessen diesem Erfordernis in besonderem Maße Rechnung getragen wird, ist Aufgabe der vorliegenden Erfindung .
Erfindungsgemäß gelöst wird diese Aufgabe durch den Industrieroboter gemäß Patentanspruch 1.
Im Falle der Erfindung wird die Schleppkette mittels einer Spannvorrichtung gespannt, die zu diesem Zweck an einer Teillänge der Schleppkette angreift, die ihrerseits zwischen der schwingenseitigen Haltevorrichtung für die Schleppkette und der bearbeitungsnahen Anbindung der Schleppkette verläuft. Die Schleppkette kann ausgehend von der schwingenseitigen Haltevorrichtung nicht zunächst längs der Schwinge zu der Armachse und von dort zu der bearbeitungsnahen Anbindung der Schleppkette geführt sein sondern kann sich insbesondere unter Ausbildung eines Kettenbogens von der schwingenseitigen Haltevorrichtung unmittelbar zu der bearbeitungsnahen Anbindung erstrecken, ohne dass zwischen diesen beiden Haltevorrichtungen weitere Haltevorrichtungen für die Schleppkette vorgesehen wären. Mittels eines Spannhebels, der einerseits an der genannten Teillänge der Schleppkette angreift und andererseits an dem Manipulator um eine Schwenkachse schwenkbar ist, die parallel zu der Schwenkachse der Schwinge verläuft, wird die Schleppkette unter einen von der bearbeitungsnahen Anbindung der Schleppkette weg gerichteten Zug gesetzt. Führt die Schleppkette aufgrund entsprechender Bewegungen des Manipulators und/oder der Bearbeitungsvorrichtung in Gegenrichtung des von der Spannvorrichtung erzeugten Zugs eine Bewegung in der Kettenlängsrichtung aus, so wird der Spannhebel der Spannvorrichtung durch die Schleppkette gegen die Wirkung einer von einer Rücksteilvorrichtung der Spannvorrichtung erzeugten Rückstellkraft mit einer Schwenkbewegung um die Hebel-Schwenkachse zu der bearbeitungsnahen Anbindung der Schleppkette hin ausgelenkt. Die Spannvorrichtung des erfindungsgemäßen Industrieroboters sorgt auf diese Art und Weise dafür, dass die Schleppkette ungeachtet der von dem Manipulator und/oder von der Bearbeitungsvorrichtung an der Hand des Manipulators ausgeführten Bewegungen stets straff gespannt ist. Dadurch werden unkontrollierte Bewegungen, insbesondere sogenannte Peitschenbewegungen, der Schleppkette vermieden, die zu einer Beschädigung der Schleppkette führen könnten.
Besondere Ausführungsarten des Industrieroboters gemäß Patentanspruch 1 ergeben sich aus den abhängigen Patentansprüchen 2 bis 13.
In besonderem Maße werden unkontrollierte Bewegungen der Schleppkette vermieden, wenn - wie im Falle der Erfindungsbauart gemäß Patentanspruch 2 vorgesehen - zwischen der schwingenseitigen Haltevorrichtung und der bearbeitungsnahen Anbindung der Schleppkette an dem Arm des Manipulators eine arm- seitige Haltevorrichtung für die Schleppkette vorgesehen und der Spannhebel der Spannvorrichtung einerseits an der zwischen der schwingenseitigen Haltevorrichtung und der armseitigen Haltevorrichtung verlaufenden Teillänge der Schleppkette angebracht ist.
Im Falle der Erfindungsbauart gemäß Patentanspruch 3 wird die Schleppkette an der armseitigen Haltevorrichtung, die zwischen der erfindungsgemäßen Spannvorrichtung und der bearbeitungsnahen Anbindung der Schleppkette vorgesehen ist, in der Kettenlängsrichtung beweglich gehalten. Infolgedessen kann mittels der erfindungsgemäßen Spannvorrichtung auch diejenige Teillänge der Schleppkette unter Zug gesetzt werden, die sich an die von dem Spannhebel der erfindungsgemäßen Spannvorrichtung beaufschlagte Teillänge an der zu der Bearbeitungsvorrichtung hin liegenden Seiten der armseitigen Haltevorrichtung anschließt.
Im Interesse einer konstruktiv einfachen und verschleißarmen Führung der Schleppkette ist ausweislich Patentanspruch 4 in weiterer Ausgestaltung der Erfindung vorgesehen, dass die schwingenseitige Haltevorrichtung für die zwischen der schwingenseitigen Haltevorrichtung und der bearbeitungsnahen Anbindung, gegebenenfalls der armseitigen Haltevorrichtung, verlaufende Teillänge der Schleppkette eine Ketten-Schwenkachse ausbildet, die koaxial ist mit der Hebel- Schwenkachse des Spannhebels der Spannvorrichtung. Bei Bewegungen des Manipulators und/oder der Bearbeitungsvorrichtung des Industrieroboters und bei daraus resultierenden Bewegung der Schleppkette in der Kettenlängsrichtung führen dementsprechend die von der Spannvorrichtung beaufschlagte Teillänge der Schleppkette und der an diese Teillänge der Schleppkette angebundene
Spannhebel der Spannvorrichtung Schwenkbewegungen um eine gemeinsame Schwenkachse aus. Eine durch die synchronen Schwenkbewegungen der Teillänge der Schleppkette und des Spannhebels bedingte Relativbewegung der
Schleppkette und des Spannhebels in der Kettenlängsrichtung kann vermieden werden. Zwischen dem Spannhebel der Spannvorrichtung und der Teillänge der Spannkette kann eine feste Verbindung hergestellt werden.
Eine definierte Schwenkachse der zwischen der schwingenseitigen Haltevorrichtung und der bearbeitungsnahen Anbindung, gegebenenfalls der armseitigen Haltevorrichtung, verlaufenden Teillänge der Schleppkette wird in weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfindung mittels der schwingenseitigen Haltevorrichtung erzeugt, indem die Schleppkette mittels der die Ketten-Schwenkachse ausbildenden schwingenseitigen Haltevorrichtung in der Kettenlängsrichtung unbeweglich gehalten ist (Patentanspruch 5).
Zur Vermeidung von verschleißverursachenden Bewegungen der Schleppkette in Kettenlängsrichtung ist im Falle der Erfindungsbauart nach Patentanspruch 6 vorgesehen, dass die schwingenseitige Haltevorrichtung für die zwischen der schwingenseitigen Haltevorrichtung und der bearbeitungsnahen Anbindung, gegebenenfalls der armseitigen Haltevorrichtung, verlaufende Teillänge der
Schleppkette eine Ketten-Schwenkachse ausbildet, die koaxial ist mit der
Schwingenachse.
Für die Rücksteilvorrichtung der erfindungsgemäßen Spannvorrichtung sind unterschiedliche Bauarten denkbar.
Ausweislich Patentanspruch 7 ist eine Rücksteilvorrichtung mit einer Spannfeder vorgesehen, die zwischen dem Spannhebel der Spannvorrichtung und der Schwinge des Manipulators angeordnet und durch die zwischen der
schwingenseitigen Haltevorrichtung und der bearbeitungsnahen Anbindung, gegebenenfalls der armseitigen Haltevorrichtung, verlaufende und sich in Gegenrichtung des Zugs in der Kettenlängsrichtung bewegende Teillänge der Schlepp-
kette unter Erzeugung der auf den Spannhebel wirkenden Rückstellkraft spannbar ist.
Eine erfindungsgemäß bevorzugte Bauart der Spannfeder der Rückstellvorrich- tung ist im Falle des erfindungsgemäßen Industrieroboters gemäß Patentanspruch 8 vorgesehen . Die Spannfeder der Rücksteilvorrichtung ist in diesem Fall als pneumatische Spannfeder ausgebildet. In einem Zylinder einer Kolben- Zylinder-Einheit ist an einer Seite eines in dem Zylinder geführten Kolbens ein mit einem gasförmigen Medium gefüllter Zylinderraum vorgesehen. Führt der Spannhebel der Spannvorrichtung infolge einer Bewegung der von der Spannvorrichtung beaufschlagten Teillänge der Schleppkette eine Schwenkbewegung in Richtung auf die bearbeitungsnahe Anbindung der Schleppkette aus, so wird das in dem genannten Zylinderraum anstehende gasförmige Medium elastisch komprimiert. Dadurch wird die auf den Spannhebel in Gegenrichtung seiner
Schwenkbewegung wirkende Rückstellkraft erzeugt.
Zur Vermeidung unkontrollierter Rückstellbewegungen des Spannhebels ist in weiterer vorteilhafter Ausgestaltung der Erfindung für die Spannfeder der Rück- stellvorrichtung ein, vorzugsweiser pneumatischer, Dämpfer vorgesehen (Patentanspruch 9).
Damit der mittels der Spannvorrichtung auf die Schleppkette ausgeübte Zug an die Erfordernisse des jeweiligen Anwendungsfalls angepasst werden kann, ist in Weiterbildung der Erfindung die auf den Spannhebel der Spannvorrichtung wirkende Rückstellkraft dem Betrag nach einstellbar (Patentanspruch 10).
Im Falle der Erfindungsart gemäß Patentanspruch 11 wird auch der Spannhebel der Spannvorrichtung zur Führung der Schleppkette genutzt. Zu diesem Zweck weist der Spannhebel der Spannvorrichtung einen Haltearm mit einer spannhe- belseitigen Haltevorrichtung auf, mittels derer die Schleppkette gehalten ist.
Insbesondere zur Abstimmung der Schleppkette auf die von der Schleppkette zu führenden Medienleitungen ist in weiterer bevorzugter Ausgestaltung der Erfin-
dung vorgesehen, dass die Schleppkette einen der Größe nach begrenzten Krümmungsradius ausbildet (Patentanspruch 12). Durch die Begrenzung des Krümmungsradius der Schleppkette ist auch der Krümmungsradius der durch die Schleppkette geführten Medienleitungen begrenzt. Eine zu starke Krümmung, die zu Schäden an den Medienleitungen führen könnte, ist dadurch ausgeschlossen.
Ein Mindestkrümmungsradius der Schleppkette darf insbesondere dann nicht unterschritten werden, wenn die Schleppkette als Medienleitung ein Lichtleitkabel führt, über welches ein Laserstrahl zu der als Laserbearbeitungsvorrichtung ausgebildeten Bearbeitungsvorrichtung an der Hand des Manipulators gelangt (Patentanspruch 13).
Nachfolgend wird die Erfindung anhand beispielhafter schematischer Darstellungen näher erläutert. Es zeigen :
Fig . 1 einen als Schweißroboter ausgebildeten Industrieroboter für die Materialbearbeitung,
Fig . 2 den Schweißroboter gemäß Figur 1 in der Ansicht auf die von dem Betrachter von Figur 1 abliegende Rückseite des Schweißroboters und
Fig . 3 den Manipulator und die Bearbeitungsvorrichtung des Schweißroboters gemäß den Figuren 1 und 2 mit ihren Bewegungsachsen.
Gemäß den Figuren 1 bis 3 weist ein als Schweißroboter 1 ausgebildeter Industrieroboter für die Materialbearbeitung einen Manipulator 2 sowie eine Bearbeitungsvorrichtung in Form eines Laser-Schweißkopfs 3 auf. Eine Schleppkette 4 des Schweißroboters 1 verläuft entlang des Manipulators 2.
Mittels einer bearbeitungsnahen Anbindung 5 ist die Schleppkette 4 mit einem Längsende an dem Schweißkopf 3 befestigt. An dem gegenüberliegenden Längsende der Schleppkette 4 ist eine außerhalb der Darstellungen der Figuren 1 und 2 liegende und in Figur 1 angedeutete bearbeitungsferne Anbindung 6 der
Schleppkette 4 vorgesehen. Die bearbeitungsferne Anbindung 6 der Schleppkette 4 ist ortsunveränderlich.
Die Schleppkette 4 ist herkömmlicher Bauart und führt in ihrem Inneren in gewohnter Weise eine Mehrzahl von in den Figuren 1 und 2 verdeckt angeordneten Medienleitungen. Bei einer dieser Medienleitungen handelt es sich um ein in Figur 1 gestrichelt angedeutetes Lichtleitkabel 7, über welches dem Schweißkopf 3 ein von einer in den Abbildungen nicht erkennbaren Strahlquelle erzeugter Laserstrahl zugeführt wird . Mittels einer in einem Gehäuse des Schweißkopfs 3 untergebrachten Bearbeitungsoptik herkömmlicher Bauart wird der von der Strahlquelle erzeugte Laserstrahl als Laserschweißstrahl auf eine Bearbeitungsstelle gerichtet.
Das Lichtleitkabel 7 ist flexibel . Im Interesse einer schonenden Führung des Lichtleitkabels 7 ist die Schleppkette 4 in bekannter Weise derart ausgelegt, dass ein Mindestkrümmungsradius der Schleppkette 4 und somit auch ein Mindestkrümmungsradius des dem Verlauf der Schleppkette 4 folgenden Lichtleitkabels 7 nicht unterschritten werden kann.
Der Manipulator 2 des Schweißroboters 1 umfasst eine stationäre Basis 8, ein Karussell 9, eine Schwinge 10, einen Arm 11 sowie eine Hand 12. Gemäß Figur 3 ist das Karussell 9 gemeinschaftlich mit den übrigen Baugruppen des Manipulators 2 an der Basis 8 um eine vertikale Achse in Richtung eines Doppelpfeils I drehbeweglich gelagert. Über das Karussell 9 ist unter anderem die Schwinge 10 an der Basis 8 gelagert. Dabei lagert das Karussell 9 die Schwinge 10 um eine horizontale Schwingenachse 13 schwenkbar (Doppelpfeil II). Um eine gleichfalls horizontale Armachse 14 ist der Arm 11 relativ zu der Schwinge 10 in Richtung eines Doppelpfeils III schwenkbeweglich. Ein schwingenseitiger Teil 11/1 des Arms 11 lagert einen in Richtung eines Doppelpfeils IV drehbeweglichen handsei- tigen Teil 11/2 des Arms 11. An dem von der Schwinge 10 abliegenden Ende des handseitigen Teils 11/2 des Arms 11 ist die Hand 12 in Richtung eines Doppelpfeils V schwenkbar und in Richtung eines Doppelpfeils VI drehbeweglich gelagert. Der Manipulator 2 verfügt demnach über insgesamt 6 Bewegungsachsen.
Die Schleppkette 4 ist an dem Manipulator 2 des Schweißroboters 1 mittels einer Mehrzahl von Haltevorrichtungen angebracht. Mittels der Haltevorrichtungen wird die Schleppkette 4 teils in der Kettenlängsrichtung unbeweglich gehalten, teils sind die Haltevorrichtungen als Gleitdurchführung ausgebildet und lassen als solche eine Bewegung der Schleppkette 4 in der Kettenlängsrichtung zu.
An dem Karussell 9 des Manipulators 2 sind eine erste karussellseitige Haltevorrichtung 15 sowie eine zweite karussellseitige Haltevorrichtung 16 für die
Schleppkette 4 vorgesehen. Durch beide karussellseitige Haltevorrichtungen 15, 16 wird die Schleppkette 4 in der Kettenlängsrichtung unbeweglich fixiert. Auf die zweite karussellseitige Haltevorrichtung 16 folgen in Richtung auf den
Schweißkopf 3 eine schwingenseitige Haltevorrichtung 17 sowie eine armseitige Haltevorrichtung 18. Mittels der schwingenseitigen Haltevorrichtung 17 ist die Schleppkette 4 in der Kettenlängsrichtung unbeweglich an dem Manipulator 2 befestigt; die armseitige Haltevorrichtung 18 ist als Gleitdurchführung ausgebildet und lässt folglich Bewegungen der Schleppkette 4 in der Kettenlängsrichtung zu. Durch die schwingenseitige Haltevorrichtung verläuft die Schwingenachse 13.
An einer von einem Kettenbogen 19 gebildeten und zwischen der
schwingenseitigen Haltevorrichtung 17 einerseits und der bearbeitungsnahen An- bindung 5, in dem dargestellten Beispielsfall der armseitigen Haltevorrichtung 18, andererseits angeordneten Teillänge der Schleppkette 4 greift eine Spannvorrichtung 20 des Schweißroboters 1 an.
Mittels der Spannvorrichtung 20 wird die Schleppkette 4 unter einen von der be- arbeitungsseitigen Anbindung 5 weg gerichteten und in Figur 1 durch einen Pfeil 21 veranschaulichten Zug gesetzt. Die auf die Schleppkette 4 ausgeübte Zugkraft wird mittels eines Spannhebels 22 und einer Rücksteilvorrichtung 23 der Spannvorrichtung 20 erzeugt.
Der Spannhebel 22 weist an einem Längsende eine feste Anbindung 24 auf, mittels derer er an dem Kettenbogen 19 derart befestigt ist, dass eine Relativbewe-
gung der Schleppkette 4 und des Spannhebels 22 in Kettenlängsrichtung ausgeschlossen ist. An seinem gegenüberliegenden Längsende ist der Spannhebel 22 um eine Hebel-Schwenkachse 25 schwenkbeweglich gelagert. Die Richtungen der möglichen Schwenkbewegungen des Spannhebels 22 um die Hebel-Schwenkachse 25 sind in Figur 1 durch einen Doppelpfeil dargestellt. Die Hebel-Schwenkachse 25 fällt mit der Schwingenachse 13 und außerdem mit einer Ketten-Schwenkachse 26 zusammen, die ihrerseits durch die schwingenseitige Haltevorrichtung 17 ausgebildet wird .
Zwischen der festen Anbindung 24 an der Schleppkette 4 und der Hebel- Schwenkachse 25 greift an dem Spannhebel 22 die Rücksteilvorrichtung 23, im Einzelnen eine Kolbenstange 27 einer vorgespannten pneumatischen Spannfeder 28 der Rücksteilvorrichtung 23 an. Zusätzlich zu der Kolbenstange 27 umfasst die pneumatische Spannfeder 28 einen Zylinder 29. Im Inneren des Zylinders 29 ist ein an der Kolbenstange 27 angebrachter und in den Figuren 1 und 2 verdeckt angeordneter Kolben längs der Zylinderachse verschiebbar. In Richtung der Zylinderachse beidseits des Kolbens ist jeweils ein Zylinderraum ausgebildet, wobei der in den Abbildungen zu der Schwinge 10 hin liegende obere Zylinderraum an eine Druckluftversorgung des Schweißroboters 1 angeschlossen ist und folglich in Figur 1 unter einem definierten Druck stehende Druckluft enthält. Der in den Abbildungen zu dem Spannarm 22 hin liegende untere Zylinderraum der pneumatischen Spannfeder 28 ist mit einem Ein-/Auslassventil versehen und steht über dieses mit der freien Atmosphäre in Verbindung . Die Kolbenstange 27 ist an ihrem spannhebelseitigen Ende schwenkbeweglich an den Spannhebel 22
angelenkt, der Zylinder 29 ist an seinem schwingenseitigen Ende schwenkbeweglich an der Schwinge 10 gelagert.
Zwischen der Anlenkstelle der Kolbenstange 27 der pneumatischen Spannfeder 28 und der Hebel-Schwenkachse 25 ist an dem Spannhebel 22 ein Haltearm 30 angebracht, der zu der Schleppkette 4 hin vorsteht und die Schleppkette 4 an einer spannhebelseitigen Haltevorrichtung 31 längsbeweglich führt.
Bei Betrieb des Schweißroboters 1 sind Bewegungen der Baugruppen des Manipulators 2 und somit auch des Schweißkopfs 3 um sämtliche Bewegungsachsen des Schweißroboters 1 denkbar. Mit Bewegungen des Karussells 9 in Richtung des Doppelpfeils I sind Bewegungen der zwischen der ersten karussellseitigen Haltevorrichtung 15 und der bearbeitungsfernen Anbindung 6 verlaufenden Teillänge der Schleppkette 4 verbunden. Damit derartige Bewegungen möglich sind, umfasst die zwischen der ersten karussellseitigen Haltevorrichtung 15 und der bearbeitungsfernen Anbindung 6 vorgesehene Teillänge der Schleppkette 4 eine hinreichende Kette nreserve, die beispielsweise in einem hierfür vorgesehenen Bodenkanal an der Aufstellfläche des Schweißroboters 1 untergebracht sein kann. Die Kettenreserve kann beispielsweise in Form einer Schlaufe vorliegen und/oder bei Drehbewegungen des Karussells 9 mittels eines an der Basis 8 vorgesehenen und in den Abbildungen nicht gezeigten Gelenkarms nachgeführt werden.
Gemeinschaftliche Bewegungen der Schwinge 10, des Arms 11, der Hand 12 und des Schweißkopfs 3 ausschließlich um die Schwingenachse 13 bewirken
Schwenkbewegungen des Kettenbogens 19 um die Ketten-Schwenkachse 26. Aufgrund der Kongruenz der Schwingenachse 13, der von der schwingenseitigen Haltevorrichtung 17 ausgebildeten Ketten-Schwenkachse 26 und der Hebel- Schwenkachse 25 des Spannhebels 22 wird diese Bewegung des Kettenbogens 19 als Schwenkbewegung ausgeführt ohne Relativbewegungen zwischen der Schleppkette 4 einerseits und der spannhebelseitigen Haltevorrichtung 31, der Anbindung 24 des Spannhebels 22 und der armseitigen Haltevorrichtung 18 andererseits in der Kettenlängsrichtung.
Bewegungen der Schleppkette 4 in der Kettenlängsrichtung treten insbesondere bei entsprechenden Bewegungen des Schweißkopfs 3 relativ zu Baugruppen des Manipulators 2 auf. Schwenkt beispielweise die mit dem Schweißkopf 3 versehene Hand 12 des Manipulators 2 ausgehend von den Verhältnissen gemäß Figur 1 im Uhrzeigersinn des Doppelpfeils VI, so bewegt sich der zwischen der
schwingenseitigen Haltevorrichtung 17 und der bearbeitungsnahen Anbindung 5 angeordnete Teil der Schleppkette 4 entgegen der Zugrichtung 21 in der Ketten-
längsrichtung. Damit verbunden ist eine gemeinsame Schwenkbewegung des Kettenbogens 19 und des an diesem fest montierten Spannhebels 22 um die Ketten-Schwenkachse 26 und um die mit der Ketten-Schwenkachse 26 koaxiale Hebel-Schwenkachse 25.
Mit der Schwenkbewegung des Spannhebels 22 geht eine Stauchung der pneumatischen Spannfeder 28 einher. Die Kolbenstange 27 fährt in den Zylinder 29 der pneumatischen Spannfeder 28 ein. Durch den an der Kolbenstange 27 angebrachten Kolben, der sich im Inneren des Zylinders 29 in Richtung auf die
Schwinge 10 bewegt, wird die Druckluft in dem oberen Zylinderraum des Zylinders 29 elastisch komprimiert. Dadurch wird der Einschubbewegung der Kolbenstange 27 und somit auch der Schwenkbewegung des Spannhebels 22 eine Rückstell kraft entgegengesetzt, die dafür sorgt, dass sowohl der Kettenbogen 19 als auch die zwischen der armseitigen Haltevorrichtung 18 und der bearbeitungsnahen Anbindung 5 verlaufende Teillänge der Schleppkette 4 in Richtung des Pfeils 21 auf Zug beansprucht bleibt und folglich unkontrollierte Peitschenbewegungen der Schleppkette 4 vermieden werden. In den sich aufgrund der zu der Schwinge 10 hin gerichteten Bewegung des Kolbens vergrößernden unteren Zylinderraum der pneumatischen Spannfeder 28 strömt über das Ein-/Auslassventil des Zylinders 29 Luft aus der freien Atmosphäre nach. Die von der pneumatischen Spannfeder 28 erzeugte und auf den Spannhebel 22 wirkende Rückstellkraft kann ihrem Betrag nach durch eine Veränderung des an dem oberen Zylinderraum der Spannfeder 28 anliegenden Netzdrucks der Druckluftversorgung des Schweißroboters 1 variiert werden.
Schwenkt der Schweißkopf 3 nach einer Bewegung im Uhrzeigersinn des Doppelpfeils VI in Gegenrichtung in die Ausgangsposition gemäß Figur 1 zurück, so längt sich die über den Spannhebel 22 an die Schleppkette 4 angebundene pneumatische Spannfeder 28 mit Unterstützung der in dem oberen Zylinderraum des Zylinders 29 zuvor aufgebauten Rückstellkraft. In dem unteren Zylinderraum des Zylinders 29 anstehende Luft wird dabei durch das Ein-/Auslassventil des Zylinders 29 in die freie Atmosphäre ausgeschoben . Aufgrund des dabei wirksa-
men Strömungswiderstandes wird die Entspannung der pneumatischen Spannfeder 28 gedämpft.