LÄNGSEINSTELLBARER FAHRZEUGSITZ
Die Erfindung betrifft einen längseinstellbaren Fahrzeugsitz mit den Merkmalen des Oberbegriffs des Anspruchs 1 .
Stand der Technik Aus der WO 2012/0841 16 A1 ist ein gattungsgemäßer Fahrzeugsitz bekannt. Der Fahrzeugsitz umfasst einen Längseinsteller mit zwei Schienenpaaren mit jeweils zwei relativ zueinander verschiebbaren Sitzschienen, nämlich einer Oberschiene und einer Unterschiene, welche einander wechselseitig umgreifen. Die
Oberschiene ist relativ zu der Unterschiene innerhalb eines
Komforteinstellbereichs und darüber hinaus in einen Easy-Entry-Bereich verschiebbar. Zur Verriegelung der Oberschiene mit der Unterschiene in einer Position innerhalb des Komforteinstellbereichs ist eine Verriegelungsvorrichtung vorgesehen. Zur Begrenzung des Komforteinstellbereichs ist an der Oberschiene ein
Endanschlagelement mit einer beweglichen Anschlagsfläche vorgesehen, welche mit einem an der Unterschiene angeordneten Endanschlag zusammenwirkt. Zur Verschiebung der Unterschiene aus dem Komforteinstellbereich hinaus in den Easy-Entry-Bereich hinein ist das Endanschlagelement mit der beweglichen Anschlagsfläche wegschaltbar.
Auch aus der US 2012/0168595 A1 ist ein gattungsgemäßer Fahrzeugsitz bekannt, welcher eine Unterschiene mit einem Endanschlag und eine
Oberschiene mit einem Anschlagelement umfasst. Das Anschlagelement und der Endanschlag begrenzen dabei einen Komforteinstellbereich. Das
Anschlagelement ist durch Schwenkung um eine Achse wegschaltbar, wodurch die Oberschiene über den Komforteinstellbereich hinaus in einen Easy-Entry- Bereich verschiebbar ist.
In der DE 10 2004 049 404 A1 ist ein Fahrzeugsitz offenbart, welcher in einem Komforteinstellbereich und in einem Easy-Entry-Bereich einstellbar ist. An der Oberschiene ist dabei ein Nocken angebracht, welcher mit einer
unterschienenfesten Stoppleiste zum Begrenzen des Komforteinstellbereichs zusammenwirkt. In der DE 10 2004 049 404 A1 ist ein Fahrzeugsitz offenbart, welcher in einem Komforteinstellbereich und in einem Easy-Entry-Bereich einstellbar ist. Dabei ist der Komforteinstellbereich mittels eines wegschaltbaren Anschlags begrenzt.
Aufgabe Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, einen Fahrzeugsitz der eingangs genannten Art zu verbessern, insbesondere Kollisionen eines oberschienenfesten Anschlagelements mit Hindernissen, welche sich in dem Hohlraum zwischen der Oberschiene und der Unterschiene befinden, zu vermeiden. Lösung
Diese Aufgabe wird erfindungsgemäß durch einen Fahrzeugsitz mit den
Merkmalen des Anspruches 1 gelöst.
Vorteilhafte Ausgestaltungen, welche einzeln oder in Kombination miteinander eingesetzt werden können, sind Gegenstand der Unteransprüche.
Ein gattungsgemäßer längseinstellbarer Fahrzeugsitz umfasst eine Unterschiene und eine darin in Längsrichtung innerhalb eines Komforteinstellbereichs
verschiebbar geführte Oberschiene, sowie einen an der Unterschiene
angebrachten Endanschlag, welcher durch Zusammenwirken mit einem an der
Oberschiene angebrachten Anschlagelement den Komforteinstellbereich begrenzt, wobei durch Wegschalten des Anschlagelements die Oberschiene über den Komforteinstellbereich hinaus in einen Easy-Entry-Bereich verschiebbar ist, und wobei das Anschlagelement Teil eines um eine Schwenkachse schwenkbaren Anschlagmoduls ist.
Erfindungsgemäß ist dabei vorgesehen, dass das Anschlagmodul ein
Abweiserelement umfasst, wobei das Anschlagmodul derart ausgebildet ist, dass bei nicht weggeschaltetem Anschlagelement das Abweiserelement sich bei Kontakt mit einem in dem Hohlraum zwischen der Oberschiene und der
Unterschiene befindlichen Schraubenkopf in Vertikalrichtung nach oben bewegt, und das Anschlagelement bei Erreichen des Endanschlags formschlüssig an dem Endanschlag angreift. Dadurch überwindet das Anschlagelement Hindernisse, insbesondere
Schraubenköpfe, welche sich in dem Hohlraum zwischen der Oberschiene und der Unterschiene befinden, wirkt aber zur Begrenzung des Komforteinstellbereichs trotzdem mit dem an der Unterschiene angebrachten Endanschlag zusammen. Vorteilhaft umgreift das Anschlagelement das Abweiserelement beidseitig mit je einem hakenförmig ausgebildeten Anschlagsbereich. Dadurch ist das
Anschlagmodul in Querrichtung spiegelsymmetrisch ausgestaltet, wodurch beim Angreifen an den Endanschlag auftretende Kräfte gleichmäßig verteilt werden. Gemäß einer vorteilhaften Ausgestaltung der Erfindung weist der Endanschlag zwei in Querrichtung zueinander versetzt angeordnete Anschlagarme auf, zwischen welchen ein Schlitz gebildet ist. Dadurch ist der Endanschlag in
Querrichtung spiegelsymmetrisch ausgestaltet, wodurch beim Angreifen des Anschlagelements auftretende Kräfte gleichmäßig verteilt werden.
Vorzugsweise dringt bei nicht weggeschaltetem Anschlagelement das
Abweiserelement bei Erreichen des Endanschlags in den Schlitz des
Endanschlags ein.
Das Anschlagmodul weist zur Ansteuerung, also zum Wegschalten des
Anschlagelements, vorzugsweise ein Betätigungselement auf, welches die
Oberschiene durchragt.
Vorzugsweise ist das Anschlagmodul in Form einer Wippe ausgestaltet, wobei das Abweiserelement und das Anschlagelement auf einer Seite der Schwenkachse angeordnet sind, und wobei das Betätigungselement auf der anderen Seite der Schwenkachse angeordnet ist.
Die Ansteuerung des Anschlagmoduls ist verhältnismäßig einfach, wenn durch Druck auf das Betätigungselement das Anschlagmodul um die Schwenkachse geschwenkt wird, wodurch das Anschlagelement weggeschaltet wird.
Gemäß einer vorteilhaften Weiterbildung der Erfindung ist zur Ansteuerung des Betätigungselements mittels Druck ein an einem Steuerarm eines
AnSteuerelements angeordnetes Rampenelement vorgesehen, welches eine Außenkontur aufweist, die geneigt zu dem Steuerarm verläuft, und welche auf das Betätigungselement einwirkt.
Vorzugsweise ist auch ein Federelement vorgesehen, welches nach Loslassen des Betätigungselements das Anschlagmodul um die Schwenkachse zurück schwenkt.
Das Abweiserelement weist vorteilhaft eine geneigt zur Vertikalrichtung und geneigt zur Längsrichtung verlaufende vordere Schräge und/oder eine geneigt zur Vertikalrichtung und geneigt zur Längsrichtung verlaufende hintere Schräge auf.
Das Abweiserelement erstreckt sich vorzugsweise in Vertikalrichtung tiefer als das Anschlagelement. Somit gelangt ausschließlich das Abweiserelement in Kontakt mit einem Schrauben köpf, während das Anschlagelement von dem
Schraubenkopf entfernt bleibt.
Die Herstellung des Anschlagmoduls ist verhältnismäßig einfach, wenn das Abweiserelement und das Anschlagelement einstückig ausgebildet sind.
Vorzugsweise sind dabei das Abweiserelement, das Anschlagelement und das Betätigungselement einstückig ausgebildet.
Figuren und Ausführungsformen der Erfindung
Im Folgenden ist die Erfindung anhand von einem in den Figuren dargestellten vorteilhaften Ausführungsbeispiel näher erläutert. Die Erfindung ist jedoch nicht auf dieses Ausführungsbeispiel beschränkt. Es zeigen:
Fig. 1 : eine seitliche Schnittdarstellung eines Schienenpaares eines
Längseinstellers eines Fahrzeugsitzes in einer hinteren Einstellposition,
Fig. 2: eine seitliche Schnittdarstellung des Schienenpaares in einer mittleren
Einstellposition,
Fig. 3: eine perspektivische, teilweise geschnittene Ansicht des
Schienenpaares in einer vorderen Einstellposition,
Fig. 4: eine weitere perspektivische, teilweise geschnittene Ansicht des
Schienenpaares in einer vorderen Einstellposition,
Fig. 5: eine seitliche Schnittdarstellung des Schienenpaares in einer vorderen Einstellposition in verriegeltem Zustand, Fig. 6: eine seitliche Schnittdarstellung des Schienenpaares in einer vorderen
Einstellposition in entriegeltem Zustand,
Fig. 7: eine seitliche Schnittdarstellung des Schienenpaares in vorderer
Endposition,
Fig. 8: eine seitliche Schnittdarstellung des Schienenpaares in
Übergangsposition,
Fig. 9: eine seitliche Schnittdarstellung des Schienenpaares in Easy-Entry- Position,
Fig. 10a: eine perspektivische Ansicht eines Endanschlags,
Fig. 10b: eine perspektivische Ansicht eines Endanschlags gemäß einer
abgewandelten Ausführungsform,
Fig. 1 1 : eine perspektivische Ansicht eines Anschlagmoduls,
Fig. 12: eine schematische Darstellung eines Fahrzeugsitzes,
Fig. 13: eine seitliche Schnittdarstellung des Schienenpaares mit
Ansteuerelement bei nicht aktivierter Easy-Entry-Funktion,
Fig. 14: eine seitliche Schnittdarstellung des Schienenpaares mit
Ansteuerelement bei aktivierter Easy-Entry-Funktion,
Fig. 15: eine perspektivische Darstellung einer Struktur eines
erfindungsgemäßen Fahrzeugsitzes von außen und
Fig. 16: eine perspektivische Darstellung einer Struktur eines
erfindungsgemäßen Fahrzeugsitzes von innen.
Ein Fahrzeugsitz 1 für ein vorliegend dreitüriges Kraftfahrzeug, vorliegend ein Vordersitz, weist ein Sitzteil 2 und eine daran angebrachte, neigungseinstellbare Rückenlehne 10 auf. Bei dem Fahrzeugsitz könnte es sich aber auch um einen Fondsitz handeln, insbesondere in einem fünftürigen Kraftfahrzeug mit drei Sitzreihen und sieben Fahrzeugsitzen.
Die Anordnung des Fahrzeugsitzes 1 innerhalb des Fahrzeugs und dessen gewöhnliche Fahrtrichtung definieren die im Folgenden verwendeten
Richtungsangaben. Dabei wird eine senkrecht zum Erdboden orientierte Richtung im Folgenden als Vertikalrichtung bezeichnet und eine Richtung senkrecht zur Vertikalrichtung und senkrecht zur Fahrtrichtung wird im Folgenden als
Querrichtung bezeichnet. Mittels eines Längseinstellers, welcher zwei mit dem Fahrzeugboden des
Kraftfahrzeuges verbundene Unterschienen 5 sowie zwei Oberschienen 3 aufweist, ist der Fahrzeugsitz 1 innerhalb eines Komfortbereichs längseinstellbar. Das bedeutet, das Sitzteil 2 ist zusammen mit der Rückenlehne 10 in
Längsrichtung, welche vorliegend annähernd der Fahrtrichtung entspricht, einstellbar. Dazu ist jede der Oberschienen 3 in jeweils einer der parallel in
Längsrichtung verlaufenden Unterschienen 5 verschiebbar geführt.
Jede der beiden Oberschienen 3 bildet jeweils mit der zugeordneten Unterschiene 5 ein Sitzschienenpaar. Der Längseinsteller umfasst somit zwei in Querrichtung zueinander versetzt angeordnete und parallel zueinander verlaufende
Sitzschienenpaare. Die Oberschiene 3 und die Unterschiene 5 umgreifen einander
wechselseitig, wobei jeweils ein Hohlraum zwischen der Oberschiene 3 und der Unterschiene 5 entsteht.
Mittels je einer Verriegelungsvorrichtung 14, welche in einem solchen Hohlraum angeordnet ist, ist jede der beiden Oberschienen 3 mit der jeweiligen Unterschiene 5 verriegelbar. Mittels eines Entriegelungsbügels 16, welcher vorliegend in
Fahrtrichtung vorne an dem Fahrzeugsitz 1 angeordnet ist, sind die
Verriegelungsvorrichtungen 14 entriegelbar, wodurch der Fahrzeugsitz 1 in Längsrichtung verschiebbar ist.
Die beiden Sitzschienenpaare sind vorliegend spiegelsymmetrisch zueinander aufgebaut. Im Folgenden wird daher nur auf ein Sitzschienenpaar des
Längseinstellers eingegangen. Die Unterschiene 5 ist unter anderem mittels einer Befestigungsschraube 20 an der Bodenstruktur des Fahrzeugs befestigt. Die Befestigungsschraube 20 durchragt dabei mit ihrem Schaft die Unterschiene 5 in Vertikalrichtung und ist in ein entsprechendes Gewinde an der Bodenstruktur des Fahrzeugs eingeschraubt. Die Befestigungsschraube 20 weist einen Schraubenkopf 22 auf, welcher sich in Vertikalrichtung oberhalb des Schafts befindet und in den Hohlraum zwischen der Oberschiene 3 und der Unterschiene 5 ragt. Die Befestigungsschraube 20 befindet sich in einem in Längsrichtung hinteren Bereich der Unterschiene 5.
Die Verriegelungsvorrichtung 14 umfasst eine in Vertikalrichtung bewegliche Verriegelungsplatte 18, welche in Querrichtung abstehende Verriegelungszähne aufweist. Die Verriegelungsplatte 18 ist mittels nicht dargestellter
Verriegelungsfedern an der Oberschiene 3 angebracht. Die Verriegelungsfedern zeihen dabei die Verriegelungsplatte 18 in Vertikalrichtung nach oben. An der Verriegelungsplatte 18 ist ein zylindrischer Entriegelungsstift 19
angebracht, dessen Mittelachse in Vertikalrichtung verläuft. Der Entriegelungsstift
19 durchragt eine Öffnung in der Oberschiene 3, welche eine Führung für den Entriegelungsstift 19 darstellt.
Die Unterschiene weist in Vertikalrichtung nach unten offene Rasten 7 auf. Im verriegelten Zustand des Schienenpaares befindet sich die Verriegelungsplatte 18 in einer oberen Stellung und die Verriegelungszähne der Verriegelungsplatte 18 greifen in die Rasten 7 ein. Zum Entriegeln drückt ein von dem Entriegelungsbügel 16 betätigtes Entriegelungselement 17 den Entriegelungsstift 19 nach unten, wodurch auch die Verriegelungsplatte 18 nach unten in eine untere Stellung gedrückt wird. Dadurch bewegen sich die Verriegelungszähne der
Verriegelungsplatte 18 nach unten aus den Rasten 7 heraus. Das Schienenpaar ist dann entriegelt und die Oberschiene 3 ist relativ zu der Unterschiene 5 in Längsrichtung innerhalb des Komforteinstellbereichs beweglich. Ferner weist der Fahrzeugsitz 1 eine Easy-Entry-Funktion auf. Zum Erleichtern des Einstiegs zu einem Fondsitz kann die Oberschiene 3 relativ zu der
Unterschiene 5 nach vorne über den Komfortbereich hinaus in einen Easy-Entry- Bereich hinein verschoben werden. Die Easy-Entry-Funktion wird durch
Betätigung eines Bedienhebels 8 aktiviert.
In einem in Längsrichtung hinteren Bereich, insbesondere hinter der
Verriegelungsvorrichtung 14, ist ein Anschlagmodul 30 an der Oberschiene 3 und annähernd vollständig in dem Hohlraum zwischen Oberschiene 3 und
Unterschiene 5 angebracht. Das Anschlagmodul 30 ist vorliegend in Form einer Wippe ausgestaltet und um eine in Querrichtung verlaufende Schwenkachse S schwenkbar. Besagte Schwenkachse S wird von einem zylindrischen Lagerbolzen 38 definiert, welcher in einem Halteblech 28 gelagert ist, welches an der
Oberschiene 3 befestigt ist. Das Halteblech 28 befindet sich innerhalb des Hohlraums zwischen der
Oberschiene 3 und der Unterschiene 5 und weist ein annähernd U-förmiges Profil auf, wobei die Basis des Profils horizontal verläuft und an der Oberschiene 3
befestigt ist. Von der Basis stehen zwei Schenkel rechtwinklig ab, welche sich in Vertikalrichtung nach unten erstrecken.
Der Lagerbolzen 38 ist in dafür vorgesehenen Bohrungen in den Schenkeln des Halteblechs 28 gelagert. Neben der Halterung des Lagerbolzens 38 dient das Halteblech 28 zusätzlich der Verstärkung der Oberschiene 3. Das Halteblech 28 kann aber auch entfallen und der Lagerbolzen 38 kann direkt an der Oberschiene 3 befestigt werden. In Längsrichtung vorne weist das Anschlagmodul 30 ein Betätigungselement 32 auf, welches die Oberschiene 3 durch eine dafür vorgesehene Öffnung nach oben durchragt. In Längsrichtung hinten weist das Anschlagmodul 30 ein
Abweiserelement 34 und ein Anschlagelement 36 auf. Das Abweiserelement 34 ist in Querrichtung zentral innerhalb des Anschlagelements 36 angeordnet. Das Anschlagelement 36 umgreift also das Abweiserelement 34 beidseitig mit je einem hakenförmig ausgebildeten Anschlagsbereich.
Das Abweiserelement 34 weist auf der dem Lagerbolzen 38 zugewandten Seite eine geneigt zur Vertikalrichtung und geneigt zur Längsrichtung, nach oben und vorne, verlaufende vordere Schräge auf. Auf der dem Lagerbolzen 28
abgewandten Seite weist das Abweiserelement 34 eine geneigt zur
Vertikalrichtung und geneigt zur Längsrichtung, nach oben und hinten, verlaufende hintere Schräge auf. Das Abweiserelement 34 erstreckt sich in Vertikalrichtung mindestens so weit, vorliegend tiefer, als die Anschlagsbereiche des
Anschlagelements 36.
Bei Betätigung des Bedienhebels 8 und Schwenken der Rückenlehne 10 relativ zu dem Sitzteil 2 wird das Betätigungselement 32 durch ein Ansteuerelement 50 in Vertikalrichtung nach unten gedrückt. Dabei führt das Anschlagmodul 30 eine Schwenkbewegung um die durch den Lagerbolzen 38 definierte Schwenkachse S aus, wodurch sich das Abweiserelement 34 und das Anschlagelement 36 nach oben bewegen. Bei Betätigung des Bedienhebels 8 und Schwenken der
Rückenlehne 10 relativ zu dem Sitzteil 2 wird auch die Verriegelungsvorrichtung 14 entriegelt.
Wird das Betätigungselement 32 los gelassen, so schwenkt ein nicht dargestelltes Federelement das Anschlagmodul 30 um seine Schwenkachse S in die
Ausgangslage zurück. Dabei bewegt sich das Betätigungselement 32 nach oben und das Abweiserelement 34 und das Anschlagelement 36 bewegen sich nach unten. Das Federelement ist vorzugsweise als Torsionsfeder ausgestaltet und um den Lagerbolzen 38 herum angeordnet. Aber auch andere Ausführungsformen des Federelements, beispielsweise eine Spiralfeder oder eine Schenkelfeder sind denkbar.
In Längsrichtung vor der Befestigungsschraube 20 ist ein Endanschlag 40 an der Unterschiene 5 angeordnet. Der Endanschlag 40 umfasst eine Grundplatte 46, welche an der Unterschiene 5 befestigt ist, sowie zwei Anschlagarme 42, welche in Querrichtung zueinander versetzt angeordnet sind und parallel zueinander verlaufen. Zwischen den beiden Anschlagarmen 42 ist ein Schlitz 44 gebildet. Ein solcher Endanschlag 40 ist in Fig. 10a dargestellt. In Fig. 10b ist ein Endanschlag gemäß einer abgewandelten Ausführungsform 40b dargestellt, welcher im Querschnitt U-förmig ausgestaltet ist. Dabei bildet die Basis des U-förmigen Querschnitts die Grundplatte 46, welche an der Unterschiene 5 befestigt ist, und die Schenkel des U-förmigen Querschnitts bilden die
Anschlagarme 42. Die Anschlagarme 42 verlaufen dabei beispielsweise parallel zueinander in Vertikalrichtung nach oben, oder leicht geneigt zueinander und geneigt zur Vertikalrichtung. Zwischen den beiden Anschlagarmen 42 ist der Schlitz 44 gebildet.
Vorliegend ist die Grundplatte 46 des Endanschlags 40 unterhalb der
Unterschiene 5 angeordnet und die Anschlagarme 42 ragen durch eine dafür vorgesehene Öffnung in der Unterschiene 5 in den Hohlraum zwischen
Oberschiene 3 und Unterschiene 5 hinein. Die Anschlagarme 42 erstrecken sich
dabei, beginnend an der Grundplatte 46, geneigt zur Vertikalrichtung und geneigt zur Längsrichtung nach oben und nach hinten.
Die Anschlagarme 42 des Endanschlags 40 erstrecken sich dabei in
Vertikalrichtung nur so weit nach oben, dass sich die Verriegelungsplatte 18 auch in ihrer unteren Stellung noch oberhalb der Anschlagarme 42 befindet. So ist eine Kollision der Verriegelungsplatte 18 mit den Anschlagarmen 42 bei einer
Verschiebung der Oberschiene 3 relativ zu der Unterschiene 5 sicher vermieden. In der in Fig. 1 gezeigten Darstellung befindet sich das Schienenpaar im
Komfortbereich in einer hinteren Einstellposition. Das Abweiserelement 34 des Anschlagmoduls 30 befindet sich dabei in Längsrichtung hinter dem
Schraubenkopf 22 der Befestigungsschraube 20. Die Easy-Entry-Funktion ist nicht aktiviert und die Verriegelungsvorrichtung 14 ist entriegelt.
Ausgehend von der in Fig. 1 gezeigten hinteren Einstellposition wird der
Fahrzeugsitz 1 nach vorne geschoben. Dabei gelangt die vordere Schräge des Abweiserelements 34 in Kontakt mit dem Schraubenkopf 22 der
Befestigungsschraube 20, welcher ein Hindernis für das Anschlagmodul 30 darstellt. Die vordere Schräge des Abweiserelements 34 gleitet dabei an dem Schraubenkopf 22 entlang, wodurch das Abweiserelement 34 sich nach oben bewegt. Das Anschlagmodul 30 wird dabei entgegen der Kraft des Federelements um seine Schwenkachse S geschwenkt. In Fig. 2 ist eine mittlere Einstellposition dargestellt, in welcher sich das
Abweiserelement 34 auf dem Schraubenkopf 22 der Befestigungsschraube 20 befindet.
Ausgehend von der in Fig. 2 gezeigten mittleren Einstellposition wird der
Fahrzeugsitz 1 weiter nach vorne geschoben. Dabei gelangt die hintere Schräge des Abweiserelements 34 in Kontakt mit dem Schraubenkopf 22 der
Befestigungsschraube 20. Die hintere Schräge des Abweiserelements 34 gleitet
dabei an dem Schraubenkopf 22 entlang, wodurch das Abweiserelement 34 sich, unterstützt durch Kraft des Federelements, nach unten bewegt. Dabei wird das Anschlagmodul 30 durch die Kraft des Federelements um seine Schwenkachse S geschwenkt.
Das Schienenpaar gelangt dann in eine vordere Einstellposition, welche in den Fig. 3 bis 6 dargestellt ist, und in welcher sich das Abweiserelement 34 in
Längsrichtung vor dem Schraubenkopf 22 der Befestigungsschraube 20 befindet. Die Easy-Entry-Funktion ist nicht aktiviert. In der Darstellung nach Fig. 5 ist die Verriegelungsvorrichtung 14 verriegelt. Die Verriegelungsplatte 18 befindet sich in der oberen Stellung.
Um den Fahrzeugsitz 1 weiter nach vorne zu schieben wird, ausgehend von der Darstellung nach Fig. 5, zunächst die Verriegelungsvorrichtung 14 entriegelt, wie in Fig. 6 dargestellt ist. Dabei wird die Verriegelungsplatte 18 in die untere Stellung gebracht. Wird der Fahrzeugsitz 1 nun weiter nach vorne geschoben, so erreicht das Schienenpaar eine in Fig. 7 gezeigte vordere Endposition, welche den
Komfortbereich nach vorne begrenzt. Dabei gelangt das Anschlagmodul 30 in Kontakt mit dem Endanschlag 40.
In der in Fig. 7 gezeigten vorderen Endposition dringt das Abweiserelement 34 in den Schlitz 44 des Endanschlags 40 ein, während die hakenförmig ausgebildeten Anschlagsbereiche des Anschlagelements 36 in Anlage an die Anschlagarme 42 des Endanschlags 40 gelangen. Die Anschlagsbereiche des Anschlagelements 36 und die Anschlagarme 42 des Endanschlags 40 befinden sich dabei in
selbsthemmendem Kontakt miteinander. Ein weiteres Verschieben der
Oberschiene 3 relativ zu der Unterschiene 5 ist somit nicht möglich.
Zur Aktivierung der Easy-Entry-Funktion wird in einer Position innerhalb des Komfortbereichs, beispielsweise in der in Fig. 7 gezeigten vorderen Endposition oder in der in Fig. 5 gezeigten vorderen Einstellposition oder in der in Fig. 2 gezeigten mittleren Einstellposition oder in der in Fig. 1 gezeigten hinteren
Endposition der Bedienhebel 8 betätigt. Dadurch werden der Entriegelungsstift 19 der Verriegelungsvorrichtung 14 und das Betätigungselement 32 des
Anschlagmoduls 30 nach unten gedrückt, wodurch sich das Abweiserelement 34 und das Anschlagelement 36 nach oben bewegen und die
Verriegelungsvorrichtung 14 entriegelt wird.
Das Anschlagelement 36 wird dabei so weit nach oben bewegt, dass sich seine hakenförmigen Anschlagsbereiche in Vertikalrichtung oberhalb der Anschlagarme 42 des Endanschlags 40 befinden. Dadurch kann die Oberschiene 3 relativ zu der Unterschiene 5 weiter nach vorne bewegt werden und das Schienenpaar gelangt in den Easy-Entry-Bereich.
Die Konturen der Anschlagarme 42 des Endanschlags 40 und des
Anschlagelements 36 des Anschlagmoduls 30 sind derart gestaltet, dass in der vorderen Endposition bezüglich einer Verschiebung der Oberschiene 3 relativ zu der Unterschiene 5 nach vorn zwar ein selbsthemmender Kontakt besteht.
Trotzdem ist auch in der vorderen Endposition eine Schwenkbewegung des Anschlagmoduls 30 um seine Schwenkachse S möglich, wodurch das
Anschlagelement 36 sich relativ zu den Anschlagarmen 42 nach oben bewegt.
In Fig. 8 ist die Übergangsposition des Schienenpaares dargestellt, in welcher sich das Abweiserelement 34 und das Anschlagelement 36 des Anschlagmoduls 30 genau in Vertikalrichtung über den Anschlagarmen 42 des Endanschlags 40 befinden.
Die Oberschiene 3 kann nun relativ zu der Unterschiene 5 weiter nach vorne verschoben werden bis die in Fig. 9 gezeigte Easy-Entry-Position des
Schienenpaares erreicht ist. In der Easy-Entry-Position schlägt ein an der
Oberschiene 3 ausgebildeter Gegenanschlag 26 an einen an der Unterschiene 5 ausgebildeten Festanschlag 24, wodurch der Fahrweg der Oberschiene 3 nach vorne begrenzt wird.
Anstelle des Gegenanschlags 26 kann auch das Anschlagelement 36 des
Anschlagmoduls 30 in der Easy-Entry-Position an den Festanschlag 24
anschlagen um den Fahrweg der Oberschiene 3 relativ zu der Unterschiene 5 nach vorne zu begrenzen. In diesem Fall ist der Festanschlag 24 ähnlich wie der beschriebene Endanschlag 40 oder der Endanschlag gemäß der abgewandelten Ausführungsform 40b ausgeführt, wobei sich die Anschlagarme 42 in
Vertikalrichtung soweit nach oben erstrecken, dass die hakenförmigen
Anschlagsbereiche des Anschlagelements 36 nicht über die Anschlagarme 42 des Endanschlags 40 gelangen können.
Das Anschlagmodul 30 ist vorliegend einstückig ausgebildet. Anstelle des starren Abweiserelements 34, welches über Hindernisse wie beispielsweise den
Schraubenkopf 22 gleitet, kann auch ein drehendes oder wälzendes Element, beispielsweise eine Rolle, an dem Anschlagmodul vorgesehen werden.
Im vorliegenden Ausführungsbeispiel erfolgt die Ansteuerung der Easy-Entry- Funktion durch Druck in Vertikalrichtung nach unten auf das Betätigungselement 32 des Anschlagmoduls. Alternativ kann an dem Abweiserelement 34 oder an dem Anschlagelement 36 auch ein Zugelement, beispielsweise in Form eines Bowdenzugs, angeordnet werden. In diesem Fall kann die Ansteuerung der Easy- Entry-Funktion durch Zug in Vertikalrichtung nach oben erfolgen.
Vorliegend ist der Endanschlag 40 als separates Bauteil ausgeführt und an der Unterschiene 5 befestigt. Es ist auch denkbar, den Endanschlag 40 einstückig mit der Unterschiene 5 auszubilden, beispielsweise, indem die Anschlagarme 42 aus dem Material der Unterschiene 5 ausgestellt und nach oben gebogen werden.
Bei Betätigung des Bedienhebels 8 zur Aktivierung der Easy-Entry-Funktion und Schwenken der Rückenlehne 10 relativ zu dem Sitzteil 2 betätigt ein mit der Rückenlehne 10 drehfest verbundener Nocken 58 einen oberschienenfest schwenkbar gelagerten Übertragungshebel 56. Der Übertragungshebel 56 betätigt daraufhin das Ansteuerelement 50, welches ebenfalls oberschienenfest
schwenkbar gelagert ist. Die Anordnung des Nockens 58, des
Übertragungshebels 56 und des Ansteuerelements 50 geht aus der Darstellung nach Fig. 15 hervor. Das Ansteuerelement 50 ist um einen Schwenkbolzen 52 relativ zu dem Sitzteil 2 und relativ zu der Oberschiene 3 schwenkbar und weist einen annähernd radial von dem Schwenkbolzen 52 abstehenden Steuerarm 60 auf. An dem Steuerarm 60 ist ein Rampenelement 54 angeordnet, welches eine Außenkontur aufweist, die geneigt zu dem Steuerarm 60 verläuft und welche bei Aktivierung der Easy-Entry- Funktion auf das Betätigungselement 32 des Anschlagmoduls 30 einwirkt. Die Außenkontur des Rampenelements 54 ist vorliegend gekrümmt ausgestaltet.
In den Darstellungen nach Fig. 13 und Fig. 14 ist dabei ein gegenüber den übrigen Darstellungen abgewandeltes Betätigungselement 32 dargestellt. Das in den Fig. 13 und Fig. 14 gezeigte Betätigungselement 32 weist eine zusätzliche, annähernd in Fahrtrichtung verlaufende Zunge zum Zusammenwirken mit dem
Rampenelement 54 auf.
Bei Schwenken der Rückenlehne 10 und Betätigung des Ansteuerelements 50 durch den Übertragungshebel 56 schwenkt der Steuerarm 60 um den
Schwenkbolzen 52, wodurch sich das Rampenelement 54 annähernd in
Vertikalrichtung nach unten bewegt. Dabei drückt das Rampenelement 54 das Betätigungselement 32 des Anschlagmoduls 30 nach unten, woraufhin das
Anschlagmodul 30 eine Schwenkbewegung um die durch den Lagerbolzen 38 definierte Schwenkachse S ausführt.
Der Entriegelungsbügel 16 ist um eine Entriegelungswelle 15 schwenkbar an der Oberschiene 3 gelagert und drehfest mit der Entriegelungswelle 15 verbunden. Mit der Entriegelungswelle 15 ist auch das Entriegelungselement 17 drehfest verbunden. Bei Betätigung des Entriegelungsbügels 16 wird das
Entriegelungselement 17 um die Entriegelungswelle 15 geschwenkt und drückt
dadurch auf den Entriegelungsstift 19, wodurch die Verriegelungsvorrichtung 14 entriegelt wird.
Bei Schwenken der Rückenlehne 10 und Betätigung des Ansteuerelements 50 durch den Übertragungshebel 56 schwenkt der Steuerarm 60 um den
Schwenkbolzen 52 und drückt dabei zusätzlich auf das Ent egelungselement 17, welches dadurch auf den Entriegelungsstift 19 drückt, wodurch die
Verriegelungsvorrichtung 14 entriegelt wird. Das Ent egelungselement 17 ist in den Darstellungen nach Fig. 13 und Fig. 14 nicht gezeigt.
Bei Betätigung des Bedienhebels 8 zur Aktivierung der Easy-Entry-Funktion und Schwenken der Rückenlehne 10 relativ zu dem Sitzteil 2 wird somit gleichzeitig das Anschlagmodul 30 betätigt und die Verriegelungsvorrichtung 14 entriegelt. Die in der vorstehenden Beschreibung, den Ansprüchen und den Zeichnungen offenbarten Merkmale können sowohl einzeln als auch in Kombination für die Verwirklichung der Erfindung in ihren verschiedenen Ausgestaltungen von Bedeutung sein.
Bezugszeichenliste
Fahrzeugsitz
Sitzteil
Oberschiene
Unterschiene
Raste
Bedienhebel
Rückenlehne
Verriegelungsvorrichtung
Entriegelungswelle
Entriegelungsbügel
Entriegelungselement
Verriegelungsplatte
Entriegelungsstift
Befestigungsschraube
Schraubenkopf
Festanschlag
Gegenanschlag
Halteblech
Anschlagmodul
Betätigungselement
Abweiserelement
Anschlagelement
Lagerbolzen
Endanschlag
b Endanschlag gemäß abgewandelter Ausfüh Anschlagarm
Schlitz
Grundplatte
Ansteuerelement Schwenkbolzen Rampenelement Übertragungshebel Nocken
Steuerarm
Schwenkachse