DEST008640MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 20. August 1954 Bekanntgemacht am 28. Juni 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Die Erfindung bezieht sich auf ein Kraftstoffgemisch, das in feuchter, kühler Luft zu einem merklich besseren
Arbeiten eines Motors führt. Das Kraftstoffgemisch gemäß der Erfindung besteht aus einem Kohlenwasserstoffgemisch
im. Siedebereich von Benzin, das 0,05 bis ι Volumprozent, insbesondere etwa 0,2 bis 0,5 Volumprozent
Dimethylformamid und bzw. oder Morpholin enthält. Das Kraftstoffgemisch gemäß der Erfindung
kann außerdem ein: Lösungsöl und andere Zusätze,
wie Bleialkyl-Antiklopfmittel, Farbstoffe, Harzinhibitoren, Oxydationsinhibitoren u. dgl., enthalten.
Die Kraftstoffgemische gemäß der Erfindung sind in erster Linie dazu bestimmt, gewisse Betriebsschwierigkeiten zu überwinden, wie sie bei Kraftfahrzeug-,
Schiffahrts-, stationären und Flugzeugmotoren auftreten. Die erwähnten Schwierigkeiten führen im
Leerlauf häufig zum Stehenbleiben des Motors. Der Motor kann immer dann stehenbleiben, wenn er bei
Wetterlagen mit verhältnismäßig hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen unterhalb etwa i6° betrieben
wird. ' .
Auf dieses Problem, das an sich seit vielen Jahren besteht, hat sich seit kurzem, auf Grund zahlreicher
Klagen von Automobilbesitzern, insbesondere in den nördlichen Teilen der Vereinigten Staaten, die Aufmerksamkeit
gerichtet. Diese Automobilbesitzer berichten, daß ihre Fahrzeuge bei kühlem, feuchtem
Wetter im Leerlauf insofern sehr schlecht arbeiten, als der Motor sehr oft stehenbleibt. Diese Schwierigkeit
tritt bei allen Automobiltypen, bei allen Vergaser-
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typ Sn und bei Verwendung aller handelsüblichen
Benzinmarken auf.
■ Die Größe dieser Schwierigkeit geht aus einer in New Jersey durchgeführten Untersuchung hervor, die auf den, Erfahrungen, von 300 Automobilbesitzern beruht, die während der Herbst- und Winterzeit zwanzig verschiedene Autömobilmodellg fuhrßn, Dies,e, ..'.. Automobile wurden mit gewöhnlichem und mit Premium-Winterbenzin des Handels gefahren. In Tabellel sind die erhaltenen Ergebnisse zusammengestellt, es ist jeweils angegeben, wie oft die unter den erwähnten Bedingungen betriebenen Motore stehenblieben.
■ Die Größe dieser Schwierigkeit geht aus einer in New Jersey durchgeführten Untersuchung hervor, die auf den, Erfahrungen, von 300 Automobilbesitzern beruht, die während der Herbst- und Winterzeit zwanzig verschiedene Autömobilmodellg fuhrßn, Dies,e, ..'.. Automobile wurden mit gewöhnlichem und mit Premium-Winterbenzin des Handels gefahren. In Tabellel sind die erhaltenen Ergebnisse zusammengestellt, es ist jeweils angegeben, wie oft die unter den erwähnten Bedingungen betriebenen Motore stehenblieben.
Anzahl der Klagen über zweimaliges oder häufigeres Stehenbleiben (von 100 Automobilen)
Temperatur, 0C
relative Feuchtigkeit, °/0.
Wetter
Wetter
52
klar
klar
bei Verwendung von :;
normalem Winterbenzin
Premium-Winterbenzin
Premium-Winterbenzin
70
bedeckt
bedeckt
15
38
38
leichter
' Regen
' Regen
20
40
40
11
IOO
starker Regen
21 42
13
96
Regen
Die statistischen Werte der Tabellel in Verbindung
mit der allgemeinen Erfahrung aller Benutzer von Automobilen zeigen die Größe des Problems,, welches
das Stehenbleiben des Motors bei kühlen, feuchten Witterungsbedingungen bildet. Es muß jedoch darauf
hingewiesen werden, daß dieses Problem auf Grund gewisser bestimmter Umstände kürzlich eine erhöhte
Bedeutung erlangt hat. Erstens werden die meisten Nachkriegsautomobile nicht mehr mit einer von Hand
zu bedienenden Drossel ausgerüstet, so daß der Fahrer die Drehzahl im Leerlauf während des Warmwerdens
des Motors nicht mehr erhöhen kann, um ein Stehenbleiben
desselben zu vermeiden. Zweitens ist die Leerlauf drehzahl von Automobilen mit automatischen Getrieben
während, des Warmwerdens des. Motors ziemlieh
kritisch; die höchste Leerlaufdrehzahl, die verwendet werden kann, darf nicht zu hoch sein, wodurch
die Gefahr eines Stehenbleibens erhöht wird. Drittens bleibt bei Automobilen mit automatischem Getriebe
der Motor häufig gerade dann stehen, wenn der Fahrer beschleunigen will, so daß das Getriebe gerade zu
diesem unangenehmstenZeitpunkt wieder abgeschaltet, der Motor erneut angelassen und das Getriebe wieder
eingeschaltet werden muß, was die Unannehmlichkeit eines häufigen Stehenbleibens noch vergrößert. Ein..
vierter Faktor, der das Stehenbleiben des Motors beeinflußt, ist die Flüchtigkeit der heutzutage für Automobile
zur Verfügung stehenden Kraftstoffe. Durch die in den letzten Jahren erfolgte Steigerung der Flüchtigkeit
werden diese Schwierigkeiten noch erhöht.
Bei der Untersuchung dieses Problems hat man als Ursache für das wiederholte Stehenbleiben des Motors
bei kühlem, feuchtem Wetter die Bildung von Eis im Vergaser erkannt. An einem kühlen, feuchten Tag kühlt
das im. Vergaser verdampfende Benzin so stark, daß die in der in den Vergaser einströmenden Luft enthaltene
Feuchtigkeit kondensiert und gefriert. Die Verdampfung eines normalen Brennstoffs im Vergaser
kann die Temperatur der Metallteile des Vergasers bis um. 27,8° unter die Temperatur der eintretenden Luft
senken. Infolgedessen kann, bevor der gesamte Motor und der Kühler warm geworden sind, dieser Temperaturabfall
zur Eisbildung im Vergaser führen. Die Bildung von Eis erfolgt wahrscheinlich am' schnellsten beim
Arbeiten des Motors bei schwacher Brennstoffzufuhr.. Wenn der Motor eine Zeitlang bei schwacher Brennstoffzufuhr
gelaufen ist, wenn die Drossel in Leerlauf-Stellung geschlossen ist, so führt das auf der Drosselklappe
und den angrenzenden Wänden bereits gebildete Eis plus weiter gebildetem Eis zu einer Verengung der
feinen Luftöffnungen, so daß der Motor stehenbleibt.
Um das Problem des Stehenbleibens des Motors durch Vereisung des Vergasers weiter zu klären, wurden
die Ergebnisse von Umfragen bei Kunden über das Verhalten des Motors sowie sorgfältig durchgeführter
Straßenteste und von Laboratoriumsversuchen über das Verhalten des Motors in kalten Räumen zusammengestellt.
Diese Versuche zeigen, daß die Vergaserver-
,. eisung in erster Linie von, der Temperatur und der
Feuchtigkeit der Atmosphäre abhängt. Die Versuche zeigen weiter, daß bei Verwendung von Kraftstoffen
von üblicher Flüchtigkeit ein Stehenbleiben des Motors
auf Grund von Eisbildung im Vergaser nicht unterhalb — 1° und nicht oberhalb +16° auftritt. Diese Versuche
zeigen in gleicher Weise, daß der Motor nur bei einer Luftfeuchtigkeit von über etwa 65 °/0 stehenbleibt.
Ein anderer Faktor, der die Eisbildung im Vergaser beeinflußt, ist die Flüchtigkeit des verwendeten Kraft-
, Stoffs. Zur Untersuchung dieser Erscheinung wurden
im Laboratorium Kaltraumversuche durchgeführt, um das Stehenbleiben des Motors während des Warmwerdens
bei Verwendung von Brennstoffen verschie- no dener Flüchtigkeit zu untersuchen. Hierbei wurde ein
Chrysler, Baujahr 1947, in einem temperatur- und feuchtigkeitsgelenkten Raum untergebracht. Während
die Temperatur und die Feuchtigkeit auf bestimmter Höhe gehalten wurden, wurde die Neigung des Motors
zum Stehenbleiben während der Anwärmzeit bestimmt. Hierzu wurde der Motor angelassen und dann unverzüglich
auf eine Drehzahl von 1500 U/min gebracht. Diese Drehzahl wurde 30 Sekunden aufrechterhalten,
danach ließ man den Motor 15 Sekunden leerlaufen. Wenn der Motor stehenblieb, bevor die 15 Sekunden
verstrichen waren, wurde er erneut' angelassen und seine Drehzahl 30 Sekunden lang auf 1500 U/min gebracht
; wenn er nicht stehenblieb, wurde die Drehzahl nach den 15 Sekunden Leerlauf unverzüglich auf
1500 U/min erhöht. Diese Zyklen von jeweils 30 Se-
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künden bei 1500 U/min und 15 Sekunden Leerlauf
wurden wiederholt, bis der Motor vollständig warm geworden war. Es wurde notiert, wie oft der Motor
während dieses Verfahrens bis zum. vollständigen Warmwerden stehenblieb. Die Versuche wurden bei
40 und bei einer relativen Feuchtigkeit von 100 % unter Verwendung von drei Kraftstoffen verschiedener
Flüchtigkeit durchgeführt. Der flüchtigste Kraftstoff war ein Premiumbenzin des Handels mit einem ASTM-Siedeverhalten
von io°/0 bei 43°, 50% bei 88° und o,o°/0 bei 146°. Es wurde gefunden, daß der Motor bei
Verwendung dieses Kraftstoffes während des Warmwerdens etwa 14- bis i5mal stehenblieb. Es wurde
weiter ein Kraftstoff von mittlerer Flüchtigkeit untersucht, der aus einem normalen Benzin des Handels
bestand (ASTM-Siedeverhalten: 10% bei 490, 50%
bei 104° und 90% bei 172°). Bei Verwendung dieses
Kraftstoffes blieb der Motor nmal stehen. Schließlich
wurde ein Benzin von geringer Flüchtigkeit geprüft (ASTM-Siedeverhalten: 10% bei 520, 50% bei 1320
und 90°/o bei 1970). Mit diesem Kraftstoff blieb der
Motor 5ir.al stehen.
Aus diesen Werten ist zu ersehen, daß die Vergaservereisung von der Flüchtigkeit des verwendeten Kraft-
■25 stoffes abhängt. So blieb der Motor bei Verwendung
des oben geprüften Kraftstoffs von niedrigster Flüchtigkeit (50% bei 1320) nur 5mal, bei Verwendung des
am stärksten flüchtigen Kraftstoffs (50% bei 88°) dagegen I5mal stehen. Ein Extrapolieren dieser Werte
in bezug auf , die. Flüchtigkeit des Kraftstoffes zeigt, daß ein Kraftstoff von einer solchen Flüchtigkeit, daß
50% bei 154° oder höher übergehen (ASTM), keine Schwierigkeiten durch Stehenbleiben während des
Warmwerdens ergibt. Ein Kraftstoff mit einem derartigen Siedeverhalten wäre allerdings in bezug auf
die zum Warmwerden erforderliche Zeit, die Beschleunigung des kalten Motors, seine Wirtschaftlichkeit
und eine Verdünnung des Öls in der Kurbelwanne nicht erwünscht. Indessen bezieht sich die Erfindung
nicht nur auf Kraftstoffe mit einem ASTM-50 %-Destillationspunkt unterhalb etwa 1540. Gleichzeitig ist es
möglich, wie gezeigt werden wird, die zur Bekämpfung der Vereisung erforderliche Menge an Additiv mit der
Flüchtigkeit des zu verbessernden Kraftstoffes in Einklang zu bringen. Man kann mit anderen Worten bei
Kraftstoffen von verhältnismäßig niedriger Flüchtigkeit kleinere Additivmengen verwenden, während für
stärker flüchtige Kraftstoffe größere Additivmengen erforderlich sein können. Es sei weiter erwähnt, daß
selbst dann, wenn der Motor nicht vollständig stehenbleibt, doch auf Grund der Vereisung ein merklicher
Kraftverlust auftreten kann. Dies ist bei Flugmotoren besonders bedenklich. So sind z. B. 30% der Flugzeugunglücke,
die sich in den Vereinigten Staaten 1947 und 1948 bei Leichtflugzeugen ereigneten, auf die
Bildung von Eis im Vergaser oder in den Sammelleitungen zurückzuführen, die die Motorleistung durch
Einschränkung des Stroro.es an zu verbrennendem Gemisch zu den Zylindern herabsetzt.
Amin soll erfindungsgemäß in einer Menge von wesentlich unter 1 Volumprozent, bezogen auf das
Volumen des Benzins, verwendet werden. Vorzugsweise liegt die Konzentration zwischen etwa 0,05 und
0,5, vorzugsweise etwa 0,1 und 0,3 Volumprozent.
Ein Continental-Leichtflugzeugmotor wird mit einem Flugmotorenbenzin (Grad 80) sowie mit Gemischen des
Kraftstoffes mit 0,5 Volumprozent Aminen gemäß der Erfindung betrieben. Der reine Kraftstoff hatte folgende
Siedegrenzen:
Engler-Destillation Siedebeginn, 0C 37,8
50%, °c 93,0
Siedeende, 0C .. .. 163,0
Reid-Dampfdruck, Atm 0,48
Die angesaugte Luft hatte eine Temperatur von ioc
und eine relative Feuchtigkeit von 97 ± .3 °/0. Die den
Vergaser umgebende Luft hatte eine Temperatur von io°. Die Drossel war so eingestellt, daß der Motor eine
anfängliche Drehzahl von 1750 U/min hatte; nach 3 und nach 10 Minuten Betriebszeit wurde die Verringerung
der Drehzahl bestimmt. Es wurden folgende Ergebnisse erhalten:
Vereisung des Vergasers in einem Continentalmotor Wirksamkeit des Antivereisungszusatzes
Anfängliche Motordrehzahl (festgestellte
Drossel) 1750 U/min
Temperatur der angesaugten Luft, 0C ... 10
Relative Feuchtigkeit der angesaugten
Luft, % 97 ±3
Temperatur der den Vergaser umgebenden
Luft, 0C 10
(Die Menge des im Vergaser angesammelten Eises wird von der Größe des Drehzahlverlustes \viedergegeben.)
| Additiv | Konzentration im Brennstoff Volumprozent |
Drehzahlverlust durch Vereisung nach 3 Minuten U/min |
| kein Dimethylformamid . Morpholin |
0,25 0,25 |
425 O O |
Aus der Tabelle geht hervor, daß Dimethylformamid und Morpholin sehr wirksam sind.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Kraftstoffgemisch, dadurch gekennzeichnet, daß es aus einem Gemisch von Kohlenwasserstoffen im Siedebereich von Motorbenzin mit einem Gehalt von etwa 0,05 bis 1 Volumprozent, insbesondere etwa 0,2 bis 0,5 Volumprozent Dimethylformamid und bzw. oder Morpholin besteht.In Betracht gezogene Druckschriften: USA.-Patentschriften Nr. 2 461 917, 2 413 262; schweizerische Patentschrift Nr. 147 463.609 547/296 6. 56
Family
ID=
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