DEP0043685DA - Verfahren zur Herstellung von Eisenanstrichen mit rostbefreiender und rostschützender Wirkung - Google Patents
Verfahren zur Herstellung von Eisenanstrichen mit rostbefreiender und rostschützender WirkungInfo
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Description
Bislang wurden Eisenteile, die von Rost befreit und mit einem Rostschutzanstrich versehen werden sollten, entweder mechanisch, z.B. mit Sandstrahlgebläse, Schabern und Kratzern, vom Rost befreit oder mit chemischen Rostumwandlern, wie Phosphorsäure und dgl. behandelt. Nach dieser Säuberung wurde ein Anstrich aus Bleimennige oder ähnlichem Material aufgebracht. Hierauf folgten alsdann der eigentliche Farb- oder Deckanstrich, wobei meistens sogar mehrere Farb- oder Deckanstriche erforderlich waren. Der eigentliche Rostschutz wurde durch den Anstrich mit Bleimennige o.dgl. erzielt. Es handelt sich also um ein drei- und mehrstufiges Verfahren.
Gegenstand der vorliegenden Erfindung ist ein neues Verfahren zur Herstellung von Eisenanstrichen. Es zeichnet sich gegenüber dem bislang bekannten Verfahren dadurch aus, dass in einem einzigen Arbeitsgang die Beseitigung des vorhandenen Rostes und der Schutz der Eisenteile vor neuem Rostbefall erzielt wird. Die rostigen Eisenteile werden, ohne dass sie einer vorherigen mechanischen oder chemischen Entrostung und Reinigung bedürfen, angestrichen und dadurch nicht nur von dem vorhandenen Rost befreit, sondern gleichzeitig gegen neuen Rostbefall geschützt. Außerdem erhalten die Eisenteile dadurch gleichzeitig den gewünschten Farb- und Deckanstrich.
Das Verfahren beruht auf der Verwendung von labil gebundenem Schwefel oder von solchen Schwefelverbindungen, die den Schwefel leicht abgeben. Dieser Schwefel oder diese Schwefelverbindungen werden in einem vorzugsweise neutral oder schwach alkalisch reagierenden Trägerkörper, wie Lacke, Öle und dgl. eingearbeitet. Als besonders geeignet haben sich als Trägerkörper polymerisierte Mineralöle von bisher unerreichter Trockenfähigkeit erwiesen. Die so entstandenen Mischungen können mit oder ohne Zusatz von Siccativen zur Anwendung kommen und auch mit Farben vermischt sein, die den damit zu behandelnden Eisenteilen
den gewünschten Farbton verleihen. Als Verbindungen, die labil gebundenen Schwefel enthalten oder den Schwefel leicht abgeben, kommen z.B. Schwefelwasserstoff und Schwefelammonium, vornehmlich aber bekannte organische Schwefelverbindungen neben kolloidalem Schwefel in Betracht.
In Anwendung dieses Verfahrens wird die Oberfläche der Eisenteile von dem darauf haftenden Rost befreit, indem dieser sich in eine Schwefeleisenschicht (FeS, FeS(sub)2, Fe(sub)2S) verwandelt. Diese Schwefeleisenschicht hat eine passivierende Wirkung, die gefördert und verlängert wird durch die stark wasserabweisenden Eigenschaften des nach diesem Verfahren hergestellten Anstrichs, der außerdem auch die hohe Säure- und Laugenbeständigkeit hat.
Die durch das Verfahren gewonnene Schwefeleisenschicht ist von höherer Passivität als die Oxydschicht, wie sie sonst bei der Anwendung von Bleimennige oder anderen Passivierungsmitteln erreicht wird.
Es erübrigt sich also, die Eisenteile erst auf mechanischem oder chemischem Wege zu entrosten, dann einen Rostschutzanstrich und anschließend den eigentlichen Farb- oder Deckanstrich aufzubringen. Nach dem gemeldeten Verfahren werden vielmehr alle diese Wirkungen durch einen einzigen Arbeitsgang erreicht, weil es sie sämtlich in sich vereinigt.
Das Verfahren ermöglicht eine bedeutende Ersparnis an Arbeitszeit, Arbeitskräften, Werkzeug und Material. Außerdem ist auch der damit verbundene Effekt der Rostbeseitigung und des Rostschutzes bedeutend größer als bei den bislang bekannten Verfahren.
Claims (3)
1.) Verfahren zur Herstellung von Eisenanstrichen mit rostbefreiender und rostschützender Wirkung, dadurch gekennzeichnet, dass die rostigen Eisenteilen mit Erzeugnissen angestrichen werden, die in einem Trägerkörper, wie Lacke, Öle, z.B. Mineralöle, labil gebundenen Schwefel oder eine solche Schwefelverbindung, die den Schwefel leicht abgibt, enthalten.
2.) Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, dass als Trägerkörper vorzugsweise neutral oder schwach alkalisch reagierende Bindemittel, insbesondere polymerisierte Mineralöle großer Trockenfähigkeit Verwendung findet.
3.) Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, dass das Überzugsmittel mit oder ohne Gehalt an Siccativen und mit oder ohne Gehalt an Farbe zur Anwendung kommt.
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