DEP0049430DA - Verfahren zur Erzeugung von Schutzschichten auf Aluminium und Aluminiumlegierungen - Google Patents

Verfahren zur Erzeugung von Schutzschichten auf Aluminium und Aluminiumlegierungen

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DEP0049430DA
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Max Dr. Basel Schenk
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Description

Aluminium und Aluminiumlegierungen, im nachstehenden kurz unter dem Sammelnamen "Aluminium" bezeichnet, werden für verschiedene Zwecke, insbesondere zum Korrosionsschutz, zur Veränderung des Aussehens und zur Verbesserung der Haftfestigkeit von Lackfilmen und galvanischen Ueberzügen, künstlich mit kompakten oder porösen oxydischen Schichten versehen. Die künstliche Bildung solcher oxydischer Schichten wird im allgemeinen in der Weise durchgeführt, dass die zu überziehenden Stücke aus Aluminium in ein geeignetes wässriges Bad getaucht werden, in welchem mit oder ohne Mitwirkung elektrischen Stromes die Schichtbildung erfolgt. Die Oberflächenoxydation mit Hilfe von Gleich- oder Wechselstrom, welche man allgemein als elektrolytische oder anodische Oxydation bezeichnet, wird ausschliesslich in sauren, vorzugsweise schwefelsauren, chromsauren oder oxalsauren wässrigen Lösungen ohne oder mit weiteren löslichen Zusätzen vorgenommen. Zur Oberflächenoxydation ohne Mitwirkung eines äusseren elektrischen Stromes, meist chemische Oxydation genannt, verwendet man sowohl saure als auch alkalische wässerige Lösungen, welche noch solche Stoffe enthalten, die auf die Zersetzung des Aluminiums einen hemmenden Einfluss ausüben (Inhibitoren) oder die sich unter Zersetzung und Bildung oxydischer Verbindungen oder basischer Salze selbst an der Schichtbildung beteiligen. Für solche chemische Oxydationsverfahren sind in der technischen und Patentliteratur zahlreiche Vorschläge zu finden. Unter all diesen Vorschlägen haben technisch jedoch nur diejenigen einige Bedeutung erlangen können, welche sich auf heisse Lösungsgemische von Alkalicarbonaten und Alkalichromaten beziehen. Die in solchen heissen Carbonat-Chromatlösungen erzielbaren Schichten zeichnen sich aus durch ihre relativ gute Abriebfestigkeit und durch den relativ guten Korrosionsschutz, den sie dem Aluminium verleihen. Ferner verzögern sie unter Farb- und Lackfilmen die bekannte Erscheinung des Unterfressens. Allerdings lässt die Haftfestigkeit von Lack- und Farbfilmen auf den in heissen Carbonat-Chromatlösungen erzeugten Schichten zu wünschen übrig, weil letztere in sich selbst nicht genügend fest sind und von den Lacken nicht bis zum Metallgrund durchdrungen werden, sodass zwischen Metall und Lackfilm stets eine mehr oder weniger lockere, nicht elastischen Zwischenschicht bestehen bleibt. Die Carbonat-Chromatlösungen sind nicht auf alle Aluminiumlegierungen anwendbar, was ein grosser Nachteil ist. Ferner wird es im Betrieb als nachteilig empfunden, dass diese Lösungen nur bei erhöhter Temperatur, in der Regel bei 95°C bis Siedetemperatur, angewendet werden können, sodass besondere heizbare Einrichtungen erforderlich sind. Das starke Verdampfen dieser Bäder erheischt eine häufige Kontrolle und Nacheinstellung. Auch sind diese Bäder ziemlich rasch erschöpft, etwa nach einer Behandlung von 2-3 m(exp)2 Oberfläche pro 1 Liter Bad.
Da mit dem Wasserdampf infolge der unvermeidlichen Gasentwicklung chromathaltige, gesundheitschädliche Badreste in der Form von Nebel in den Arbeitsraum gelangen können, müssen diese
Tauchbäder resp. die Tauchbehälter mit einem guten Luftabzug versehen sein. Schliesslich ist das Aufheizen und Warmhalten der Tauchbäder unbequem und unwirtschaftlich und bei grösseren Objekten betrieblich sehr oft überhaupt in Frage gestellt.
Um das lästige Arbeiten bei erhöhten Temperaturen zu umgehen, wurde auch schon die Behandlung mit Bädern vorgeschlagen, die aus Aetzalkalien und Chromsäureanhydrid im Gewichtsverhältnis 1 : 0,6 bis 1 : 1 hergestellt sind und von diesen beiden Bestandteilen zusammen 10-40% aufweisen. Ganz besonders vorteilhaft soll es nach dem gleichen Vorschlag sein, wenn man diesen Bädern noch etwas Zinnsalz-Weinsäurelösung zusetzt. Derartige Lösungen mit Zinnsalz-Weinsäurezusatz sollen bei Temperaturen zwischen +20 und +25°C in wenigen Minuten - das einzige Beispiel nennt eine Behandlungsdauer von 2 bis 5 Minuten - dichte, gut haftbare, bläuliche bis gelbliche oder gelbgrünlich irisierende Schutzschichten ergeben. Vom Standpunkte des Korrosionsschutzes ist der Zusatz eines Zinnsalzes allerdings bedenklich, da bekanntlich Spuren von Zinn oder Zinnverbindungen, welche in der Schicht zurückbleiben, zur beschleunigten Korrosion des Aluminiums führen können. Mit einer zinnfreien Lösung fallen aber die nach dem erwähnten Vorschlag erzielbaren Schichten, wenn sie auch ziemlich dicht und wenig porös sind, nur äusserst dünn aus, sodass sie den wünschbaren Korrosionsschutzwert nicht aufweisen können. Ferner wirkt sich der relativ hohe Chromatgehalt der Lösungen in den meisten Anwendungsfällen als sehr unwirtschaftlich aus, da diese Lösungen lange schon erschöpft sind, bevor das Chromat richtig ausgenützt ist, ganz abgesehen davon, dass die Verwendung der teuren Chromsäure anstelle der billigeren Chromatsalze zum Ansetzen des Bades unwirtschaftlich ist. Es wurden bei der Durchführung von Versuchen beispielsweise mit drei gemäss dem erwähnten Vorschlag hergestellten Lösungen A, B und C auf Reinaluminium 99,4% Al in Blechform bei einer Temperatur von 20°C folgende Ergebnisse erzielt:
Lösung A: Gewichtsverhältnis NaOH : CrO(sub)3 = 1 : 1
Konzentration an festen Bestandteilen = 20%
Lösung B: Gewichtsverhältnis NaOH : CrO(sub)3 = 1 : 0,8
Konzentration an festen Bestandteilen = 20%
Lösung C: Gewichtsverhältnis NaOH : CrO(sub)3 = 1 : 0,6
Konzentration an festen Bestandteilen = 20%
In diesen Versuchen sind für die Gewichtsverhältnisse NaOH : CrO(sub)3 die beiden extremen Fälle und ein Durchschnittsfall des erwähnten Vorschlages gewählt worden. Die Die Molekülverhältnisse von CrO(sub)3 bzw. Na(sub)2CrO(sub)4 sind gemäss dem erwähnten Vorschlage folgende:
Die auf das Aetzalkali bezogene molekulare Menge an Alkalichromat gemäss dem erwähnten Vorschlag ist also im günstigsten Falle sehr hoch. Das angegebene Versuchsbeispiel zeigt, dass mit solchen Lösungen auf Aluminium keine oder nur unbedeutende Deckschichten erzielt werden können und dass bei einer 20 Minuten übersteigenden Tauchdauer die bereits gebildete oxydi- sche Schicht wieder zerstört wird.
Die Erfindung betrifft nun ein Verfahren zur Erzeugung von Schutzschichten auf Aluminium und Aluminiumlegierungen welches sich von den bekannten Verfahren zwecks Vermeidung deren Nachteile sowie zur Erzielung einer bedeutend verbesserten und wirtschaftlicheren Gestaltung der chemischen Kalt-Oxydation des Aluminiums dadurch unterscheidet, dass Aluminium und Aluminiumlegierungen bei Raumtemperaturen mit einer wässrigen Lösung behandelt werden, welche im wesentlichen Aetzalkalien und lösliche Chromate enthält, einen Aetzalkaligehalt von mindestens 2,5 Grammolekülen im Liter aufweist und deren Molekülverhältnis zwischen der Anzahl Molekülen Aetzalkali und der Anzahl Molekülen der löslichen Chromate sich mindestens wie 2 : 1 und höchstens wie 45 : 1 verhält.
Es ist zweckmässig, das Wesen der vorliegenden Erfindung durch ein Beispiel zu erläutern. In diesem Beispiel wurde als Aetzalkali Natriumhydroxyd und als lösliches Chromat Natriumchromat gewählt. Bezüglich des Natriumchromates hat es sich bei der Durchführung von genauen Versuchen herausgestellt, dass es für das Gelingen der gewünschten Reaktion ohne Belang ist, ob man beim Ansetzen der Reaktionslösung von Chromsäure oder von einem sauren Chromat (Bichromat) oder von einem neutralen Chromat (Monochromat) ausgeht; wesentlich ist der durch das Mischen der betreffenden Verbindung mit dem Aetzalkali entstehende Zustand, da in den stark alkalischen Lösungen ohnehin nur das neutrale Chromat bzw. Monochromat beständig ist. Für die Durchführung der Versuche wurden Bleche aus Reinaluminium 99,4% Al verwendet, welche aus der gleichen Blechtafel geschnitten worden waren. Die gleichgrossen Blechabschnitte wurden bei 20°C den verschiedensten kombinierten
Reaktionslösungen unterworfen; letztere Lösungen variierten nach ihrem Gehalt an Aetznatron, angegeben in Gramm pro Liter Lösung, und nach ihrem Molekülverhältnis NaOH : Na(sub)2CrO(sub)4, angegeben in ganzen oder gebrochenen Zahlen (z.B. 11,25 für 11,25 : 1). Es wurden zwei Versuchsreihen durchgeführt. Die Ergebnisse der ersten Versuchsreihe, die sich aus eienr Behandlungsdauer von 10 Minuten ergeben haben, sind in Fig. 1 dargestellt. Die Ergebnisse der zweiten Versuchsreihe, die einer Behandlungsdauer von 20 Minuten entsprechen, sind in Fig. 2 gezeigt. Bei jedem Kurvenzug zeigt die Abszisse die Konzentration der Lösung an Aetznatron ind Gramm/Liter und die Ordinate das Gewicht der reibfesten oxydischen Schicht in Gramm/Quadratmeter Oberfläche an. Das Gewicht der oxydischen Schicht wurde durch Wägen der Blechabschnitte vor und nach dem Ablösen in 10%iger Phosphorsäurelösung ermittelt. Die einzelnen, jeweilen für ein bestimmtes Molekülverhältnis geltenden Kurvenzüge wurden in den beiden Figuren in idealer Darstellung zusammengestellt.
Das Beispiel gemäss Fig. 1 zeigt, dass in dem nützlichen Bereich und Umfang der Erfindung schon innerhalb von zehn Minuten Tauchdauer reibfeste Schichten von etwa 3 Gramm/Quadratmeter erzielt werden können, und zwar schon mit Lösungen, welche bezogen auf Aetzalkali sehr wenig lösliches Chromat enthalten, beispielsweise nur 1 Molekül Natriumchromat auf 22 Moleküle Natriumhydroxyd. Durch Verlängerung der Tauchzeit lassen sich noch viel dickere Schichten erzielen, im grossen Gegensatz zu dem bekannten erwähnten Vorschlag, gemäss welchem eine Tauchdauer von 20 Minuten nicht überschritten werden darf. Nach dem erfindungsgemässen Verfahren gelingt es, die Tauchdauer auf 40 und mehr Minuten zu steigern. In Fig. 3 ist ein weiteres Beispiel für ein mittleres Molekülverhältnis NaOH : Na(sub)2CrO(sub)4 von 7,5 : 1 bei 20°C graphisch wiedergegeben und zwar wiederum für Reinaluminium 99,4% Al in Blechform und zwar entspricht die Kurve I den Ergebnissen einer Behandlung von 10 Minuten Tauchdauer, Kurve II denjenigen einer Behandlung von 20 Minuten Tauchdauer, Kurve III denjenigen einer Behandlung von 30 Minuten Tauchdauer und Kurve IV denjenigen einer Behandlung von 40 Minuten Tauchdauer.
Die Art des Kations, welches zu dem löslichen Chromat gehört, ist an sich unwesentlich, vorausgesetzt, dass es in alkalischer Lösung ein lösliches Chromat bildet. Es hat sich durch Versuche feststellen lassen, dass es bei der Gegenüberstellung der Wirksamkeit verschiedener löslicher Chromate entscheidend auf das molekulare Verhältnis des Chromats zum Aetzalkali ankommt und keinesfalls auf die Gewichtsverhältnisse.
Die nach dem erfindungsgemässen Verfahren erzeugten Schichten sind gut reibfest, gut haftend und saugfähig. Ihr Aussehen unterscheidet sich nicht erheblich von demjenigen der bekannten, in heissen Carbonat-Chromat-Lösungen herstellbaren Schichten; wie letztere sind sie je nach Tauchdauer, Badzusammensetzung und Legierung grau bis grünlich grau, halbdurchscheinend bis völlig opak; sie enthalten ebenfalls zum grösseren Anteil Hydroxyde bzw. Oxydhydrate des dreiwertigen Chroms.
Das erfindungsgemässe Verfahren ist nicht nur auf die handelsüblichen Reinaluminium- und Reinstaluminium-Sorten, sondern ebenso auch auf alle Aluminiumlegierungen sowie in gleicher Weise auf gegossenes und geknetetes Metall anwendbar. Insbesondere ist hervorzuheben, dass sich danach auch auf den silicium- und kupferhaltigen Aluminiumleichtlegierungen brauchbare Schichten erzielen lassen, was für die heissen
Carbonat-Chromat-Lösungen nicht zutrifft.
Die nach dem erfindungsgemässen Verfahren erzeugten Schichten gewähren dem Aluminium und den Aluminiumlegierungen einen guten Korrosionsschutz von annähernd gleicher Güte wie die in heissen Carbonat-Chromat-Lösungen erzeugen Schichten. Der Schutz wirkt sich naturgemäss hauptsächlich gegen neutrale oder fast neutrale Angriffsmittel und vor allem gegen chlorid- und schwermetallhaltige Lösungen wie zum Beispiel Salzlaken, Seewasser, Kondenswasser etc. aus.
Da infolge des erhöhten Korrosionsschutzes die erfindungsgemäss erzielbaren Schutzschichten ein Unterfressen in weitgehendem Ausmasse verhindern oder hemmen, stellen sie, wie durch viele Versuche mit den verschiedensten Deckfilmen erwiesen wurde, einen guten Untergrund für Lack- und Oelfilme dar, sofern die Gefahr starker Deformation nicht besteht. Bei starker Deformation infolge übermässiger mechanischer Beanspruchung lässt die Haftfestigkeit vieler Lacke und Anstrichfilme, ähnlich wie bei den in heissen Carbonat-Chromat-Lösungen erzeugten Schichten, mehr oder weniger zu wünschen übrig.
Die gemäss der vorliegenden Erfindung zusammengesetzten Lösungen zur Kalt-Oxydation sind ausserordentlich ergiebig. So wurden beispielsweise mit 80 cm(exp)3 einer Lösung, welche 200 g/l Natriumhydroxyd und 100 g/l Natriumchromat (Molekülverhältnis NaOH : Na(sub)2CrO(sub)4 = 8,1 : 1) enthielt bei 20°C nacheinander 65 Aluminiumblechstreifen mit einer Oberfläche von je 0,7 dm(exp)2 behandelt, ohne dass das Bad Anzeichen von Erschöpfung gezeigt hätte. Es wurden also mit 80 cm(exp)3 Lösung 65 x 0,7 = 45 dm(exp)2 Oberfläche oxydiert oder mit einem Liter Bad mindestens 5,7 m(exp)2. In anderen Versuchen wurden bis zu
8 m(exp)2 mit einem Liter Lösung gemäss Erfindung kalt oxydiert. Diese Beispiele zeigen und belegen die Ausgiebigkeit und Wirtschaftlichkeit der erfindungsgemäss zusammengesetzten Lösungen. Dazu kommt, dass diese Lösungen keinerlei komplizierte Beheizungs- und Absauge-Einrichtungen benötigen, und dass sie sehr einfach in der Bedienung und Wartung sind. Bei sachgemässer Bedienung beschränkt sich die Betriebskontrolle lediglich auf die von Zeit zu Zeit durchzuführende Messung der Baddichte mittels Aräometer. Die fehlenden Chemikalien können dann in fester oder konzentrierter flüssiger Form dem Bad ergänzend wieder einverleibt werden.
Mit fortschreitendem Verbrauch bildet sich ein geringer Bodensatz, der zur Hauptsache aus Hydroxyden des dreiwertigen Chroms besteht. Man kann die Bildung dieses Bodensatzes merklich verzögern, indem man dem Bade vorzugsweise solche Stoffe zusetzt, welche die Ausfällung von Chromhydroxyden hindern, wie zum Beispiel Tartrate, Zitrate, Pyrophosphate u.dgl. mehr.
Salze solcher Anionen und Kationen, welche in Aetzalkalien löslich sind, stören die Kaltoxydation nicht wesentlich. Eine Ausnahme machen lösliche Silikate, z.B. Natriumsilikat, durch welches die Ausbildung einer Schicht verhindert wird; dabei wird das Metall dekapiert, wie wenn überhaupt kein Chromat zugegen wäre. Lösliche Salze, wie zum Beispiel Carbonate, Chloride, Bromide, Fluoride, Silikofluoride und Phosphate und dergleichen mehr stören auch in grösseren Zusätzen nicht. Phosphate zeigen sogar eine gewisse Verbesserung der Schichtbildung; Permanganate bewirken infolge Einlagerung brauner bis schwarzer Mangandioxyde eine Bräunung oder Schwärzung der entstehenden oxydischen Schicht.
Während der Kalt-Oxydation entwickeln sich feine Wasser- stoffbläschen, welche an der Oberfläche der Lösung zerplatzen. Da aber das Bad infolge seiner niedrigen Reaktionstemperatur keinen sichtbaren Dampf entweichen lässt - im starken Gegensatz zu den heissen Carbonat-Chromat-Lösungen -, so treten die feinen, durch die Wasserstoffbläschen bei deren Zerplatzen entstehenden Badnebel nicht aus dem näheren Bereich der Flüssigkeitsoberfläche aus. Es erübrigt sich deshalb in den meisten Fällen das Anbringen eines Luftabzuges. Will man aus irgendeinem Grunde die Bildung der feinen Badnebel völlig unterbinden, so ist es vorteilhaft, der Kalt-Oxydationslösung einen kapillaraktiven Stoff zuzusetzen, welcher durch den feinen Gasstrom eine Schaumdecke an der Oberfläche entstehen lässt. Als solche kapillaraktive Stoffe, welche alkalibeständig sein müssen, haben sich beispielsweise sulfonierte Fettalkohole, Fettsäureamide und dergleichen Textilnetzmittel als brauchbar erwiesen.
Die Arbeitstemperatur des Kalt-Oxydationsbades gemäss vorliegender Erfindung soll etwa +25°C nicht erheblich übersteigen. Gegebenenfalls können die Bäder bei sehr intensiver Beschickung vorteilhafterweise periodisch oder von Zeit zu Zeit gekühlt werden.
Die erfindungsgemässen Badlösungen sind unbegrenzt haltbar, sofern man ihnen bei Nichtgebrauch den Zutritt von kohlensäurehaltiger Luft, von Staub oder Schmutz verwehrt. Allenfalls auftretender Schlamm setzt sich am Boden des Oxydationsbehälters bald ab und stört dort nicht.
Unmittelbar nach der erfindungsgemässen Behandlung der Aluminiumteile, also sofort nach dem Verlassen der Oxydationslösung sind die Teile mit sauberem Wasser gründlich zu spülen. Hierauf werden sie getrocknet, wozu man auch höhere Temperatu- ren bis etwa 250°C anwenden kann.
Innerhalb des Erfindungsbereiches ist eine unbegrenzte Möglichkeit von Variationen und Kombinationen sowohl für die Konzentration des Aetzalkalis als auch für das Molekülverhältnis zwischen Aetzalkali und löslichem Chromat möglich. Ferner sind Aenderungen möglich, indem in der Kalt-Oxydationslösung etwa noch andere lösliche Stoffe vorhanden sein können, welche zufällig, als Verunreinigung der verwendeten Chemikalien und Metalle, oder absichtlich, etwa zum Zwecke der Beschleunigung oder Verzögerung der Reaktion oder zur Veränderung des Aussehens, zugesetzt worden sind.
Unter der Bezeichnung "Aluminium und Aluminiumlegierungen" sind alle metallischen Werkstoffe zu verstehen, welche in ihrer Masse oder innerhalb des Reaktionsbereichs ihrer Oberflächenzone mehr als 70% metallisches Aluminium aufweisen. Es können also sowohl Teile, welche in ihrer ganzen Masse aus der Aluminiumlegierung oder aus Aluminium bestehen, als auch Teile, welche in der Hauptmasse aus einem andern Metall sind und nur eine Deckschicht aus Aluminium besitzen, nach dem erfindungsgemässen Verfahren behandelt werden.
Unter Raumtemperaturen sind die Lufttemperaturen unter normalen menschlich erträglichen Wohnverhältnissen zu verstehen, also ungefähr +10 bis +30°C.
Unter Aetzalkalien sind alle diejenigen starken Basen gemeint, welche in der Kälte elementares Aluminium zu lösen imstande sind, welche also einen hohen Ionisationsgrad aufweisen, wie zum Beispiel Kaliumhydroxyd, Natriumhydroxyd, Bariumhydroxyd, Strontiumhydroxyd, Lithiumhydroxyd und Tetramethylammoniumhydroxyd. Ferner kann die erfindungsgemässe Lösung noch solche Hydroxyde enthalten, welche in star- ken Aetzalkalien löslich sind, zum Beispiel Aluminiumhydroxyd, Zinkhydroxyd, Chromhydroxyd, Antimonoxyd, Molybdänoxyd, Wolframoxyd und dergleichen mehr.
Unter löslichen Chromaten sind alle diejenigen Chromate zu verstehen, welche in starken Basen löslich sind, zum Beispiel Ammoniumchromat, Natriumchromat, Kaliumchromat, Lithiumchromat, Thalliumchromat, Titanchromat, Zinkchromat und dergleichen mehr.
Ein noch besonders hervorzuhebender Vorteil des erfindungsgemässen Verfahrens liegt darin, dass die Teile aus Aluminium, falls sie oberflächlich nur Spuren von fetten Stoffen aufweisen, ohne Vorbeize direkt in das Kalt-Oxydationsbad gebracht werden können. Sind die Aluminiumteile stark fettig, so ist es angezeigt, sie vorher mittels eines der üblichen Verfahren zu entfetten. Ein Vordekapieren empfiehlt sich praktisch nur in denjenigen Fällen, wo die Oberfläche mit einer relativ dicken und kompakten Oxydhaut überzogen ist, wie sie etwa beim Glühen entsteht, oder wenn es die Beschaffenheit von Gussteilen, insbesondere von Sandguss, erforderlich macht.
Für die Begriffe "Grammoleküle" und "Molekülverhältnis" gelten folgende Definitionen: 1 Grammolekül ist diejenige Menge, die soviele Gramm wiegt, als die Zahl des chemischen Molekulargewichts der chemischen Verbindung angibt. Das Molekülverhältnis ist das Verhältnis der Anzahl ganzer Moleküle der einen chemischen Verbindung (im vorliegenden Falle also NaOH, KOH usw.) zur Anzahl ganzer Moleküle der andern chemischen Verbindung (im vorliegenden Falle bezogen auf 1 Chromatom, also Na(sub)2CrO(sub)4, K(sub)2CrO(sub)4, ZnCrO(sub)4, (NH(sub)4)(sub)2CrO(sub)4 usw.). So weist beispielsweise eine Lösung, welche 160 g/l NaOH (= 4 Moleküle im Liter) und 81 g/l Na(sub)2CrO(sub)4 (= 0,5 Moleküle im Liter) ein Molekülverhältnis von 4 : 0,5 oder 8 : 1 auf.
Durch Auskochen der erfindungsgemäss behandelten und gespülten Teile in Wasser oder in neutralen oder nahezu neutralen Lösungen von Salzen oder kapillaraktiven Stoffen oder organisch-chemischen Verbindungen oder in Lösungen von Alkalisilikaten wird die chemische Widerstandsfähigkeit der erzeugten oxydischen Schicht noch erhöht. Die Temperatur dieser Lösungen sollte mindestens 95°C betragen, um die Dauer dieser Nachbehandlung nicht unnötig zu verlängern. In siedenden Lösungen genügt beispielsweise eine Nachbehandlung von etwa 5 - 10 Minuten Dauer.

Claims (12)

1. Verfahren zur Erzeugung von Schutzschichten auf Aluminium und Aluminiumlegierungen, dadurch gekennzeichnet, dass Aluminium und Aluminiumlegierungen bei Raumtemperaturen mit einer wässrigen Lösung behandelt werden, welche im wesentlichen Aetzalkalien und lösliche Chromate enthält, einen Aetzalkaligehalt von mindestens 2,5 Grammolekülen im Liter aufweist und deren Molekülverhältnis zwischen den Aetzalkalien und den löslichen Chromaten sich mindestens wie 2 : 1 und höchstens wie 45 : 1 verhält.
2. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlungslösung noch kapillaraktive Stoffe enthält.
3. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlungslösung noch Phosphate enthält.
4. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlungslösung noch Tartrate enthält.
5. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlungslösung noch Zitrate enthält.
6. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Behandlungslösung noch Permanganate enthält.
7. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die behandelten Oberflächen nach dem Spülen in Wasser und nach dem Trocknen mit einem Lackfilm imprägniert und überzogen werden.
8. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die behandelten Oberflächen nach dem Spülen in Wasser mit Wasser bei Temperaturen von mindestens 95°C während mindestens fünf Minuten nachbehandelt werden.
9. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die behandelten Oberflächen nach dem Spülen in Wasser mit neutralen Salzlösungen bei Temperaturen von mindestens 95°C und während mindestens fünf Minuten nachbehandelt werden.
10. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die behandelten Oberflächen nach dem Spülen in Wasser mit Lösungen von Alkalisilikaten bei Temperaturen von mindestens 95°C während mindestens fünf Minuten nachbehandelt werden.
11. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminiumteile sofort nach Verlassen des Aetzalkali-Chromat-Bades mit Wasser gespült werden.
12. Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass die Aluminiumteile nach dem Spülen getrocknet werden.

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