DER0012580MA - - Google Patents
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Description
BUNDESREPUBLIK DEUTSCHLAND
Tag der Anmeldung: 19. September 1953 Bekaniitgemacht am 9. Mai 1956
DEUTSCHES PATENTAMT
Es ist bekannt, Fruchtsäfte durch kurzzeitiges * Erhitzen zu sterilisieren. Nach neueren Erkenntnissen
ist es dabei zweckmäßig, den Most unmittelbar nach dem Keltern in geschlossenem System,
d. h. unter Luftausschluß, kurzzeitig auf Temperaturen zwischen 75 und 900 zu erhitzen. Dabei
tritt nicht nur eine Entkeimung ein, sondern die fruchteigenen Enzyme, insbesondere Oxydasen, die
für eine nachträgliche Geschmacksveränderung verantwortlich sind, werden dabei inaktiviert. (»Flüssiges
Obst«, Bd. 20, Heft 6, S. 4, 1953.)
Andererseits ist bekannt, die Klärung von Fruchtsäften durch den Zusatz von Enzymen, insbesondere
von pektolytisch wirkenden Präparaten, zu bewirken. Der fermentative Abbau der Pektimstoffe,
der für die Ausfällung der Trubstoffe notwendig ist,
erfordert bisher, und zwar bei Anwendung der höchst wirksamen Enzympräparate, Zeiten von etwa
2 Stunden. (»Flüssiges Obst«, Heft 9, S. 392 ff., 1952.) Die Fermentierung wird bei Temperaturen
zwischen 10 und 20° durchgeführt, da bei höheren Temperaturen eine Gärung eintritt.
Zur Fermentierung der Obstsäfte ist noch ein weiteres Verfahren bekanntgeworden, bei welchem
der Obstsaft auf etwa 450 angewärmt wird. Hierbei werden die für die jeweiligen Enzyme günstigen
Temperaturen in den Säften od. dgl. eingestellt. Die Temperaturen werden nicht so hoch gewählt,
609 514/61
R 12580 IVa/53 k
daß die abbauenden Enzyme gefährdet, d.h. daß sie durch eine zu hohe Temperatur inaktiviert
werden.
Im Gegensatz zu der Ansicht von Fachleuten, daß die Erhöhung der Fermentierungs-Temperatur
bis zur Inaktivierung der Enzyme den Pektinabbau nicht so zu fördern vermöge, daß die bei der üb-Hchen
Kurzzeit- Sterilisierung zur Verfügung stehende Anheizperiode zur notwendigen Fermentierung ausreicht,
wurde erfindungsgemäß festgestellt, daß man die der Kurzzeit-Erhitzung vorangehende Anwärmperiode
mit überraschend gutem Erfolg zur Fermentierung ausnutzen kann, wenn man für Anwesenheit
der erforderlichen Enzyme in diesem Stadium der Behandlung der Säfte Sorge trägt.
Ein ausreichender Abbau der Pektinstoffe findet unter diesen Bedingungen bei Temperaturen von
50 bis 6o° innerhalb von 8 bis 10 Minuten statt.
Der mit dem Verfahren nach der Erfindung erzielte Vorteil ergibt sich aus der Gegenüberstellung
folgender Versuche:
Versuch 1: Apfelsaft wurde in einem Falle mit
ι g/l eines enzymatischen Klärmittels, hergestellt
. aus einer Aspergilluskultur, bei einer Temperatur
von 450 versetzt. Nach 40 Minuten war eine ausreichende
Fermentierung erzielt.
Versuch 2: Unter sonst gleichen Bedingungen, also mit dem gleichen Präparat, mit der gleichen
Menge, wurde ein Versuch so durchgeführt, daß die Fermentierung während der Anheizperiode der
nachlaufenden Kurzzeit-Sterilisierung erfolgte. Bis zur Erreichung der Sterilisierungstemperatur von
95° vergingen 7,5 Minuten, wobei der Saft während der längsten Zeit, nämlich etwa 7 Minuten, eine
Temperatur von -6i° aufwies.
Der Abbaueffekt, gemessen durch die Viskosität, ausgedrückt durch die im Ostwaldviskosimeter gemessene
Viskosität, ergab einen gleichen Abbau in beiden Versuchen. Die Auslaufzeiten betrugen
bei Versuch 1: 47,9 see und 47,7 see bei Versuch 2.
Gegenüber den bisher üblichen zweistufigen Verfahren bietet das Verfahren nach der Erfindung
folgende Vorteile:
1. Sterilisierung und Fermentierung verlaufen rasch und kontinuierlich.
2. Während der Fermentierung im geschlossenen System ist die schädliche Einwirkung von Luftsauerstoff
ausgeschlossen.
3. Bei der sich an die Fermentierung anschließenden
Erhitzung werden sowohl die fruchteigenen Fermente als auch die mit dem zugesetzten Fermentpräparat
eingebrachten Fermente inaktiviert. Damit tritt eine nachteilige Beeinflussung des Saftes
nicht mehr ein, so daß das natürliche Fruchtaroma erhalten bleibt.
Das erfindungsgemäße Verfahren kann durch die an sich bekannte Mitverwendung von Gelatine als
Entladungsmittel ergänzt werden.
1. Der von der Kelter abfließende Apfelsaft wird wechselweise in zwei kleineren Zwiscnenbehältern
aufgefangen, in welche vorher chargenweise die erforderliche Enzymmenge (i/2 bis lO/o) gegeben
wird. Der mit dem Enzym vermischte Saft' wird dann unmittelbar einem Durchlauferhitzer zugeführt,
dem nach dem Vorwärmen des Saftes im Wärmeaustauscher auf 50 bis 60° unter Luftausschluß ein
Warmhaltegefäß nachgeschaltet ist. Dieses Wärmhaltegefäß, in dem die Fermentierung im wesentlichen
verläuft, durchströmt der Saft mit einer solchen Geschwindigkeit, daß er 8 bis 10 Minuten eine
Temperatur von durchschnittlich 55° beibehält. Anschließend wird der Saft im Durchlauferhitzer in an
sich bekannter Weise kurzfristig auf die Inaktivierungs- und Entkeimungstemperatur von 75° erhitzt.
2. Der von der Kelter abfließende Saft wird mit Hilfe einer automatischen Dosiereinrichtung kontinuierlich
mit gelöstem oder leicht löslichem Enzym versetzt und fließt unmittelbar unter ständigem
Luftabschluß einem Durchlauferhitzer zu. Der Saftstrom wird hierbei derart reguliert, daß die Verweildauer
des Saftes nach Erreichen der - Temperatur von 50 bis 6o° in der Anheizzone 8 bis 10 Minuten
beträgt.
Claims (1)
- PATENTANSPRUCH:Verfahren zur enzymatischen Behandlung und Haltbarmachung von Fruchtsäften durch Anwendung von Filtrationsenzymen und kurzzeitiges Erhitzen auf Temperaturen von über 700, dadurch gekennzeichnet, daß die Anwärmstufe gleichzeitig als Fermentierungsstufe dient.Angezogene Druckschriften:
Deutsche Patentschrift Nr. 567581.© 609 514/61 5.56
Family
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