Technisches Gebiet
An Kraftfahrzeugen eingesetzte Verbrennungsmotoren werden laufend hinsichtlich der
Abgasemission und des Kraftstoffverbrauches optimiert. Eine Quelle vermeidbaren Kraftstoffverbrauches
sowie vermeidbarer Abgas- und Geräuschemission stellt der Stadtverkehr
dar. Im Stadtverkehr laufen Verbrennungsmotoren von Kraftfahrzeugen aufgrund häufigen
Anhaltens an Ampeln und Kreuzungen einen nicht unerheblichen Teils ihrer Betriebszeit
im Leerlauf. Dies stellt eine erhebliche Ressourcenverschwendung und Umweltbelastung
dar, da es einen unnützen Mehrverbrauch an Kraftstoff und damit einhergehender Emission
giftiger, klimarelevanter und schädlicher Abgase mit sich bringt. Um diesen unnötigen
Leerlaufphasen abzuhelfen, sind Kraftfahrzeuge mit Start/Stop-Automatik ausgerüstet
worden, wobei der Verbrennungsmotor bei Vorliegen bestimmter Stoppbedingungen abgestellt
und bei Vorliegen bestimmter Startbedingungen elektrisch wieder angelassen wird.
Mittels solcher Start/Stop-Systeme lassen sich die Leerlaufphasen von Verbrennungskraftmaschinen
im Stadtverkehr erheblich reduzieren.
Stand der Technik
Start/Stop-Systeme zum automatischen Abstellen von Verbrennungskraftmaschinen sind
aus EP 0 233 738 A1, DE 33 43 018 C1 sowie DE 44 21 512 C1 bekannt geworden. Obwohl
Antriebssysteme mit Start/Stop-Automatik ihre grundsätzliche Alltagstauglichkeit
unter Beweis gestellt haben, sind sie dennoch mit einigen Nachteilen behaftet. Dazu zählt
das laute Startergeräusch, was hauptsächlich von den Getriebegeräuschen der Ritzelübersetzung
des hochübersetzten Startermotors herrührt (Ritzel-Zahnkreuz-Übersetzung 1:9 bis
1:15, Vorgelege-Übersetzung 1:3 bis 1:6, Gesamt-Übersetzung 1:30 bis 1:60). Aufgrund
der im Stadtverkehr häufig auftretenden Starterbetätigung für die Verbrennungskraftmaschine
entsteht eine erhöhte Geräuschbelästigung für die Fahrzeuginsassen sowie der Anwohner
von Ampeln- und Kreuzungsbereichen im innerstädtischen Bereich. Ferner unterliegen
die Komponenten wie Magnetschalter, Ritzel, Einspurmittel sowie Elektromotor bei
häufiger Betätigung im Stadtverkehr einem enormen Verschleiß. Um den Verschleiß zu
begrenzen, werden bei bekannten Antriebssystemen überdimensionierte Anlasser eingesetzt,
die viel Bauraum beanspruchen und aufgrund ihres hohen Eigengewichtes einen Teil
der erzielten Kraftstoffeinsparung durch Abschalten der Verbrennungskraftmaschine wieder
egalisieren.
FR-A-2563280 ist zu entnehmen, bei einem Antriebssystem für ein Kraftfahrzeug dessen
Verbrennungsmotor in Antriebspausen nicht stillzusetzen, sondern ihn mit Hilfe einer
elektrischen Maschine weiter durchzudrehen, um Zusatzaggregate weiterhin mit mechanischer
Antriebsenergie zu versorgen. Die elektrische Maschine gemäß dieser Lösung dient
außerdem als Starter für den Verbrennungsmotor.
US-A-4,797,602 offenbart einen Starter/Generator, der im Zusammenhang mit einer
Start/Stop-Steuerung arbeitet. Der Starter/Generator ist gegenüber dem Verbrennungsmotor
im Verhältnis 4:1 übersetzt. Der Starter/Generator läuft auf einer gegenüber einem Fahrzeugbordnetz
erhöhten Spannung, wobei ein Energiespeicher auf dem erhöhten Spannungsniveau
vorgesehen ist.
EP 0 847 494 B1 bezieht sich auf ein Antriebssystem, insbesondere für ein Kraftfahrzeug
sowie auf ein Betriebsverfahren. Das vorgeschlagene Antriebssystem umfaßt einen Verbrennungsmotor
als Antriebsaggregat, ferner eine direkt mit der Triebwelle des Antriebsaggregates
gekoppelte oder koppelbare elektrische Drehfeldmaschine. Diese dreht mit der
gleichen Drehzahl wie die Triebwelle und ist so ausgebildet, daß sie als Antriebsaggregat
im Zusammenlauf aus dem Stand starten kann. Es ist wenigstens ein Wechselrichter vorgesehen,
der die für die magnetischen Felder der elektrischen Maschine benötigten Spannungen
und/oder Ströme variabler Frequenz, Amplitude und/oder Phase erzeugt. Der Wechselrichter
weist einen Zwischenkreis mit einem gegenüber einem Bordnetz des Kraftfahrzeuges
erhöhten Spannungsniveau auf, wobei in diesem Bordnetz ein Energiespeicher zum
Speichern elektrischer Energie vorgesehen ist. Ferner ist ein weiterer Energiespeicher vorgesehen,
dem zum Starten Energie entnommen wird und bei dem es sich um einen auf dem
erhöhten Spannungsniveau des Zwischenkreises liegenden elektrischen Energiespeicher
und/oder um einen durch Parallelschaltung zu einem auf dem erhöhten Spannungsniveau
liegenden Zwischenkreiskondensator elektrisch mit dem Zwischenkreis verbundenen,
elektrisch betriebenen Schwungradspeicher handelt. Ferner ist eine automatische
Start/Stop-Steuerung vorgesehen, in deren Rahmen das Antriebsaggregat durch die elektrische
Maschine gestartet wird.
Darstellung der Erfindung
Der mit dem erfindungsgemäß vorgeschlagenen Verfahren erzielbare Vorteil liegt vor allem
darin, daß unter den Randbedingungen, eine sichere Startfunktion bei Kaltstart und
einen schnellen, weitestgehend geräuschlosen Warmstart zu erzielen, die benötigte elektrische
Leistung, die von der Fahrzeugbatterie aufzubringen ist, um bis zum 20% reduziert
werden kann. Die als Starter/Generator eingesetzte elektrische Maschine, die an einem
Wechselrichter oder an einem Puls-Wechselrichter betrieben werden kann, wird vor Erreichen
eines fiktiven Eckpunktes, d.h. dem Schnittpunkt der Kennlinie für die mechanische
Leistung des Starter-Generators mit der Startmomentkennlinie durch Begrenzung des Phasenstromes
der elektrischen Maschine abgeregelt. Durch die Abregelung wird erreicht, daß
die elektrische Leistung, die mit Hilfe der Fahrzeugbatterie bereitzustellen ist, die am stationären
Arbeitspunkt benötigte elektrische Leistung Pel zu keinem Zeitpunkt überschreitet.
So wird erreicht, daß der Energiespeicher in optimaler Weise auf die elektrische Leistung
Pel des Starter-Generators in dessen stationärem Arbeitspunkt abgestimmt werden kann.
Das rechtzeitige Abregeln der elektrischen Maschine an einem Abregelpunkt und das Betreiben
derselben an einer abhängig von den Zustandsparametern einer Kraftfahrzeugbatterie
ermittelten elektrischen Grenzleistungskurve verhindert ein Betreiben der als Starter-Generator
dienenden elektrischen Maschine in einem fiktiven Arbeitspunkt, an welchem
eine weit höhere elektrische Leistung Pel erforderlich ist, verglichen mit der im stationären
Arbeitspunkt der elektrischen Maschine tatsächlich benötigten elektrischen Leistung Pel.
Das Verlassen der Momentenkennlinie des Starter-Generators und dessen Betrieb entlang
der elektrischen Grenzleistungskurve bewirken eine Verringerung des Startmomentes in
einem schmalen Drehzahlbereich der Verbrennungskraftmaschine. Oberhalb einer Drehzahl
von ca. 50 min-1 liegt das notwendige Startmoment unterhalb dem Wert am stationären
Arbeitspunktes und stets oberhalb der Momentenanforderung, so daß die Startfunktion
der Verbrennungskraftmaschine auch bei Kaltstartbedingungen gesichert ist.
Eine Verbesserung der Kaltstartfunktion bzw. eine Leistungsreduktion kann in Abstimmung
mit der thermischen Auslegung des Wechselrichters der elektrischen Maschine erzielt
werden, indem bei kleinen Drehzahlen ein erhöhtes Drehmoment unterhalb der elektrischen
Grenzleistungskurve eingestellt wird.
Die Steuerung/Regelung der Leistungsbegrenzung der elektrischen Maschine erfolgt dadurch,
daß die maximale elektrische Batterieleistung aus einer Messung der Batterieklemmenspannung
in Verbindung mit einer Grenzwertregelung des Phasenstromes an der Spannungsuntergrenze
vorgenommen wird. Die erhaltene maximale elektrische Batterieleistung
bestimmt den Verlauf der elektrischen Grenzleistungskurve und die Lage des Abregelpunktes
auf der Momentenkennlinie des Starter-Generators.
Wird eine Klauenpolmaschine als Starter-Generator eingesetzt, kann der Strangstrom an
dieser ab Erreichen einer bestimmten Drehzahl reduziert werden. Eine andere Möglichkeit
der Leistungsbegrenzung einer Klauenpolmaschine mit Puls-Wechselrichter besteht darin,
den Winkel (Lastwinkel) zwischen Strangspannungs- und Strangstromraumzeiger ab Erreichen
einer bestimmten Drehzahl der Verbrennungskraftmaschine zu beeinflussen.
Zeichnung
Anhand der Zeichnung wird die Erfindung nachstehend näher erläutert.
Es zeigt:
- Figur 1
- ein Diagramm, in welchem die Verläufe der Startmomente eines konventionellen
Starters und eines Starter-Generators über der Drehzahl aufgetragen
sind.
- Figur 2
- die vom aufzubringenden Startmoment abzudeckenden Verlustmomentanteile
wie Kompressionsverluste, Reibung und Beschleunigungsmomentenanteil und
- Figur 3
- ein Auslegungsbeispiel eines Kurbelwellen-Starter-Generators mit minimierter
elektrischer Leistungsaufnahme im stationären Arbeitspunkt.
Ausführungsvarianten
Der Darstellung gemäß Figur 1 ist ein Diagramm zu entnehmen, in welchem die Startmomentverläufe
eines konventionellen Starters und eines Starter-Generators über der Drehzahl
einander gegenübergestellt sind.
Das Diagramm gemäß Figur 1 zeigt den Startmomentenverlauf 3 eines konventionellen
Starters, aufgetragen über der Drehzahl 2. Die Kennlinie des Startmomentverlaufes 3 ist
durch einen linearen Verlauf 9 gekennzeichnet und zeigt eine lineare Abnahme des Startmomentes
mit zunehmender Drehzahl 2. Das Leistungsmaximum 8 des konventionellen
Starters fällt mit der Lage des Arbeitspunktes 6 zusammen, an welchem die Lastkennlinie 5
einer Verbrennungskraftmaschine die Kennlinie 3 des Startmomentenverlaufes schneidet.
Im Diagramm gemäß Figur 1 repräsentiert die Lastkennlinie 5 die Kennlinie 3 einer Verbrennungskraftmaschine
mit 3 l Hubraum und 6 Zylindern.
Mit Bezugszeichen 4 ist die Startmomentenkennlinie eines Starter-Generators bezeichnet,
welche ausgehend von einem Antriebpunkt 13 (n=0) ein konstantes Moment bis zu einem
Eckpunkt 11 liefert. Ab dem Eckpunkt 11 ist der Starter-Generator auf eine konstante mechanische
Leistung Pmech von etwa 3 KW ausgelegt. Der Arbeitspunkt 7 des Starter-Generators
wird durch den Schnittpunkt seiner Startmoment-Kennlinie 4 mit der Lastkennlinie
5 der Verbrennungskraftmaschine definiert. Verglichen mit dem Arbeitspunkt 5
eines konventionellen Starters liegt der Arbeitspunkt 7 des Starter-Generators bei einer
höheren Drehzahl 2, da das deutlich geringere Startträgheitsmoment des Starter-Generators
eine erhöhte mittlere Drehzahl 10 verlangt. Damit läßt sich eine erhöhte maximale Drehzahl
10 realisieren, die ähnlich dessen Wert des konventionellen Starters oberhalb einer
Mindestdrehzahl liegt, so daß die Anforderungen an die Kaltstartfähigkeit erfüllt sind. Die
minimale Drehzahl 10 liegt im Bereich von etwa 80 min-1. Im Unterschied zum Arbeitspunkt
5 des konventionellen Starters liegt im Arbeitspunkt 7 des Starter-Generators
ein erhöhtes Lastmoment 1 vor. Dies wird durch erhöhte Reibmomente sowie die bei einer
höheren Drehzahl vorliegenden Drehzahlwechselamplitude verursacht, bei welcher erhöhte
Wandwärmeverluste und Leckageverluste an der Verbrennungskraftmaschine auftreten.
Der Figur 2 ist die Momentenanforderung an einen Starter-Generator in Abhängigkeit vom
Drehzahlverlauf zu entnehmen.
Das Diagramm gemäß Figur 2 verdeutlicht den Verlauf 20 des Startdrehmomentes, welches
beim Anlassen der Verbrennungskraftmaschine vom Starter-Generator zu erbringen
ist. Das vom Starter-Generator aufzubringende Startmoment muß zusätzlich zu einem
Reibmoment 22 Momentenanteile abdecken, die aus Beschleunigungsdrehmomenten und
Gasfedermomenten aufgrund der unterschiedlichen Gemischfüllungsgrade der einzelnen
Zylinder einer Verbrennungskraftmaschine herrühren. Je nach Zylinderzahl der anzulassenden
Verbrennungskraftmaschine können diese Momentenanteile Schwankungen unterliegen,
die vom Startmoment des Starter-Generators aufzubringen sind. Bei Verbrennungskraftmaschinen
mit kleiner Zylinderzahl führt das kleinere Trägheitsmoment und die fehlende
Kompensation der Kompressionsmomente durch Dekompressionsmomente sich vom
oberen Totpunkt in den unteren Totpunkt bewegender Kolben der Zylinder zu einer Erhöhung
dieser Momentenanteile. Bei Verbrennungskraftmaschinen mit höherer Zylinderzahl
treten hohe Kompressions-Verlustmomente auf.
Hat der Starter-Generator beim Durchdrehen der Kurbelwelle der Verbrennungskraftmaschine
hingegen einen quasi-stationären Arbeitspunkt erreicht, entfallen Beschleunigungsmomentanteile
sowie Gasfedermomentanteile; andererseits erhöhen sich die Reibmomentanteile
aufgrund der erhöhten Drehzahl.
Das vom Starter-Generator aufzubringende Startmoment verläuft entsprechend der Kurve
20, ausgehend von der Drehzahl 2 n=0. Die Verläufe der Verlustmomente 22, 23 und die
Kompressionsverluste 28 sind abhängig von der steigenden Drehzahl 2 der Verbrennungskraftmaschine
wiedergegeben. Die Momentenanteile 22, 23 und die Kompressionsverluste
28 der Verbrennungskraftmaschine sind abhängig vom Startsystem einer Verbrennungskraftmaschine,
sei es ein Otto-Motor oder ein Dieselmotor. Die Momentenanteile 22, 23
und die Kompressionsverluste 28 sind ferner abhängig von Leckage- oder Wandwärmeverlusten,
die sich an den Zylinder/Kolbenanordnungen der Verbrennungskraftmaschine
einstellen.
Ein Maximum 21 des Startmomentes stellt sich bei einer Drehzahl 2 der Verbrennungskraftmaschine
von etwa 50 min-1 ein. Bei dieser Drehzahl 2 herrschen bereits hohe Kompressionsdrücke,
andererseits nehmen die Kompressionsverluste bei Maximum 21 des aufzubringenden
Drehmomentes 20 ihr Maximum ein.
Mit Bezugszeichen 22 ist der Verlauf des Reibmomentes über der Drehzahl 2 wiedergegeben.
Das Reibmoment ist im wesentlichen proportional zum Gesamthubvolumen der Verbrennungskraftmaschine.
Beim Dieselmotor liegen die Reibmomente prinzipbedingt um
ca. 30% höher als bei vergleichbaren Otto-Motoren, was seine Ursache in den beim Dieselmotor
auftretenden höheren Kompressionsdruckniveau und der enger tolerierten Kolbenring/Zylinderwandpassung
findet.
Mit 23 ist der Verlauf des Beschleunigungsmomentes wiedergegeben, wobei gewährleistet
sein muß, daß im Andrehpunkt 13, d.h. bei n=0, ein genügend hohes Moment zum Durchdrehen
der Kurbelwelle der Verbrennungskraftmaschine verfügbar ist. Beim Maximum 24
erreicht die Drehbeschleunigungsmomentenanforderung ihren Maximalwert, da die Gasfedermomente
durch das in den Zylindern der Verbrennungskraftmaschine zu verdichtende
Gemisch bereits 70% ihrer Maximalwerte erreichen, bei einer Drehzahl 2 der Verbrennungskraftmaschine
von etwa 50 min-1.
Bei dieser geringen Drehzahl 2 der Verbrennungskraftmaschine steht jedoch noch keine
ausreichende Reserve an Rotationsenergie der Verbrennungskraftmaschine zur Verfügung.
Sich an das Maximum 24 anschließend, nimmt das aufzubringende Beschleunigungsmoment
23 linear ab, während das Reibmoment entsprechend seines Verlaufes 23 kontinuierlich
mit steigender Drehzahl 2 zunimmt.
Aus der Überlagerung der Momentenanteile 22, 23 und der Kompressionsverluste 28 resultiert
der Verlauf 20 des vom Starter-Generator aufzubringenden Startmomentes. Gemäß
des mit Bezugszeichen 20 in Figur 2 bezeichneten Kurvenzuges ergibt sich ein charakteristisches
Momentenanforderungsprofil, welches durch ein Maximum 21 bei einer Drehzahl
2 von ca. 50 min-1 und einem relativen Minimum im Bereich zwischen 120 und 180 min-1
gekennzeichnet ist. Ein weiteres Kriterium für die Momentenanforderung gemäß des Momentenverlaufes
20 gemäß Figur 1 ist der Umstand, daß zu jedem Zeitpunkt das Startmoment,
welches vom Starter-Generator aufzubringen ist, oberhalb des notwendigen quasi-stationären
Schleppmomentes 27 liegen muß. Gemäß den Parametern einer Verbrennungskraftmaschine
wie beispielsweise Trägheitsmomente und Zylinderanzahl ist das Startmoment
so auszulegen, daß die für die Startfähigkeit einer Verbrennungskraftmaschine erforderliche
"obere Totpunkt"-Drehzahl auch unter ungünstigsten Bedingungen, d.h. beim
Kaltstart, erreicht werden kann.
Aus der Darstellung gemäß Figur 3 geht ein Auslegungsbeispiel eines Kurbelwellen-Starter-Generators
mit minimierter elektrischer Leistungsaufnahme hervor.
Vom Andrehpunkt 13, d.h. einer Drehzahl n=0 der Verbrennungskraftmaschine verläuft
der Startmomentenverlauf 4 des Starter-Generators bis zu einem fiktiven Eckpunkt auf
einem konstanten Niveau. Im fiktiven Eckpunkt 31 des Startmomentverlaufes 4 des Starter-Generators
erreicht dessen mechanische Leistung einen konstanten Wert, welcher dem
Kennlinienabschnitt 12 für P=const im Diagramm gemäß Figur 3 entspricht. Die an die
eingesetzte elektrische Maschine, die als Starter-Generator dient, gestellte Momentenanforderung
verläuft gemäß des Kurvenzuges 20 entsprechend der Darstellung in Figur 2.
Das aufzubringende Drehmoment 20 läßt sich aus einer Überlagerung der in Figur 2 beschriebenen
Momentenanteile 22, 23 und Kompressionsverluste 28 ermitteln, wobei zu
berücksichtigen ist, ob die anzulassende Verbrennungskraftmaschine ein Otto-Motor oder
ein Dieselmotor ist; ferner ist bei der Ermittlung der Drehmomentenanforderung an den
Starter-Generator die Zylinderzahl von entscheidender Bedeutung.
Der mit Bezugszeichen 27 identifizierte Wert des Schleppmomentes, welches unterhalb
des vom Starter-Generators aufzubringenden Startmomentes liegt, würde nicht sicherstellen,
daß auch unter ungünstigsten Bedingungen das Erreichen der OT-Drehzahl der Verbrennungskraftmaschine
gewährleistet ist.
Mit Bezugszeichen 30 ist in der Darstellung des Diagrammes gemäß Figur 3 die elektrische
Grenzleistungskurve eingezeichnet. Diese läßt sich aus der maximalen elektrischen Batterieleistung
durch eine Messung der Batterieklemmenspannung in Verbindung mit einer
Grenzwert-Regelung des Phasenstromes an der Spannungsuntergrenze der als Starter-Generator
fungierenden elektrische Maschine ermitteln. Die elektrische Grenzleistungskurve
30 schneidet die Kennlinie des Startmomentenverlaufes 4 sowie die Kennlinie 27 des
Schleppmomentes. Im Schnittpunkt 32 von Startmomentenverlauf 4 und elektrischer
Grenzkurve 30 liegt der Abregelpunkt, welcher vor dem fiktiven Eckpunkt 31 liegt, bei
welchem der Starter-Generator eine höhere elektrische Leistung benötigt. Wird der Starter-Generator
im Abregelpunkt 32 entsprechend der elektrischen Grenzkurve 30 gesteuert,
erreicht dieser seinen stationären Arbeitspunkt 25, der im in Figur 3 dargestellten Auslegungsbeispiel
bei einer Drehzahl von etwa n=150 min-1 liegt. Im stationären Arbeitspunkt
25 nimmt der Starter-Generator die gemäß der elektrischen Grenzleistungskurve 30 zur
Verfügung stellbare elektrische Leistung Pel auf, die nie größer wird als im stationären Arbeitspunkt
25 des Starter-Generators. Dadurch ist sichergestellt, daß der im Kraftfahrzeug
eingesetzte Energiespeicher lediglich auf die elektrische Leistungsaufnahme im stationären
Arbeitspunkt 25 des Starter-Generators auszulegen ist und keine Überdimensionierung des
Energiespeichers auftritt. Im stationären Arbeitspunkt 25 ist sichergestellt, daß das vom
Starter-Generator aufzubringende Drehmoment 4 gerade noch oberhalb des mit Bezugszeichen
27 identifizierten Verlauf des Schleppmomentes liegt. So wird einerseits ein hinsichtlich
der aufgenommenen elektrischen Leistung Pel und des abzugebenden Startmomentes
optimaler Betrieb eines Starter-Generators innerhalb eines Startsystems für eine Verbrennungskraftmaschine
erzielt.
Das im stationären Arbeitspunkt 25 wirksame Startmoment ist nur in einem sehr schmalen
Drehzahlbereich kleiner als das Startmoment und liegt in einem Drehzahlbereich von n> 50
min-1 immer über der durch den Kurvenverlauf 20 repräsentierten Momentenanforderung,
so daß die Startfunktion gewährleistet bleibt. Zur Verbesserung der Kaltstartfunktion des
Starter-Generators bzw. zur Leistungsreduzierung kann in Abstimmung mit der thermischen
Auslegung des Wechselrichters, mit welchem die als Starter-Generator dienende
Maschine betrieben wird, bei kleinen Drehzahlen ein erhöhtes Drehmoment unterhalb der
elektrischen Grenzleistungskurve 30 eingestellt werden. Dieses erhöhte Drehmoment steht
im Kaltstart als Reserve zur Verfügung, um einen sicheren Start der Verbrennungskraftmaschine
auch unterhalb der Auslegungstemperaturen (- 25°C) zu gewährleisten.
Wird als Starter-Generator eine Klauenpolmaschine eingesetzt, welche mit einem Puls-Wechselrichter
betrieben wird, so kann die Leistungsbegrenzung im Abregelpunkt 32 wie
folgt realisiert werden. Der maximal vorgegebene Sollstrangstrom in einer Klauenpolmaschine
kann ab einer bestimmten Drehzahl beispielsweise der im Abregelpunkt 32 vorliegenden
Drehzahl 2 reduziert werden. Andererseits kann eine Leistungsbegrenzung der
Klauenpolmaschine dadurch realisiert werden, daß der Winkel (Lastwinkel) zwischen
Strangspannungs- und Strangstromraumzeiger ab einer bestimmen Drehzahl 2 im Abregelpunkt
32 beeinflußt wird. Das von der Klauenpolmaschine abgegebene Drehmoment ist
von diesem Winkel abhängig. Die elektrische Grenzleistungskurve 30 läßt sich auch unter
Einfluß einer Leistungsreserve ermitteln, so daß die Funktion anderer Bauteile und Komponenten
im Bordnetz eines Kraftfahrzeuges gewährleistet bleibt und eine abhängig von
den Belastungen des Bordnetzes bemessene Leistungsreserve zur Verfügung gestellt werden
kann. Maßgeblich dabei ist stets die Sicherstellung der Startfunktion im Kaltstart sowie
die Realisierung eines schnellen geräuschlosen Warmstartes der Verbrennungskraftmaschine
mit dem erfindungsgemäß optimierten Starter-Generator.
Bezugszeichenliste
- 1
- Drehmomentverlauf
- 2
- Drehzahl
- 3
- Startmomentverlauf konventioneller Starter
- 4
- Startmomentverlauf Starter-Generator
- 5
- Lastkennlinie Verbrennungskraftmaschine
- 6
- Arbeitspunkt konventioneller Starter
- 7
- Arbeitspunkt Starter-Generator
- 8
- Leistungsmaximum
- 9
- linearer Verlauf
- 10
- mittlere Drehzahl
- 11
- Eckpunkt
- 12
- Kennlinienabschnitt Starter-Generator (P=const)
- 13
- Andrehpunkt (n=0)
- 20
- Aufzubringendes Drehmomentstarter-Generator
- 21
- Drehmomentmaximum (50 min-1)
- 22
- Reibmomenten-Verlauf
- 23
- Beschleunigungsmomenten-Verlauf
- 24
- Maximum (50 min-1)
- 25
- stationärer Arbeitspunkt Starter-Generator (150 min-1)
- 26
- relatives Minimum (120 bis 180 min-1)
- 27
- Schleppmomentenwert im Thab. A.P.
- 28
- Kompressionsverluste
- 30
- elektrische Grenzleistungskurve
- 31
- fiktiver Eckpunkt
- 32
- Abregelpunkt Starter-Generator