DEP0039258DA - Verfahren und Vorrichtung zur Verdüsung bzw. Versprühung von Rüben- und Speisesirup sowie zuckerhaltigen Abläufen u. dgl. oder deren Gemischen - Google Patents
Verfahren und Vorrichtung zur Verdüsung bzw. Versprühung von Rüben- und Speisesirup sowie zuckerhaltigen Abläufen u. dgl. oder deren GemischenInfo
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Description
Von den aus zuckerhaltigen Rüben hergestellten Erzeugnissen ist als Trockenerzeugnis nur der kristallinische Rübenzucker, und zwar insbesondere gelber Rohzucker und reiner weißer Verbrauchszucker als Handelserzeugnis bekannt, während Rüben- und Speisesirup, sowie zuckerhaltige Abläufe u.dgl. oder deren Gemische bisher nur in flüssiger bzw. sirupöser Form zum Verkauf gelangen, obwohl sie einen verhältnismäßig hohen Zuckergehalt in der Trockensubstanz aufweisen. Dieser Umstand wirkt um so befremdender, als an sich die Zerstäubung bzw. Versprühung von zuckerhaltigen Dicksäften wie insbesondere Fruchtdicksäften oder Traubendicksäften mit ungefähr gleich hohem Zuckergehalt in der Trockensubstanz nach dem Stande der Technik keine Neuigkeit mehr darstellt. Von diesen letztgenannten Dicksäften unterscheiden sich ihrer Zusammensetzung nach Rübensirup u.dgl. nur durch die Art des Zuckergehaltes und den ph-Wert. Während z.B. Traubendicksäfte bei einem ph-Wert von 3,5 - 4 rund 55 bis 60% Traubenzucker enthalten, besitzt z.B. Rübensirup bei einem ph-Wert von 4,7 - 5 neben einem Gehalt an Salzen sowie organischen Stoffen einen Zuckergehalt von etwa 65%, je zur Hälfte Saccharose und Invertzucker.
Bei Versuchen in Zerstäubungstürmen, unter den üblichen Bedingungen Rübensirup u.dgl. zu trocknen, treten infolge der klebrigen Beschaffenheit des Sirups schon bei der Zerstäubung technische Schwierigkeiten auf. Außerdem konnte festgestellt werden, daß bei üblichen Temperaturen infolge Schmelzens des im Zerstäubungsturm getrockneten Zuckers (Bildung einer Glasur o.dgl.), die Entfernung des hygroskopischen und spezifisch schweren Trockengutes auf mechanischem Wege mittels Bürsten oder ähnlichen Ausräumern und anschließend eines Schneckengetriebes unmöglich war. Bei Anwendung der üblichen hohen Temperaturen und bei zu langem Aufenthalt des Trockengutes im Turm tritt außerdem eine Zersetzung des Zuckers unter Verfärbung und unter Auftreten von Bitterstoffen ein. Der Gebrauch von Zerstäubungstürmen mit im unteren Teil der Vorrichtung befindlichen Düse bzw. Scheibe und mit im oberen Teil der Turmes angeordnetem Absaugrohr hat sich also als ungeeignet erwiesen. Auch bei tieferer Eingangstemperatur der Heizgase war in dieser Anordnung keine einwandfreie Gewinnung eines Trockenzuckers aus Rübensirup u.dgl. möglich. Nur ein sehr kleiner Teil des Trockengutes wird durch Unterdruck oben abgesaugt, während die Hauptmenge des Trockengutes sich im unteren Teil des Turmes absetzte und sich zuweisen teilweise mit noch nicht
völlig ausgetrockneter Sprühfähigkeit vermischte. Daher ist ein Entfernen auf mechanischem Wege - wie bisher üblich - kaum durchführbar. Die geschilderten Erscheinungen ließen sich auch unter Anwendung üblicher Temperaturen im Zerstäubungsturm bei Benutzung von Türmen mit im oberen Teil angeordneter Düse oder Scheibe unter Verwendung von Ausräumern feststellen.
Gegenstand der Erfindung ist nun ein Verfahren und eine Vorrichtung zur Verdüsung bzw. Versprühung von Rüben- und Speisesirup sowie zuckerhaltigen Abläufen u.dgl. oder deren Gemischen, das dadurch gekennzeichnet ist, daß man diese Erzeugnisse oder deren Gemische mit Wasser oder anderen Verdünnungsmitteln auf einen Trockensubstanzgehalt von 50 - 80%, entsprechend 2 - 5 Englergraden bei Temperaturen von 50 - 85°C einstellt, mittels eienr im oberen Teil des Zerstäubers angeordneten Düse bzw. Scheibe unter Durchzug von Heizgasen bei einer in Abhängigkeit von der Zuckersirupkonsistenz erforderlichen Temperatur von 60 - 120°C zerstäubt bzw. versprüht, in unmittelbarem Anschluß an die Überführung in den Trockenzustand durch ein nach unten trichterförmig sich stark verjüngendes Rohr pneumatisch absaugt, kühlt und das anfallende Gut anschließend sofort verpackt. Die Zerstäubungstemperatur bzw. die Temperatur in der Trocknungszone ist dabei also stets unterhalb des jeweiligen Schmelzpunktes der aus verschiedenartigen Rüben- und zuckerhaltigen Sirupen gewinnbaren Trockenzucker einzustellen.
Bei Vorliegen stärker pektinhaltiger Sirupe fermentiert man diese zweckmäßig vor der Zerstäubung zwecks Abbau des Pektins mit pektolasehaltigen Enzymen, wobei das Pektin in lösliche Monogalakturonsäure übergeführt wird. Hierdurch vermeidet man eine Reversibilität der Kolloide, dh. ein Zurückbleiben von Trübstoffen bei der Wiederauflösung des Trockenerzeugnisses im Wasser oder anderen Lösungsmitteln.
Die nach obigem Verfahren hergestellten Zuckertrockenpulver zeichnen sich infolge ihres Saccharose- und Invertzuckergehaltes gegenüber Pulvern aus Fruchtsäften durch eine angenehme Süße aus und können in allen Fällen, wo nicht Zusätze von reinem weißen Verbrauchszucker zu Lebens- und Arzneimitteln vorgeschrieben bzw. nach Lage der Dinge unbedingt notwendig sind, anstelle von Rübenzucker auf dem Lebensmittel- und Arzneimittelgebiet verwendet werden. Bezüglich der Süßkraft ist noch zu erwähnen, daß die erfindungsgemäßen Trockenpulver infolge ihres Invertzuckergehaltes fast so süß wie Rübenzucker schmecken, da die Süßkraft von Invertzucker gegenüber einer Süßkraft von Saccharose = 1 immerhin noch 0,85 beträgt.
Es hat sich auch als vorteilhaft erwiesen, Rüben- und Speisesirup sowie zuckerhaltige Abläufe u.dgl. oder deren Gemische vor der Trocknung im Sprühturm mit Milch- und Milcherzeugnissen, mit Kaffee- und Tee-Extrakten, mit Obst-, Pektin- und Gemüsesäften u.dgl. in jeden beliebigen Prozentsatz zu mischen und anschließend unter Anwendung des erfindungsgemäßen Verfahrens zu verdüsen bzw. zu versprühen.
In der beigefügten Skizze stellt 1 das Prinzip eines üblichen Zerstäubers dar, währen I die für Zerstäubungstrocknung von Rübensirupen u.dgl. vorgesehene Vorrichtung bedeutet. Mit der Vorrichtung 1 findet bei Vorliegen spezifisch schwerer Trockengüter nur eine geringe obere Absaugung des Trockengutes statt, in der Hauptsache dagegen ein längere Zeit beanspruchendes Entfernen des Trockengutes mittels Ausräumern 2 und Schnecke 3. Mit Vorrichtung I erfolgt die Trockengutentfernung durch unteres pneumatisches Absaugen II aus dem stark verjüngten Ansatzstück III am Trockenturm mit Nachhilfe durch einfache rotierende Kratzer IV, wodurch das unbedingt notwendige schnelle Herausbringen des aus Rübensirupen u.dgl. gewinnbaren Trockengutes aus dem Zerstäubungsturm praktisch ermöglicht wird.
Claims (1)
- Anspruch 1: Verfahren zur Verdüsung bzw. Versprühung von Rüben- und Speisesirup sowie zuckerhaltigen Abläufen u.dgl. oder deren Gemischen, dadurch gekennzeichnet, daß man diese Erzeugnisse oder deren Gemische mit Wasser oder anderen Verdünnungsmitteln auf einen Trockensubstanzgehalt von 50 - 80%, entsprechend 2 - 5 Englergraden bei Temperaturen von 50 - 85°C einstellt, mittels einer im oberen Teil des Zerstäubers angeordneten Düse bzw. Scheibe unter Durchzug von Heizgasen bei eienr Temperatur von 60 - 120°C zerstäubt bzw. versprüht, in unmittelbarem Anschluß an die Überführung in den Trockenzustand durch ein nach unten trichterförmig sich stark verjüngendes Rohr unter Nachhilfe einfacher rotierender Kratzer pneumatisch absaugt, kühlt und das anfallende Gut anschließend sofort verpackt.Anspruch 2: Verfahren nach Anspruch 1, dadurch gekennzeichnet, daß man pekinhaltige Erzeugnisse vor der Zerstäubung mit pektolasehaltigen Enzymen fermentiert.Anspruch 3: Verfahren nach Anspruch 1 und 2, dadurch gekennzeichnet, daß man Rüben- und Speisesirupe sowie zuckerhaltige Abläufe u.dgl. oder deren Gemische vor der Trocknung im Sprühturm mit Milch- und Milcherzeugnissen, mit Kaffee- und Tee-Extrakten, mit Obst-, Pektion- und Gemüsesäften u.dgl. in jedem beliebigen erträglichen Verhältnis mischt.Anspruch 4: Zerstäubungsvorrichtung nach den Ansprüchen 1, 2 und 3, gekennzeichnet durch eine in geeigneter Weise im Zerstäubungsturm angeordnete Düse bzw. Scheibe in Verbindung mit einem nach unten sich stark verjüngenden trichterförmigen Absaugerohr sowie in Verbindung mit einer oder mehreren in der trichterförmigen Erweiterung des Trockenturmes angeordneten Kratzervorrichtungen o.dgl.
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