DEV0002130MA - Verfahren zur Beseitigung des Schwingens und Dröhnens von großflächigen flachen Körpern wie z.B. Blechen - Google Patents
Verfahren zur Beseitigung des Schwingens und Dröhnens von großflächigen flachen Körpern wie z.B. BlechenInfo
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Description
Die Beseitigung des Schwingens und Dröhnens von großflächigen Körpern jeglicher Art, insbes. von Blechen, wird seit langem als sehr dringendes Problem empfunden, das jedoch bisher noch nicht in befriedigender Weise gelöst werden konnte. Vor allem sind diese Erscheinungen bei Automobilen und Flugzeugen unangenehm, aber auch bei anderen maschinellen Einrichtungen wie z. B. Kühlschränken stören die durch den Motor hervorgerufenen und durch das Schwingen der Blech- und Holzwände verstärkten Geräusche.
Bisher hat man diese Mängel hauptsächlich dadurch zu beheben versucht, daß auf die schwingenden und dröhnenden Flächen Filze, Stoffe, Pappen oder Korkplatten aufgeklebt wurden. Die Wahl eines geeigneten hitze- und kältebeständigen Klebstoffes zur Befestigung dieser Auflagen, der nicht spröde wird und durch den Temperaturwechsel seine Kohäsion nicht einbüßt, bereitet Schwierigkeiten.
Es ist auch bereits bekannt, bitumen- oder kunststoffhaltige Massen, die Weichmacher, Lösungsmittel, Füllstoffe o. dgl. enthalten, als flüssige oder plastische Masse auf die zu behandelnden Flächen aufzubringen. Auch diese Überzüge sind jedoch nicht völlig befriedigend, insbes. wird von ihnen der Schall nicht absorbiert, sondern mehr oder weniger stark reflektiert.
Gemäß der Erfindung wird eine besonders weitgehende Entschwingung und Entdröhnung dadurch erreicht, daß die auf die zu behandelnden Flächen aufzubringende Masse porös gemacht wird. Zweckmäßig wird die Masse während oder nach dem Auftragen auf die Unterlage porös gemacht. Im einzelnen richtet sich die Arbeitsweise nach der Zusammensetzung der angewendeten Auftragsmasse und deren Nachbehandlung. Kommt z. B. eine Masse zur Anwendung, die zu ihrer Verfestigung einer Erhitzung bedarf, z. B. eine Kautschukmasse beim Vulkanisieren, so kann der Masse ein Stoff zugesetzt werden, der bei der Erhitzung Gas entwickelt. Hierfür eignen sich leicht zersetzliche, anorganische oder organische Stoffe wie Ammoniumkarbonat.
Verwendet man dagegen Massen, die im wesentlichen bei gewöhnlicher Temperatur, z. B. durch Trocknen oder chemische Umsetzung fest werden, so empfiehlt es sich, der Masse vor dem Auftragen Luft oder Gase beizumischen oder die Masse in zwei Ansätzen zuzubereiten, von denen jeder einen Stoff enthält, der mit dem Bestandteil des anderen Ansatzes unter Gasentwicklung reagiert. Beispielsweise kann man dem einen Anteil ein Karbonat und dem anderen Anteil eine Säure zusetzen. Werden dann die beiden Ansätze z. B. während des Auftragens miteinander vermischt, so tritt gleichzeitig eine Gasentwicklung und damit Porösität des Überzuges auf. Besonders einfach gestaltet sich die Arbeit bei Verwendung einer Spritzpistole, in der die beiden Ansätze miteinander vermischt und gleichzeitig auf die zu behandelnde Fläche aufgetragen werden.
In besonderen Fällen kann der Auftrag auch in zwei Arbeitsgängen erfolgen, indem eine dichtere Masse zur Beseitigung der Schwingungen und eine poröse Masse zur Beseitigung des Dröhnens getrennt aufgetragen werden. Der Anti-Schwingmasse fällt hierbei die Rolle zu, die Schwingungszahl der Gegenstände zu vermindern, während die poröse Anti-Dröhnmasse die innere Schalldämpfung bewirkt.
Das Verfahren nach der Erfindung eignet sich grundsätzlich für die Behandlung aller großflächigen flachen Bauteile, gleichgültig, ob es sich um blankes, grundiertes, lackiertes oder in anderer Weise oberflächenbehandeltes Metall, Blech, Holz, um Kunststoffe wie Preßmasse, Verbundschichten oder sonstige Unterlagen handelt. Auch kann die Konsistenz der Auftragsmasse
verschieden sein; so können die Mischungen spachtel-, streich- oder spritzfähig sein. Als Grundlage der Auftragsmasse kommen ebenfalls die verschiedensten klebfähigen Produkte in Betracht wie Natur- oder Kunstkautschuk, Latex, Polyvinyl- oder Polyisobutylenprodukte oder andere kautschukähnliche Massen, tierische oder pflanzliche Leime usw. Als Füllstoffe können Kork, Holzmehl, mineralische oder vegetabilische Fasern u. dgl. herangezogen werden.
In allen Fällen läßt sich durch geeignete Mischungsverhältnisse und Wahl entsprechender Gasentwickler eine Masse erhalten, die auf der Unterlage einen fest haftenden, porösen, moosgummiartigen Belag ergibt, der durch seine Schwere schwingungsmildernd und durch seine Luftpolster schalldämpfend wirkt. Ein zusätzlicher Vorteil der Erfindung liegt darin, daß die aufzutragende Masse durch mineralische oder organische Farben gefärbt werden kann, so daß gegebenenfalls auf eine zusätzliche Stoffbespannung der verkleideten Flächen verzichtet werden kann. Der moosgummiartige Auftrag ist auch wasserfest, elastisch und abwaschbar.
Nachstehend wird die Zusammensetzung von geeigneten Auftragsmassen an zwei Ausführungsbeispielen erläutert:
Beispiel 1:
100,0 kg Kautschuk oder Kunstkautschuk
10,0 kg Zinkoxyd
90,0 kg Bariumsulfat
3,0 kg Schwefel
2,2 kg Vulkanisationsbeschleuniger
10,0 kg Ammoniumkarbonat
322,8 kg Benzin
werden miteinander vermischt und ergeben eine spritzfähige Masse, die nach dem Auftragen und Verdunsten des Benzins durch Erhitzen der überzogenen Bauteile vulkanisiert werden kann.
Beispiel 2:
Es werden zwei Ansätze zubereitet, von denen der eine
71,0 kg Dispersion von Polyvinylacetat
20,0 kg Bariumsulfat
9,0 kg Oxalsäure
und der andere
90,0 kg wässrige Polyvinylalkohollösung
10,0 kg Kreide
enthält. Beide Komponenten werden kurz vor oder während des
Auftragens im Verhältnis 1:1 vermischt. Die Oxalsäure wirkt auf die Kreide unter Kohlensäureentwicklung ein, so daß der Auftrag porös wird. Nach Verdunsten der Dispersions- und Lösungsmittel bei gewöhnlicher Temperatur hat der Auftrag genügende Festigkeit erreicht.
Die eingelagerten Gasblasen ergeben in der Masse noch zusätzlich eine starke Wärme- und Kälteisolation.
Claims (8)
1. Verfahren zur Beseitigung des Schwingens und Dröhnens von großflächigen flachen Körpern wie z. B. Blechen, insbes. im Karosserie- und Flugzeugbau, durch Auftragen einer flüssigen oder plastischen Masse aus Öl-, Nitrolacken, Kunststoffen, Kautschuk o. dgl., gegebenenfalls unter Zusatz von Weichmachern, Lösungsmitteln, Füllstoffen o. dgl., dadurch gekennzeichnet, daß die auf die zu behandelnden Flächen aufzubringende Masse porös gemacht wird bzw. porös auftrocknet.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß die Masse während oder nach dem Auftragen auf die Unterlage porös gemacht wird.
3. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Masse ein Stoff zugesetzt wird, der bei der Erhitzung Gas entwickelt.
4. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß die Masse in zwei Ansätzen zubereitet wird, von denen jeder einen Stoff, z. B. ein Karbonat und eine Säure, enthält, die miteinander unter Gasentwicklung reagieren, und die beiden Ansätze während des Auftragens miteinander vermischt werden.
5. Verfahren nach Anspruch 4, dadurch gekennzeichnet, daß die beiden Ansätze in einer Spritzpistole oder einer anderen Auftragsvorrichtung miteinander vermischt und gleichzeitig auf die zu behandelnde Fläche aufgetragen werden.
6. Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß der Masse vor oder während des Auftragens so viel Luft oder Gase beigemischt werden, daß die Masse porös auftrocknet.
7. Verfahren nach Anspruch 1 bis 6, dadurch gekennzeichnet, daß der Auftrag in zwei Arbeitsgängen erfolgt, indem eine dichtere Masse zur Beseitigung der Schwingungen und eine poröse Masse zur Beseitigung des Dröhnens getrennt aufgetragen werden.
8. Verfahren nach Anspruch 1 bis 7, dadurch gekennzeichnet, daß die Antischwing- und Antidröhnmassen unter Verwendung einer Verbundschicht aufgetragen werden.
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