Verwendung von Phosphorsäuretriamiden in Reiniger- und Hygieneanwendungen
Phosphorsäuretriamide werden in der US 4,530,714 beschrieben. Die Verwendung dieser Verbindungen wird dort ebenfalls beschrieben, - bei Verwendung in Pflanzen- wuchsmedien tragen diese auf dem Feld dazu bei, dass der Stickstoffgehalt des Bodens erhalten bleibt.
Die US 5,770,771 offenbart ein mehrstufiges Verfahren zur Herstellung von N-hydro- carbylthiophosphorsäuretriamiden, z. B. von N-(n-Butyl)thiophosphorsäuretriamid.
Die WO 2006/010389 A1 befasst sich wiederum mit der Verwendung von Phosphorsäuretriamiden. Dabei wird eine Reihe von Verwendungen genannt: Die Vermeidung von Stickstoffverlusten bei der Anwendung stickstoffbasierter Düngemittel, die Vermeidung der Ammoniaklast in Tierställen, die Verwendung von Harnstoff als Futterzusatz in der Tierernährung sowie medizinische Anwendungen.
Die Vermeidung von Stickstoffverlusten bei der Anwendung stickstoffbasierter Düngemittel wird demnach erreicht, indem die enzymatische ureasekatalysierte Harnstoffhydrolyse - ggf. in Kombination mit einer parallelen Einschränkung der Nitrifikation - gehemmt wird. So sollen hohe Ammoniakkonzentrationen im Boden vermieden werden, die die Keimung und das Auflaufen von Jungpflanzen negativ beeinflussen können.
Durch Hemmung der enzymatischen ureasekatalysierten Harnstoffhydrolyse sollen ebenso die zum Teil erheblichen Ammoniaklasten in Ställen vermieden werden, die die Entwicklung und das Wachstum der Tiere negativ beeinflussen kön- nen.
Und es gelingt der WO 2006/010389 A1 nach auf diese Weise auch die teilweise Substitution der hochwertigen proteinreichen pflanzlichen Ernährung von Tieren durch sogenannte „non-protein-nitrogen-Verbindungen". Hier kann Harnstoff verwendet werden, wenn es gelingt, die im Pansen der Tiere ablaufende ureasekata- lysierte Harnstoffhydrolyse so zu kontrollieren, dass die freigesetzten Ammoniakraten durch anwesende Mikroorganismen sofort zu mikrobiellem Protein verarbeitet werden und so keine toxischen Reaktionen auslösen können. Im medizinischen Bereich werden die Ureaseinhibitoren zur Prophylaxe oder Therapie von Störungen oder Erkrankungen vorgeschlagen, die direkt oder indirekt durch Ureaseaktivität induziert oder begünstigt werden. Als Beispiele werden Ka- theterverkrustungen, ulzeröse Magen- und Darmerkrankungen, Urolithiasis, Pyelonephritis, Nephrolithiasis, Ammoniak-Encephalopathie, hepatische Encephalo- pathie, hepatisches Koma, Harnwegsinfektionen und gastrointestinale Infektionen genannt.
Die DE 102 52 382 A1 befasst sich ebenfalls mit der Vermeidung von Stickstoffverlusten bei der Anwendung stickstoffbasierter Düngemittel, der Vermeidung der Ammoni-
aklast in Tierställen und der Verwendung von Harnstoff als Futterzusatz in der Tierernährung. Sie beschreibt in diesem Zusammenhang Phosphorsäureesterdiamide als äußert effektive Ureaseinhibitoren. Ebenso beschreibt sie als Derivat des Phosphor- säuretriamids das N-(n-Butyl)thiophosphorsäuretriamid, das aber als relativ hydrolyse- anfällig bezeichnet wird. Die DE 102 52 382 A1 lehrt die Verwendung von Tetraami- nophosphoniumsalzen als besonders gut geeignete Verbindungen für die genannten Anwendungen.
US 6,869,923 beschreibt eine Parfum-Zusammensetzung, die im Sanitärbereich in Reinigern eingesetzt werden kann. Diese Zusammensetzung hat allerdings den Nachteil, dass ein Anwender, der nur den Urin-Geruch bei und nach der Reinigung vermeiden möchte, diese Möglichkeit nicht hat, sondern den Geruch nur durch einen anderen, im allgemeinen als angenehm empfundenen, überlagern kann.
Auch die US 6,376,457 beschreibt eine Parfum-Zusammensetzung für den Einsatz in Reinigern im Sanitärbereich. Auch hier hat der Anwender keine Möglichkeit, den unangenehmen Geruch von Urin zu vermeiden, - er kann ihn lediglich durch einen intensiveren - wiederum im allgemeinen als angenehm empfundenen - Geruch überdecken.
Ebenso beschreibt die US 6,625,821 , die sich im wesentlichen mit einer Dispergiervor- richtung für Reinigungsmittel und Duftstoffe in Toiletten beschäftigt, nur die Verwendung von Duftstoffen zur Lösung des Problems des Uringeruchs im Sanitärbereich.
Daraus ergibt sich die Aufgabe, den Geruch von Urin bei der Reinigung von mit Urin verunreinigten Flächen zu vermeiden, und die Aufgabe, die gereinigten Flächen zu konservieren, so dass sie bei erneuter Urin-Exposition erst verzögert, und idealerweise gar nicht den entsprechenden Geruch annehmen bzw. freisetzen.
Überraschend werden diese Aufgaben gelöst durch die Zusammensetzung gemäß den Ansprüchen 1 bis 14, die Dosiervorrichtungen gemäß den Ansprüchen 15 und 16, das Kit of parts gemäß Anspruch 17, die Reinigungsvorrichtung gemäß Anspruch 18 und die Verwendung dieser gemäß den Ansprüchen 19 und 20.
Eine Zusammensetzung, enthaltend mindestens ein N-Alkyl-thiophosphorsäuretriamid und mindestens ein Tensid ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus anionischen Tensiden, kationischen Tensiden und Betain-Tensiden löst erfindungsgemäß die gestellten Aufgaben.
Dabei ist eine Zusammensetzung bevorzugt, bei der die (Gesamt-)Menge an N-Alkyl- thiophosphorsäuretriamid(en) 0,01 bis 75 Massen%, besonders bevorzugt 0,1 bis 50
Massen% und ganz besonders bevorzugt 0,25 bis 20 Massen% beträgt. Eine Zusam-
mensetzung wie beschrieben, bei der die (Gesamt-)Menge an N-Alkyl-thiophosphor- säuretriamid(en) 0,5 bis 10 Massen% beträgt, ist am bevorzugtesten. Die besten Rei- nigungs- und Konservierungswirkungen werden erzielt, wenn die Zusammensetzung das eine oder die mehreren N-Alkyl-thiophosphorsäuretriamid(e) in Mengen von z. B. 0,6, 0,8, 1 , 2, 5 oder 8 Massen% enthält.
Eine Zusammensetzung wie beschrieben, bei der das mindestens eine Tensid in einer (Gesamt-)Menge von 0,01 bis 99 Massen% vorliegt, ist bevorzugt, bevorzugter ist eine Zusammensetzung, bei der das mindestens eine Tensid in einer (Gesamt-)Menge von 0,5 bis 50 Massen% und noch bevorzugter von 1 bis 25 Massen% vorliegt. Am bevorzugtesten ist eine Zusammensetzung wie beschrieben, bei der das mindestens eine Tensid in einer (Gesamt-)Menge von 1 bis 15 Massen% vorliegt. Hier ergibt sich die beste Reinigungs- und Konservierungswirkung, wenn die Zusammensetzung ein oder mehrere Tenside in einer (Gesamt-)Menge von z. B. 2, 5, 8, 10 oder 12 Massen% ent- hält.
Dabei ist die Angabe „(Gesamt-)Menge" so zu verstehen, dass in dem Fall, dass nur ein n-Alkylthiophosphorsäuretriamid bzw. nur ein erfindungsgemäßes Tensid in der Zusammensetzung vorliegt, die Menge dieses Stoffes zu betrachten ist, während in dem Fall, dass mehrere n-Alkylthiophosphorsäuretriamide bzw. mehrere erfindungsgemäße Tenside vorliegen, jeweils die Summe dieser zu betrachten ist. Enthält die Verbindung also z. B. x Massen% anionisches Tensid und y Massen% kationisches Tensid, so sind bei der Betrachtung x+y Massen% zu Grunde zu legen; liegen hingegen z. B. x Massen% Betain-Tensid und y Massen% nichtionisches Tensid vor, so sind lediglich die xMassen% des Betain-Tensids zu Grunde zu legen.
Erfindungsgemäße Tenside können sein: anionische Tenside, kationische Tenside und Betain-Tenside. Diese können jeweils verzweigt oder unverzweigt sein.
Tenside bestehen im allgemeinen aus einem hydrophoben und aus einem hydrophilen Teil. Dabei weist der hydrophobe Teil im allgemeinen eine Kettenlänge von 4 bis 20 C- Atomen, vorzugsweise 6 bis 19 C-Atomen und besonders bevorzugt 8 bis 18 C- Atomen auf. Die funktionelle Einheit der hydrophoben Gruppe ist im allgemeinen eine OH-Gruppe, wobei der Alkohol verzweigt oder unverzweigt sein kann. Der hydrophile Teil besteht im allgemeinen im wesentlichen aus alkoxylierten Einheiten (z. B. Ethylen- oxid (EO), Propylenoxid (PO) und/oder Butylenoxid (BO), wobei sich üblicherweise 2 bis 30, vorzugsweise 5 bis 20 dieser alkoxylierten Einheiten aneinanderreihen, und/oder geladenen Einheiten wie Sulfat, Sulfonat, Phosphat, Carbonsäuren, Ammonium und Amoniumoxid.
Beispiele für anionische Tenside sind: Carboxylate, Sulfonate, Sulfofettsäuremethyl- ester, Sulfate, Phosphate. Beispiele für kationische Tenside sind: quartäre Ammoniumverbindungen. Beispiele für Betain-Tenside sind: Alkylbetaine.
Dabei wird unter einem „Carboxylat" eine Verbindung verstanden, die mindestens eine Carboxylat-Gruppe im Molekül aufweist. Beispiele für Carboxylate, die erfindungsgemäß verwendet werden können, sind
> Seifen — z. B. Stearate, Oleate, Cocoate der Alkalimetalle oder des Ammoni- ums,
> Ethercarboxylate — z. B. Akypo® RO 20, Akypo® RO 50, Akypo® RO 90.
Unter einem „Sulfonat" wird eine Verbindung verstanden, die mindestens eine Sulfo- nat-Gruppe im Molekül aufweist. Beispiele für Sulfonate, die erfindungsgemäß verwen- det werden können, sind
> Alkylbenzolsulfonate — z. B. Lutensit® A-LBS, Lutensit® A-LBN, Lutensit® A- LBA, Marion® AS3, Maranil® DBS,
> Alkylsulfonate — z. B. Alscoap OS-14P, BIO-TERGE® AS-40, BIO-TERGE® AS-40 CG, BIO-TERGE® AS-90 Beads, Calimulse® AOS-20, Calimulse®
AOS-40, Calsoft® AOS-40, Colonial® AOS-40, Elfan® OS 46, Ifrapon® AOS 38, Ifrapon® AOS 38 P, Jeenate® AOS-40, Nikkol® OS-14, Norfox® ALPHA XL, POLYSTEP® A-18, Rhodacal® A-246L, Rhodacal® LSS-40/A,
> Sulfonierte Öle wie z.B. Türkischrotöl, > Olefinsulfonate,
> aromatische Sulfonate — z.B. Nekal® BX, Dowfax® 2A1.
Dabei wird unter einem „Sulfofettsäuremethylester" eine Verbindung verstanden, die folgende Einheit der allgemeinen Formel (I) aufweist:
(I), bei der R 10 bis 20 C-Atome aufweist; vorzugsweise weist R 12 bis 18 und besonders bevorzugt 14 bis 16 C-Atome auf.
Dabei wird unter einem „Sulfat" eine Verbindung verstanden, die mindestens eine SO4- Gruppe im Molekül aufweist. Beispiele für Sulfate, die erfindungsgemäß verwendet werden können, sind
> Fettalkoholsulfate wie z. B. Kokosfettalkoholsulfat (CAS 97375-27-4) — z. B. EMAL® 10G, Dispersogen® Sl, Elfan® 280, Mackol® 100N,
> andere Alkoholsulfate — z. B. Emal® 71 , Lanette® E,
> Kokosfettalkoholethersulfat — z. B. Emal® 2OC, Latemul® E150, Sulfochem® ES-7, Texapon® ASV-70 Spec, Agnique SLES-229-F, Octosol 828, POLYSTEP® B-23, Unipol® 125-E, 130-E, Unipol® ES-40,
> andere Alkoholethersulfate — z. B. Avanel® S-150, Avanel® S 150 CG, Avanel® S 150 CG N, Witcolate® D51-51 , Witcolate® D51-53.
Unter einem „Phosphat" wird vorliegend eine Verbindung verstanden, die mindestens eine PCu-Gruppe im Molekül aufweist. Beispiele für Phosphate, die erfindungsgemäß verwendet werden können, sind
> Alkyletherphosphate — z. B. Maphos® 37P, Maphos® 54P, Maphos® 37T, Maphos® 210T und Maphos® 210P,
> Phospaphate wie Lutensit A-EP,
> Alkylphosphate.
Unter einer „quartären Ammoniumverbindung" wird eine Verbindung verstanden, die mindestens eine R4N+-Gruppe im Molekül aufweist. Beispiele für quartäre Ammoniumverbindungen, die erfindungsgemäß verwendet werden können, sind
> Halogenide, Methosulfate, Sulfate und Carbonate von Kokosfett-, Taigfett- oder Cetyl/Oleyltrimethylammonium.
Weiterhin wird unter einem „Betain-Tensid" eine Verbindung verstanden, die unter Anwendungsbedingungen, d.h. unter Normaldruck und bei Raumtemperatur (20 0C) oder unter den Bedingungen, wie sie zur Simulierung in den Beispielen gewählt wurden, je mindestens eine positive und negative Ladung trägt. Ein „Alkylbetain" ist dabei ein Be- tain-Tensid, das mindestens eine Alkyl-Einheit im Molekül aufweist. Beispiele für Be- tain-Tenside, die erfindungsgemäß verwendet werden können, sind Cocamidopropylbetain — z. B. MAFO® CAB, Amonyl® 380 BA, AMPHOSOL® CA, AMPHOSOL® CG, AMPHOSOL® CR, AMPHOSOL® HCG; AMPHOSOL® HCG-50, Chembetaine® C, Chembetaine® CGF, Chembetaine® CL, Dehyton® PK, Dehyton® PK 45, Emery® 6744, Empigen® BS/F, Empigen® BS/FA, Empigen® BS/P, Genagen® CAB, Lonzaine® C1 Lonzaine® CO, Mirataine® BET-C-30, Mirataine® CB, Monateric® CAB, Naxaine® C, Naxaine® CO, Norfox® CAPB, Norfox® Coco Betaine, Ralufon® 414 TEGO®-Betain CKD, TEGO® Betain E KE 1 TEGO®-Betain F, TE- GO®-Betain F 50 und Aminoxide wie z.B. Alkyldimethylaminoxide, d. h. Verbindungen der allgemeinen Formel (II)
R1
R3— NHK)
I
R2 (H),
bei denen R1 , R2 und R3 unabhängig voneinander für einen aliphatischen, cyclischen oder tertiären Alkyl- od. Amidoalkyl-Rest stehen, wie z. B. Mazox® LDA, Genaminox®, Aromox® 14 DW 970.
Eine besonders bevorzugte Ausführungsform stellt die beschriebene Zusammensetzung dar, bei der das eine oder die mehreren N-Alkyl-thiophosphorsäuretriamid(e) ausgewählt ist/sind aus der Gruppe bestehend aus: N-Methyl-thiophosphorsäu- retriamid, N-Ethyl-thiophosphorsäuretriamid, N-Propyl-thiophosphorsäuretriamid (linear oder verzweigt), N-Butyl-thiophosphorsäuretriamid (linear oder verzweigt), N-Pentyl- thiophosphorsäuretriamid (linear oder verzweigt), N-Hexyl-thiophosphorsäuretriamid (linear oder verzweigt), N-Cyclohexylthiophosphorsäuretriamid, N-Heptyl-thiophosphor- säuretriamid (linear oder verzweigt), N-Cycloheptyl-thiophosphorsäuretriamid, N-Octyl- thiophosphorsäuretriamid (linear oder verzweigt), N-Cyclooctyl-thiophosphorsäuretri- amid. Besonders bevorzugt sind dabei solche Zusammensetzungen, die mindestens eines der N-Alkylthiophosphorsäuretriamide ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus N-Ethyl-thiophosphorsäuretriamid, N-Propyl-thiophosphorsäuretriamid, N-Butyl- thiophosphorsäuretriamid und N-Pentyl-thiophosphorsäuretriamid enthalten. Und ganz besonders bevorzugt sind Zusammensetzungen, die mindestens eines der N-Alkylthio- phosphorsäuretriamide ausgewählt aus der Gruppe bestehend aus N-Propyl-thio- phosphorsäuretriamid und N-Butyl-thiophosphorsäuretriamid enthalten.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung ist eine Zusam- mensetzung wie beschrieben, die mindestens zwei N-Alkyl-thiophosphorsäurealkyl- amide enthält. Dabei ist die am meisten bevorzugte Ausführungsform die, bei der die Zusammensetzung N-Propyl-thiophosphorsäuretriamid und N-Butyl-thiophosphorsäu- retriamid enthält.
Da die N-Alkyl-thiophosphorsäurealkylamide in Gegenwart starker Säuren und Basen eine verringerte Lagerstabilität aufweisen, ist eine Zusammensetzung bevorzugt, die einen pH-Wert im Bereich von 5 bis 9 und vorzugsweise von 6 bis 8, wie 6,5, 7 oder 7,5 aufweist. Die Zusammensetzung kann aber auch mit starken Säuren oder Basen eingesetzt werden. Dabei werden vorzugsweise die unten näher beschriebenen Do- siervorrichtungen verwendet.
Eine weitere bevorzugte Ausführungsform der vorliegenden Erfindung stellt eine Zusammensetzung dar, die zusätzlich mindestens einen der folgenden Stoffe enthält:
nichtionisches Tensid, Polymer, Farbstoff, Duftstoff, Komplexbildner, Säure, Base, Bio- zid, Hydrotrop, Verdickungsmittel.
Nichtionische Tenside sind grenzflächenaktive Stoffe mit einer ungeladenen, im neutralen pH-Bereich keine lonenladung tragenden, polaren, hydrophilen, wasserlöslich ma- chenden Kopfgruppe (im Unterschied zu anionischen und kationischen Tensiden), die an Grenzflächen adsorbiert und oberhalb der kritischen Micellbildungskonzentration (cmc) zu neutralen Micellen aggregiert. Je nach Art der hydrophilen Kopfgruppe kann man unterscheiden zwischen (Oligo)oxyalkylen-Gruppen, insbesondere (Oligo)oxy- ethylen-Gruppen (Polyethylenglycol-Gruppen), wozu die Fettalkoholpolyglycolether (Fettalkoholalkoxylate), Alkylphenolpolyglycolether sowie Fettsäureethoxylate, alkoxy- lierte Triglyceride und Mischether (beidseitig alkylierte Polyethylenglycolether) zählen; und Kohlenhydrat-Gruppen, zu denen z. B. die Alkylpolyglucoside und Fettsäure-N- methylglucamide zählen.
Beispiele für nichtionische Verbindungen sind Alkoholalkoxylate.
Alkoholalkoxylate, basieren auf einem hydrophoben Teil mit einer Kettenlänge von 4 bis 20 C-Atomen, vorzugsweise 6 bis 19 C-Atomen und besonders bevorzugt 8 bis 18 C-Atomen, wobei der Alkohol verzweigt oder unverzweigt sein kann, und einem hydrophilen Teil, bei dem es sich um alkoxylierte Einheiten, z. B. Ethylenoxid (EO), Propylenoxid (PO) und/oder Butylenoxid (BuO), mit 2 bis 30 Wiederholungseinheiten handeln kann. Beispiele sind u.a. Lutensol ® XP, Lutensol ® XL, Lutensol ® ON, Lu- tensol ® AT, Lutensol ® A, Lutensol ® AO, Lutensol ® TO.
Alkoholphenolalkoxylate sind Verbindungen der allgemeinen Formel (III),
die durch Anlagerung von Alkylenoxid, vorzugsweise von Ethylenoxid an Alkylphenole hergestellt werden. Vorzugsweise ist dabei R4 = H. Bevorzugt ist es außerdem , wenn R5 = H ist und es sich somit um EO handelt; ist R5 = CH3, handelt es sich um PO und wenn R5 = CH2CH3 ist, handelt es sich um BuO. Besonders bevorzugt ist außerdem eine Verbindung, in der Octyl- [(R1 = R3 = H, R2 = 1 ,1 ,3,3-Tetramethylbutyl (Diisobuty- len)], Nonyl- [(R1 = R3 = H, R2 = 1 ,3,5-Trimethylhexyl (Tripropylen)], Dodecyl-, Dino- nyl- oder Tributylphenolpolyglycolether (z. B. EO, PO, BuO) R-C6H4-O-(EO/PO/BuO)n
R C8 bis C12, mit n = 5 bis 10, vorliegen. Nichtabschließende Beispiele für derartige Verbindungen sind: Norfox® OP-102, Surfonic® OP-120, T-Det® 0-12.
Fettsäureethoxilate sind mit unterschiedlichen Mengen Ethylenoxid (EO) nachbehan- delte Fettsäureester.
Triglyceride sind Ester des Glycerols (Glyceride), in denen alle drei Hydroxy-Gruppen mit Fettsäuren verestert sind. Diese können mit Alkylenoxid modifiziert werden.
Fettsäurealkanolamide sind Verbindungen der allgemeinen Formel (IV)
die mindestens eine Amid-Gruppe mit einem Alkylrest R und einen oder zwei Alkoxyl- rest(e) aufweist, wobei R 1 1 bis 17 C-Atome umfasst und 1 < m + n < 5 ist.
Alkylpolyglycoside sind Gemische aus Alkylmonoglucosid (Alkyl- α-D- und - ß-D- glucopyranosid sowie geringen Anteile -glucofuranosid), Alkyldiglucosiden (- isomaltosiden, -maltosiden und anderen) und Alkyloligoglucosiden (-maltotriosiden, - tetraosiden und anderen). Alkylpolyglycoside sind unter anderem durch sauer katalysierte Reaktion (Fischer-Reaktion) aus Glucose (oder Stärke) oder aus n- Butylglucosiden mit Fettalkoholen zugänglich. Alkylpolyglycoside entsprechen der allgemeinen Formel (V)
in der m = 0 bis 3 und n = 4 bis 20 ist.
Ein Beispiel ist Lutensol ® GD70.
In der Gruppe nichtionischer N-alkylierter, vorzugsweise N-methylierter, Fettsäureami- de der allgemeinen Formel (VI)
steht R1 in der Regel für einen n-Ci2-Alkyl-Rest, R2 für einen Alkyl-Rest mit 1 bis 8 C- Atomen. R2 ist vorzugsweise Methyl.
Der Vorteil des Zusatzes dieser nichtionischen Tenside liegt darin, dass sie die Grenz- flächenspannung herabsetzen und so für eine gute Benetzung sorgen.
Polymere können sein: Addukte bestehend aus Ethylenoxid (EO) und/oder Propyleno- xid (PO) und/oder Butylenoxid (BuO). Die Anordnung der Monomere kann dabei alternierend, statistisch oder blockartig sein. Bevorzugt sind Verbindungen, in denen die Verteilung im wesentlichen blockartig ist. Beispiele für derartige Verbindungen sind Pluronics®.
Farbstoffe können neben anderen sein: Acid Blue 9, Acid Yellow 3, Acid Yellow 23, Acid Yellow 73, Pigment Yellow 101 , Acid Green 1 , Acid Green 25. Der Vorteil des Einsatzes von Farbstoffen in Reinigern liegt darin, dass sie die Dosierung erleichtern und gegebenenfalls während der Reinigung einen Anhaltspunkt geben, wo bereits gereinigt worden ist.
Duftstoffe können einzelne Verbindungen oder Mischungen von Alkoholen, Aldehyden, Terpenen und/oder Estern sein. Beispiele für Duftstoffe sind: Lemongrass OiI, Cochin, Dihydro Myrcenol, Lilial, Phenylethylalkohol, Tetrahydrolinalool, Hexenol cis-3, Lavan- din grosso, Citral, Allylcapronat, Citronitrile, Benzylacetat, Hexylzimtaldehyd, Citronel- lol, Isoamylsalizilat, Isobornylacetat, Terpinylacetat, Linalylacetat, Terpinylacetat, Di- hydromyrcenol, Agrunitril, Eucalyptusöl, Herbaflorat und Orangenöl. Der Vorteil des Einsatzes von Duftstoffen in Reinigern liegt darin, dass sie während der Reinigung einen Anhaltspunkt geben, wo bereits gereinigt worden ist, sowie die Wahrnehmung der reinigenden Wirkung der Zusammensetzung auf anderer als auf optischer Ebene erhöhen.
Komplexbildner sind Verbindungen, die Kationen zu binden vermögen. Dies kann genutzt werden, um die Härte des Wassers zu verringern und um störende Schwermetallionen auszufällen. Beispiele für Komplexbildner sind NTA, EDTA, MGDA und GLDA. Der Vorteil des Einsatzes dieser Verbindungen liegt darin, dass viele reinigungsaktive
Verbindungen in weichem Wasser bessere Wirkung erzielen; außerdem kann durch Verringerung der Wasserhärte das Auftreten von Kalkablagerungen nach der Reinigung vermieden werden. Durch Verwendung dieser Verbindungen entfällt somit die Notwendigkeit des Trocknens der gereinigten Oberfläche. Dies ist vom Arbeitsablauf her vorteilhaft und insbesondere deshalb erstrebenswert, da auf diese Weise die zur Konservierung aufgebrachte erfindungsgemäße Zusammensetzung nicht teilweise wieder entfernt wird.
Säuren sind Verbindungen die vorteilhaft zum Lösen von Kalkablagerungen verwendet werden. Beispiele für Säuren sind Ameisensäure, Essigsäure, Citronensäure, Salzsäure, Schwefelsäure und Sulfonsäure.
Basen sind Verbindungen, die vorteilhaft für das Einstellen des günstigen pH- Wertbereiches für Komplexbildner verwendet werden können. Beispiele für Basen, die erfindungsgemäß verwendet werden können, sind: NaOH, KOH und Aminethanol.
Biozide sind Verbindungen, die Bakterien abtöten. Ein Beispiel für ein Biozid ist Glutar- aldehyd. Der Vorteil der Verwendung von Bioziden liegt darin, dass sie der Verbreitung von Krankheitserregern entgegenwirken.
Hydrotrope sind Verbindungen, die die Löslichkeit des Tensides / der Tenside in der Zusammensetzung verbessern. Ein Beispiel für ein Hydrotrop ist: Cumolsulfonat.
Verdickungsmittel sind Verbindungen, die die Viskosität der Zusammensetzung erhö- hen. Beispiele für Verdickungsmittel sind: z.B. Polyacrylate oder hydrophob modifizierte Polyacrylate. Der Vorteil der Verwendung von Verdickungsmitteln liegt darin, dass Flüssigkeiten mit höherer Viskosität auf geneigten oder vertikalen Oberflächen eine höhere Verweilzeit aufweisen als Flüssigkeiten mit niedrigerer Viskosität. Dies erhöht die Wechselwirkungszeit zwischen Zusammensetzung und zu reinigender Oberfläche.
Eine Dosiervorrichtung für die erfindungsgemäße Zusammensetzung stellt einen weiteren Gegenstand der vorliegenden Erfindung dar. Eine Dosiervorrichtung im Sinne dieser Erfindung ist ein Gefäß, dass die erfindungsgemäße Zusammensetzung enthält und diese durch mindestens eine Öffnung freigibt. Dabei kann die Entnahme durch Schwerkraft, z. B. durch Ausgießen durch eine Öffnung, durch Pumpen, z. B. durch Erzeugen eines Überdruckes in dem Gefäß aber auch durch Anlegen eines Unterdruckes von außen erfolgen. Vorteilhaft ist es auch, die erfindungsgemäße Zusammensetzung mit Hilfe eines Treibgases aus dem Behälter zu befördern. Dabei sind solche Dosiervorrichtungen bevorzugt, die die erfindungsgemäße Zusammensetzung auf der zu behandelnden Oberfläche oder auf der zur Reinigung zu verwendenden Reinigungsvorrichtung möglichst homogen verteilen. Besonders bevorzugt ist dabei eine
Dosiervorrichtung bei der mindestens zwei der Bestandteile der erfindungsgemäßen Zusammensetzung erst im Zeitpunkt der Abgabe miteinander gemischt werden. Diese Art der Dosiervorrichtung ist insbesondere dann vorteilhaft, wenn neben dem mindestens einen N-Alkylthiophosphorsäuretriamid ein oder mehrere Tenside verwendet wer- den, die besonders sauer oder basisch sind. Sind weitere Bestandteile Säuren oder Basen ist es besonders vorteilhaft diese bzw. auch diese von dem/den N-Alkylthio- phosphorsäuretriamid/en während der Lagerung zu trennen und die Bestandteile erst bei der Verwendung zusammenzugeben.
Ein Kit of parts bestehend aus mindestens zwei zeitgleich oder nacheinander anzuwendenden Stoffen, die zusammen der erfindungsgemäßen Zusammensetzung entsprechen, bildet einen weiteren Gegenstand der vorliegenden Erfindung. So kann z. B. in einem Behälter das eine oder die mehreren N-Alkylthiophosphorsäuretriamid/e enthalten sein und in einem zweiten das eine oder die mehreren Tenside. Auch eine Auf- trennung in stark saure bzw. stark basische Bestandteile auf der einen Seite und das eine oder die mehreren N-Alkylthiophosphorsäuretriamid/e auf der anderen Seite ist so realisierbar und liegt im Rahmen der vorliegenden Erfindung. Ein derartiges Kit of parts ermöglicht neben der im wesentlichen gleichzeitigen Verwendung der verschiedenen Bestandteile auch eine zeitlich nachgelagerte Verwendung der Bestandteile. So kann z. B. zunächst die Reinigung der zu reinigenden Oberfläche mit der tensidhaltigen Zusammensetzung und anschließend die Konservierung der Oberfläche mit der N-Alkyl- thiophosphorsäuretriamid/e enthaltenden Zusammensetzung erfolgen. Schließlich ist es auch möglich, zwei Zusammensetzungen zu verwenden, bei denen die erste Ten- sid(e) und N-Alkylthiophosphorsäuretriamid/e und die zweite nur N-Alkylthiophosphor- säuretriamid/e enthält. So kann die Geruchsbelästigung während der Reinigung mit der ersten Zusammensetzung verringert werden, und mit der zweiten Zusammensetzung kann dann eine Konservierung erreicht werden. Auch dies bildet einen bevorzugten Gegenstand der vorliegenden Erfindung.
Eine Reinigungsvorrichtung, die die erfindungsgemäße Zusammensetzung aufweist bildet einen weiteren Gegenstand der vorliegenden Erfindung. Eine Reinigungsvorrichtung im Sinne dieser Erfindung ist alles, was geeignet ist, eine Reinigungswirkung zu erzielen. Dies schließt u.a. ein: Schwämme, Lappen, Tücher, Wischer aus Metall, Kunststoff, Glas, Keramik und/oder Gummi, Vliesstoffe und Bürsten.
Die Verwendung einer erfindungsgemäßen Zusammensetzung, einer erfindungsgemäßen Dosiervorrichtung, eines erfindungsgemäßen Kits of parts und/oder einer erfindungsgemäßen Reinigungsvorrichtung zur Reinigung, vorzugsweise zur Reinigung harter Oberflächen und/oder Stoffen und/oder Polstern stellt einen weiteren Gegen- stand der Erfindung dar.
Eine Verwendung wie beschrieben, bei der die zu reinigende Oberfläche ausgewählt ist aus der Gruppe bestehend aus Fliesen, Kacheln, Marmor, Keramik, Beton, Kunststoff, Metall, Email, Glas stellt einen bevorzugten Erfindungsgegenstand dar. Ebenso stellt eine Verwendung eine bevorzugte Ausführungsform dar, bei der der zu entfer- nende Schmutz Urin und/oder dessen Zerfallsprodukte aufweist.
Die vorliegende Erfindung wird im Folgenden durch Beispiele näher erläutert:
Beispiele:
Zu jeweils einem Reiniger wurden 1 ,0 Massen% bzw. 5,0 Massen% NxPT (3 : 1 N-(n- Butyl)thiophosphonsäuretriamid : N-Propylthiophosphorsäuretriamid) gegeben. Danach wurde mit den Proben, d. h. sowohl mit dem Reiniger an sich als auch mit den beiden NxPT-haltigen Zusammensetzungen, der „Reinigermischung", ein Ammoniaktest durchgeführt.
Ammoniaktest:
• 250 mg dieser Reinigermischung wurden in einen 100 ml Erlenmeyerkolben ein- gewogen.
• 30 mg feste Urease (aus Schwertbohnen; lyophilisiert 5 U/mg zur Harnstoffbestimmung im Serum, Merck, Artikelnr. 4194753) wurden in einem 100 ml- Becherglas einwogen
• zu der Urease wurden 50 ml 0,9 %ige Kochsalzlösung, die Harnstoff (8,56 g/l) enthielt, gegeben
• die gesamte Flüssigkeit aus dem Becherglas wurde zügig zu der Probe in den Erlenmeyer-Kolben gegossen
• ein Diffusionsröhrchen (Dräger-Röhrchen, Ammoniak 20 / a-D, 20 - 1500 ppm*h, Bestellnr. 8101301 ) wurde so angebracht, dass der Kolben verschlossen war (Röhrchen in einem angebohrten Gummistopfen)
• alle 30 Minuten wurde der Wert am Diffusionsröhrchen abgelesen und notiert; die Messung dauerte insgesamt über 6 Stunden
Doppelbestimmung (Wert 1 , Wert 2)
Beispiel 1 :
Kein Reinigungsmittel
Beispiel 2-4:
Bei Form 1 , handelte es sich um Reinigerformulierungen, bestehend aus:
Dodecylbenzolsulfonat, Aminsalz 3,3 Massen%
C13,15-Oxoalkohol +8 EO 3 Massen%
Alkylpolyglucosid 1 Massen%
Wasser 94,7 Massen%.
Beispiel 5-7:
Bei Form 2 handelte es sich um Reinigerformulierungen, bestehend aus:
Ci2-Ci8-Alkohol + 1 - 8 PO + 1 - 8 EO + Cs-ds-Alkylpolyglucosid + C8-Cio-Carbonsäure
6 Massen% penta-Natriumtriphosphat 3 Massen% Butylglykol 10 Massen%
Wasser 81 Massen%.
Beispiel 8-10: Bei Form 3 handelte es sich um eine Verdünnung von Form 1 im Verhältnis 1 : 20.
Beispiel 1 1-13:
Bei Form 4 handelte es sich um Reiniger, bestehend aus:
C13,15-Oxoalkohol +7 EO 5 Massen %
Kokosalkaliseife 1 ,8 Massen%
Dodecylbenzolsulfonat, Aminsalz 8,25 Massen% penta-Natriumtriphosphat 3 Massen %
Cumolsulfonat 3,2 Massen%
Wasser 78,75 Massen%
Die Ergebnisse zeigen, dass bei Verwendung der erfindungsgemäßen Zusammensetzungen die Ammoniakfreisetzung, die für den Urin-Geruch verantwortlich ist, im Ver- gleich zu allen Reinigern deutlich verringert wurde.