DEV0009311MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 6. August 1955 Bekanntgeniacht am 22. November 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung bezieht sich auf ein Verfahren zur Phasenmessung, bei dem die aus den beiden
Meßspannungen gewonnenen Rechteckspannungen zwei Gitter einer Elektronenröhre zugeführt werden,
deren Anodenstrom ein Maß für die Phasen-' verschiebung der beiden Meß spannungen ist.
Es sind zur Phasenmessung verschiedene Einrichtungen bekannt, die eine direkte Anzeige des
Meßergebnisses ermöglichen.
So liefert beispielsweise die sogenannte Phasenmeßbrücke
bei richtiger Dimensionierung einen Strom i für das Anzeigeinstrument, der proportional
der Amplitude der. Meßspannung und dem Kosinus des. Phasenwinkels φ ist: i = U ■ cos φ.
Hält man die Meßspannungsamplitude konstant, so ist die Anzeige nur vom Phasenwinkel abhängig.
Da'die-Skalenteilung des Anzeigeinstrumentes
der Kosinusfunktion gehorcht, ist die Anzeige nur von ο bis i8o° eindeutig. Es kann, also
nicht zwischen φ und 3600—φ unterschieden wer- ao
den. Ein weiterer Nachteil der einfachen Phasenmeßbrücke besteht darin, daß die Empfindlichkeit
di/άφ proportional sin φ ist und damit bei
φ = o° und φ = i8o° Null wird. Es ergibt sich
also eine unerwünschte Skalendrängung am Anfang und am Ende der Skala des Anzeigeinstrumentes.
Zur wenigstens teilweisen Beseitigung der angeführten Nachteile sind verschiedene Methoden
bekannt: So kann durch eine Phasendrehung der
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Vergleichsspannungen Um 900 erreicht werden, daß der Anzeigestrom i der Funktion i = U ■ cos
(900 —φ) = U · sing? gehorcht, womit die Anzeige
wenigstens zwischen —90 und + 900 eindeutig wird. Die inkonstante Empfindlichkeit
, di/άφ in Abhängigkeit von φ läßt sich durch Umformung
der sinusförmigen Eingangsspannungen in Rechteckwellen beseitigen. Dieses Verfahren,
welches Verfahren I genannt sei, wird so realisiert, daß Vergleichs- und Meßspannung je einen Begrenzer
durchlaufen und durch die dadurch entstehenden Rechteckwellen eine Elektronenröhre an
zwei Gittern so gesteuert wird, daß der Anodenstrom nur fließen kann, wenn an beiden Gittern die
positiven Rechteckhalbwellen liegen, Dann ist bei einem Phasenunterschied φ der Eingahgsspannungen
der mittlere Anodenstrom %a proportional
i8o° —I φ I mit -—i8o° ^ φ ^ + i8o°. und kann
direkt zur Anzeige dienen. Die Skala, ist dann rückläufig, linear geteilt und eindeutig zwischen ο
und i8o°. Die hier noch verbleibende Ununterscheidbarkeit von φ und 3600 —φ ist schließlich
bei einem Verfahren beseitigt, welches im folgenr den Verfahren II genannt werden soll.
Hierbei werden nach der Rechteckwellenbildung durch Differentiation an der Stelle der positiven
oder negativen Nulldurchgänge der Eingangsschwingungeni Impulse gewonnen, welche einen
gleich- und wechselstromrückgekoppelten Kipp-Schwingungskreis so steuern, daß der Strom in
einer der beiden Röhren dieses Kreises dem Phasenwinkelunterschied der Eingangsspannungen
proportional ist. Da die Steuerimpulse in jedem Kanal nur alle 3600 entstehen;, ist die Anzeige im
ganzen Phasenwinkelbereich von ο bis 3600 eindeutig.
Fig. ι zeigt das Schaltbild des Anzeigekreises. Der Kreis hat zwei stabile Lagen und
wird jedesmal von einer in die andere umgesteuert, wenn an einem der Gitter ein negativer Impuls
eintrifft. Ist beispielsweise das rechte Röhrensystem, dessen Kathodenstrom zur Anzeige herangezogen
wird, durch einen Impuls aus dem Kanal A leitend geworden, so bleibt dieser Zustand bis zum Eintreffen des nächsten Impulses
aus dem Kanal B erhalten. Dies dauert bei einer Meß frequenz fHz (= Impulsfolgefrequenz in den
Kanälen) Tsec = φ/'f · 360. Ist der volle Kathodenstrom
ik, so fließt damit im Mittel ein Strom * = h ' φ/3^ο. Kippschwingungskreise der beschriebenen
Art haben nun infolge der endlichen Einschwingungsvorgänge eine höchstmögliche Umschaltfrequenz,
die bei optimaler Dimensionierung in der Größenordnung von 107Hz liegt. Da bei
der genannten Anwendung die Umschaltimpulse in einen zeitlichen Abstand von T = φ/f · 360 auf-.
einanderfolgen, so. ist beispielsweise bei einem Phasenwinkel von 3,6° und der Meßfrequenz
105Hz schon der minimal mögliche Wert von
T= ιo~~7sec erreicht. Kleinere Phasenwinkel bei
dieser Frequenz oder dieser Phasenwinkel bei höheren Frequenzen lassen sich also wegen der begrenzten
Umschaltgeschwindigkeit nicht mehr messen. In Wirklichkeit liegen die Verhältnisse
noch um eine Größenordnung ungünstiger, da man den Kippschwingungskreis im Interesse genauerer
Anzeige nicht bis in die Umsteuervorgänge hinein aussteuern darf. So ist das Verfahren II mit
seinen Vorteilen (Linearität und Eindeutigkeit der Anzeige) nur im Tonfrequenzbereich und darüber
hinaus bis etwa 100 kHz anwendbar.
Es wäre jedoch in der elektrischen Meßtechnik vorteilhaft, auch bei höheren Frequenzen Phasenwinkel
schnell, sicher und eindeutig messen zu können. Verfahren, die mit einem Kathodenstrahloszillographen
arbeiten, sind in der Auswertung meistens zu umständlich, während, wie geschildert,
Phasenmeßbrücken nicht eindeutig und eindeutige Verfahren bisher nicht für höhere Frequenzen geeignet
sind.
- Inhalt der Erfindung ist eine Einrichtung, die bis zu Frequenzen von einigen MHz die eindeutige
Messung von beliebigen Phasenwinkeln zwischen ο und. 3600 bei direkter Anzeige des Meßergebnisses
gestattet. .
Erfindungsgemäß werden die Frequenzen der beiden Rechteckspannungen in je einer Frequenzteilerstufe
halbiert und die eine Frequenzteilerstufe über eine automatische Kontroll- und
Korrektureinrichtung mit xder anderen so gekoppelt,
daß die Rechteckspannungen am Ausgang der einen Frequenzteilerstufe die andere Frequenzteilerstufe
so steuern, daß der Anodenstrom der von beiden Ausgangsspannungen der Frequenzteilerstufen
gesteuerten Elektronenröhre im gesamten Bereich einer Periode der Meßspannungen eindeutig linear vom Phasenunterschied der beiden
Eingangsspannungen abhängt.
Das Verfahren wird im folgenden beschrieben:
Genau wie bei den Verfahren I und II werden die Meßspannungen an zwei Kanäle A und B geführt.
In jedem Kanal befindet sich ein Begrenzer, der in bekannter Weise aus den Sinusschwingungen
möglichst exakte Rechteckwellen formt. Die Anzahl der Stufen eines solchem Begrenzers
und die Dimensionierung der Einzelstufen richten sich weitgehend nach der gewünschten oberen
Frequenzgrenze der Anordnung und der zur Verfügung stehenden Eingangsamplitude. Aus den so
gewonnenen Rechteckwellen werden nach einem bekannten Verfahren Impulse gebildet, die im
Abstand einer vollen Periode aufeinanderfolgen. Eine mögliche Ausführungsform stellt eine Differenzierstufe
nach Fig. 2 dar. Die Rechteckwelle wird an eine C-i?-Schaltung gelegt, und durch die
nachfolgende, normalerweise gesperrte Röhre wird der an R auftretende positive Impuls in einen
negativen an der Anode umgewandelt, während der negative Impuls an R unterdrückt wird. Die
gebildeten negativen Impulse werden von der Anode an die Gitter einer bistabilen Untersetzerstufe
geführt. Die Schaltung dieser bekannten Anordnung ist die gleiche wie die der Fig. 1, nur
werden die Steuerimpulse immer gleichzeitig beiden Gittern zugeführt. Zur gegenseitigen Entkopplung
der Gitter können dabei in ebenfalls bekannter Weise Widerstände oder Diodenstrecken
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eingeschaltet werden. Da je eine solche Untersetzerstufe in den beiden Kanälen, angeordnet ist,
stehen' an den Ausgängen der Kanäle an jeweils einer Anode der Untersetzerstufen Rechteckwellen
der halben Eingangsfrequenz zur Verfügung. Diese Rechteckwellen werden nun zur Steuerung
einer Röhre mit mehreren Gittern (Modulatorröhre) genau wie bei dem beschriebenen Verfahren
I herangezogen. Durch die Untersetzung im
ίο Verhältnis 1:2 ist jedoch der Anzeigebereich auf
die vollen 360° des Phasenwinkels erweitert worden, während der Vorteil des Verfahrens I — der
größere Frequenzbereich — erhalten bleibt. Die Untersetzerstufen haben dabei im Gegensatz zu
dem Kippschwingungskreis des Verfahrens II nur auf die maximale Eingangsfrequenz anzusprechen,
was sich durch entsprechende Dimensionierung dieser Stufen relativ leicht erreichen läßt.
Ohne weitere Hilfseinrichtung können jedoch diese Untersetzerstufen wegen der Gleichberechtigung
der beiden Röhrensysteme bei einem Phasenwinkel von beispielsweise o° sowohl gleich- als
auch gegensinnig umschalten. Es wird deshalb eine Hilfseinrichtung eingefügt, welche die Untersetzer
in den richtigen Takt zwingt, der die Anzeige mit den eingangs liegenden Phasenwinkel unterschieden
in volle Übereinstimmung bringt. Zur Vereinfachung der Beschreibung sei der Spezialfall herausgegriffen, daß die Meßspannungen
sich um 900 in der Phase unterscheiden. In Fig. 3 sind untereinander die an den verschiedenen
Punkten der Schaltung auftretenden Spannungsformen aufgezeichnet. Die durchgezeichneten
Kurvenformen entsprechen dabei dem Kanal A, die gestrichelt gezeichneten dem Kanal B. Wenn
wir annehmen, daß die in Fig. 3 c gezeichneten negativen Impulse des Kanals A den Untersetzer
des Kanals A in der in Fig. 3 d gezeichneten Weise umsteuern, so bleiben für den Kanal B die beiden
aufgeführten Möglichkeiten der Umsteuerung. Wie man an Fig. 3 e erkennt, entsprechen die
beiden Möglichkeiten einem Anzeigewert von entweder 900 oder 360—900 = 270°. Die Wahrscheinlichkeit
für die Anzeige des richtigen Wertes beträgt somit 1Z2. Bevor auf die Hilfseinrichtung
näher eingegangen wird, soll noch an Hand der Fig. 3 erklärt werden, wie die Rückläufigkeit der
Anzeige beseitigt werden kann. Wie man erkennt, wird beim Kleinerwerden des Phasenwinkels von
900 beim Eintreffen der ersten Möglichkeit (Fig. 3 e, 1) der Anzeigeinstrumentenausschlag
größer (Rückläufigkeit der Skala), während beim Eintreffen der zweiten Möglichkeit (Fig. 3 e, 2)
der Ausschlag wie gewünscht kleiner wird. Es muß also durch die Hilfseinrichtung erzwungen
werden, daß immer diese zweite Möglichkeit eintritt.
Zu diesem Zweck wird an der Abnahmeanode des Untersetzers A (Fig. 5) eine Impulserzeugungsstufe,
etwa nach Fig. 2, angeschaltet. Am Ausgang dieser Stufe tritt nun jedesmal dann ein
negativer Impuls auf, wenn die Anodenspannung des Untersetzers nach positiven Werten geht, d. h.
zeitlich dann, wenn (Fig. 3 c, A) die Impulse 1, 3, 5 ... auftreten. Diese Impulse werden an das zur
Abnahmeanode des Untersetzers B zugehörige Gitter geführt. Sie haben dann keine Wirkung,
wenn dieser Untersetzer im gewünschten Takt kippt (Fig. 3 d, B2), weil dann im Zeitpunkt ihres
Auftreffens dieses Gitter sowieso seine stabile
negative Vorspannung hat. Ist aus irgendeinem Grunde einmal dieser Untersetzer außer Takt geraten,
etwa beim Einschalten des Gerätes oder bei Änderungen am Meßobjekt, so korrigieren die eintreffenden
Impulse sofort den Fehler. Bildet man die Differenzierstufe nach der Fig. 4 aus, so hat
man die Möglichkeit, durch Betätigung des Umschalters S die Spannungssprünge an der Anode
des Untersetzers A sowohl nach positiven Werten (wie eben beschrieben) als auch nach negativen
Werten zur Erzeugung der Kontroll- und Korrekturimpulse heranzuziehen. Die Verwendung des
Spannungssprunges nach negativen Werten bedeutet eine umgekehrte Synchronisation des Untersetzers
B, wie dies der ersten Möglichkeit in Fig. 3 d, B1 entspricht.
Auf diese Weise kann mit dem Umschalter 6"
(Fig. 4) wahlweise Vor- bzw. Rückläufigkeit der Skala eingestellt werden, was bedeutet, daß entweder
der Phasenwinkel φ oder der zugehörige Komplementärwinkel 3600—φ zur Anzeige
kommt. Eine solche Einrichtung hat den Vorteil, daß durch einen entsprechenden parallel zum Anzeigeinstrument
geschalteten Widerstand immer ein niedrigerer Vollausschlag als 3600 bei der
Messung eingestellt werden kann, was die Ablesegenauigkeit erhöht. So kann beispielsweise ein
Phasenwinkel von 3260 nicht nur im relativ ungenauen Bereich mit 3600 Vollausschlag abgelesen
werden, sondern kann durch Betätigen des Schalters^indeniKomplementärwinkelsoo—'3.26°
= 340 umgewandelt werden und ist damit in einem Bereich mit z. B. 45° Vollausschlag genauer zu
messen. '
In Fig. 5 ist zusammenfassend ein vollständiges Blockschaltbild für den Erfindungsgedanken als
Beispiel wiedergegeben.
Claims (2)
- PATENTANSPRÜCHE:i. Verfahren zur Phasenmessung, bei dem die aus den beiden Meß spannungen gewonnenen Rechteckspannungen zwei Gitter einer Elektronenröhre zugeführt werden, deren Anodenstrom ein Maß für die Phasenverschiebung der beiden Meßspannungen ist, dadurch gekennzeichnet, daß die Frequenzen der beiden Rechteckspannungen in je einer Frequenzteilerstufe halbiert werden und daß die eine Frequenzteilerstufe über eine automatische Kontroll- und Korrektureinrichtung mit der anderen so gekoppelt ist, daß die Rechteckspannungen am Ausgang der einen Frequenzteilerstufe die andere Frequenzteilerstufe so steuern, daß der Anodenstrom der von beiden Ausgangsspannungen der Frequenzteilerstufen gesteuerten Elektronenröhre im gesamten Bereich609 708/152V9311 VIIIel'2Ieeine'r Periode der Meßspannungen eindeutig linear vom Phasenunterschied der beiden Eingangsspannungen abhängt.
- 2. Verfahren nach Anspruch i, dadurch gekennzeichnet, daß durch wahlweise Phasenumkehr der am Ausgang der Kontroll- und Korrektureinrichtung vorhandenen und die zweite Frequenzteilerstufe steuernden Impulse der Anodenstrom der Elektronenröhre vor- oder rückläufig mit der Phasenverschiebung der beiden Meß spannungen einstellbar ist.In Betracht gezogene Druckschriften: Britische Patentschrift Nr. 654 212.Hierzu 1 Blatt Zeichnungen
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