Dämmstoffhalter dienen dazu, aus Dämmstoff bestehende Platten
an Gebäuden zu befestigen. Sie enthalten üblicherweise einen
Schaft, der einen Hohlraum aufweist, in den ein Befestigungsbolzen
eingesetzt wird. An dem äußeren Ende des Schaftes ist
ein großflächiger Kopf oder Teller vorhanden, der in befestigtem
Zustand flach auf der Außenseite der Platte anliegt.
Die Befestigung geschieht häufig mit Bolzensetzgeräten, mit
deren Hilfe die Befestigungsbolzen mit Explosionsladungen gesetzt
werden.
Bei einem bekannten Dämmstoffhalter ist das Setzgerät so ausgebildet,
dass eine Kupplung zwischen dem Schaft des Dämmstoffhalters
und der Mündung des Bolzensetzgeräts vorhanden
ist. Damit soll nach dem Setzen des Dämmstoffhalters eine
Überprüfung daraufhin erfolgen, ob der Dämmstoffhalter richtig
gesetzt wurde. Es gibt nämlich Anwendungsfälle, wo der
Nagel nicht fest gesetzt ist. Dann lässt sich der Dämmstoffhalter
relativ leicht wieder herausziehen. Dies geschieht
bei dem bekannten Verfahren mit Hilfe des Setzgerätes (EP
628 384).
Der Erfindung liegt die Aufgabe zugrunde, eine weitere Möglichkeit
zu schaffen, den richtigen Sitz eines Dämmstoffhalters
überprüfen zu können.
Zur Lösung dieser Aufgabe schlägt die Erfindung einen Dämmstoffhalter
mit den Merkmalen des Anspruchs 1 sowie ein Verfahren
mit den im Anspruch 10 genannten Merkmalen vor.
Weiterbildungen der Erfindung sind Gegenstand der abhängigen
Ansprüche, deren Wortlaut ebenso wie der Wortlaut der Zusammenfassung
durch Bezugnahme zum Inhalt der Beschreibung
gemacht wird.
Der Dämmstoffhalter wird in der gleichen Weise angebracht wie
die bekannten Dämmstoffhalter. Nachdem er in der üblichen
Weise gesetzt wurde, wird das Bolzensetzgerät von ihm entfernt.
Mit Hilfe der von der Erfindung vorgeschlagenen
Einrichtung zum Überprüfen des festen Sitzes des Dämmstoffhalters
wird dann überprüft, ob der zum Befestigen verwendete
Nagel tatsächlich festsitzt.
In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die
Einrichtung zur Überprüfung des richtigen Sitzes des Dämmstoffhalters
durch eine Lasche verwirklicht wird, die von dem
Dämmstoffhalter auf der dem Schaft abgewandten Seite des
Tellers abragt und mit dem Dämmstoffhalter über eine Sollbruchstelle
verbunden ist. Auch dieser Dämmstoffhalter wird
in der gleichen Weise angebracht, wie die bekannten Dämmstoffhalter.
In einem nachfolgenden Arbeitsschritt, der auch
von einer anderen Person durchgeführt werden kann, wird an
der Lasche gezogen. Wenn entsprechend fest an der Lasche
gezogen wird, reisst oder bricht die Sollbruchstelle. Man
kann mit einem Blick erkennen, ob die von der Vorderseite des
gesetzten Dämmstoffhalters abragende oder vorspringende
Lasche noch vorhanden ist oder nicht. Wenn sie noch vorhanden
ist, wurde die Überprüfung auf Festigkeit nicht oder auch
nicht richtig durchgeführt.
In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass die
Lasche als Deckel ausgebildet wird, mit dem die Öffnung des
Tellers verschlossen werden kann. Ein solches Verschließen
ist gewünscht, um die Oberfläche der Dämmstoffplatten beispielsweise
verputzen zu können, ohne dass sich das Material
des Verputzes in die Öffnung des Schaftes hineindrückt. Der
Dämmstoffhalter ist in diesem Fall nicht aufwendiger als die
bisherigen Dämmstoffhalter, bei denen ebenfalls ein Deckel
vorhanden ist, der sinnvollerweise an dem Dämmstoffhalter
angebracht ist. Dieser Deckel wird durch die Maßnahmen nach
der Erfindung doppelt ausgenutzt.
Die Erfindung schlägt in Weiterbildung vor, die Sollbruchstelle
derart zu dimensionieren, dass zu ihrem Abreißen eine
Kraft benötigt wird, die größer ist als die Haltekraft eines
Dämmstoffhalters, dessen Nagel nicht richtig in den Untergrund
eingedrungen ist. Diese Haltekraft wird im Wesentlichen
von der Reibungskraft zwischen dem Schaft und dem diesen umgebenden
Material bestimmt.
In nochmaliger Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen
sein, dass die Sollbruchstelle zwischen dem Dämmstoffhalter
und der Lasche bzw. dem Deckel derart verwirklicht ist, dass
die Lasche nicht ohne ihr Abreißen als Deckel verwendet werden
kann.
In nochmaliger Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass die
Sollbruchstelle durch ein kurzes Band oder einen kurzen Steg
aus Kunststoff verwirklicht ist, das so kurz bemessen ist,
dass zwischen den Teller und die Lasche keine Kombizange eingeführt
werden kann. Damit soll Manipulationsversuchen vorgebeugt
werden.
In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass der
Teller aus seiner dem gewünschten Endzustand entsprechenden
Form in Richtung auf den Schaft verformt ist. Er kann insbesondere
so ausgebildet sein, dass er sich nur unter Kraftaufwand
in seinen Endzustand verformen läßt. Beim Setzen wird
durch das Einschießen des Nagels der Dämmstoffhalter in das
Dämmstoffmaterial hineingezogen, so dass bei dieser Beaufschlagung
der Teller in seine endgültige Form zurückverformt
wird, die normalerweise eine ebene Form ist. Hier kann man
durch einfaches optisches Überprüfen sehen, ob der Dämmstoffhalter
richtig sitzt oder nicht.
Beispielsweise kann der Teller Federeigenschaften aufweisen.
Dies kann durch entsprechende Auswahl des Kunststoffmaterial
und durch entsprechende Formgebung erreicht werden.
In Weiterbildung der Erfindung kann vorgesehen sein, dass an
dem vorderen Ende des Schafts ein Puffer aus einem elastisch
komprimierbaren Material angebracht ist, der sich ebenfalls
bei richtigem Setzen so verformt, dass der Teller flach auf
der Oberseite des Dämmstoffmaterials aufliegt.
Bei dem von der Erfindung vorgeschlagenen Verfahren wird ein
Dämmstoffhalter in der bekannten Weise eingesetzt. Der Nagel
wird von dem Bolzensetzgerät eingeschossen. Dies verankert im
Normalfall den Dämmstoffhalter. Anschließend wird das Bolzensetzgerät
von dem Dämmstoffhalter abgenommen. In einem getrennten
nachfolgenden Arbeitsschritt wird nun der korrekte
Sitz des Dämmstoffhalters durch einen Zugversuch überprüft.
An dem Dämmstoffhalter wird mit einer Kraft gezogen, die der
Setzrichtung entgegengesetzt ist. Dieser Arbeitsschritt kann
von einer anderen Person durchgeführt werden, oder aber auch
von der gleichen Person später.
In Weiterbildung der Erfindung wird vorgeschlagen, dass an
dem Dämmstoffhalter mit einer Kraft gezogen wird, die größer
ist als die Haltekraft eines Dämmstoffhalters bei nicht korrekt
verankertem Bolzen. Die korrekte Haltekraft bei richtig
gesetztem Bolzen ist in der Regel zumindest in groben Grenzen
bekannt.
Für den Zugversuch kann beispielsweise ein Prüfbolzen verwendet
werden, der durch die Öffnung des Tellers in den Schaft
eingesteckt und mit dem Teller und/oder dem Schaft reibschlüssig
und/oder kraftschlüssig verbunden wird.
Erfindungsgemäß kann in Weiterbildung vorgesehen sein, dass
der Hohlraum des Schaftes mindestens teilweise mit einer
Dichtmasse gefüllt wird, bevor der Zugversuch durchgeführt
wird. In diesem Fall kann für den Zugversuch das Injektionsrohr
des Geräts verwendet werden, mit dem die Dichtmasse
eingefüllt wird, beispielsweise das Injektionsrohr der Silikonkartusche.
In Weiterbildung kann vorgesehen sein, dass der Reibschluss
und/oder der Kraftschluss derart ausgebildet ist, dass er
durch eine die Haltekraft eines Dämmstoffhalters bei nicht
verankertem Bolzen gerade übersteigende Kraft lösbar ist.
In Weiterbildung der Erfindung kann ebenfalls vorgesehen
sein, dass zum Erzeugen der Zugkraft eine an dem Dämmstoffhalter
angebrachte Lasche verwendet wird, die über eine
Sollbruchstelle an dem Dämmstoffhalter angeformt ist. In
nochmaliger Weiterbildung kann die Sollbruchstelle derart
ausgebildet sein, dass sie bei Aufbringen einer Kraft reisst,
die etwas größer ist als die Haltekraft des Dämmstoffhalters
bei nicht richtig gesetztem Bolzen.
Es ist möglich, die Lasche so auszugestalten, dass sie als
Deckel zum Abdecken der in den Schaft führenden Öffnung des
Tellers verwendet werden kann.
Weitere Merkmale, Einzelheiten und Vorzüge der Erfindung ergeben
sich aus der folgenden Beschreibung einer bevorzugten
Ausführungsform der Erfindung sowie anhand der Zeichnung.
Hierbei zeigen:
- Fig. 1
- einen schematischen Längsschnitt durch einen
Dämmstoffhalter nach der Erfindung;
- Fig. 2
- einen der Figur 1 entsprechenden Schnitt in
einer um 90 Grad verdrehten Ebene;
- Fig. 3
- eine Darstellung des Tests des korrekter
Sitzes eines Dämmstoffhalters bei einer
geänderten Ausführungsform;
- Fig. 4
- eine weitere schematische Darstellung einer
zweiten Ausführungsform eines Dämmstoffhalters
vor dem Setzen;
- Fig. 5
- die Ausführungsform der Figur 4 nach dem
korrekten Setzen;
- Fig. 6
- einen der Figur 4 entsprechenden Schnitt bei
einer nochmals weiteren Ausführungsform vor
dem Setzen;
- Fig. 7
- die Ausführungsform nach Figur 6 nach dem
Setzen.
Der in Figur 1 sehr schematisch dargestellte Dämmstoffhalter
enthält einen zylindrischen Schaft 1, an dessen einem in
Figur 1 oberen Ende ein radial nach außen ragender tellerartiger
Kopf 2 angeformt ist. Der Schaft 1 ist über die größte
Teil seiner Länge hohl ausgebildet. In den dadurch gebildeten
Hohlraum 3 führt eine Öffnung 4 in dem Kopf 2. Der Hohlraum 3
dient dazu, vor dem Setzen des Dämmstoffhalters einen Befestigungsbolzen
5 aufzunehmen. An dem dem Kopf 2 abgewandten
Ende ist der Hohlraum 3 durch einen ebenen Boden 6 abgeschlossen.
Der Schaft ist von diesem Boden 6 ausgehend massiv
ausgebildet und weist eine sich kegelstumpfartig verengende
Außenform 7 auf. In diesem vorderen Bereich ist der Schaft 1
von einem axial verlaufenden Loch 8 durchsetzt, das dazu
dient, den Schaft des Bolzens 5 festzuhalten. Der Bolzen 5
ragt vor seinem Setzen noch in den Hohlraum 3 hinein. An
diesem Teil greift ein Bolzensetzgerät an.
Auf der dem Schaft 1 abgewandten Außenseite 9 des tellerartigen
Kopfs 2 ist neben der in den Hohlraum 3 führenden Öffnung
über eine Sollbruchstelle 10 eine Lasche 11 angeformt. Die
Lasche 11 weist einen kreisförmigen Umfang auf, der in seinem
Durchmesser dem Innendurchmesser der Öffnung 4 etwa entspricht.
Die Sollbruchstelle 10 ist als sehr kurzer Steg ausgebildet,
so dass es kaum möglich ist, an den Steg 10 mit
einer Kombizange heranzukommen.
Aus Figur 2 ergibt sich, dass die Lasche 11 über die Sollbruchstelle
10 in unmittelbarer Verlängerung der Wand des
Schaftes 1 angeformt ist. Die Lasche 11 ragt von der dem
Schaft 1 abgewandten Vorderseite 9 des Tellers 2 ab.
Der Dämmstoffhalter, wie er in den Figuren 1 und 2 dargestellt
ist, wird mit einem Bolzensetzgerät gesetzt. Dieses
weist einen Lauf auf, der in den Innenraum 3 des Schaftes
eingeschoben wird, damit ein Stößel den Kopf 12 des Bolzens 5
in den Untergrund eintreiben kann. Nach dem Zünden einer
Treibladung wird der Bolzen in den Untergrund eingeschossen.
Anschließend wird das Bolzensetzgerät aus dem Hohlraum 3 des
Schaftes 1 herausgezogen.
In einem folgenden Arbeitsschritt, der unmittelbar anschließen
oder auch später durchgeführt werden kann, greift nun der
Monteur an der Lasche 11 an und zieht an dieser entgegen der
Setzrichtung. Wenn der Dämmstoffhalter richtig gesetzt ist,
das heißt wenn der Bolzen 5 fest im Untergrund verankert ist,
reißt die Lasche 11 an der Sollbruchstelle 10 ab. Die Lasche
11 kann dann dazu verwendet werden, als Deckel in die Öffnung
4 eingedrückt zu werden. Dann ist die Außenseite des Kopfs 2
geschlossen. Wenn eine Schicht Putz aufgebracht wird, kann
dieser nicht in den Innenraum 3 eindringen, was zu einer unebenen
Oberfläche mit Einsenkungen führen würde.
Während bei dem in den Figuren 1 und 2 dargestellten Dämmstoffhalter
an einer Lasche 11 gezogen werden kann, wird für
den Test auf richtigen Sitz bei der Ausführungsform nach
Figur 3 ein Prüfbolzen 13 verwendet. Dieser Prüfbolzen 13
weist eine zylindrische Form mit einem Durchmesser auf, der
etwas größer ist als der Innendurchmesser des Hohlraums 3 des
Schaftes. Zwischen der Innenwand des Schaftes 1 und dem Prüfbolzen
13 besteht ein Reibschluss, der dazu führt, dass bei
einem Herausziehen des Prüfbolzens 13 aus der Öffnung 4 an
dem Dämmstoffhalter entgegen der Setzrichtung gezogen wird.
Der Reibschluss ist so bemessen, dass dann, wenn der Bolzen 5
nicht im Untergrund sitzt, der Dämmstoffhalter aus der Dämmstoffschicht
herausgezogen wird. Auch auf diese Weise lässt
sich in einem getrennten Arbeitsschritt der korrekte Sitz des
Dämmstoffhalters überprüfen.
Statt eines Prüfbolzens 13 kann auch das Injektionsrohr eines
Geräts oder einer Kartusche verwendet werden, mit der der
Kopf 12 des Bolzens 5 mit einer Dichtmasse abgedichtet wird.
Die Figur 4 zeigt eine Ausführungsform, bei der der Teller 20
des ansonsten ähnlich aufgebauten Dämmstoffhalters eine zur
Außenseite hin konvexe Form aufweist. Der Rand 21 des Tellers
20 befindet sich also näher an dem vorderen Ende des Schafts
1 als der mittlere Bereich. Der Teller 20 weist Federungseigenschaften
auf. Er läßt sich also unter Kraftaufwand in die
ebene Form bringen, die der Oberseite 22 des Dämmstoffmaterials
entspricht.
Wird der Dämmstoffhalter der Figur 4 mit einem Bolzensetzgerät
befestigt, so beaufschlagt der Kopf 12 des Bolzens 5 den
Boden 6 des Dämmstoffhalters und zieht den Dämmstoffhalter
soweit in das Dämmmaterial hinein, bis das vordere Ende des
Schafts 1 auf dem Untergrund aufliegt. Dabei wird der Teller
20 so verformt, dass er vollflächig auf der Oberseite 22 des
Dämmstoffmaterials aufliegt. Wenn der Bolzen 5 fest in dem
Untergrund sitzt, was die korrekte Befestigung des Dämmstoffhalters
darstellt, so kann man dies auf den ersten Blick an
der Form des Tellers 20 sehen.
Bei der Ausführungsform nach Figur 6 ist der Teller wieder
eben ausgebildet, ähnlich wie bei der Ausführungsform nach
den Figuren 1 bis 3. An dem vorderen Ende des Schafts 1 ist
ein Puffer 23 angeordnet, der eine in Verlängerung der
Längsbohrung 8 des Schafts 1 angeordnete Bohrung 24 aufweist,
durch die der Bolzen 5 hindurchbewegt werden kann. Beim
Eintreiben des Nagels 5 wird der Dämmstoffhalter wieder in
Richtung auf den Untergrund bewegt. Dies führt dann zu einem
Verformen des Puffers 23 in die in Figur 7 dargestellte Form.
Das Ergebnis ist wieder ein Zustand, in dem der Teller 2 des
Dämmstoffhalters ohne Abstand vollflächig auf der Oberseite
22 des Dämmstoffmaterials aufliegt.
Selbstverständlich ist auch eine Kombination aus der Form des
Tellers 20 und dem Puffer 23 möglich.