Reinigungssystem
Beschreibung
Technisches Gebiet
Die Erfindung betrifft ein Reinigungssystem, umfassend ein Reinigungsgerät, welches eine Handhabe und einen Reinigungskopf aufweist, sowie wenigstens eine Einrichtung zum Reinigen des Reinigungsgeräts mit einem Reinigungsfluid, insbesondere nach Gebrauch.
Stand der Technik
Reinigungssysteme der genannten Art sind aus dem Stand der Technik vielfach bekannt, so zum Beispiel aus der DE 299 21 374 U1. Das bekannte
Reinigungssystem umfasst einen Aufbewahrungsbehälter zum Aufbewahren und Reinigen einer Toilettenbürste. Zum Reinigen der Toilettenbürste nach dem Gebrauch sind in dem Aufbewahrungsbehälter eine
Desinfektionseinrichtung mit einem Behälter mit einer Desinfektionsflüssigkeit, eine Sprüheinrichtung, eine Zuleitung von dem Behälter zur Sprüheinrichtung und eine Pumpe vorgesehen.
Durch Betätigen der Pumpe wird eine vorgegebene Menge an Desinfektionsflüssigkeit aus dem Behälter herausgepumpt, über die Zuleitung
zur Sprüheinrichtung transportiert und von dort aus auf den Bürstenkopf gesprüht.
Nachteilig an dem bekannten Reinigungssystem ist der hohe apparative Aufwand.
Darstellung der Erfindung
Der Erfindung liegt die Aufgabe zu Grunde, ein Reinigungssystem der eingangs beschriebenen Art bereitzustellen, welches sich durch einen möglichst einfachen und kostengünstigen Aufbau auszeichnet.
Diese Aufgabe wird mit einem Reinigungssystem mit allen Merkmalen des Patentanspruchs 1 gelöst. Vorteilhafte Ausgestaltungen der Erfindung sind in den Unteransprüchen beschrieben.
Gemäß der Erfindung ist bei einem Reinigungssystem, welches ein Reinigungsgerät mit einer Handhabe und einem Reinigungskopf aufweist sowie wenigstens eine Einrichtung zum Reinigen des Reinigungsgeräts mit einem Reinigungsfluid, vorgesehen, dass die Einrichtung zum Reinigen des Reinigungsgeräts mit einem Reinigungsfluid einen Aerosolspraybehälter mit Aerosolspray umfasst.
Aerosolsprays sind bekannt. Unter einem Aerosol versteht man feinste, in einem Gas, beispielsweise Luft, schwebende feste oder flüssige Teilchen. Dieses Prinzip macht sich der Aerosolspraybehälter zunutze. Er besteht im Wesentlichen aus einem Behälter, zum Beispiel einer Dose, mit einem Sprühkopf mit einem Ventil. In dem Behälter befinden sich ein Treibmittel, in der Regel ein verflüssigtes oder komprimiertes Gas, das für einen Überdruck in
dem Behälter sorgt, und der Wirkstoff, beispielsweise ein Reinigungsmittel. Das öffnen des Ventils erfolgt in der Regel durch Niederdrücken des Sprühkopfs gegen den Innendruck in der Dose. Zusätzlich kann zum Zurückstellen des Sprühkopfs in seine Ausgangsposition und Verschließen des Ventils noch eine Feder, welche dem Niederdrücken des Sprühkopfs entgegenwirkt, vorgesehen sein. Beim öffnen des Ventils wird der Wirkstoff durch den Überdruck in dem Behälter ausgetrieben und durch explosionsartige Expansion des Treibmittels in kleinste Tröpfchen zerlegt.
Das erfindungsgemäße Reinigungssystem zeichnet sich durch einen einfachen und kostengünstigen Aufbau aus. Auf apparativ aufwändige Einrichtungen, wie zum Beispiel die aus dem eingangs beschriebenen Stand der Technik bekannten Pump- und Sprühvorrichtungen sowie einen separaten Wirkstoffbehälter mit Zuleitungen kann verzichtet werden. Ihre Funktion übernimmt in einfacher Weise der Aerosolspraybehälter.
Das bekannte Reinigungssystem kann unabhängig von irgendwelchen Stromoder sonstigen Anschlüssen in einem Sanitärraum überall dort platziert werden, wo es zum Gebrauch am einfachsten zugänglich ist. Der Treibmitteldruck im Aerosolspraybehälter sorgt überdies für eine sehr feine Verteilung des Aerosols beim Sprühen. Weiterhin verhindert er ein Verstopfen des Ventils.
Der Aerosolspraybehälter kann in einfacher Weise zugekauft und, sobald er leer ist, gegen einen neuen, befüllten Behälter ausgetauscht werden. So ist auch die Verwendung unterschiedlicher Reinigungsmittel möglich. Ein weiterer Vorteil ist die akustische Funktionskontrolle über das Sprühgeräusch beim Austritt des Aerosols.
Ist die Dose leer, so tritt kein Sprühgeräusch mehr auf. Ebenso ist keine Federwirkung mehr vorhanden bzw. die Federwirkung auf die Kraft der
Rückstellfeder reduziert. Damit ist ein automatisches Anzeigen des Endes der Lebensdauer eines solchen Aerosolspraybehälters gegeben.
Als Reinigungsfluid sind alle im Sanitärbereich denkbaren Reinigungsmittel geeignet.
Insbesondere sind solche Reinigungsmittel bevorzugt, die sog. "Trocknungsbeschleuniger" enthalten, d. h. zum Beispiel Flüssigkeiten, die sich unter Bildung eines Azeotrops mit Wasser mischen. Als solche Trockungsbeschleuniger sind beispielsweise Alkohole, insbesondere Ethanol oder Isopropylalkohol geeignet.
Weiterhin können die im Rahmen der Erfindung einsetzbaren Reinigungsfluide in an sich bekannter Weise antibakterielle/antimikrobielle Substanzen aufweisen, insbesondere quaternaere Ammonium-Salze, wie z.B. Octyl decyl dimethyl ammonium chlorid, Dioctyl dimethyl ammonium chlorid, Didecyl dimethyl ammonium chlorid, Alkyl dimethyl benzyl ammonium saccharinate sowie Phenole, wie zum Beispiel o-Phenylphenol, o-Benzyl-p- chlorphenol, Triclosan, Silber und Silbersalze, Wasserstoffperoxyd, frei oder in gebundener Form, Hypochlorite, Chlor, frei und in gebundener Form.
Wie oben erwähnt, kann das Reinigungsfluid auch noch Zusätze an Duftstoffen enthalten.
Ein besonders bevorzugtes Reinigungsmittel enthält:
0,1% Alkyl [50% C(14), 40% C(12), 10% C(16)] dimethyl benzyl ammonium saccharinat], 79 % Ethanol, 20.9% weitere und inerte Zusatzstoffe.
Als Treibmittel werden in der Regel ohne Beschränkung der Allgemeinheit Hydrocarbon (Kohlenwasserstoff), Hydrofluorocarbon (Fluorkohlenwasserstoff), Propan oder Butan eingesetzt.
In einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist eine Einrichtung zum Verschließen und Abdichten des Aufbewahrungsbehälters vorgesehen. Diese ist vorzugsweise an der Außenwandung des Aufbewahrungsbehälters angeordnet und dort so angelenkt, dass sie von einer Öffnungsposition in eine Schließposition schwenkbar ist. Besonders bevorzugt wird die Einrichtung zum Verschließen und Abdichten durch zwei, gegeneinander verschwenkbare, Halbschalenelemente gebildet.
Durch diese verhältnismäßig einfache konstruktive Maßnahme wird erreicht, dass bei geöffneten Halbschalenelementen die Eintrittsöffnung groß genug ist, dass ein Einsetzen des Reinigungsgeräts in senkrechter Stellung von oben her problemlos möglich ist. Da die Halbschalenelemente in geöffneter Position eine Art Trichter mit sich nach oben hin im Wesentlichen konisch erweiternden Wänden bilden, werden möglicherweise herunterfallende Tropfen aufgefangen und in das Behälterinnere geleitet. Auf keinen Fall kommt es zu einer unerwünschten und unästhetischen Verunreinigung der Außenwandung des Aufbewahrungsbehälters.
Die symmetrische Anordnung der Halbschalenelemente erlaubt auch in einfacher Weise die Installation eines automatischen Schließmechanismus, beispielsweise über eine Hebelanordnung mit Hebelelementen, welcher automatisch zu einem Verschwenken der Halbschalen in die Schließposition beim Einsetzen des Reinigungsgeräts in den Aufbewahrungsbehälter führt. Vorteilhafterweise sind die beiden Halbschalen so konstruiert bzw. angeordnet, dass sie bei Herausnahme des Reinigungsgerätes aufgrund der Einwirkung der Schwerkraft von alleine in die Öffnungsposition verschwenken.
Gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist der Aufbewahrungsbehälter mittels eines an der Handhabe des Reinigungsgeräts befindlichen Deckelelements, welches beim Einsetzen des Reinigungsgeräts in den Aufbewahrungsbehälter von oben auf dessen Randbereich aufsetzbar ist, verschließ- und abdichtbar.
Bei einem erfindungsgemäßen Reinigungssystem umfasst der Aufbewahrungsbehälter gemäß einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung zumindest eine Hauptkammer zum Einsetzen und Aufbewahren des Reinigungsgeräts sowie wenigstens eine Nebenkammer, welche über eine Durchtrittsöffnung miteinander verbunden sind.
Vorteilhafterweise sind die Hauptkammer und die Nebenkammer als separate Behälterelemente ausgebildet, welche lösbar miteinander verbunden sein können. Diese Ausführungsform hat den Vorteil, dass beide Behälterelemente leicht voneinander getrennt und unabhängig voneinander gereinigt werden können. Ein Entleeren und Reinigen des Aufbewahrungsbehälters ist damit auf einfache und hygienische Weise möglich ist.
In einer besonders bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist das Behälterelement mit der Nebenkammer als Sockel ausgebildet, auf welches das Behälterelement mit der Hauptkammer von oben aufsetzbar ist. Dies hat den Vorteil, dass zum Entleeren und Reinigen das Behälterelement mit der Hauptkammer in einfacher Weise von dem als Sockel ausgebildeten Behälterelement mit der Nebenkammer abgehoben werden kann. Weitere Teile müssen nicht zerlegt bzw. ausgebaut werden. Im Anschluss an die Reinigung können beide Behälterelemente in einfacher Weise wieder miteinander verbunden werden. Ein weiterer Vorteil der beschriebenen Ausführungsform ist, dass das Behälterelement mit der Hauptkammer geometrisch sehr einfach gestaltet werden kann, beispielsweise nach Art eines Topfes, so dass es sehr
einfach zu Reinigen ist. Da auch die Größe des Behälterelements zur Erzielung einer möglichst hohen Konzentration an Reinigungsfluid in der Hauptkammer bei möglichst sparsamer Zudosierung die Größe eines Bürstenkopfes nicht wesentlich überschreiten wird, ist auch ein Ausschwenken in einem Bad mit einer Reinigungsflüssigkeit leicht möglich.
Vorteilhafterweise sind beide Behälterelemente über eine Steckverbindung miteinander verbunden. Dann lassen sich beide Teile sehr leicht mit minimalem Kraftaufwand voneinander lösen bzw. wieder miteinander verbinden.
Weiterhin kann das als Sockel ausgebildete Behälterelement breiter als das Behälterelement mit der Hauptkammer ausgestaltet werden, um damit einen sicheren und festen Stand des gesamten Aufbewahrungsbehälters zu gewährleisten, ohne dass der optische Eindruck leidet oder der gesamte Aufbewahrungsbehälter zu voluminös ausfällt.
Der Aerosolspraybehälter mit dem Aerosolspray kann in der Hauptkammer des Aufbewahrungsbehälters, in welcher sich auch das Reinigungsgerät selbst befindet, angeordnet sein, oder aber auch in der Nebenkammer, die ja über eine Durchtrittsöffnung mit der Hauptkammer verbunden ist. Der Sprühkopf des Aerosolspraybehälters kann hierbei sowohl seitlich als auch unterhalb des Reinigungskopfes des Reinigungsgeräts angeordnet werden.
Ebenso denkbar ist eine Anordnung des Aerosolspraybehälters in der Handhabe der Reinigungsgeräts, von wo aus das Aerosol über entsprechende Öffnungen von oben auf den Bürstenkopf aufgesprüht werden kann, oder im Bürstenkopf selbst, der zu diesem Zweck entsprechende Austrittsöffnungen aufweisen muss.
Die Zudosierung des Reinigungsfluids kann in einfacher Weise durch Niederdrücken des Sprühkopfes des Aerosolspraybehälters erfolgen. Dies kann beispielsweise manuell erfolgen.
Vorteilhafterweise ist bei einem erfindungsgemäßen Reinigungssystem jedoch ein Betätigungsmechanismus zum automatischen Niederdrücken des Sprühkopfes vorgesehen, der beispielsweise durch das Einsetzen des Reinigungsgeräts in den Aufbewahrungsbehälter auslösbar ist. Solche automatischen Betätigungsmechanismen sind an sich bekannt. Sie beruhen in der Regel darauf, dass am Aufbewahrungsbehälter Vorsprünge, Hebel usw. vorgesehen sind, die so angeordnet sind, dass sie beim Einsetzen des Reinigungsgeräts in den Aufbewahrungsbehälter zu einem automatischen Niederdrücken des Sprühkopfs führen.
Das Zurückstellen des Sprühkopfs in die Schließposition des Ventils erfolgt, wie eingangs bereits erwähnt wurde, automatisch aufgrund des erhöhten Innendrucks in dem Behälter bzw. durch Einwirkung einer Rückstellfeder.
In einer weiteren bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist eine Zeitschaltuhr zur Betätigung des Öffnungsmechanismus vorgesehen. Auf diese Weise lässt sich insbesondere während längerer Aufbewahrungszeiten ohne Einsatz des Reinigungsgeräts in regelmäßigen, frei einstellbaren Zeitintervallen eine Reinigung vornehmen. Enthält das verwendete Aerosol auch noch Duftstoffe, wird dabei als Nebeneffekt aufgrund der nicht hermetischen Abdichtung des Reinigungsbehälters auch noch eine regelmäßige Raumbeduftung erzielt.
Neben der oben beschriebenen Einrichtung zur Beaufschlagung des Reinigungsgeräts mit einem Reinigungsfluid können noch weitere Einrichtungen, wie zum Beispiel Lampen für fluoreszierendes Licht zum
Abtöten von Bakterien oder dergleichen, zum Reinigen des Reinigungsgeräts vorgesehen sein.
Das oben beschriebene Reinigungssystem soll insbesondere im Bereich der Sanitäranwendungen seinen Einsatz finden, besonders bevorzugt zur Aufbewahrung und ggf. Reinigung von Toiletten bürsten.
Bürsten, insbesondere Toilettenbürsten, sind in der Regel mit Borstenbündeln besetzt. Anstelle dieser Borstenbündel können jedoch auch im Spritzgießverfahren hergestellte Reinigungselemente aus flexiblem Material eingesetzt werden. Diese können in Durchmesser, Länge und Anzahl stark variieren. Zum Zwecke einer optimalen Verteilung des Reinigungsmittel über die gesamte Oberfläche verschiedenartiger Bürstenkopfe im Behälter hat es sich gezeigt, dass sowohl die Menge des Treibmittels im Aerosol also auch die Raumerfüllung durch den Bürstenkopf von Bedeutung ist. Unter Raumerfüllung soll im Sinne der Erfindung in guter Näherung das Verhältnis aus dem von dem Borstenträger und den Borstenbündeln bzw. dem Reinigungselementeträger und den Reinigungselementen eingenommenen Volumen zu dem Volumen, das von der Hüllfläche um die Borstenbündel bzw. Reinigungselemente begrenzt wird, verstanden werden. Die spezifische Form der
Reinigungselemente oder die spezifischen Borsten und Borstenanzahlen in den Bündeln sind dabei von untergeordneter Bedeutung.
Es hat sich gezeigt, dass eine akzeptable Bedeckung der Bürstenkopfoberfläche mit dem Reinigungsfluid dann gegeben ist, wenn die Konzentration an Treibmittel im Aerosol größer/gleich 10% und die Raumerfüllung durch den Bürstenkopf kleiner oder gleich 25% sind.
Bis zu einer Raumerfüllung von 50 % ergeben sich eine akzeptable Bedeckung der Bürstenkopfoberfläche mit Reinigungsfluid ab einer Treibmittelkonzentration größer/gleich 15% im Aerosol.
Zwischen 50-80 % Raumerfüllung wird eine akzeptable Bedeckung in der Regel mit einer Treibmittelkonzentration von größer/gleich 20% im Aerosol erreicht.
Insgesamt hat es sich herausgestellt, dass der Quotient aus Raumerfüllung in % und Treibmittelkonzentration in % im allgemeinen kleiner/gleich 5 sein sollte. Bevorzugt ist dieser kleiner/gleich 3 und besonders bevorzugt kleiner/gleich 2.
Zur weiteren Unterstützung einer gleichmäßigen Verteilung des Reinigungsfluids während und unmittelbar nach dem Sprühvorgang kann das Besteckungsmuster des Borstenkopfes so gestaltet sein, dass sich bevorzugte Fließkanäle für das Reinigungsfluid ergeben. Hierbei hat es sich als vorteilhaft erwiesen, die Borstenbündel in der Höhe der Austrittsdüse des Reinigungsfluids auseinanderzurücken. Dadurch wird das Erreichen der gegenüberliegenden Seite des Bürstenkopfes erleichtert und es ergibt sich eine ausgeprägte Verwirbelungsdynamik im Bereich des kompletten Bürstenbehälters.
Generell ist das erfindungsgemäße Reinigungssystem zum Aufbewahren und ggf. Reinigen aller Arten von Reinigungsgeräten geeignet, welche sich durch eine Handhabe und einen Reinigungskopf auszeichnen, beispielsweise auch zum Aufbewahren und Reinigen von Zahnbürsten. Auch in diesen Fällen gelten die oben abgeleiteten Beziehungen zwischen Raumerfüllung und Treibmittelkonzentration im Aerosol.
Das erfindungsgemäße Reinigungssystem kann nicht nur zum Aufbewahren und ggf. Reinigen von Bürsten eingesetzt werden, prinzipiell ist er auch für
solche Reinigungsgeräte geeignet, bei denen der Reinigungskopf nicht als Bürste, sondern als Formkörper aus einem Schaum oder einem Vliesstoff oder dergleichen ausgebildet ist.
Nachfolgend wird die Erfindung anhand der in der Figur dargestellten Ausführungsformen näher erläutert:
Es zeigen:
Fig. 1 in einer schematischen Längsschnittdarstellung einen erfindungsgemäßen Reinigungsbehälter gemäß einer ersten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung mit einer Anordnung des Aerosolspraybehälters seitlich vom Reinigungskopf des Reinigungsgeräts;
Fig. 2 in einer schematischen Längsschnittdarstellung einen erfindungsgemäßen Reinigungsbehälter gemäß einer zweiten bevorzugten Ausführungsform der Erfindung mit einer Anordnung des Aerosolspraybehälters zentrisch unterhalb des Reinigungskopfs;
Fign. 3a bis 3b bevorzugte Ausführungsformen für Reinigungsköpfe für Toilettenbürsten, so wie sie in einem erfindungsgemäßen Reinigungssystem zum Einsatz kommen können.
Man erkennt in Fig. 1 einen Reinigungsbehälter 1 mit einem ersten Behälterelement 2 mit einer Hauptkammer 3, in welcher sich ein Reinigungsgerät 4 mit einem Reinigungskopf 5 und einer Handhabe 6 befindet. Bei dem Reinigungsgerät 4 handelt es sich bei der dargestellten Ausführungsform ohne Beschränkung der Allgemeinheit um eine
Toiletten bürste. Mit dem Bezugszeichen 7 sind die Borsten des Reinigungskopfes 5 bezeichnet. Die Hauptkammer 3 ist mittels eines an der Handhabe 6 des Reinigungsgeräts 1 angeordneten Deckelelements 8 nach außen hin verschlossen und abgedichtet. Eine zusätzliche Abdichtung wird noch durch den Dichtring 9 bewirkt, der auf einem stufenförmigen Absatz 10 im Innenbereich der Wandung 11 des Behälterelements 2 aufliegt.
Mit dem Bezugszeichen 12 ist in der Figur ein zweites Behälterelement bezeichnet. Diese weist eine Nebenkammer 13 auf. In der Nebenkammer 13 ist seitlich in einer hohlzylinderförmigen Halterung 14 ein Aerosolspraybehälter 15 mit einem Aerosol mit einem Reinigungsmittel angeordnet. Die Hauptkammer 3 und die Nebenkammer 13 sind über eine Durchtrittsöffnung 16 in Höhe des Kopfes 17 des Aerosolspraybehälters 15 miteinander verbunden. Weiterhin befindet sich in der Nebenkammer 13 noch ein Abstützelement 18 mit einem Federelement 19, auf dessen Funktion im Folgenden näher eingegangen wird.
Man erkennt in der Figur, dass die Hauptkammer 3 und die Nebenkammer 13 gemäß der Erfindung als separate Behälterelemente 2, 12 ausgebildet sind. Insbesondere ist das Behälterelement 2 bei der dargestellten Ausführungsform in das Behälterelement 12 eingesetzt. Das Behälterelement 2 stützt sich hierbei auf dem Kopf 17 des Aerosolspraybehälters 15 sowie auf dem Abstützelement 18 mit Federelement 19 ab. Zweckmäßigerweise können mehrere über den Umfang des Behälterelements 12 verteilte Abstützelemente 18 mit Federelementen 19 vorgesehen sein. Zum Entleeren oder Reinigen oder zu einem Wechsel des Aerosolspraybehälters 15 wird das Behälterelement 2 in einfacher weise nach oben aus dem Behälterelement 12 herausgehoben. Im Anschluss an den Reinigungsprozess bzw. nach dem Auswechseln des Aerosolspraybehälters 15 kann das Behälterelement 2 wieder von oben in das Behälterelement 12 eingesetzt werden.
Das Behälterelement 12 weist eine etwas größere Querschnittsfläche als das die Hauptkammer 3 begrenzende Behälterelement 2 auf und bildet dadurch eine Art Sockelkörper für das Behälterelement 2, wodurch eine höhere Standsicherheit erzielt wird.
Das Behälterelement 2 weist in seinem unteren Bereich an seinem Außenumfang einen sich horizontal nach außen hin erstreckenden Schirm 20 auf, der zur Auflage auf den Abstützelementen 18 mit den Federkörpern 19 sowie auf dem Kopf 17 des Aerosolspraybehälters 15 dient. Im Bereich des Kopfes 17 des Aerosolspraybehälters 15 weist der Schirm 20 eine Axialausdehnung auf, die als Betätigungselement 21 für den Aerosolspraybehälter 15 dient. Durch kurzzeitiges Ausüben von Druck auf die Handhabe 6 des Reinigungsgeräts 4 wird das Behälterelement 2 gegen die Federkraft der Federkörper 19 kurz nach unten gedrückt. Über das Betätigungselement 21 wird auch der Sprühkopf 17 des Aerosolspraybehälters 15 mit nach unten gedrückt mit dem Ergebnis, dass kurzzeitig Aerosol austritt und über die Durchtrittsöffnung 16 in die Hauptkammer 3 mit dem Reinigungskopf 5 gelangt. Dadurch, dass die Hauptkammer 3, wie oben beschrieben, nach außen abgedichtet ist, wirkt das Aerosol in einer so hohen Konzentration auf den Reinigungskopf 5 des Reinigungsgeräts 4 ein, dass schon nach kurzer Zeit eine sehr gute Desinfektionswirkung erzielt wird.
Fig. 2 zeigt eine weitere bevorzugte Ausführungsform der Erfindung. Gleiche Teile sind mit gleichen Bezugszeichen versehen. Bei der in der Fig. 2 dargestellten Ausführungsform wird die Nebenkammer für den
Aerosolspraybehälter 15 durch eine zentrisch angeordnete hohlzylinderförmige Aufnahme 22 in dem Behälterelement 12 gebildet. An die hohlzylinderförmige Aufnahme 22 schließt sich nach oben hin eine Radialerweiterung 23 zur Aufnahme des Behälterelements 2 an. Die Durchtrittsöffnung 16 zur Hauptkammer 3 des Behälterelements 2 befindet sich im Boden des
Behälterelements 2 direkt oberhalb des Sprühkopfes 17 des Aerosolspraybehälters 15, so dass durch Niederdrücken des Spraykopfes 17 des Aerosolspraybehälters 15 das Aerosol von unten her in die Hauptkammer 3 mit dem Reinigungskopf 5 hineingesprüht wird.
Die hohlzylinderförmige Aufnahme 22 für den Aerosolspraybehälter 15 sowie die Radialerweiterung 23 zum Einsetzen des Behälterelements 2 werden durch ein Betätigungselement 24 begrenzt, das in eine entsprechende Aufnahme 26 in dem Behälterelement 12 einsetzbar und gegenüber dieser gegen die Kraft eines am Boden des Behälterelements 12 angeordneten Federelements 27 in vertikaler Richtung nach unten verschiebbar ist. Diese Anordnung ermöglicht, wie nachfolgend beschrieben wird, ein automatisches Verschließen des Behälters 2 beim Einsetzen des Reinigungsgeräts 4.
Zum Verschließen und Abdichten sind bei der dargestellten Ausführungsform zwei an dem oberen Umfangsbereich des Behälterelements 12 angelenkte, gegeneinander verschwenkbare, Halbschalenelemente 28a, 28b vorgesehen. Beide befinden sich in der Figur in einer Öffnungsposition. Zum automatischen Verschwenken in die Schließposition beim Einsetzen des Reinigungsgeräts 4 in die Hauptkammer 3 sind mit den Halbschalenelementen 28a, 28b fest verbundene Hebelelemente 29a, 29b vorgesehen, die sowohl an dem Behälterelement 12 im Bereich der Radialerweiterung an der Innenwandung 30 als auch an dem Betätigungselement 24 angelenkt sind.
Bei Ausübung von Druck von oben auf das Behälterelement 2, beispielsweise beim Einstellen des Reinigungsgeräts 4 in die Hauptkammer 3, wird dieses nach unten bewegt und übt in gleicher Weise entsprechenden Druck auf das Betätigungselement 24 aus, das ebenfalls gegen die Federkraft des Federelements 27 mit nach unten bewegt wird. Durch diese Bewegung des Betätigungselements 24 werden die Hebelelemente 29a, 29b, die an dem
Betätigungselement 24 angelenkt sind, nach unten gekippt, was zu einer Schwenkbewegung der Halbschalenelemente 28a, 28b in Richtung ihrer Schließposition führt. Im Idealfall sind die Federkraft des Federelements 27 und das Gewicht des Reinigungsgeräts 4 so aufeinander abgestimmt, dass das Einsetzen des Reinigungsgeräts 4 nur zum Verschließen des Behälterelements 2 führt, so dass es erst bei weiterer Ausübung von Druck auf die Handhabe 6 des Reinigungsgeräts 4 zu einem Auslösen des Öffnungsmechanismus der Sprayflasche 15 kommt. Dies hat den Vorteil, dass das Reinigungsgerät 4 in dem geschlossenen Behälterelement 2 aufbewahrt werden kann, ohne dass es automatisch zu einem Auslösen des Öffnungsmechanismus des Aerosolspraybehälters 15 kommt.
Bei der dargestellten Ausführungsform ragt der Aerosolspraybehälter 15 so weit in die Aufnahme für das Behälterelement 2 im Bereich der Radialerweiterung 23 hinein, dass durch weiteres kurzzeitiges Niederdrücken nach dem Einsetzen des Reinigungsgeräts 4 in die Hauptkammer 3 und Verschwenken der Halbschalenelemente 28a, 28b in ihre Schließposition der Sprühkopf 17 kurzzeitig mit niedergedrückt wird, mit dem Ergebnis, dass das Aerosol kurzzeitig nach oben in die Hauptkammer 3 gesprüht wird.
Man erkennt in der Figur weiterhin, dass der Boden 31 des Behälterelements 12 im Bereich der Durchtrittsöffnung 16 erhöht ist, um ein Auslaufen von Flüssigkeit durch die Durchtrittsöffnung 16 zu verhindern.
Die Figuren 3a bis 3b zeigen Abbildungen typischer Toilettenreinigungsköpfe, wie sie in einem erfindungsgemäßen Reinigungssystem ihren Einsatz finden können.
Der in Fig. 3a dargestellte Reinigungskopf 5 ist als Bürstenkopf ausgebildet. Er besteht aus einem Borstenträger 5a mit einem Durchmesser von 25 mm und
einer Länge von 60 mm. 64 Borstenbündel 7a mit geraden Borsten 7 und einem mittleren Bündel-Durchmesser von 6 mm und einer freien Länge von 27.5 mm sind darüber regelmäßig verteilt. Damit nimmt der Reinigungs-/ Bürstenkopf 5 in seiner Hüllfläche ca. 400 ccm Raumvolumen ein. Das Volumen des Borstenträgers 5a beträgt dabei ca. 30 ccm. Die Borstenbündel 7a nehmen einen Volumenbereich von ca. 50 ccm ein.
Hier ergibt sich eine Raumerfüllung von insgesamt ca. 20% durch den Borstenträger 5a und die Borstenbündel 7a. In den verbleibenden ca. 80% des Raumes kann sich das Reinigungsfluid weitgehend ungehindert ausbreiten. Eine akzeptable Bedeckung der Reinigungs-/Bürstenkopfoberfläche mit Reinigungsfluid wird hier bei einer Treibmittelkonzentration von größer/gleich 10% im Aerosol erreicht.
Bei dem in Fig. 3b dargestellten als Bürstehkopf ausgebildeten Reinigungskopf 5 bestehen die Borsten 7 aus einem TPE Material. Die Borsten 7 sind kegelstumpfförmig und verjüngen sich nach außen. Der Borstenträger 5a hat einen Durchmesser von 30 mm und eine Länge von 60 mm. 231 kegelförmige Borsten 7, die sich von einem Durchmesser von 5 mm auf 3 mm nach außen verjüngen und eine Länge von 20 mm aufweisen, sind darüber regelmäßig verteilt. Hier ergibt sich eine Raumerfüllung von ca. 35%. Eine akzeptable Bedeckung der Bürstenkopfoberfläche mit Reinigungsfluid wird hier bei einer Treibmittelkonzentration von größer/gleich 15% im Aerosol erreicht.
Ein weiterer typischer als Bürstenkopf ausgebildeter Reinigungskopf 5 für
Toilettenbürsten besitzt vergleichbare Abmessungen. Im Unterschied zu dem in Fig. 3a dargestellten Reinigungs-/Bürstenkopf 5 enthält er allerdings 112 Borstenbündel 7a mit gewellten Borsten 7. Die Bündel 7a sind dicker und stärker aufgefächert als bei dem in Fig. 3a dargestellten Reinigungs-/ Bürstenkopf. Bei einem mittleren Bündeldurchmesser von 1 mm ergibt sich so
eine Raumerfüllung von ca. 70%. Eine akzeptable Bedeckung der Bürstenkopfoberfläche mit Reinigungsfluid wird hier bei einer Treibmittelkonzentration von größer/gleich 20% im Aerosol erreicht.