Die vorliegende Erfindung betrifft begehbare Abdeckung für ein Flachdach
oder eine Terrasse mit einzelnen Platten, sowie einem Rinnensystem zur
Entwässerung der Abdeckung, mit winklig zueinander verlaufenden Rinnen,
wobei die Rinnen derart auf dem Dach oder der Terrasse angeordnet sind,
daß jede Platte an jeder Kante in jeweils eine Rinne entwässert.
Ein Flachdach ist in den verschiedensten Ausführungsformen bekannt; so
sind Flachdächer bekannt, die auf der Grundlage einer Betonplatte
aufgebaut sind, wobei die Betonplatte mit Bitumenbahnen gegenüber
eindringender Feuchtigkeit abgedichtet wird. Darüber hinaus sind
Flachdächer bekannt, die als Holzbalkenkonstruktion ausgebildet sind,
wobei eine derartige Holzbalkenkonstruktion einen isolierenden Aufbau
aufweist, der dann schlußendlich ebenfalls mit Bitumenbahnen gegenüber
eindringende Feuchtigkeit abgedichtet wird. Wahlweise wird dann auf ein
derartiges Flachdach eine Kiesschicht aufgebracht, um die Bitumenbahnen
vor unmittelbarer Sonneneinstrahlung und damit vorzeitiger Alterung zu
schützen. Darüber hinaus sind auf Dächern von Häusern angeordnete
Terrassen bekannt, wobei eine solche Terrasse üblicherweise einen
Steinbelag aufweist. Bevor ein derartiger Steinbelag allerdings aufgebracht
werden kann, muß die Terrasse unter dem Steinbelag gegenüber
eindringender Feuchtigkeit abgedichtet werden. Dies erfolgt ähnlich einem
Flachdach dadurch, daß die Terrasse mit Bitumenbahnen belegt wird.
Nachteilig an derartig aufgebauten Flachdächern bzw. Terrassen ist, daß
eine nachhaltige Dichtigkeit ein überaus genaues und sorgsames Arbeiten
des Dachdeckers erfordert, wobei hinzukommt, daß ein derartiges Dach
auch bei sorgfältigster Herstellung gegenüber einem normalen Steildach,
das mit Ziegeln belegt ist, immer eine geringere Lebensdauer aufweist.
Aus dem Stand der Technik sind daher für Flachdächer und Terrassen
verschiedene Möglichkeiten der Abdeckung bekannt. So ist aus dem
deutschen Gebrauchsmuster 88 02 719.8 ein flachdachähnlicher
Dachaufbau bekannt, bei dem großflächige Dachplatten vorgesehen sind,
die auf einem Flachdach mit leichtem Gefälle anbringbar sind. Zur Halterung
derartiger Dachplatten sind Tragkonsolen vorgesehen, die mit ihrem Fuß in
die Unterkonstruktion des Daches eingebracht werden. Eine solche
Trageinrichtung besteht im Einzelnen aus einem höhenverstellbaren
Auflager, zur Aufnahme einer Dachfette, auf dem dann die einzelnen
Dachplatten befestigt werden können. Der Aufbau ist relativ aufwendig,
insbesondere wenn man bedenkt, daß die Auflager gesondert auf der
Dachkonstruktion befestigt werden müssen.
Aus der DE-PS 11 841 ist eine begehbare Abdeckung für ein Flachdach
bekannt, bei der einzelne Platten vorgesehen sind, die verzahnend
ineinandergreifen, wobei die einzelnen Platten auf parallel zueinander
verlaufenden Rinnen gelagert sind. Die Platten selbst sind gewölbt
ausgebildet und sind daher als Terrassenbelag nicht geeignet.
Die DE-PS 858 889 zeigt ein Flachdach, bei dem einzelne Plattenstreifen
vorgesehen sind, wobei die Plattenstreifen durch Quernuten unterbrochen
sind, wobei die Quernuten in längs dazu verlaufende Rinnen entwässern.
Solche sind die Plattenstreifen sind überaus schwer zu handhaben, da
immer die Gefahr besteht, daß diese Plattenstreifen an den entsprechenden
Nuten brechen. Eine derartige Dachabdeckung hat sich daher in der Praxis
auch nicht durchgesetzt.
Die DE 44 94 013 betrifft eine Terrassenkonstruktion, bei der zwischen den
einzelnen Platten oder Bohlen in Längsrichtung gesehen, Rinnen
einschiebbar sind. Hierzu weisen die Platten oder Bohlen an ihren
Längskanten Nuten zur Aufnahme derartiger Rinnen auf. Die Rinnen
entwässern in quer dazu verlaufende Wasserlaufrinnen. Nachteilig hierbei
ist der relativ große Abstand zwischen den einzelnen Platten, der den
Einsatz derartiger Bauelemente zur Erstellung einer Terrasse verbietet.
Aus der DE 44 43 712 ist eine begehbare Abdeckung für ein Flachdach
oder eine Terrasse der eingangs genannten Art bekannt; auch hierbei sind
ähnlich wie bei der DE 44 94 013 zwischen den Platten angeordnete
Rinnen vorgesehen, die durch die Platten aufnehmbar sind. Die Montage
eines Belages für eine Terrasse oder ein Flachdach mit diesen bekannten
Elementen ist überaus kompliziert; so müssen die zwischen den Platten
oder Bohlen angeordneten Rinnen in die entsprechenden Nuten
eingeschoben werden, was aufgrund der Länge der Platten und der
Hemmung, die aufgrund der Reibung zwischen Platte und Rinne entsteht,
sicherlich kaum möglich ist. Eine solche Terrassenkonstruktion hat sich
daher in der Praxis ebenfalls nicht durchgesetzt.
Der Erfindung liegt daher die Aufgabe zugrunde, eine begehbare Abdeckung
für ein Flachdach oder eine Terrasse mit einzelnen Platten gemäß der
eingangs genannten Art zu schaffen, wobei die einzelnen Platten im
Wesentlichen horizontal verlegt werden können, wobei dennoch eine
Entwässerung der einzelnen Platten sichergestellt werden soll. Darüber
hinaus soll die Montage einfach gestaltet sein.
Die Aufgabe wird erfindungsgemäß dadurch gelöst, daß das Rinnensystem
Hauptrinnen und Nebenrinnen umfaßt, wobei die Hauptrinne im Bereich der
Rinnenwandung Aussparungen zur Aufnahme von Nebenrinnen aufweist.
Das heißt, daß die Nebenrinnen in den Hauptrinnen gelagert sind, mithin die
Wasserführung vollständig getrennt von den Platten erfolgt. Aufgrund der
Trennung der Wasserführung unabhängig von den Belagplatten wird eine
überaus einfache und leicht montierbare Belagkonstruktion ermöglicht, die
darüber hinaus eine absolut dichte Abdeckung ermöglicht, und die insoweit
eben ist, daß sie tatsächlich als begehbare Terrasse einsetzbar ist. Hieraus
wird deutlich, daß das Rinnensystem nicht nur der Entwässerung dient,
sondern auch als Aufleger für die Platten.
Nach einem besonderen Merkmal der Erfindung ist vorgesehen, daß die
Haupt- und Nebenrinnen rechtwinklig zueinander verlaufen, so daß im
Wesentlichen auch rechtwinklige Platten als Abdeckplatten zum Einsatz
gelangen können.
Vorteilhaft ist die Aussparung in der Hauptrinne zur Aufnahme der
Nebenrinne derart, daß die Oberkante der Hauptrinne plan mit der
Oberkante der Nebenrinne abschließt, mithin liegt eine Platte vollflächig auf
den Oberkanten der Rinnen, also sowohl der Hauptrinne als auch der
Nebenrinne auf, so daß ein Wackeln derartiger Platten nach der Verlegung
ausgeschlossen ist. Im Einzelnen entspricht die Länge der Nebenrinne etwa
dem Abstand zweier Hauptrinnen zueinander, so daß eine unmittelbare
Entwässerung der Nebenrinne in die nächste Hauptrinne erfolgt.
Nach einem weiteren Merkmal der Erfindung sind quer zu den Hauptrinnen
verlaufende Ablaufrinnen vorgesehen, in die die Hauptrinnen entwässern.
Eine solche Maßnahme ist insbesondere dann sinnvoll, wenn das Dach eine
Größe aufweist, bei der die Länge der Hauptrinnen so lang wird, daß z. B.
bei Platzregen anfallende Wassermassen nicht bewältigt werden können.
Nach einer bevorzugten Ausführungsform der Erfindung ist vorgesehen, daß
der Boden der Hauptrinne und vorteilhaft auch der Nebenrinne in sich
geneigt ausgebildet ist. Das heißt, daß der Rinnenboden ein Gefälle
gegenüber der Horizontalen besitzt, um einen Wasserablauf zu ermöglichen.
Besonders vorteilhaft gestaltet sich eine Ausführungsform, bei der der
Rinnenboden der Hauptrinne als auch der Rinnenboden der Nebenrinne
ausgehend von der Mitte der Länge der Rinne dachförmig zu beiden Enden
hin abfallend gestaltet ist. Aufgrund dieser Maßnahme besteht die
Möglichkeit, die Platten auf dem Rinnensystem völlig waagerecht zu
verlegen und dennoch zu gewährleisten, daß die Abdeckung, bestehend aus
den einzelnen Platten, optimal entwässert wird, da das Wasser aufgrund
des Gefälles im Boden der Rinnen abgeführt wird.
Nach einem weiteren vorteilhaft Merkmal der Erfindung weisen die Platten
an den Kanten Tropfkanten auf, wobei die Tropfkanten vorzugsweise als im
Einbauzustand einer Platte nach unten überstehende Nasenkanten
ausgebildet sind. Hierdurch wird verhindert, daß an der Kante der Platte
ablaufendes Wasser aufgrund der Kapillarwirkung auf der Unterseite der
Platte entlangkriecht und hierdurch Feuchtigkeit unter die Abdeckung
eintritt.
Zur Verlegung der Platten ist vorgesehen, daß die Platten seitlich
angeordnete Abstandshalter, beispielsweise in Form von an der Seitenkante
angeordneten Ausbuchtungen aufweisen. Hierdurch wird zum einen ein
völlig gleichmäßiges Muster bei der Verlegung der Platten erreicht, und zum
anderen gewährleistet, daß ein konstanter Abstand zwischen den Platten
vorhanden ist, um eine Entwässerung der Abdeckung insgesamt in die
darunterliegenden Rinnen zu ermöglichen.
Anhand der Zeichnungen wird die Erfindung nachstehend beispielhaft näher
erläutert:
- Figur 1
- zeigt die begehbare Abdeckung für ein Flachdach oder eine
Terrasse in einer perspektivischen Ansicht;
- Figur 2
- zeigt einen Schnitt gemäß der Linie II - II aus Figur 1;
- Figur 3
- zeigt ein plattenförmiges Element in perspektivischer
Darstellung;
- Figur 4
- zeigt einen Schnitt gemäß der Linie IV - IV aus Figur 3;
- Figur 5
- zeigt einen Schnitt gemäß der Linie V aus Figur 1.
Gemäß Figur 1 umfaßt die begehbare Abdeckung für ein Flachdach oder
eine Terrasse Hauptrinnen 10 und Nebenrinnen 20, die von entsprechenden
Aussparungen 11 in den Hauptrinnen aufgenommen werden. Hierbei ist die
Aussparung 11 in der Hauptrinne 10 zur Aufnahme der Nebenrinne 20
derart getroffen, daß die Oberkante der Nebenrinne 20 mit der Oberkante
der Hauptrinne 10 abschließt. Dies hat zur Folge, daß die Platten 30, die
auf dem Rinnensystem, welches aus den Haupt- und Nebenrinnen 10, 20
besteht, aufliegen, absolut plan aufliegen, mit der Folge, daß keine Gefahr
des Wackelns einzelner Platten 30 besteht. Die Länge einer Nebenrinne 20
entspricht hierbei in etwa der Länge 31 einer Platte, daß heißt, daß jede
Platte 30 an jeder Kante in einer Rinne, sei es eine Hauptrinne oder eine
Nebenrinne entwässert. Demzufolge entspricht die Breite einer Platte etwa
dem Abstand zweier Aussparungen 11 zur Aufnahme der Nebenrinnen 20.
Darüber hinaus können im Dach selbst Ablaufrinnen 40 vorgesehen sein, in
die die Hauptrinnen 10 entwässern, und die parallel zu den Nebenrinnen
verlaufen. Um ein ordentliches Entwässern der Platten 30 in die jeweilige
Haupt- bzw. Nebenrinne 10, 20 zu ermöglichen, ist vorgesehen, daß jede
Platte an jeder Kante eine Tropfkante 32 aufweist. Mit dieser Tropfkante
32, die als nach unten überstehende Nasenkante ausgebildet ist, ragt die
Platte jeweils an ihren Enden in die jeweilige Rinne 10, 20 hinein. Durch die
Tropfkante wird erreicht, daß das Wasser nicht unter die Platte und damit
hinter die Rinne kriecht, so daß in jedem Fall sichergestellt ist, daß keine
Feuchtigkeit unter die Abdeckung selbst gelangen kann.
Weiterhin ist festzuhalten, daß die Rinnen, also sowohl die Hauptrinne als
auch die Nebenrinne jeweils einen Rinnenboden 13, 23 zeigt, wobei der
Rinnenboden derart ausgebildet ist, daß er von der Mitte der Länge der
Rinne zu beiden hin dachförmig abfällt. Das heißt, daß vom Scheitelpunkt
ausgehend die Rinne zu jeder Seite in der Lage ist, zu entwässern. Das hat
zur Folge, daß die Platten selbst und auch die Rinnen im eigentlichen Sinn
bei der Verlegung kein Gefälle aufweisen müssen, sondern daß die Rinnen
10, 20 absolut eben auf dem Dach verlegt werden können, da der
Wasserablauf durch die spezielle dachförmige Ausbildung des Rinnenbodens
13, 23 ermöglicht wird.
Die einzelnen plattenförmigen Elemente besitzen an ihren Kanten
Abstandshalter 35a, 35b, 35c und 35d. Die Abstandshalter 35a - d sind
hierbei als an den Seitenkanten 33 bzw. 34 angeordnete, nach außen, das
heißt in Richtung auf die benachbarte Platte, ausgerichtete Ausbuchtungen
ausgebildet. Hierbei ist vorgesehen, daß an einer Ecke an zwei
benachbarten Kanten 34 und 33 jeweils zwei aneinander anschließende
Abstandshalter 35b und 35c vorgesehen sind, wohingehend an der Kante
33 der gegenüberliegenden Seite zu dem Abstandshalter ein weiterer
Abstandshalter 35a vorgesehen ist, und benachbart zu der Kante 34 zu
dem Abstandshalter 35c der Abstandshalter 35d. Hieraus wird deutlich,
daß bei Zusammenbau einer Abdeckung der erfindungsgemäßen Art für
eine Terrasse bzw. für ein Flachdach zwei benachbarte Platten immer durch
mindestens einen Abstandshalter 35a - 35d voneinander getrennt sind, so
daß immer ein Spalt zur Entwässerung gebildet wird.